Archive for May, 2006

Menschen und Haustiere

Tuesday, May 30th, 2006

Die Frage, warum Menschen sich Haustiere halten - und das schon lange - habe ich mir schon oft gestellt und bin jetzt endlich zu einer fuer mich zufriedenstellenden Antwort gekommen….

Menschen halten sich Haustiere um ein treu ergebenes Ziel fuer ihre Zuneigung zu haben… so weit der Teil, den man aus eigener Erfahrung kennt… was mir dieser Stunden klar wurde: Menschen hielten sich vor allem frueher in einsamen Gegenden Haustiere, damit sie die vielen Geraeusche der Nacht auf jemanden schieben koennen und sich keine Gedanken und Aengste mehr um die Dinge machen muessen, die man sonst dort vermuten wuerde….

Nachti, euer sternchen.

Neues aus der Welt der verkaufsfoerdernden Kurzfilme

Tuesday, May 30th, 2006

Guten Morgen liebe Freunde :)

Seit etwas laengerer Zeit bin ich mal wieder etwas frueher aufgestanden, da ich gleich zu IKEA fahre… ich muss in meinem Zimmer mehr Stauraum bekommen (die aelteren unter euch erinnern sich vielleicht noch an den “Grossen Chaoskiller 2005″, die bislang groesste Reinigungs und Aufraeumaktion in meinen 6 Waenden… Ich habe da etwas groesseres vor. Naja… ich bin eigentlich Krank und sollte mich auskurieren, aber wer die Photos aus meinem Zimmer sieht wird mich verstehen: es ist an der Zeit!.

Mit Ikea und dem Thema aufraeumen sind wir eigentlich schon fast in der richtigen Ecke. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten unter euch auch viel Werbung ertragen muessen. Sobald mal einen Film schaut, der nicht auf einem der oeffentlich-rechtlichen Sender laeuft wird man ja quasi dazu genoetigt. Angenehmere Erfahrungen sind da die Spots von VW, IBM oder eben von IKEA, der neue Spot von Sharp fuer die Aquos LCD TVs und - waere der Spot nicht von Vodaphone - auch der dieser Firma (ich sage nur Eintagsfliege). Nennen sollte man hier auch Sony mit einigen recht einfallsreichen Ideen oder auch die (etwas angestaubte) Doppelkeks Werbung mit den singenden Erdbeeren (wer von euch zwischen 1986 und 1992 schon TV-Junkie war wird sich mit sicherheit an die kurzlebige Sorte “Erdbeere” erinnern). Neben diesen Werbespots, die auf irgendeine Weise einfach nur Stil haben und bei denen durchscheint, dass sich einige Leute doch noch Gedanken darueber machen, wie man ein Produkt ins rechte Licht rueckt, gibt es auch immer wieder welche bei denen man nur denkt “Oh Mann!”. Hier waeren saemtliche Spots fuer Reinigungsmittel (Cilit Bang und Freunde), Kosmetik und Pflege (Thema “Haesslich gebohren, verkleistert gestorben”) sowie viele der Lebensmittel-Spots (Besonders Frischware wie Kaese, Suessigkeiten und so weiter, ich sage nur Fruchtzwerge (siehe MaBU)) ein treffendes Beispiel. Diese scheinen einen einfach nur fuer unglaublich Dumm zu halten oder versuchen sich auf genau diese Weise in unser Unterbewusstsein zu schleichen. Dieser Gruppe widme ich meinen heutigen Zornessturm.

Ich ganz persoenlich halte Werbespots fuer ein Gesellschaftsabbild aus erster Hand… kein besonders treffendes, zumindest aber eins, dass zeigt, was die Werbe- und Produktdesigner dieser Welt von unserem Kaufverhalten halten oder wie sie es sich vorstellen.

