Archive for April, 2006

Die unglaubliche Entdeckung der Meinungsverschiedenheit mit sich selbst

Wednesday, April 26th, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Nundenn… so mag es am ein oder anderen Tag vorkommen, dass ein Kunde mit der ueberzeugung den Laden betritt, er waere im Recht. Was er moechte ist erstmal zweitrangig… vielleicht moechte er auch gar nichts… hauptsache er ist im Recht. Die Folgende Situation ist zwar frei erfunden, aehnelt aber rein zufaellig einer Situation die es so nie gegeben hat. Zumindest sitze ich gerade an meinem Schreibtisch als folgendes passiert.

“Ich muss nur noch diese 2 RMA’s abwickeln, dann kann ich erstmal eine Pause machen”, denke ich und hebe den Hoerer von der Gabel meines Telefons. Ein knacksiges Freizeichen, welches in mein rechtes Ohr dringt wie eine Staplergabel, die von einem Pakinsonkranken durch ein Nadeloehr gefuehrt werden soll, gibt mir zu erkennen, dass wiedereinmal jemand an meinem Telefonkabel herumgespielt hat. Ich erhebe mich von meinem Platz, schlendere zur Stelle des groessten Misstrauens im Kabel (eine Steckverbindung in der Naehe der Werkbank wo immer wieder Leute auf die Idee kommen mein Telefonkabel zum testen von Modems zu benutzen wenn ich gerade nicht hinsehe) und stecke die Verbindung neu. Als ich zurueck zum Telefon schlendere hoere ich, wie draussen vor der Tuer eine Autotuer zugeschlagen wird. Egal. Unbeirrbar muss man sein, weshalb ich einfach davon ausgehe: “Der will nicht zu uns”. Ich nehme Platz und das Freizeichen gleitet in mein Ohr wie ein Seidentuch… Ich waehle mit einem zufriedenen Laecheln auf den Lippen. Nach wenigen Sekunden saeuselt schon die Wartemusik daher, unterbrochen von einem “Herzlich Willkommen, Sie sind mit der Reklamationsabteilung verbunden”. Ich warte… und schaue vertraeumt und immernoch laechelnd an die Wand. In dem Moment, in dem sich das semi-melodioese gesaeusel in ein Freizeichen wandelt klingelt die Tuere und jemand tritt bestimmt in den Laden. Ich lasse mich zu einem lauten “Einen Moment bitte” hinreissen. Wie so oft bon ic halleine im Laden. Mike ist Essen holen gefahren… anscheinend kocht er es selber und sammelt die Zutaten von Hand. Zumindest ist er seit 2 Stunden nicht mehr da.

Meine Worte unterbrechen den sich gerade vorstellenden Mitarbeiter der Reklamationsabteilung. Ich entschuldige mich und frage der Hoeflichkeit nach nocheinmal nach seinem Namen, woraufhin er sich erneut vorstellt. Seinen Namen kann ich allerdings immernoch nicht verstehen, da der Kunde, der sich vorn im Laden aufgebaut hat beginnt, seiner Ungeduld eine Stimme zu verleihen: “Kommen Sie bald mal nach vorn? Das ist ja nicht zu fassen!”. “Ich muss noch ein Gespraech fuehren! Bitte warten Sie noch einen Moment.” Bruelle ich freundlich (ja, das geht) nach vorne in den Laden. Der Mitarbeiter am anderen Ende ist inzwischen hoerbar irritiert: “Warum fuehren Sie das Gespraech dann nicht erst, bevor Sie mich anrufen?”. “Nein, Sie waren doch nicht gemeint. Ich sprach mit einem Kunden bei uns im Laden…. Ich habe auf jeden Fall ein Problem mit einem Kundengerae aus Ihrem Hause…”. Lautes Pfeifen unterbricht mich… nicht etwa aus der Leitung… nein, es ist der Kunde, der sich im Laden aufgebaut hat und aus vollen Rohren ‘Alle meine Entchen’ zum besten gibt. Er gibt sich alle Muehe keinen einzigen Ton zu treffen… “Am besten ist, Sie rufen spaeter nocheinmal an. Die Leitung scheint gestoert zu sein.”, verstehe ich gerade eben noch aus dem Telefon. Im Laden beginnt derweil der Versuch einer Pavarotti-Parodie. Ich denke der Mitarbeiter der Reklamationsabteilung hat Verstaendnis und ich lege auf. Ein bisschen bemitleide ich ihn.

