Archive for July, 2006

Ikarus - Der Sonne entgegen

Monday, July 31st, 2006

“Der Sonne entgegen” dachte Ikarus… so wie sein Namensvetter schon vor vielen Jahrhunderten. Doch so ganz alleine mit dem Gleiter auf dem Dach war es schon ein anderes Gefuehl als in seinen Gedanken, als er - das was er jetzt zu tun bereit zu sein glaubte - geplant hatte. Erzaehlt hatte er es niemandem. Warum auch? Seine Bekannten erzaehlten ihm ja auch nicht, wenn sie Abends noch ein Bier trinken gingen.

Die Sonne war kurz davor im Westen den Tag zu einem Ende zu bringen und huellte sich in ein goldgelbes Wolkenkleid. Dunst stieg auf aus den Strassen. Der Tag war heiss gewesen und am spaeten Nachmittag hatte es geregnet. Auch auf dem Dach auf dem Ikarus stand gab es noch einige Pfuetzen. in denen sich die untergehende Sonne spiegelte. “Ein komisches Gefuehl”, dachte er so bei sich, “fast wie ein Pilot.”. Vor ihm lag das Dach wie eine Startbahn, die gluehenden Pfuetzen wie Positionslichter, die ihm verfuehrerisch entgegenleuchteten. Ein Ziel hatte er nicht vor Augen… vielleicht wollte er einmal die Stadt von oben sehen. Natuerlich wollte er heile landen, aber sonst…

“Es ist Zeit” dachte er und atmete durch. Der ganze Gleiter bebte und setze sich langsam in Bewegung… entschlossen und kraftvoll setzte er einen Fuss vor den anderen - erst langsam, dann immer schneller und schneller, lief, rannte schliesslich. Kurz bevor seine Fuesse ueber die Kante des Daches hinweg flogen, presste er den Greifhebel von sich um dem Gleiter den noetigen Auftrieb zu verleihen. Nur einen Wimpernschlag spaeter lagen zwischen ihm und dem Boden viele Meter Luft, auf der er nun durch den Abend segelte. In langsamen Kreisen stieg er auf mit dem Dunst, bis schliesslich auch das Haus, von dem aus er gestartet war unter ihm lag…

Kundentypen erklaert. Heute: der Profi

Monday, July 31st, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Am Anfang eines jeden Tages erstrahlt dieser in jungfraeulicher bunter und ungetruebter Stimmung. Man freut sich unter Umstaenden sogar auf die Arbeit… und mit ein bisschen Arbeitserfahrung ist es dem Tag fast unmoeglich, einem diese Stimmung zu zerstoeren. (Na? wer hat aufgepasst? Richtig! Ich sagte “fast”). Manchmal hat der Tag Helfer - kleine fiese Helferlein, die einen in den Wahnsinn treiben, einfach dadurch, dass sie da sind. “Der Profi”, wie Mike und ich einen dieser Helfer getauft haben ist der Chef-Helfer, weshalb er versucht sich gut zu tarnen. In unserem heutigen Fall tarnt er sich als das wohl am haeufigsten unterschaetzte Wesen in der freien Wildbahn… als Kunde.

Mike und ich sprachen gerade die letzten Details des neuen “CU P0w3r4tør” durch. Ein Spiele(r)-Rechner, der zweitens durch Leistung und erstens durch einen unglaublich bescheuerten Namen die Herzen der Spielergemeinde hoeher schlagen lassen sollte. Fuer einen Moment lang waren wir uns einig gewesen, das System “Shy Style” zu nennen. Die phonetische Verwandschaft mit weniger verkaufsfoerdernden Begriffen liess uns allerdings schnell wieder von der Idee ablassen. Alle Hardwaredetails fuer den “UC P0w3r4tør” waren soweit auch schon klar, nur suchten wir gerade nach einem moeglichst billigen Gehaeuse. Billige Gehaeuse sind erstens billig und zweitens immer potthaesslich und bunt - zwei Eigenschaften, die an keinem Gamer-PC fehlen duerfen. Waehrend wir noch zwischen einem giftgruen-orangenen Alien-Acid-Style Gehaeuse und einem violet-rot-leuchtenden Rundeck schwanken klingelt die Tuerglocke. Mike nickt mir zu und deutet mir damit, dass er selbst sich der Sache annehmen moechte. Ich setze mich also an seinen Schreibtisch, den Blick auf den Ueberwachungsmonitor geheftet und harre der Dinge, die da kommen.