Was wie beworben wird scheint mir oft genug ein recht zuverlaessiger Spiegel fuer unsere niedersten Aengste zu sein. Als Beispiel koennten so ziemlich alle Werbespots fuer Damenkosmetik sowie auch die juengst vermehrt auftauchende Werbung fuer Herrenkosmetik sein. Diese spielen mit unserer unbeschreiblichen Panik vor dem alt werden. Jeden Samstag Abend, den ich vor dem Fernseher verbringe frage ich mich erneut “Was bitte soll das?”. Dort werden Frauen und Maenner gezeigt, die (reduziert dargestellt), beschmiert mit dem Produkt der Firma X endlich von ohrer Umwelt geliebt werden. Diese Darstellung bleibt, ob man will oder nicht, haengen und ich frage mich morgens vor dem Spiegel, wenn ich dann mal wieder auf den matschigen Kloss auf meinem Hals schaue (von dem ich genau weiss, dass er sich in spaetestens einer Stunde wieder in seiner alt bekannten und hinreichend schoenen Form befindet), ob ich nicht doch mit bestimmten Pflegeprodukten schoener waere… zumidnest fuer einen kurzen Moment frage ich mich das, dann uebernimmt das Gehirn wieder die Kontrolle und verjagt diese Gedanken mit Feuer und Mistgabel aus meinem morgendlich verschlafenen Unterbewusstsein. Warum ueberhaupt schoener werden als man ist? Jeder von uns wird auf seine weise schoen gebohren und ich frage mich immer wieder, warum man sich nicht einfach akzeptiert? Warum streben so viele danach begehrenswerter, “huebscher” oder wie auch immer auszusehen? Ich haette gerne mal eine Antwort darauf von jemandem, der so ueber sich denkt. Es interessiert mich wirklich. Wenn eine mir entfallene Firma (ich glaube aber es war Jade) fuer ein Anti-Aging Produkt wirbt, so ist fuer meinen Geschmack alleine der Name eine Farce. Wir werden alle aelter (naja, ich gebe zu, ich mit meinen 21 Jahren noch nicht so sichtbar ;)) und ich bin der Meinung, jeder fuer sich sollte das akzeptieren. Thema Eintagsfliege und so… wissen schon… mit dem was man an sich findet zufrueden sein und so. Ausserdem sind die Frauen und Maener aus der Werbung aus vorher schon - dem beworbenen Ideal entsprechend - schoen. Ich moechte sagen, dass ich die meisten davon einfach nur ueberzogen und haesslich finde.
Lebensmittelwerbung ist ein anderes interessanes Feld, dass schon wieder ganz anders beworben wird. Hier wird selten mit, wie ich es jetzt mal nenne “Folgeauswirkungen” des Konsums (”Nachdem sie sich diese Wunderpaste ins Gesicht geschmiert haben werden Sie von allen geliebt werden!!”), sondern vielmehr mit der Zufriedenheit fuer den Moment geworben. “Ich will Genuss, sofort” - ein alter Werbespruch eines Kaffeeroesters, der damals noch erschreckend offensichtlich aeusserte, auf was der Spot zielte. In der Lebensmittelwerbung rueckt der Zustand, in dem man grenzenlos zufrieden ist und sich jeden Genuss sofort leisten kann in freifbare naehe… zumindest fuer die 15 Sekunden Sendezeit, in der man dieser Illusion ausgeliefert ist. Ein Beispiel, dass ich immer weider gerne heranziehe ist die Toffifee-Werbung mit der Mutter, die immer volles Haus hat. Mit einer Selbstverstaendlichkeit die Ihresgleichen sucht haucht uns die selbsternannte Toffi-Fee ein “Klar - hab ich!” durch den Aether und erwartet, dass wir wie die Schafe in die Laeden Rennen und Toffifee kaufen. Besonders interessant ist hier, wie in vielen Lebensmittel-Spots, wie mit der Torschlusspanik gespielt wird. “Bloss immer Suessigkeiten da haben, damit mich meine Kinder und deren Freunde auch moegen!”. Angesichts der Tatsache scheinen Aktionen wie die Ferrero-Sommerpause auch wie ein billiger Scherz. Hier wird eine Zeit, in der traditionell kaum Schokolade konsumiert wird auf zugegebenerweise recht intelligente Art fuer einen gleich doppelten Verkaufserfolg genutzt. Einmal vor der Sommerpause “Thema Torschlusspanik”) und einmal danach (Thema “Endlich wieder da”). Auch spriessen hunderte Spots aus dem Boden die fuer sogenannte Sonderausgaben oder Limitierte Ausgaben werben. Nicht umsonst klingt mir beim Thema Werbung immer das typische “Jetzt nur fuer kurze Zeit”-Singsang im Ohr. Um allerdings schlussendlich zum Ausgangspunkt zurueckzukehren bleibt nur festzustellen, dass Lebensmittelwerbung uns den Moment des Konsums als besonders genussvoll und herausragend und erstrebenswert dazustellen. Ich sage nur “Happy Meal”…