Als ich in den Laden trete verstummt der Laerm urploetzlich und vor mir steht ein aelteres Ehepaar. Ich begruesse beide freundlich und stelle die obligatorische Frage: “Wie kann ich ihnen weiterhelfen?”. Naja… ich versuche sie zu stellen… nach dem “W…” faellt mir der aeltere Herr schon ins Wort. “Endlich kuemmert sich mal jemand um uns, wir sind alte Leute und koennen nicht mehr so lange stehen wie Sie!”. Bei dem Gedanken an meinen Miniskus ueberkommt mich urploetzlich das Verlangen nach einem Stuhl. Ich verkneife mir diesen und ignoriere den Kommentar des Kunden… noch. “Wie kann ich ihnen weiterhelfen?”. Diesmal schaffe ich sogar auszureden. “Wir haben ein Problem mit unserem Computer. Er funktioniert nicht mehr… was kann das sein?”, sagt der Mann. Ich stelle mir vor wie der Mann in einen Eisenwarenladen kommt und sagt “Ich brauche eine Schraube”. Mein Grinsen entgeht ihm nicht, also erklaere ich: “Nun… dazu muessten wir ersteinmal wissen, was alles nicht funktioniert. Vielleicht haben Sie das Geraet dabei?”. “Natuerlich nicht”, erwidert der Mann ohne zu zoegern. Ich wuenschte mir meine Netzwerkverbindungen haetten die Latenz seine Antworten. Es waere angenehmeres Arbeiten im Netz. “Meinen Sie in meinem Alter kann ich so einen Rechner noch durch die Gegend tragen?”, fuegt er etwas angesaeuert hinzu. “Dann koennen Sie versuchen mir ihr Problem moeglichst genau zu beschreiben. Dann kann ich versuchen zusammen mit ihnen eine Loesung zu erstellen.”. Mein fuersorglicher Versuch sein Problem in einem kostenfreien Beratungsgespraech zu loesen bleibt ihm verborgen. Fuer ihn scheint es ein Angriff auf seinen technischen Sachverstand zu sein. “Hoeren Sie mal, das muessen Sie doch wissen! Bin ich der Fachmann oder Sie? Das ist ja wohl die Hoehe!”. In dem Moment zweifele ich sehr daran, dass bei diesem Herrn ueberhaupt irgendein Verstand zu finden ist, der gross genug waere um als Ziel fuer einen Angriff zu dienen. Ich versuche ihm mein Problem allgemeinverstaendlich zu erlaeutern: “Nun… Computer sind aeusserst komplexe elektrische Anlagen. Es kann millionen Ursachen haben, warum ihr Geraet nicht funktioniert. Noch viel mehr Symptome gibt es. Bitte beschreiben Sie einfach was passiert, wenn Sie versuchen Ihr Geraet einzuschalten.”. Endlich. Sein Hirn beginnt zu arbeiten… zumindest sieht es fuer einen Moment so aus. Er wendet sich zu seiner Frau. “Erna? Weisst du noch was passiert?”. Seine Frau zuckt vielsagend mit den Schultern. Er wendet sich daraufhin zu mir zurueck, schaut einen Moment lang loecher in meinen Kopf und beginnt dann einen wohlueberlegten Satz in dem er all sein Wissen verpackt: “Er geht nicht an.”. ‘Guuut!’ denke ich bei mir. Rechner die nicht angehen… das ist schonmal ein leicht eingrenzbares Problem. “Es tut sich ueberhaupt nichts mehr?”, frage ich vorsichtig. “Nein!”, erwidert er, “gar nichts! Es macht nur *klick*”. Ich nehme mal an, das *klick* kommt vom Schalter… also grenze ich das Problem noch weiter ein: “Dann haben Sie wahrscheinlich ein defektes Netzgeraet in ihrem Computer… nicht ausgeschlossen waere auch ein Defekt in der Hauptplatine.”. Der Mann ist ueberrascht: “Wie wollen Sie das wissen junger Mann? Sie haben mein Geraet doch noch gar nicht gesehen!”. Ich denke eine Sekunde nach… erkenne, dass es keinen Sinn macht darueber nachzudenken und lausche weiter seinen Ausfuehrungen: “Sie sagen es ist das Netzgeraet… ich glaube ihnen das aber nicht. Wer sind Sie ueberhaupt?”. Nur schwer kann ich mir mein ‘Ich will den Chef sprechen’-Grinsen verkneifen. “Ich bin der Techniker dieser Firma. Ich repariere die Geraete und diagnostiziere Probleme, so wie ihres.”. Auf seiner Stirn bilden sich tiefe Falten. “Koennen Sie das denn ueberhaupt?”, sagt er mit seitlich geknicktem Kopf, “Sind Sie dazu in der Lage, frage ich!”. Ich nicke und sage ruhig: “Ja. Natuerlich kann ich in Ihrem Fall nichts versprechen aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass es sich in den meisten Faellen die sich gestalten wie Ihrer um einen Defekt im Netzteil handelt.”. Nach einer kurzen Pause fahre ich fort: “Ich koennte versuchen meinen Verdacht zu bestaetigen, wenn Sie mir den Rechner vorbeibraechten.”. Der Mann schaut, als haette ich ihm gerade meine Liebe zu seiner Frau gestanden. “Was? Wenn Sie meinen Rechner reparieren wollen kommen Sie doch bei mir vorbei! Aber erwarten Sie nicht dass ich Sie hereinlasse!”. Der Mann dreht sich um und verlaesst den Laden. Seine Frau folgt wortlos.