Ein Paerchen hat soeben den Laden betreten, beide etwa Ende 40 und gekleidet in unauffaelligen teuren Zwirn - ueberhaupt sind sie recht unauffaellig und ich bin einen Moment lang Froh, dass wir die Tuerglocke haben. Meines Chefes “Wie kann ich ihnen helfen” beantwortet die Frau mit einem “Wir schauen uns erstmal bei Ihnen um.”. Ihr Mann hingegen wirft Mike nur einen laessigen Blick zu, der Baende spricht: “Glaub ich nicht, dass du uns helfen kannst”. Ich zucke zusammen… mir war als leuchteten seine Augen fuer einen kurzen Moment. Eine Spiegelung in der Kamera? Ich muss mich wohl getaeuscht haben. “Verkaufen Sie auch richtige Computer?”, fragt der Mann in einem 80er Jahre Cabrio-Ton. Ihm fehlt nur die Zigarette im Mundwinkel. Mike schaut unglaeubig in Richtung Komplettsysteme-Ausstellung. “Meinen Sie soetwas?”, sagt er, auf die 10 Systeme deutend, die im Schaufenster stehen als wuerden sie - nach draussen blickend - sehnsuechtig auf Kundschaft warten. Der Mann schielt aus dem Augenwinkel veraechtlich auf meine Handgebauten Meisterwerke. “Ich dachte eher an etwas professionelles”. In dem Moment ist wird es mir schlagartig klar. Ich habe mich nicht vertan. Ich habe seine augen tatsaechlich rot aufleuchten sehen! Es MUSS stimmen. Es ist “Der Profi”.

Mike ist seelenruhig, aber seine linke Schulter zuckt ein wenig - ein untruegliches Zeichen dafuer, dass auch er inzwischen Begriffen hat, was hier gespielt wird. “Na gut, dann verraten Sie mir doch mal, was Sie sich so in etwa vorgestellt haben. Sie werden sich ja auch Ihre Gedanken gemacht haben.”, faengt Mike ein herkoemmliches Verkaufsgespraech an. Die Frau bekommt einen besorgten Gesichtsausdruck, ihr Mann hingegen ist weniger besorgt als irritiert. “Nun ja… ich dachte an etwas mit Leistung, mit VIEL Leistung. Viel viel Arbeitsspeicher und auch ner grossen Festplatte.”. “Das ist ja noch kein Problem”, denke ich so bei mir. Ich sehe wie Mike dem Kassen- und Beratungssystem die noetigen Komponenten in die Rechnungssoftware klickt. “Das ist ja soweit noch kein Problem”, sagt er daraufhin. Ich oeffne derweil an seinem Notebook die Kalkulation, die er gerade bearbeitet um mir ein genaueres Bild verschaffen zu koennen und stutze kurz. Mike laesst echt keine Wuensche offen. Ein System mit top Dual Core Pentium 4, 4GB DDR2 Arbeitsspeicher und einem Raid 1 aus 2x 400GB S-ATA2 Spezialplatten. Die Kosten… sprechen wir nicht darueber, aber wer etwas professionelles moechte, muss eben auch seinen Geldbeutel ein gutes Stueck weit oeffnen. Der Profi schaut unglaeubig auf den Monitor, der fuer seinen Blickwinkel extrem unguenstig steht. Trotzdem er blinzelt scheint es ihm unmoeglich alles zu lesen, was Mike kalkuliert. Scheinbar macht ihn das unruhig.

