Liebe Freundinnen und Freunde,
ich moechte hiermit hochoffiziell den heutigen Tag fuer einen der miserabelsten Tage des Jahres erklaern. Das tu ich insbesondere deswegen, weil das Jahr gerade erst angefangen hat und ich gar nicht dran denken mag was da noch alles auf mich zu kommt! Aber was ist leichter als alles im Vorhinein zu verteufeln? Nicht viel.
Die Arbeit war nicht der Hit, wenige Leute, groesstenteils totale Nervensaegen, ich war von 9:30 bis 19:15 im Dauereinsatz und hatte gerade genug pause mit einen Kaffee zu kochen (vom trinken kann keine Rede sein). Geschafft habe ich effektiv trotzdem nichts, ausser dass ich es geschafft habe zig Kudnenauftraege zu vergessen. Ich fuehl mich jaemmerlich.
Mein Koerper versucht mich zusaetzlich dazu zu verarschen. In der letzten Zeit gehe ich sehr zeitig zu Bett… ich moechte morgens nicht immer wie eine verschimmelte Scheibe Salami aus dem Bett fliessen… aber gerade das passiert. Ich wache um 7 Uhr auf, auch wenn ich bis 11 haette schlafen koennen, ich schlafe schlecht, werde permanent wach und denke nach. Worueber weiss ich nacher meistens nicht mehr, ich weiss nur, dass manchen Morgen ich auf einem nassgeheulten Kopfkissen aufwache und nicht mehr weiss warum. Ich bin muede… nicht weil ich zu wenig schlafe, sondern weil ich, mit 21 Jahren, mich so fuehle als haette ich mein Leben hinter mir, meine beste Zeit verlebt und so viele Fehler gemacht, dass der Rest eh egal ist. Wie gesagt… die Dinge die da kommen moechte ich gar nicht erst erwaehnen. Ich falle in den Stuhl wie mein 87-jaehriger Grossvater und ich habe einen Ruecken wie meine Urgrossmutter (verstorben um 1975). Ich weiss nicht wohin
und woher und was ueberhaupt, da hab ich eh keine ahnung von.
Am Sonntag fahr ich nochmal meinen Stern besuchen (Stern passt gut… unerreichbar weit weg und immernoch so verzaubernd funkelnd.. ich komm nicht weg davon). Sie fliegt Anfang Maerz nach Japan und bleibt erstmal da. Ich weiss nicht wie lange, sie sagt sie wisse es auch nicht. Ich fuer mich habe fast beschlossen, dass das unser letztes Treffen sein wird… fuer eine lange Zeit mit Sicherheit… eventuell, was ich nicht hoffe, aber eventuell auch fuer immer. Ich fuehle mich schaebig. Wie sagt man jemandem, wie schwer einem bei so einem Gedanken das Herz wird ohne zu sagen “Wenns nach mir ginge bliebst du besser hier, aber du musst mir ja so ein Leid einbrocken und abhauen?”. Das will ich nicht… ich will doch nur nochmal sagen “Danke dass du da warst und ich wuerde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen.”. Angesichts der Tatsache, dass zwischen uns nie mehr war als meine hoffnungslose verliebte Sehnsucht und ihr alltagsfreundschaftliches “gegenwaertig sein” ist sowas schon sehr schwer rueber zu bringen und der Gedanke zerreisst mich einfach, dass ich die Worte bis Sonntag wahrscheinlich nicht mehr finde und selbst wenn, dass ich mich nicht trauen werde sie auszusprechen. Himmel hilf, wo fuehrt das hin? Wie sagt man so einem Menschen, dass man lieber explodieren wuerde als wahr haben zu wollen, dass sich die ohnehin getrennten Wege noch weiter trennen werden? Wie sagt man einem solchen Menschen “lebe wohl” und wird damit fertig? Ich habe keine Ahnung. Ich hatte ihr ein Lied geschrieben, namens “Don’t forget me”, aber das klingt auch wieder sehr nach “Och bitte bitte ueberleg dirs nochmal…”. Ich hasse mich dafuer ueberhaupt so zu denken… aber wenn ich nichts besseres zu tun habe liebe ich… und die die es trifft leidet eher darunter oder tut dies zumindest so kund als mich nicht falsch zu verstehen und zumidnest offen zu sprechen. Die meiste Zeit, so glaube ich jedenfalls, ist das das beste was ich zu Tun habe. Egal wie viel Arbeit anliegt. Ich bin so ungerecht :/. *Stempel* Nicht beziehungsfaehig.
Alle Welt scheint zu glauben “Stern is scho’ da wenns eng wird”. Deprimierend zu wissen, dass es stimmt. Warum merke ich eigentlich so selten, dass sich Leute fuer mich den Arsch aufreissen? Warum sehe ich so selten Leute die, nur um mir eine Freude zu machen Wochenenden lang drueber gruebeln was mir gefallen koennte? Vielleicht tue ich jetzt einigen Leuten sehr unrecht, aber ich meine nicht meine Freunde, ich meine die Arbeit. Auch wenn das nur ein kleines Stueck ist in dem Aerger, den ich zu haben glaube aktuell, so regt es mich schon auf, immer mit einem Blick im Ruecken an meinen schreibtisch zu sitzen, meistens 8, nicht selten auch 10 Stunden am Tag, und der einzige zu sein, der keine wirkliche Mittagspause macht? Ich habe heute eine Lohnerhoehung bekommen. Wie hoch die ausfaellt weiss ich noch nicht und ich will auch nicht sagen “sowas war auch an der Zeit”. Ich steh nicht so auf Lohnerhoehungen als Anerkennung, aber ich bekomme Traenen in den Augen vor Ruehrung wenn sich jemand vor mir hinstellt und sagt “Danke, das hat sehr geholfen.” Dafuer lasse ich 10 Lohnerhoehungen sausen. Im Uebrigen ist mein Monatsgehalt auf 400 Euro festgeschrieben… Aktuell laeuft es eigentlich sehr gut in der Firma… man ist eingespielt und ich habe den Eindruck alles laeuft super, aber ich fuehle mich etwas beengt, wenn mir bewusst wird, dass ich in der Woche knapp 43 Stunden arbeite und oft denke “Heute hast du nicht genug geschafft”. Ich habe ein viel zu schlechtes Gewissen.
Die Grosswetterlage ist also eher bedeckt als heiter…
Allen deren Lachmuskeln besser trainiert sind als meine wuensche ich eine schoene Restwoche.