Als ich mich umdrehe bin ich froh. Ich kann endlich in Ruhe versuchen die Reklamationsabteilung zu erreichen.

Nichts ohne passendes Werkzeug….

Wednesday, April 26th, 2006

Mein lieber Schwan… das war ein Tag. Der gestrige war schon nicht ganz ohne, aber heute hat dem ganzen den Deckel aufgesetzt. Ich erzaehlte ja schon von gestern und vorgestern, wo wir ein Callcenter mit den passenden Kabeln ausgestattet hatten, von der Firma aus. Heute morgen kam ich, nichts ahnend in die Firma. Ich dachte eigentlich wir seien fertig… mein lieber Chef kommt mir mit strahlenden Augen entgegen. “Was glaubst du was heute kommt?”. Ich ahnte boeses. Heute mussten wir die ganzen Kabel dann letzten Endes doch auf die (inzwischen vorhandenen) Patchpanele auflegen. Natuerlich hielt man mich fuer faehig diese Aufgabe zu uebernehmen… ich hatte bis heute in meinem Leben vielleicht … 5 Dosen an irgendwelche Kabel angepatched. Jetzt sinds etwa 90. Ich hab erschreckend lange dafuer gebraucht und bin fix und fertig. Naja… wenigstens hatten wir schoenes Werkzeug.

Limerick of the day…

Wednesday, April 26th, 2006

Hi ihr lieben….

der frischen Tradition folgend habe ich noch ein Limerick fuer euch. Es fiel mir ein, als ich in den letzten 2 Tagen mit den Kollegen aus der Firma viele 100 Meter Kabel in den Waenden eines Kunden vergrub. Ich habe auf eins der Kabel in einem Traeger das folgende Limerick vermerkt:

We proudly present your new network
We’re hoping that all of our patchwork
Is doing its Job
And the Networking Op
Is not occupied with too much bad work

Wahrscheinlich merkt es keiner aber ich mag den Gedanken, dass das mal passieren koennte ;). Gleich ruft mich der Chef an und verraet mir wann er mich in der Firma abholt. Dann muessen die vielen Hundert Meter auf die uebrigen Patchpanels aufgelegt werden. Ich verabschiede mich fuer heute.