Auch eine sehr interessante Gruppe an Werbespots sind die fuer Reinigungsartikgel. Diese traditionell auf undglaubliche weise entstellten Werbespots haben unter den genannten Gruppen mit Abstand die verzerrteste Weltsicht. Da man Reinigungsmittel im allgmeinen nicht geniesst oder durch sie zu einem agesehenen Menschen avanciert bleibt fast nur, mit deren Effektivitaet in bestimmten Problembereichen zu werben. Einige Hersteller jedoch (besonders traditionell sticht hier Lenor aus der Erinnerung ins Bild. Wer erinnert sich nicht an die Lenor-Flasche, die mit unglaublicher Sanftheit in den Handtuchstapel faellt und die vielen Gesichter die an der Lenor-bedufteten Kleidung schnuppern. Auch Perwoll bleibt im Hinterkopf) werben trotzdem mit Genuss, Wohlgefuehl oder Anerkennung. Die Regel ist allerdings wie angedeutet die Effektivitaet des Produktes. In der vergangenen Zeit schwappte eine Welle an Werbung fuer - wie ich sie nenne - Wundermittelchen aus Amerika zu uns herueber. In diesen Kurzwerbespots wird auf erschreckend alberne Weise von einem Moderator oder einer Moderatorin (schlecht synchronisiert) gezeigt wie gut ein Waschmittel Fett loest oder wie gut ein Badreiniger kalk entfernt. Die Beispiele sind offensichtlich gestellt und auch die befragten Personen schaemen sich nicht, das Produkt vor laufender Kamera ueber den gruenen Klee zu loben wahrscheinlich ohne es jemals benutzt oder auch nur gesehen zu haben. Wem klingt es bei dem Gedanken nicht noch im Ohr: “Und um zu beweisen wie effektiv es ist, geben wir noch eine ganze Flasche Jod dazu”. Aber auch die traditionellen Reiniger glaenzen weniger durch ein nach Anwendung sauberes Bad, sondern vielmehr durch die ausgesprochen schwachsinnige Selbstdarstellung. Offensichtlich fuer Dumm verkfauft uns Konsumenten z.B. die Werbung fuer einen Badreiniger-Allrounder, der auch verstopfte Abfluesse frei bekommen soll… dazu kippt man - laut Werbung - einfach in das Halbvolle Waschbecken und: Tadaaaa!! Der Haarknoten ist hinfort! Wer da nicht sofort 3 Flaschen davon in das Waschbecken kippt (dass sich daraufhin sofort schaeumend aufloest) muss ja vollkommen WAHNSINNIG sein. Angesichts der Inhaltsstoffe wird so allerdings der eben genannte gruene Klee bald eher verwelkt und braun sein, denn gesund sind diese mit Sicherheit nicht.

Eine letzte Gruppe, die ich zur Sprache bringen moechte sind die Spielwaren. Bei meinen wenigen Beruehrungen mit dem privaten Kinderfernsehen (Spongebob… wissen schon) breche ich regelmaessig zusammen in einer Mischung aus Wut und Beklopptheit. Wenn einem einmal klar wird auf welch stumpfe Weise man versucht Kindern Spielwaren zu verkaufen, moechte man noch einmal Kind sein und diese Werbung aus Trotz schlicht ignrieren. Kinder sind die in der Werbung am meisten fuer Dumm verkaufte Zielgruppe… und anscheinend zumindest in Teilen zurecht. Hier moechte ich jedoch auf Beispiele verzichten, denn im Prinzip sind alle Spots gleich strukturiert: Ein Produkt wird in einer vollkommen Weltfremden Kulisse und Situation als unglaublich kurzweilige langanhaltende und vielseitige Unterhaltung dargestellt - diese hat bei den Jungen-Speilzeugen meist mit Action und Krawall zu tun, bei den Maedchen mit einem beschaulichen Prinzesschen-Dasein. Die Situation wird untermalt mit einer absolut unpassenden Musik und einem Sprecherkommentar der die zahlreichen Features des Produktes anpreist. Diese sind, aus zeitlicher Ferne und Reifheit betrachtet, fuer etwa 5 Minuten unterhaltsam und dann schon wieder langweilig. Anscheinend wirkt es jedoch auf unsere Kleinen aeusserst bereichernd und beeindruckend.
Um diesen Wahnsinn nicht auf eine gefaehrliche Spitze zu treiben werde ich an dieser Stelle einmal aufhoeren. Ich denke es ist hinreichend klar geworden aus welchem Grund ich immer mehr auf das Privatfernsehen verzichte, so lange es nicht einen wirklich sehenswerten Film zu sehen gibt.

Ich wuensche euch in diesem Sinne einen schoenen Tag.

Euer Sternensucher

Interessante Fragen!

Sunday, May 14th, 2006

Deine Antwort in meinem Blog… ihr kennt die ganzen Fragen bestimmt, die einem gestellt werden und auf die man keine Antwort weiss. Vielleicht hat jemand von euch die Antwort. Ich pack auf Dauer einfach mal ein Paar hier hinein….

Die erste kommt von meiner Mutter, die gerade vom Balkon herein kam:

“Wo schlafen eigentlich die ganzen Voegel, die jetzt noch herumfloeten?”

Interessant :)…

“Der Wahnsinn am Telefon” - oder: “Die Reklamationsabteilung” - Teil 1, Typ 2

Sunday, May 14th, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Liebe Leserinnen und Leser… was Ihr bisher gelesen habt war eine recht einseitige Darstellung der Vorgaenge zwischen mir und einigen Kunden, die es nicht besser wissen koennen. Es sei ihnen verziehen, dass sie in den meisten Faellen durch ihre mehr oder weniger unqualifizierten Kommentare einen armen arbeitenden Menschen in den Wahnsinn treiben… wie bereits gesagt, sie wissen es nicht besser und wahrscheinlich werden sie es nie lernen…
Wer es aber besser wissen sollte sind die Hersteller der Produkte, die die Kunden dazu bringen sich unqualifiziert zu aeussern. Mit ihnen hat man zum Glueck nur in 7% der Faelle ueberhaupt kurzfristig zu tun… Ja, ihr habt richtig verstanden: Etwa 7% der Artikel sind in dieser Branche bei der Auslieferung entweder schadhaft oder ganz defekt… geht ein Geraet spaeter kaputt kuemmert es die meisten Leute einfach nicht. Warum? Vielleicht haben Sie zu viel Freude daran, bei uns etwas neues zu kaufen. Da sich die meisten Leute dennoch erst 2-3 Wochen nach Kaufdatum bei uns melden, da einige tatsaechlich erst dann merken, dass es sich bei der vorliegeneden Funktionsweise des gekauften Geraetes augenscheinlich um einen Defekt handelt, ist dann ein unkomplizierter Umtausch bei unserem Haendler nicht mehr moeglich und und somit leider ein Anruf beim Hersteller notwendig.

So kommt es zumindest dazu, daß ich taeglich etwa 4-5 Anrufe bei irgendeinem Unternehmen fuehre, die sich um das Thema “Reklamation” drehen. Eigentlich gibts da nur etwa 3 verschiedene Anruf-Verlaeufe…

Ich sitze an meinem “Schreibtisch“, neben mir einen Stapel an Geraeten. Eins davon ist ein Grucker der Firma “GO”. “GO” baut herrliche Drucker - besonders wenn man gerne mit den Menschen an der Hotline spricht. “GO”’s Hotliner(innen - es sind vorwiegend Frauen) sind unglaublich nette Menschen. Zumindest wollen sie einen dadurch davon ueberzeugen, dass sie sehr lange mit einem sprechen. Ich freue mich also auf einen langen Anruf, als ich mit geschulten Fingern die 01805er Rufnummer in das Telefon haemmere. Wenige Sekunden spaeter nimmt ein Telefoncomputer das Gespraech an:

“Herzlich Willkommen bei der Firma ‘GO - Generic Objects’. Wir freuen uns ueber Ihren Anruf.” ‘Juchuu’, Denke ich noch, ‘gleich kommt wieder die Stelle mit dem Service Pack 2!’. Der Computer beginnt unglaublich zu nuscheln: Bitteachten Sie auchunsere Hinweizum Servicepackzwei auf wwwpunktgopunktcomslashdeslashdownload”. Ich werde Weitergeleitet und darueber informiert, dass der Anruf zu Schulungs- und Qualitaetssicherungszwecken aufgezeichnet werden kann, und schon sitze ich in der Warteschleife…
Was euch in einer Warteschleife erwartet wisst ihr nie vorher. Spielt zum Beispiel die Aktivierungshotline von Microsoft des Nachts Robbie Williams’ Advertising Space mit einer unglaublichen Kontinuitaet, so wartet “GO” jedes mal mit einem anderen Kabinettstueckchen Bayrischer Volksmusik auf. Da lobe ich mir Microsoft.
Als ich endlich das ersehnte Klingelzeichen in der Leitung vernehme kann ich die Melodie auswendig mitpfeifen. Eine Frau meldet sich nach kurzer Pause: “Herzlichen Dank fuer ihren Anruf bei ‘GO - Generic Objects’. Mein Name ist Dorotta Berger. Wie kann ich ihnen weiterhelfen?”. Sie hat noch nicht zu Ende gesprochen, da weiss ich schon, dieses Gespraech ist ein “Typ 2″-Gespraech. “Typ 2″ heisst so viel wie “Ich stelle Sie zu einem Techniker durch”*. Diese Art begegnet einem auch gerne bei der Deutschen Telekom - dort allerdings eher als “Typ 2b”, bei dem mit genanntem Satz ein sofortiges Ende der Verbindung verbunden ist. “Typ 2″ ist typisch fuer “GO” und viele andere Hersteller und oft frage ich mich, warum man nicht gleich die versierten Techniker(innen) als Agents ins Callcenter setzt. “Rensig mein Name, Firma Computers United, Schoenen guten Tag. Ich habe ein Problem mit einem BestJet 3210, unsere Kundennummer 12351234G, das Geraet ist von einem Kunden und geht nicht an.”. An dieser Stelle beginnt Frau Berger in einer Liste zu blaettern und ich weiss, ich muss mindestens 5x “Jap” in die Leitung donnern:

“Haben Sie das Geraet an den Strom angeschlossen?” - “Jap”
“Haben Sie das Netzkabel an einem anderen Geraet erfolgreich getestet?” - “Jap”
“Haben Sie den Power-Knopf des Geraetes betaetigt?” - “Jap”
“Haben Sie das Geraet ordnungsgemaess gelagert?” - “Jap”
“Sind die Transportsicherungen entfernt?” - “Jap”
“Sind Sie der Eigentuemer des Geraetes?” - “Nein”,

und jetzt wirds erst interessant…

“Warum haben Sie das nicht gleich gesagt…”
“Ach, wissen Sie. Ich spreche einfach unglaublich gerne mit Ihnen.”
“Nun gut. Bitte geben Sie mir noch das Kaufdatum und die Seriennummer des Geraetes.”

Ich gebe ihr die Daten der Rechnung unseres Kunden, was sie mit einem “Ich verbinde Sie rasch mit einem Techniker” quittiert. Nur wenige Sekunden spaeter befinde ich mich wieder im tiefsten Bayern.
Als man mir das 2 Minuten lange Musikstueck 3 weitere Male vorgespielt hat und ich drohe, komplett dem Wahnsinn zu verfallen erbarmt sich ein Techniker… denke ich zumindest.