Die Taktik des Profis ist immer die gleiche: Meckern was das Zeug haelt, wenig fundierte Fakten gegen die Kalkulation vorbringen und mehr fordern. Mike ist ein Fuchs. Wer nicht weiss was kalkuliert wird kann nicht meckern. Ich muss ein wenig grinsen. “Brauchen Sie irgendwelche Spezialhardware in Ihrem System? Zum Beispiel eine Grafikkarte zum Spielen oder…”. Kein Wunder, dass er den Satz nicht beenden kann. “Eine Soundkarte… ich brauche eine gute Soundkarte.”…

Von hier an ueberschlagen sich die Ereignisse, denn Mikes Frage was der Mann im Endeffekt mit der Soundkarte machen moechte ist vollkommer Sprengstoff. Wen wundert die folgende Reaktion des Profis? “Alles… das muessen SIE doch wissen. SIE wollen mir doch einen Computer verkaufen. Also muessen SIE auch wissen was ich fuer eine Hardware brauche!” “Nun ja… es gibt keine Karte die alles kann. Sie sollten sich schon fuer ein Spezialgebiet entscheiden.”. Der Mann rastet nun vollkommen aus. “Na hoeren Sie mal! Bauen Sie einfach das Beste ein was es gibt! Ich kann ja wohl davon ausgehen, dass Sie das dann so lange tauschen, bis ich zufrieden bin!”. “Davon sollten Sie allerdings nicht ausgehen. Schliesslich gehen Sie auch nicht zum Baecker und verlangen nach diesem Schema ein Broetchen, dass nach allem schmeckt was Sie moegen.”. Mein Grinsen wird immer breiter, dem Mann hingegen zerfliesst vor Wut das Gesicht. Das leuchten, dass ich eben nur in seinen Augen erahnen konnte, ist nun deutlich sichtbar ueber seinen gesamten Kopf erstreckt. “Sie werden noch in der Zeitung von mir lesen und dann werden Sie allle Kunden verlieren, die sie je hatten…”. “Und alle die wir nie haben wollten”, fuege ich gedanklich hinzu. Mit Vergleichen kann man jedem Kunden unverbluemt und dennoch dimplomatisch die Dummheit in seinen Worten unter die Nase reiben.

Frau Profi’s besorgtes Gesicht hat sich inzwischen zu einem peinlich beruehrten Grinsen ausgepraegt. “Lass gut sein Ernst, lass uns gehen, du regst hier noch alle auf!”. “Richtig, werden Sie mal wieder ernst, Ernst” fuegt Mike sueffisant laechelnd hinzu. Herr Profi’s Kopf schwillt zu einem blutroten Ballon an, der zu platzen droht. “Seien sie nett zu ihm, er ist leicht cholerisch.” richtet die Frau einen Rat an Mike. Sie schiebt ihren Mann Richtung Ladentuer. Dieser tobt immernoch knallrot angelaufen. “Sie werden sich noch wundern! Das wird ein Nachspiel haben!”. Mike ist amuesiert, ich ebenfalls. Vor mir auf dem Monitor schliesst sich das Fenster mit der Kalkulation. “Wollen Sie speichern?”. Die Frage beantworte ich mit “Nein”. Ein weiteres “professionelles Kapitel” schliesst sich fuer immer.

Bleibt lieb, euer Sternensucher

(korregiert wird spaeter)

“Der totale Wahnsinn” “Ja, denk ich auch”

Monday, July 31st, 2006

Hallo liebe Freundinnen und Freunde des Unglaublichen!

Was ich vor einiger Zeit im Fernsehen sah hat mich stark erschreckt und nachhaltig beschaeftigt. In einer Late night Pseudo-Doku auf einem Privatsender (ich glaube es war Sat.1) berichtete man (wenn auch nur etwa 5 Minuten) ueber ein paar Amerikaner, die unlaengst die in meinen Augen wohl bekloppteste Idee hatten, die mir seit Erfindung des Butterstiftes (vgl. Buch “100 nutzlose Erfindungen”, danke nochmal Andreas, dass du mir das damals in Klasse 8 gezeigt hast) untergekommen ist.
“Everything prepared Party” nennen sie es. Wer jetzt daran denkt, eine Party zu besuhchen, wo schon alles vorbereitet ist und man wild drauflos feiern kann, ist auf dem voellig falschen Dampfer. Hier meint “Everything” wirklich _ALLES_. Von der Ankunftszeit der Gaeste, ueber deren Kleidung bis hin zu Dialogen, markanden Bewegungen, Handlungen und Zwischenfaellen. Alle erhalten ein auf sie zugeschnittenes Script vor Beginn, proben quasi alleine den Abend und gehen dann zu der Feier.
Laut einem der Mitfeiernden fuehrt dies zu den witzigsten Parties ueberhaupt. Da selbst die Witze vorprogrammiert sind… glauben wir das mal etwas widerwillig. Nach Deutschland scheint es dieser absolut bekloppte Kracher noch nicht geschafft zu haben. So sind zumindest keine derartigen Treffen oder Berichte ueber das Internet und einschlaegige Suchmaschinen zu erlesen. Warten wir also ab, wann die erste Leihenspielgruppe eine derartige Feier inszeniert.

Nochmal der Sternensucher.

Der Anfang vom Anfang oder vom Ende oder was auch immer! (??)

Monday, July 31st, 2006

Halloechen…

heute ist mein letzter Arbeitstag als Aushilfe in der Firma in der ich arbeite. Morgen beginnt meine Ausbildung als IT-Systemelektroniker… in der gleichen Firma. Quasi erklimme ich eine weitere Sprosse der Karriereleiter. DIe Frage die sich mir in dem Fall stellt ist, ob das die obere oder die untere Sprosse von der aus ist, auf der ich gerade noch stehe ;). Naja, das wird sich zeigen.
Ich blicke also vielen neuen Situationen und Erkenntnissen ins Auge, besonders was die Berufsschule angeht. Ich bin gespannt.

Gruesschen, euer Sterni ;)

Schoenen Abend

Sunday, July 30th, 2006

“Ist der bekloppt? Was schreibt der heute 3 Posts, macht er doch sonst nie!”

Ja, ich entschuldige micht, dass dein Feed Reader heute echt Schluckauf bekommt, aber ich werd das Gefuehl nicht los, dass ich heute aehnlich mitteilungsbeduerftig bin, wie ein Floh auf Ecxtasy.

Habt ihr heute Abend den Abendhimmel gesehen? Das war zwar weniger bewegt als der “Rhein in Flammen” gestern in Koeln, aber bestimmt genau so aufregend. Nachdem es heute ENDLICH mal geregnet hat (was ein Segen) war der Himmel total grau und zu, aber oeffnete sich dann hin zum Sonnenuntergang. Von gelb hin zu einem tiefen rot und unerklaerliche Wolkenformen… herrlich!

Naja… des weiteren.. “Ohne Worte”.

Jetzt aber nen schoenen Abend.

Ja wo fliegen sie denn?

Sunday, July 30th, 2006

Hallo again…

Ich sass gerade in der Pizzeria draussen und verspeiste genuesslich die Pizza Parma, die vor mir auf dem Tisch lag, als ich den bluetenuebersaehten Strauch direkt mir gegenueber sah. Darauf tummelten sich einige viele Hummeln und krabbelten in die Blueten. Ich war derartig amuesiert von diesem Anblick, dass der Verzehr meiner Pizza sich um mehrere Minuten verzoegerte. Hummeln sind einfach nur putzig und wenn ihr mich fragt definitiv im falschen Koerper gelandet. Eigentlich muesste man sie “fliegende Teddys” nennen. Unglaublich mit welcher tollpatschigkeit die in den Blueten herumgetrampelt sind… und dann dieses gebrumme… zum Schiessen!

Schoenen Tag euch noch.

Rock it!

Sunday, July 30th, 2006

Hallo mal wieder,

ich wollte euch nur berichten, dass ich musikalischer zu werden plane. Ich habe mir eine Gitarre bestellt, und nachdem sie und ich uns gestern mittag ein wenig kennen gelernt haben und sie mir schon die halbe linke Hand zerschnitten hat bin ich mir sicher, wir werden gute Freunde werden :). Ich habe euch mal ein kleines Foto gemacht…

Ich kann sie auch noch als Deko benutzen, wenn es gar nicht klappt ;)
Wie ihr seht… zur Not tut sie auch als Deko

And another one…

Friday, July 14th, 2006

Auch an einem einsamen Abend
Ist man so die Stille ertragend
So manches mal dann
Sogar besser noch dran
Als wuerd man durch die Kneipen gejaget.

Das waer dann fuer heute aber wirklich alles ;)

Sterni

Trotz Falten die selbe!

Friday, July 14th, 2006

Liebes Tagebuch,

heute habe ich eine Frage an dich, mit der ich mich etwas schwer tue… ich werde versuchen es dir zu er…

Mal Klartext:

Wisst ihr, ich habe mich in der letzten Zeit oft gefragt, warum wir Menschen, die wir ewig nicht gesehen haben (weder auf Fotos, noch auf was weiss ich was fuer Medien) direkt wiedererkennen und sie dann auch so gut wie immer (es sei denn sie haben ihr Aeusseres gravierend veraendert) genau der Vorstellung entsprechen, die wir von ihnen hatten. Meistens erkennt man sie dann aber schon auf alten Fotos kaum noch wieder. Ein Beispiel waeren alte Grundschulbekannte, die eine andere Schullaufbahn genommen haben. Nach der 10. Klasse kamen einige davon zu uns in die Oberstufe und irgendwie “Tadaaa” hatte man den Eindruck, sie haetten sich kaum veraendert… hatten sie aber, mit alten Fotos verglichen. Und wie!
Mal darueber nachgedacht? Ich habe mir so meine eigene Erklaerung “zusammengedenkt”, vielleicht hat aber noch jemand eine Idee: Unsere Erinnerungen und Vorstellungen wachsen mit uns selbst. Genau so wie jeder waechst, eigene Vorstellungen von sich selbst mittels seines aeusseren von innen heraus durchsetzt etc, wachsen auch unsere Erinnerungen an Menschen mit uns. Wenn ich genau auf meine Kindheitserinnerungen zurueckblicke, dann merke ich, dass dort auch diejenigen, die ich zwischenzeitlich nicht gesehen habe wesendlich aelter erscheinen als sie dann auf alten Erinnerungsfotos wirklich sind. Vielleicht lebt der Mensch tatsaechlich nur im “Hier und Jetzt” und hat gar keine Erinnerungen im eignetlichen Sinne…

Naja… Hirn aus fuer heute abend, war ein langer Tag.

Machts gut, euer Sterni!

P.S.: Kommentare wie immer erwuenscht!

Sphaerische Sinnestruebung

Wednesday, July 5th, 2006

Liebe Freunde,

ich bin voellig wahnsinnig geworden vorgestern Abend, als ich von EImann mit dem Fahrrad gegen Mitternacht wieder Richtung Heimat fuhr. Der Rand des Horizons war noch leicht orange, aber die Sterne waren schon zu sehen. Fuer die Strecke brauche ich in der Regel etwa ne halbe Stunde, etwas mehr in der Nacht weil ich es geniese (oder auch einfach total fertig bin). Dieses mal kam es mir vor wie mehrere Stunden - und ganz ehrlich, ich war so froh darum. “Was hilft uns die Zeit, wenn sie vor uns flieht?” - hat mal jemand gesagt, ich weiss nicht mehr wer, aber es faellt mir gerade wieder ein und es passt verdammt gut.
Ich war ziemlich muede an dem Abend und irgendwie hat das wohl zu dem beigetragen, was ich, naja, nicht erlebte aber was auf mich einflog. Die Strecke geht in weiten Teilen durch leicht besiedeltes Gebiet, viele Felder, eine einsame Strasse am Deich entlang. