Archive for June, 2006

Nerds und Konsum…

Wednesday, June 28th, 2006

Nein, nichts zu USB-Zahnbuersten und Wifi-Fingerrings, dies ist einfach nur ein Konsum Microkernel, eine Verwebung aus Zusammenhaengen, wie ich sie verstehe… Kommentare erwuenscht.

Warum noch sowas zu schreiben, keine Ahnung. Gestern Abend zeigte MaBU mir was zu einem Microkernel… und ich dachte irgendwie gerade an Konsum… so sponn ich beides im halbschlaf zusammen. Vielleicht ist es Menschenverachtend oder so, aber das seh ich nicht so eng aus diesem Blickwinkel ;) .

Grundsatz des ganzen ist der Mensch als Person in Person… nicht sein Geist, nicht seine Seele, sondern sein Koerper mit allen Ecken und Kanten, mit dem Gehirn, dem Magen und den Fettpolstern (und vielen anderen schoenen Dingen, die hier keine Rolle spielen). Der Mensch bringt 2 Arten von Verlangen ins Rennen. Das, was sein Verdauungstrakt ihm alltaeglich abverlangt und das, was sein Hirn ihm abverlangt. Diese beiden Verlangen betrachten wir forthin als “Aermchen”, quasi kleine Verbindungspunkte, wo andere Objekte dran ankoppeln koennen.

Sein existentielles Verlangen, quasi das Knurren im Magen ist der einfachere Arm. Was der Magen braucht (konsumieren muss), konsumiert er, sofern es die Umgebungsbedingungen (Finanzen etc) zulassen. Einzig beeinflusst durch ein kleines Ventil in der Mitte dieses Aermchens. Das Ventil wird gesteuert durch das Hirn… hierzu spaeter mehr. Dieses Ventil entscheidet darueber, welchen der vielen Mitbewerber in der Bereitstellung von befriedigenden Produkten unser Magen waehlt.

Das andere Aermchen – ausgehend vom Hirn – steuert, was wir denken zu brauchen… quasi konsumieren wollen. Dieses Aermchen exportiert seinerseits ein Ventil, welches von aussen, also von aeusseren aktuellen Eindruecken sowie von innen, von bereits im Gehirn gespeicherten Eindruecken gesteuert wird. Auch hierzu spaeter mehr. Was wir konsumieren entscheidet unser Gehirn meist nur indirekt selbst, so hat man zumindest den Eindruck. Entscheidend betrachten wir hier das Ventil, dass das Verlangen in eine entscheidende Richtung steuert.

Fassen wir zusammen: Erster Arm, Magenbestimmter Konsum… Zustand: selbstbestimmt (knurrt/knurrt nicht), Richtung: Fremdbestimmt. Zweiter Arm, Kopfbestimmter Konsum… Zustand: direkt situationsbestimmt, Richtung: latent fremdbestimmt.

Um das Hirn einmal als atomares Element zu betrachten, vergessen wir noch einmal fuer einen Moment das eben gesagte, oder stellen es in den Hintergrund. Was tut es eigentlich? Es vereinigt Einfluesse zu Aktionen! Die Einfluesse werden unter Umstaenden gespeichert und spaeter zurueckgespielt (Aktion!), wenn ein anderer Einfluss (Einfluss!) dies hervorruft. Zwar moechte ich behaupten, jedes Gehirn kommt zu einer anderen Aktion, wenn man ihm die gleichen Einfluesse vorspiegelt, dies mag aber an den bereits gespeicherten Einfluessen liegen die in den Situationen angesprochen und zurueckgespielt und somit mit den aktuell einstroemenden Einfluessen vereinigt zu einer neuen Aktuon werden. Vergleichen kann das der geneigte Nerd mit einem Salt bei der Kryptographie… auch hier kommt man aufgrund von zusammengefassten Anfangsbedingungen (Summe der gespeicherten und zurueckspielenden Einfluesse) bei gleichem Dateninput (aktuelle Einfluesse) zu einem anderen Ergebnis (Aktion).
Eine dieser Aktionen sei es nun, das Verlangen nach etwas (und hier erinnern wir uns wieder an das eben gesagte) in einer der 2 besprochenen Arten zu veranlassen. Das Hirn exportiert hier selbst 3 Aermchen fuer Einfluesse, die dieses Verhalten steuern. Eines direkt… das ist eine Verbindung zwischen Magen und Hirn. Hat der Magen nichts zu nagen klingelt er beim Hirn und meldet geringen Fuellstand.
Ein weiteres Aermchen geht von aussen ueber das Ventil am “Wollen-Konsum”-Aermchen direkt ins Gehirn. Nachdem ein externer Einfluss also an dem Ventil gedreht hat nimmt ihn das Gehirn auf… eventuell wird er sogar gespeichert und kann spaeter abgerufen werden. Auf jeden Fall jedoch veranlasst ein eingehender Einfluss die Rueckspielung eines oder mehrerer gespeicherter Einfluesse. Vielleicht wird auch gar nichts zurueckgespielt, aber das ist selten. Wir verbinden schon nach wenigen Lebensjahren mit fast jedem Eindruck etwas.
Das dritte Aermchen vom Gehirn ist kein Empfaengeraermchen. Es ist fuer die eben schon genannte Rueckspielung der gespeicherten Ereignisse verantwortlich. Enden tut es bei beiden angesprochenen Ventilen. Einmal beim Magen-Verlangen-Ventil und einmal beim Hirn-Verlangen-Ventil. Bei letzterem steuert es die Richtung, bei ersterem den Zustand (und ist hier somit einziges bestimmendes Element)

Nun waeren alle teilnehmenden Instanzen auf Seite des Menschen eingefuehrt. Was noch fehlt ist die Quelle der externen Einfluesse… dies sind aus Sicht des Hirns die Sinne, seitens der Sinne eigentlich alles was diese Wahrnehmen koennen. Dies legt einen Satz zu Grunde dem wir entnehmen koennen, dass, angenommen es gaebe eine nicht durch Werbung und Konkurrenz beeinflusste Wahrnehmungswelt, sich in dieser auch ein Konsumverhalten abzeichnen wuerde, welches durch externe Einfluesse weitestgehend gesteuert ist. Als Beispiel koennte man zum Beispiel in so einem geschlossenen System auf einer saftigen Blumenwiese das Verlangen verspueren Honig zu konsumieren (Dies waere ein Hirn-Verlangen, da ueber Nase->Hirn->(Erinnerung! Bluetenduft->Honig)->Verlangen). Hier entfiele allerdings die externe Richtungssteuerung des Konsumverlangens, es wuerde lediglich indirekt von aussen angestossen.
Nehmen wir also an, dass jede Art der aeusseren Wahrnehmung als Ansatz fuer ein Konsumverlangen geeignet ist.

Dies teilt das Konsumverlangen (und das ist der eigentliche Kernsatz des ganzen Geredes) in 2 sehr simple Gruppen: Konsum von aussen, Konsum von innen.

Um Irrtuemer zu vermeiden: Es existiert kein unbeeinflusster Konsum. In jedem Moment steuern Erinnerungen, angesprochen durch aeussere Eindruecke unser Verhalten.
Zum Schluss noch 2 Beispiele:

Ein Beispiel fuer einen Magen-Konsum:

  • Mein Magen knurrt
  • Sinneskette beginnt… Nase riecht, Augen sehen, Ohren hoeren usw.
  • Erinnerungen werden durch diese Eindruecke wach.. Beispiel: ich hoere das Brutzeln einer Bratpfanne, erinnere mich an ein Haehnchen
  • Erinnerung spielt in Richtungsventil des Magen-Verlangens und steuert zu einer Brathaehnchen-Produktions-Fazilitaet
  • Magen erhaelt konsumiertes Brathaehnchen

Das hier recht krasse Beispiel mit dem Bratgefluegel muss nicht so ablaufen… auch eine Teilstellung des Ventils ist natuerlich erlaubt.

Ein Beispiel fuer einen Hirn-Konsum:

  • Wir erblicken in einem Computergeschaeft ein tolles technisches Geraet in heiss gestalteter Verpackung!
  • Sinneswahrnehmung betreffend die Verpackung und das Design des Produktes rufen Erinnerungen hervor: Die Form erinnert uns an ein Kissen, die Farbe an Obstsalat
  • Die Erinnerungen spielen ein Wohlfuehlgefuehl aus einer Situation zurueck wo wir uns wohlig auf einem Kissen geraekelt haben… des weiteren erinnert uns die obstige Farbe an den frischen Obstsalat, den wir in unserer Kindheit immer gegessen haben. Das Logo des Herstellers kennen wir aus der Werbung, wo oft die Worte Qualitaet und Soliditaet genannt wurden.
  • Die Kaufentscheidung faellt zu gunsten des Produktes, denn sowohl der aeussere, als auch der dadurch angesprochene innere Eindruck fallen positiv aus

Ist ein Kauf aus geldgruenden etc nicht moeglich, so bleibt das Verlangen und der Eindruck zu dem Produkt jedoch recht hartnaeckig bestehen.

Auch hier wird manche(r) protestieren, denn bei weitem sind Mamas Obstsalat aus der Kindheit und das wohlige Kissen aus traut zweisamen Stunden durch Unternehmen schwer auszunutzen. Dazu sage ich, die Werbung betrachtend: Was glaubt ihr, warum die mit so vielen kitschigen und allgemeinen Motiven werben? Was zaehlt ist, dass ein positiver Eindruck in zeitlichem Zusammenhang mit dem Produkt faellt und dass dieser in spaeter wahrnehmbaren Zusammenhang mit dem Produkt steht. Na gut… wenn mir jetzt jemand mit dem Bratmaxe-Song kommt gebe ich mich geschlagen, das ist DoS gegen das Gehirn… ;) . Fuer einen Grossteil der Werbung trifft es dennoch zu. Das geht uebrigend auch mit negativen Eindruecken… Vielleicht ein Grund, warum Bestattungsunternehmen keine Werbung im Fernsehn machen.

Ein weiter Protest, den ich bis hier her hoere ist: “Nie im Leben bin ich so Fremdbestimmt!!”. Hier gebe ich als Gegenfrage zurueck: “Welche Entscheidungsgrundlage bleibt, ausser dem Aeusseren Eindruck?” Selbst ein gelesener Test, eine Probe oder dergleichen und besonders deren Bewertung liegen in diesem Schema immer Erinnerungen zu Grunde, die von aussen Beeinflusst wurden. Anders als ein Buch wird der Mensch ohne gedanklichen Inhalt in die Welt gestellt ;) .

Wenn der Nachbar dich beim Anblick deines flammneuen Wagens demnaechst also Fragt “Kopf oder Magen?” komm NICHT auf die Idee “Magen” zu sagen.

Der Sternensucher.

Wie immer… das alles ist mein persoenlicher Eindruck, nicht die bare Muenze.

Im Regen steh’n…

Monday, June 19th, 2006

Nun liebe Freunde der schauerlichen Regenfaelle der letzten Tage, eine kurze Zusammenfassung der letzten Stunden…

Das Wochenende verbrachte ich bei Sascha in Sankt-Augustin (Danke nochmal fuer die gastfreundliche aufnahme) wo wir 2 Tage lang damit beschaeftigt waren Köln ein weiteres mal fotographisch zu verewigen. GEstern abend um ca 0 Uhr traf ich wieder zuhause ein, trank noch einen Abendtrunk und schlief schnell ein… Heute Morgen, oh graus, wachte ich mit einem Kopf auf, der sich eher anfuehlte wie eine Hochdruckmuffe. Dies laesst sich als aeusserst zuverlaessige Wetterprognose verstehen und haengt in keiner Weise mit dem (alkoholfreien) Abendgetraenk des Vortages zusammen. Danach ueberschlugen sich die Ereignisse: Nach einem Gemuetlichen Fruehstueck und einem entspannten Weg zur arbeit passierte NICHTS. Ich stand einfach da… im Regen, mit 2 Notebooks in der Hand. VOn 12 bis 13 Uhr harrte ich aus, verzog mich dann nach Hause und sitze hiern un immernoch… Mal schauen was passiert…

Podcast again

Friday, June 2nd, 2006

Einfach mal wieder zu Wort melden :) . Das gibts jetzt wieder oefter…