“Herzlichen Dank fuer ihren Anruf bei ‘GO - Generic Objects’. Mein Name ist Dorotta Berger. Wie kann ich ihnen weiterhelfen?” - Ich hatte es fast erwartet: “Schoenen guten Tag Frau Berger… ich weiss nicht genau warum ich Sie wieder an der Leitung habe. Eigentlich wollten Sie mich mit einem Techniker…”. “Ach Herr Rensing, das tut mir wirklich sehr leid… vielleicht spreche ich einfach viel zu gerne mit ihnen.”, Sie kichert etwas und fuegt so ironisch hinzu, dass mir das Telefon fast in der Hand zerschmilzt: “Einen Moment bitte, ich versuche es nochmal.” Und wieder fuehle ich mich den Alpen naeher als einer Druckerreklamation.

Als die Zeitanzeige des Telefons auf Minute 12 umspringt hoere ich es klicken. “Guten Tag Herr Rensing, mein Name ist Beate Freidland. Ich schicke ihnen ein Fax mit der entsprechenden Ruecksendenummer zu. Wenn Sie noch Fragen haben rufen Sie uns doch bitte an.” “Sie haben also keine Fragen mehr?” “Nein, wir haben keine Fragen mehr. Ich waere ihnen nur sehr dankbar, wenn Sie der Kollegin das naechste mal direkt sagen, dass es sich um ein Kundengeraet handelt, dann muessten wir nicht immer wieder unsere Fragen stellen.” …

Na Prima…

Kompetenzfragen

Sunday, May 14th, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Es gibt Momente im Leben, da wuenscht man sich, jemand haette lange vor besagtem Moment eine Axt erfunden, die sich bequem in der Tasche aufbewahten und bei bedarf entfalten laesst. Meint ihr nicht auch? Nein? Ok… vielleicht sieht man gleich, warum ich immer immer wieder so denke….

*Rueckblende*

Einer dieser Momente ist der in den ich gerade zurueckgeblendet habe. Ich stehe mal wieder hinter dem Tresen und schaue aus der Waesche wie ein nicht abgeholter Koffer mit Loesegeld. Das passiert selten, denn meistens bleibt mir zwischen meinen 3 Hauptaufgaben “Aufregen”, “Kunden betreuen” und “Zurueckhaltung ueben” wenig Zeit fuer derartiges Benehmen. Wie auch an diesem Tag. Es bleibt mir nicht viel Zeit Loecher in die Luft zu gicken, denn die Lichtschranke an der Tuere macht das Geraeusch, auf dass ich aehnlich trainiert bin wie ein Tanzbaer auf die Musik… Bloss schnell wegbewegen, sonst tuts weh!… aber es ist zu spaet.
Vor mir baut sich ein Popeye-verschnitt in dem mitt-Dreissigern auf und legt, weniger vorsichtig als grobmotorisch, seine Notebooktasche auf die Theke. Wiedereinmal freue ich mich, dass wir diese recht dicken soliden Holzplatten und nicht etwa eine aus Glas haben einsetzen lassen. Der Popeye verschnitt schaut mich aus den Augenwinkeln an als wollte er mich im naechsten Moment durch eins seiner Nasenloecher einatmen. Ich setze meinen “Kann ich ihnen helfen” Blick auf, doch bevor meine Gesichtsmuskeln ihre Position erreichen hoere ich den Satz, der mir meine dritt-genannte Hauptbeschaeftigung immer wieder merklich erschwert. “Is’ dein Chef da?”, scheppert es in meinen beiden Ohren. Wie ich feststelle ist dieser Herr durch und durch grobmotorisch… Von den Fuessen bis hin zum Hirn.

Lasst mich kurz erklaeren, warum mich dieser Satz zur Weissglut treibt. Menschen, denen die Arbeitsstruktur in diesem kleinen Laden nicht gelaeufig ist, mag es schwer verstaendlich sein, aber schliesslich ist, in diesem Moment, wo ich das hier erzaehle der Laden zu und ich habe ein paar Minuten. Mike und ich teilen uns die Aufgaben recht genau. Er weiss ueber die Wirtschaft bescheid, mein Bereich ist die Technik… er Verkauft, ich repariere… er schreibt Angebote, ich nehme Daten auf. Er weiss ueber die neusten Trends, ich ueber die alten Luecken… so ergaenzen wir uns ganz gut… manchmal hilft er mir in der Werkstatt und manchmal helfe ich auch im Verkauf. Eine seiner Aufgaben in der Werkstatt sind z.B. so Frickeleien mit der Heissklebepistole… mit der ich wiederum in seinem Arbeitsbereich die Kunden erziehe. Wie ihr seht, jeder weiss wo sein Platz ist und gerade im Moment sitzt Mike an ein paar wichtigen Angeboten und ich stehe im Laden und versuche die Kunden zu beraten, die sich zu uns verirren. Leider sehe ich aus wie ein kleiner Schrauberling, weshalb ich anscheinend oft nicht ernst genommen werde… wie war das mit der Heissklebepistole?

Dieser Grobmotoriker… richtig! Da waren wir stehen geblieben. Ich habe ihm noch immer nichts geantwortet, nur mein Blick verzieht sich zu meinem typischen “Koennten Sie das bitte nocheinmal wiederholen, sollten Sie das tatsaechlich ernst gemeint haben?”-Blick. Die Tatsache dass er mich einfach duzt stoert mich aktuell mehr als die, dass er nach dem Chef verlangt. “Weisst du, mein Chef ist gerade nicht zu sprechen, ich kann dir aber mit Sicherheit weiterhelfen.”. Mein Verdacht erhaertet sich. Den Wink mit dem Zaun versteht er leider nicht… nur sein Blick verzieht sich hin zu einem Ausdruck unverbluemter Skepsis: “Das glaube ich zwar nicht, aber das wirst du ja noch sehen. Ich habe ein etwas spezielles Problem.”. Ich bin gespannt… spezielle Probleme sind mein Ressort! “Ich habe ein Notebook und moechte da Arbeitsspeicher einbauen. Ich brauche einen Gigabyte .. oder zwei. Hat dein Chef den da?”. Hmm… ich wuerde ja erstmal gerne das Notebook sehen. “Hast du mir dein Notebook denn auch mitgebracht?”. Inzwischen habe ich das Gefuehl, ich winke mit mehreren Zaeunen direkt vor seiner Nase herum. Das einzige, was er merkt ist allerdings, dass ich kurz verschwinde… um meinen Chef zu holen denkt er… um einen passenden Mini-PH-Schraubendreher fuer sein Notebook zu holen denke ich.
Einige skeptische Blicke spaeter stehen wir vor dem Innenleben seines Notebooks und haben festgestellt, dass er seine Idee vom “seinem Gigabyte oder zwei” vergessen kann. “Im Maximalfall treffen wir uns in der Mitte”, gebe ich hoffnugnsvoll zu bedenken… muss aber einige Sekunden spaeter hinzufuegen: “Mehr als 1.5GB sind nicht drin mit dem Geraet. Und den fehlenden Speicher muss ich bestellen.”. Kleine Rauchwoelkchen entsteigen seinem rechten Ohr als ich “muss ich bestellen” sage. “Ich brauche dann noch deinen Namen, eine Telefonnummer und eine Anzahlung von 25 Euro.” Fuege ich hinzu, waehrend sich in seinem Kopf eine Sicherung nach der anderen in die Haende eines Lichtbogens uebergibt. Waehrend er die 25 Euro zusammensucht und mit der verbleibenden Motorik eine Telefonnummer und “Herr Frederikson” auf einen Zettel kalligraphiert, baue ich sein Notebook wieder zusammen. Bevor ich es ihm in die Hand gebe nehme ich noch einmal den Zettel in die Hand, lese leise “Herr Frederikson” in meinen Bart und sage dann nocheinmal “Du kannst unsere Geschaeftsraeume ja naechste Woche nochmal aufsuchen, ich denke dann hat mein Lieferant deinen Speicher geliefert.”. Fast stockend greift er nach dem Notebook packt es in die Tasche und verlaesst wortlos den Laden… eine kleine, nach verschmortem Plastik stinkende rauchspur zieht sich jedoch an seinem Kopf entlang bis hinaus auf die Strasse….

ob er jemals wiederkommt?