Der Sterni

5 Zeilen fuer die Weltherrschaft

Tuesday, April 25th, 2006

Fuer meinen lieben Freund moemoe liste ich hier die Limericks von gestern Abend nocheinmal auf… wie es dazu kam sei nacher kurz erzaehlt (es hat auf jeden fall mords Spass gemacht).

Einst brachten sie mir diesen Rechner,
Als grosser Elitegroup Verfechter.
Doch merkten wir bald,
Sind die Kisten erst alt,
Sind die Kondensatoren noch schlechter.

Einst kam eine preisliche Wende,
Die setzte dem Verkauf ein Ende.
Denn ebay ist toll,
Sind die Kunden erst voll.
So verleitet man sie schnell zur Spende.

(Das folgende ist leicht veraendert, weil das alte nicht passte :P)

Auch dieser Gemuese Vertreiber,
Bot an Elektronik dann scheinbar.
Man kauft zum Salat,
Einen Rechner und spart,
keinen Cent. Diese laestigen Raeuber!

Das Posen mit dickeren Kisten,
Was Autofreaks niemals vermissten,
Das macht sich auch breit,
Bei Computerfreaks seit,
Diese Firmen mit Hardware wettruesten.

Das kaufen stabiler Computer
Hoert sich ja zuerst einmal gut an.
Nur sieht man den Preis,
Wird die Stirn sehr schnell heiss
Und mann trinkt sich mit Mate dann Mut an.

Tut einer sein clipboard erschuetten,
In unseres schoen’ Channels Mitten,
Dann tritt man ihn raus
Aus den Internethaus,
Reicht es nicht ihn ums gehen zu bitten.

Und dann kam noch eines zur Nacht:

Die Tage, die enden im Dunkeln
Und Sternelein sieht man dann funkeln!
Und will man ins Bett
Wird der Abend erst nett.
“Ist absicht” hoert man leute munkeln.

Wie kam es zu diesem Scheiss? Auf consumating gab es eine `conversation` mittels Limericks, zu der ich ein kleines beigetragen hatte und irgendwie kam ich auf die Idee den Kunden unserer Firma die Reparaturberichte als Limericks auszustellen. Auf einmal kamen mir dann diese ganzen Ideen und ich hab die in #debian-linux im euIRC abgeladen… mehr oder weniger belustigend. Moemoe… ich hoffe mehr brauchst du nicht davon ;)… oder doch… eine’ habsch noch…

Da bloggen jetzt zuemlich modern ist
Auch wenn den Kram keine Sau gern’ liest.
Schreibt man jeden scheiss
Damit jeder dann weiss
Dass sein Geist dieser Welt doch recht fern ist.

Auf dann ;) und machts gut.

Euer Sterni

Die Grundversorgung

Thursday, April 13th, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Es ist inzwischen Nachmittag geworden und mein Magen knurrt. Der Computereinzelhandel ist wohl eine der wenigen Branchen die es sich aus Kundenfreundlichkeit und Arschkriecherei nicht erlauben duerfen eine Mittagspause einzulegen. Zumindest hoere ich mir das jeden Tag von unseren Kunden an, die sich ueber unseren statt der Mittagspause eingefuehrten Ruhetag den Mund fusselig diskutieren. Keiner von ihnen ist jedoch bisher auf die Idee gekommen diesen Tag (wie ich) einfach aus dem Grunde fuer total schwachsinnig zu erklaeren, dass man von niemandem verlangen kann die ganze Wocke durch Mittags zu fasten und sich dann den ganzen Ruhetag lang mit Lebensmitteln zu befuellen.
Da ich dieser Meinung bin, mache ich jeden Tag einen kleinen Ausflug zum oertlichen Lebensmittelfachhandel und besorge mir 2 Liter Fertigtee und 4 Milchbroetchen. Diese ausgewogene Kost soll fuellen und mit Fluessigkeit versorgen. Beide Aufgaben erfuellt sie aeusserst gewissenhaft… sofern man denn dazu kommt sie zu sich zu nehmen… (lasst mich euch an dieser Stelle in die Handlung zurueckhelfen):

Ich habe gerade, bewaffnet mit meinem Mittagessen den Laden betreten, als mich auch schon Mike zum Tresen winkt. Dort hat sich jenseits (auf Kundenseite) bereits eine 4 koepfige Familie aufgebaut, bereit uns nach allen Regeln der Kunst ueber den Tisch zu ziehen sofern wir damit nicht schneller sind. Eltern, Tochter und Sohn sind bewaffnet mit Prospekten und Angeboten unserer Mitbewerber.
In dem Moment wird mir klar warum Mike mich zum Tresen geholt hat… es ist seine humoristisch-sadistische Ader, die ihn zwingt mich in den Zwiespalt zwischen “Essen fassen” und “Dieses Spektakel grinsend miterleben” zu zuwingen. Es gelingt ihm sofort. Lasst mich das Gespraech zusammenfassen:

  • Er: Wir brauchen einen Rechner fuer unsere Kinder und fuer uns. Der muss schon was koennen. Fotobearbeitung und wir wollen auch Texte damit schreiben und lesen koennen. Ganz wichtig ist, dass der schnell im Internet ist… unser alter ist so langsam!”
  • Mike: Was besitzen sie denn derzeit fuer ein System?
  • Er: Was?
  • Mike: Wat kann ihre Kiste jetz?
  • Er: Das ist ein 24X PC mit 80GB Prozessor und ich glaube 256MB Festplatte. Mit dem Arbeitsspeicher muss ich nochmal schauen. Das teil ist sooo langsam im Internet!
  • Ich: Was haben Sie denn fuer nen Internetanschluss?
  • Er: Gar keinen. das geht bei uns ueber Telefon

An dieser Stelle moechte ich euch um euer Mitleid bitten. Wir im Computereinzelhandel brauchen ein unglaubliches Fehlerkorrektur- und Interpolationsvermoegen fuer Kundenangaben, dass es fast keine Art mehr hat.

  • Mike: Jaaa… das wird nicht zwingend schneller nur weil sie nen neuen Rechner kaufen.
  • Er: Nich?
  • Sie: Nich?
  • Mike: Nein. Schon ein Pentium 1 System kann das, was durch eine Modem-getriebene Verbindung geht ohne weiteres verarbeiten.
  • Er: Pentium! Genau so was steht bei mir auch vorne drauf.
  • Ich: Top Systeme. DIe laufen einfach… wenn sie nicht gerade von Aldi sind.
  • Sie: Was haben Sie gegen Aldi-Computer?
  • Mike: Die besseren Angebote. Es ist keine Kunst. Aldi’s Masche ist es die Kunden mit grossen Zahlen zu blenden. Dann schaut man gar nicht mehr auf den Preis.
  • Er: Daher kommen wir zu ihnen (ob er damit nur ablenken moechte von der Tatsache wie sein letzter Computerkauf zustande gekommen ist?)
  • Mike: Der Rechner den sie haben wollen steht hier schon. Es ist wieder ein Pentium, diesmal von HP und das Geraet hat Kaefer-Charakter. Anmachen … und er laeuft und laeuft und laeuft. Ausserdem unterstuetzt er alle neuen Technologien von Hause aus… und natuerlich noch die alten.
  • Er: Hat das Geraet keinen Card Reader?
  • Mike: Nein. Sowas braucht man da wo die Rechner fuer gewoehnlich stehen seltener. Wir bauen gerne noch einen stil-echten ein. Der kann dann auch Floppys lesen.
  • Sie: Wo stehen die denn? In der dritten Welt? Jeder braucht Digitalkameras heute!
  • Mike & Ich: Im Buero.
  • Er & Sie: Ahh….
  • Mike: Speicherkarten sind eine tolle Sache, aber mal im Ernst… man kann auch vorne die Kamera anschliessen, die Bilder herunterladen und dann weitermachen.
  • Sohn: (wedelt mit einem Saturn Prospekt) Der hier hat nen 24 in 1 Card Reader!!
  • Mike: Also der HP kostet 549 Euro. So neu wie er vor uns steht, was heissen soll: Fabrikneu und vorinstalliert.
  • Er & Sie: Das ueberlegen wir uns lieber nochmal. Das ist schon ein Haufen Geld.
  • Mike: Was hatten Sie ueberlegt anzulegen?
  • Er: 900 Euro in etwa… aber 1549….
  • Milke (laut): FUENF-HUNDERT-NEUN-UND-VIERZIG!
  • Er: Das ist zu billig, die wollen uns hier verschaukeln. Komm Schatz, wir gehen.

Ich schaue Mike an, er schaut mich an. Sein Grinsen ist nicht zu uebertreffen, hat aber einen wehmuetigen schlag versetzt bekommen. “Weisst du, ich glaube wir sollten unsere preiswerten Systeme auch fuer 900 Euro verkaufen. Dann gingen sie wesendlich schneller weg.” sagt er. Nun habe ich endlich Zeit mein Milchbroetchen zu mampfen.

— Fortsetzung folgt —

Der Tragoedie erster Teil

Saturday, April 1st, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Es ist 10 Uhr, der Wecker klingelt. Es ist Dienstag…. *rewind* .oO(Ich habe gar keinen Wecker). Es ist 10 Uhr und ich raekel mich aus dem letzten Rest Schlaf, der mir noch in den Knochen steckt. Es ist eigentlich viel zu spaet. Ich denke mal wieder daran eher schlafen zu gehen, waehrend ich mich ins Badezimmer schleppe um meine Morgenhygiene ueber mich ergehen zu lassen. Im Schrank suche ich mir das schlabbrigste T-Shirt aus der Menge, dass ich finden kann und springe hastig hinein. Mein Blick bleibt fuer einen Moment an dem “Team CU” Poloshirt haengen. Team CU… das sind wir. Das ist das Team der (fiktiven) Firma Computers United. Dorthin werde ich mich aufmachen.. aber vorher ….

In der Kueche steht noch das Fruehstueck, anbei eine Kanne Kaffee, die ich, bevor ich meine Tasche schnappe und mich in die Hoehle des Loewen aufmache um einige 100ml erleichtetere… inzwischen ist es fast 12. Wie habe ich das wieder geschafft? Egal, ich muss mich beeilen, ich muss zu Fuss zur Firma und das dauert immer ein paar Minuten.. also zuegig (ein Wort dass ich hasse… und das um 12? Hoelle! andere Leute schlafen noch!).

“Na?” Schallt es durch die Tuere vor deren tiefer verschlossenheit mich immer wieder die Ehrfurcht vor moderner Schliesstechnik dahinrafft. Mein Chef Mike winkt mir schelmishc durch die Tuere entgegen, laeuft dann seelenruhig ins Buero und holt die Schluessel. Ich stehe bei eiseskaelte in draussen und warte… und warte… und warte. Von hinten schubst mich ein aelterer Herr. “Wollen Sie nicht reingehen? Ist niemand da?” “Mein Chef sucht den Schluessel”. “Aha” sagt er und drueckt die Tuer auf, die gar nicht abgeschlossen war. Welch ein Tag.

Ich folge dem aelteren Herrn in das Ladenlokal, passiere die Theke und haenge meine Jacke ins Buero. Mikes grinsen ist inzwischen so breit geworten, dass ich grosse Lust bekomme ihm ein 19″ Patchpanel zwischen die Beisser zu schrauben. “In der Kueche liegen noch welche”, erinnere ich mich. “Kommt mich hier langsam mal jemand bedienen?!” schallt es aus dem Verkaufsraum. Ich erinnere mich fluechtig, der aeltere Herr. “Ich entschuldige mich. Ich komme sofort. Ich wollte nur eben ankommen, bevor ich mich um Sie kuemmere.”. Ein Blick auf die Uhr raet “Keine Eile”. Es ist fuenf vor 12, ich war schnell genug und wir oeffnen erst um 12. “Was ist denn nun?”. Diese und noch 2 weitere Aufforderungen, sowie 2 Minuten spaeter mache ich einen Schritt nach vorne in den Verkaufsraum, das Mikes Grinsen noch um einige Zentimeter uebertreffend. “Wie kann ich ihnen weiterhelfen?”, saeusele ich durch meine angespitzten Zaehne. “Ich habe nur eine kurze Frage… Ich suche einen Rechner. Haben Sie einen da?”. Ich liebe ihn.. ich liebe ihn einfach diesen Mann. Er kommt in einen Computerladen und stellt diese Frage. “Ich muss ihnen Recht geben, eine einfache Frage.”, antworte ich, “Ja. Wir haben einen Computer da.”. Auf mein breites Grinsen starrend versucht der Mann sich zu erinnern was er wollte. Ich helfe ihm etwas auf die Spruenge. “Was wollen Sie denn mit dem Rechner machen?”. “Der ist fuer meinen Enkel… der macht nicht viel damit… nur Spiele”

*schnitt* - Wir aus dem Computerfachhandel haben die Angewohnheit, uns in solchen Situationen mit Autohaendlern zu vergleichen. Woher das kommt wird nicht verraten, jedoch sei gesagt: meistens trifft es zu. *schnitt*

“Stellen Sie sich folgende Situation vor. Ein Mann tritt in eine Niederlassung eines Volkswagenpartners und bittet um eine Beratung. Als er gefragt wird was er gerne haette antwortet dieser ‘Ach nur ein kleines Auto.. Fuer meinen Sohn, wissen Sie? Es muss nichts wildes sein. Er macht nicht viel damit. Nur ein paar Rennen fahren.’”. Der Mann versteht nicht ganz was ich meine. “Wissen Sie, Spiele sind eigentlich die einzige Sache, die einem Rechner das letzte abverlangt was er vorgibt zu koennen.”. Sein Blick rutscht von meinem Grinsen ein Stueck hinab in die Angebote, die in kleinen Plastikaufstellern vor ihm auf dem Tresen stehen und pendeln unglaeubig zwischen zwei aufstellern hin und her. “CU Gaming 799,-” und “CU Office Basic 399,-” Steht darauf. “Sie haben Recht. Der Spielecomputer ist deutlich teurer.”. Zutiefst betruebt verlaesst er den Laden. Seinen Kopf kann ich noch eine Weile gedanklich wackeln sehen, als er die Strasse herablaeuft.

Nachdem der wackelnde Kopf hinter der Bushaltestele verschwunden ist drehe ich mich um und verlasse den Verkaufsraum durch den magischen Vorhang. Auf einem Schild steht “AUSSCHLIESSLICH PERSONAL”. Das Schild ist allerdings wesendlich unwirksamer als das Kotzgruen des Stoffes aus dem der Vorhang ist. Meinen Appetit auf Kaffee habe ich allerdings immernoch nicht verloren. Mike sagt immer “Der Kaffe muss so stark sein, dass ein Amboss gerade eben drauf schwimmen kann. Ich teste es mit der Kaffekanne und einer alten SCSI-Festplatte… welche in der Kanne sofort sinkt. Dennoch kann ich nicht widerstehen mit einen Pott voll einzugiessen und genuesslich durch meinen Hals fliessen zu lassen. Jetzt bin ich endlich wach.

*Fortsetzung folgt*