Archive for April, 2006

5 Zeilen fuer die Weltherrschaft

Tuesday, April 25th, 2006

Fuer meinen lieben Freund moemoe liste ich hier die Limericks von gestern Abend nocheinmal auf… wie es dazu kam sei nacher kurz erzaehlt (es hat auf jeden fall mords Spass gemacht).

Einst brachten sie mir diesen Rechner,
Als grosser Elitegroup Verfechter.
Doch merkten wir bald,
Sind die Kisten erst alt,
Sind die Kondensatoren noch schlechter.

Einst kam eine preisliche Wende,
Die setzte dem Verkauf ein Ende.
Denn ebay ist toll,
Sind die Kunden erst voll.
So verleitet man sie schnell zur Spende.

(Das folgende ist leicht veraendert, weil das alte nicht passte :P )

Auch dieser Gemuese Vertreiber,
Bot an Elektronik dann scheinbar.
Man kauft zum Salat,
Einen Rechner und spart,
keinen Cent. Diese laestigen Raeuber!

Das Posen mit dickeren Kisten,
Was Autofreaks niemals vermissten,
Das macht sich auch breit,
Bei Computerfreaks seit,
Diese Firmen mit Hardware wettruesten.

Das kaufen stabiler Computer
Hoert sich ja zuerst einmal gut an.
Nur sieht man den Preis,
Wird die Stirn sehr schnell heiss
Und mann trinkt sich mit Mate dann Mut an.

Tut einer sein clipboard erschuetten,
In unseres schoen’ Channels Mitten,
Dann tritt man ihn raus
Aus den Internethaus,
Reicht es nicht ihn ums gehen zu bitten.

Und dann kam noch eines zur Nacht:

Die Tage, die enden im Dunkeln
Und Sternelein sieht man dann funkeln!
Und will man ins Bett
Wird der Abend erst nett.
“Ist absicht” hoert man leute munkeln.

Wie kam es zu diesem Scheiss? Auf consumating gab es eine `conversation` mittels Limericks, zu der ich ein kleines beigetragen hatte und irgendwie kam ich auf die Idee den Kunden unserer Firma die Reparaturberichte als Limericks auszustellen. Auf einmal kamen mir dann diese ganzen Ideen und ich hab die in #debian-linux im euIRC abgeladen… mehr oder weniger belustigend. Moemoe… ich hoffe mehr brauchst du nicht davon ;) … oder doch… eine’ habsch noch…

Da bloggen jetzt zuemlich modern ist
Auch wenn den Kram keine Sau gern’ liest.
Schreibt man jeden scheiss
Damit jeder dann weiss
Dass sein Geist dieser Welt doch recht fern ist.

Auf dann ;) und machts gut.

Euer Sterni

Die Grundversorgung

Thursday, April 13th, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Es ist inzwischen Nachmittag geworden und mein Magen knurrt. Der Computereinzelhandel ist wohl eine der wenigen Branchen die es sich aus Kundenfreundlichkeit und Arschkriecherei nicht erlauben duerfen eine Mittagspause einzulegen. Zumindest hoere ich mir das jeden Tag von unseren Kunden an, die sich ueber unseren statt der Mittagspause eingefuehrten Ruhetag den Mund fusselig diskutieren. Keiner von ihnen ist jedoch bisher auf die Idee gekommen diesen Tag (wie ich) einfach aus dem Grunde fuer total schwachsinnig zu erklaeren, dass man von niemandem verlangen kann die ganze Wocke durch Mittags zu fasten und sich dann den ganzen Ruhetag lang mit Lebensmitteln zu befuellen.
Da ich dieser Meinung bin, mache ich jeden Tag einen kleinen Ausflug zum oertlichen Lebensmittelfachhandel und besorge mir 2 Liter Fertigtee und 4 Milchbroetchen. Diese ausgewogene Kost soll fuellen und mit Fluessigkeit versorgen. Beide Aufgaben erfuellt sie aeusserst gewissenhaft… sofern man denn dazu kommt sie zu sich zu nehmen… (lasst mich euch an dieser Stelle in die Handlung zurueckhelfen):

Ich habe gerade, bewaffnet mit meinem Mittagessen den Laden betreten, als mich auch schon Mike zum Tresen winkt. Dort hat sich jenseits (auf Kundenseite) bereits eine 4 koepfige Familie aufgebaut, bereit uns nach allen Regeln der Kunst ueber den Tisch zu ziehen sofern wir damit nicht schneller sind. Eltern, Tochter und Sohn sind bewaffnet mit Prospekten und Angeboten unserer Mitbewerber.
In dem Moment wird mir klar warum Mike mich zum Tresen geholt hat… es ist seine humoristisch-sadistische Ader, die ihn zwingt mich in den Zwiespalt zwischen “Essen fassen” und “Dieses Spektakel grinsend miterleben” zu zuwingen. Es gelingt ihm sofort. Lasst mich das Gespraech zusammenfassen:

  • Er: Wir brauchen einen Rechner fuer unsere Kinder und fuer uns. Der muss schon was koennen. Fotobearbeitung und wir wollen auch Texte damit schreiben und lesen koennen. Ganz wichtig ist, dass der schnell im Internet ist… unser alter ist so langsam!”
  • Mike: Was besitzen sie denn derzeit fuer ein System?
  • Er: Was?
  • Mike: Wat kann ihre Kiste jetz?
  • Er: Das ist ein 24X PC mit 80GB Prozessor und ich glaube 256MB Festplatte. Mit dem Arbeitsspeicher muss ich nochmal schauen. Das teil ist sooo langsam im Internet!
  • Ich: Was haben Sie denn fuer nen Internetanschluss?
  • Er: Gar keinen. das geht bei uns ueber Telefon

An dieser Stelle moechte ich euch um euer Mitleid bitten. Wir im Computereinzelhandel brauchen ein unglaubliches Fehlerkorrektur- und Interpolationsvermoegen fuer Kundenangaben, dass es fast keine Art mehr hat.

  • Mike: Jaaa… das wird nicht zwingend schneller nur weil sie nen neuen Rechner kaufen.
  • Er: Nich?
  • Sie: Nich?
  • Mike: Nein. Schon ein Pentium 1 System kann das, was durch eine Modem-getriebene Verbindung geht ohne weiteres verarbeiten.
  • Er: Pentium! Genau so was steht bei mir auch vorne drauf.
  • Ich: Top Systeme. DIe laufen einfach… wenn sie nicht gerade von Aldi sind.
  • Sie: Was haben Sie gegen Aldi-Computer?
  • Mike: Die besseren Angebote. Es ist keine Kunst. Aldi’s Masche ist es die Kunden mit grossen Zahlen zu blenden. Dann schaut man gar nicht mehr auf den Preis.
  • Er: Daher kommen wir zu ihnen (ob er damit nur ablenken moechte von der Tatsache wie sein letzter Computerkauf zustande gekommen ist?)
  • Mike: Der Rechner den sie haben wollen steht hier schon. Es ist wieder ein Pentium, diesmal von HP und das Geraet hat Kaefer-Charakter. Anmachen … und er laeuft und laeuft und laeuft. Ausserdem unterstuetzt er alle neuen Technologien von Hause aus… und natuerlich noch die alten.
  • Er: Hat das Geraet keinen Card Reader?
  • Mike: Nein. Sowas braucht man da wo die Rechner fuer gewoehnlich stehen seltener. Wir bauen gerne noch einen stil-echten ein. Der kann dann auch Floppys lesen.
  • Sie: Wo stehen die denn? In der dritten Welt? Jeder braucht Digitalkameras heute!
  • Mike & Ich: Im Buero.
  • Er & Sie: Ahh….
  • Mike: Speicherkarten sind eine tolle Sache, aber mal im Ernst… man kann auch vorne die Kamera anschliessen, die Bilder herunterladen und dann weitermachen.
  • Sohn: (wedelt mit einem Saturn Prospekt) Der hier hat nen 24 in 1 Card Reader!!
  • Mike: Also der HP kostet 549 Euro. So neu wie er vor uns steht, was heissen soll: Fabrikneu und vorinstalliert.
  • Er & Sie: Das ueberlegen wir uns lieber nochmal. Das ist schon ein Haufen Geld.
  • Mike: Was hatten Sie ueberlegt anzulegen?
  • Er: 900 Euro in etwa… aber 1549….
  • Milke (laut): FUENF-HUNDERT-NEUN-UND-VIERZIG!
  • Er: Das ist zu billig, die wollen uns hier verschaukeln. Komm Schatz, wir gehen.

Ich schaue Mike an, er schaut mich an. Sein Grinsen ist nicht zu uebertreffen, hat aber einen wehmuetigen schlag versetzt bekommen. “Weisst du, ich glaube wir sollten unsere preiswerten Systeme auch fuer 900 Euro verkaufen. Dann gingen sie wesendlich schneller weg.” sagt er. Nun habe ich endlich Zeit mein Milchbroetchen zu mampfen.

— Fortsetzung folgt —

Der Tragoedie erster Teil

Saturday, April 1st, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Es ist 10 Uhr, der Wecker klingelt. Es ist Dienstag…. *rewind* .oO(Ich habe gar keinen Wecker). Es ist 10 Uhr und ich raekel mich aus dem letzten Rest Schlaf, der mir noch in den Knochen steckt. Es ist eigentlich viel zu spaet. Ich denke mal wieder daran eher schlafen zu gehen, waehrend ich mich ins Badezimmer schleppe um meine Morgenhygiene ueber mich ergehen zu lassen. Im Schrank suche ich mir das schlabbrigste T-Shirt aus der Menge, dass ich finden kann und springe hastig hinein. Mein Blick bleibt fuer einen Moment an dem “Team CU” Poloshirt haengen. Team CU… das sind wir. Das ist das Team der (fiktiven) Firma Computers United. Dorthin werde ich mich aufmachen.. aber vorher ….

In der Kueche steht noch das Fruehstueck, anbei eine Kanne Kaffee, die ich, bevor ich meine Tasche schnappe und mich in die Hoehle des Loewen aufmache um einige 100ml erleichtetere… inzwischen ist es fast 12. Wie habe ich das wieder geschafft? Egal, ich muss mich beeilen, ich muss zu Fuss zur Firma und das dauert immer ein paar Minuten.. also zuegig (ein Wort dass ich hasse… und das um 12? Hoelle! andere Leute schlafen noch!).

“Na?” Schallt es durch die Tuere vor deren tiefer verschlossenheit mich immer wieder die Ehrfurcht vor moderner Schliesstechnik dahinrafft. Mein Chef Mike winkt mir schelmishc durch die Tuere entgegen, laeuft dann seelenruhig ins Buero und holt die Schluessel. Ich stehe bei eiseskaelte in draussen und warte… und warte… und warte. Von hinten schubst mich ein aelterer Herr. “Wollen Sie nicht reingehen? Ist niemand da?” “Mein Chef sucht den Schluessel”. “Aha” sagt er und drueckt die Tuer auf, die gar nicht abgeschlossen war. Welch ein Tag.

Ich folge dem aelteren Herrn in das Ladenlokal, passiere die Theke und haenge meine Jacke ins Buero. Mikes grinsen ist inzwischen so breit geworten, dass ich grosse Lust bekomme ihm ein 19″ Patchpanel zwischen die Beisser zu schrauben. “In der Kueche liegen noch welche”, erinnere ich mich. “Kommt mich hier langsam mal jemand bedienen?!” schallt es aus dem Verkaufsraum. Ich erinnere mich fluechtig, der aeltere Herr. “Ich entschuldige mich. Ich komme sofort. Ich wollte nur eben ankommen, bevor ich mich um Sie kuemmere.”. Ein Blick auf die Uhr raet “Keine Eile”. Es ist fuenf vor 12, ich war schnell genug und wir oeffnen erst um 12. “Was ist denn nun?”. Diese und noch 2 weitere Aufforderungen, sowie 2 Minuten spaeter mache ich einen Schritt nach vorne in den Verkaufsraum, das Mikes Grinsen noch um einige Zentimeter uebertreffend. “Wie kann ich ihnen weiterhelfen?”, saeusele ich durch meine angespitzten Zaehne. “Ich habe nur eine kurze Frage… Ich suche einen Rechner. Haben Sie einen da?”. Ich liebe ihn.. ich liebe ihn einfach diesen Mann. Er kommt in einen Computerladen und stellt diese Frage. “Ich muss ihnen Recht geben, eine einfache Frage.”, antworte ich, “Ja. Wir haben einen Computer da.”. Auf mein breites Grinsen starrend versucht der Mann sich zu erinnern was er wollte. Ich helfe ihm etwas auf die Spruenge. “Was wollen Sie denn mit dem Rechner machen?”. “Der ist fuer meinen Enkel… der macht nicht viel damit… nur Spiele”

*schnitt* – Wir aus dem Computerfachhandel haben die Angewohnheit, uns in solchen Situationen mit Autohaendlern zu vergleichen. Woher das kommt wird nicht verraten, jedoch sei gesagt: meistens trifft es zu. *schnitt*

“Stellen Sie sich folgende Situation vor. Ein Mann tritt in eine Niederlassung eines Volkswagenpartners und bittet um eine Beratung. Als er gefragt wird was er gerne haette antwortet dieser ‘Ach nur ein kleines Auto.. Fuer meinen Sohn, wissen Sie? Es muss nichts wildes sein. Er macht nicht viel damit. Nur ein paar Rennen fahren.’”. Der Mann versteht nicht ganz was ich meine. “Wissen Sie, Spiele sind eigentlich die einzige Sache, die einem Rechner das letzte abverlangt was er vorgibt zu koennen.”. Sein Blick rutscht von meinem Grinsen ein Stueck hinab in die Angebote, die in kleinen Plastikaufstellern vor ihm auf dem Tresen stehen und pendeln unglaeubig zwischen zwei aufstellern hin und her. “CU Gaming 799,-” und “CU Office Basic 399,-” Steht darauf. “Sie haben Recht. Der Spielecomputer ist deutlich teurer.”. Zutiefst betruebt verlaesst er den Laden. Seinen Kopf kann ich noch eine Weile gedanklich wackeln sehen, als er die Strasse herablaeuft.

Nachdem der wackelnde Kopf hinter der Bushaltestele verschwunden ist drehe ich mich um und verlasse den Verkaufsraum durch den magischen Vorhang. Auf einem Schild steht “AUSSCHLIESSLICH PERSONAL”. Das Schild ist allerdings wesendlich unwirksamer als das Kotzgruen des Stoffes aus dem der Vorhang ist. Meinen Appetit auf Kaffee habe ich allerdings immernoch nicht verloren. Mike sagt immer “Der Kaffe muss so stark sein, dass ein Amboss gerade eben drauf schwimmen kann. Ich teste es mit der Kaffekanne und einer alten SCSI-Festplatte… welche in der Kanne sofort sinkt. Dennoch kann ich nicht widerstehen mit einen Pott voll einzugiessen und genuesslich durch meinen Hals fliessen zu lassen. Jetzt bin ich endlich wach.

*Fortsetzung folgt*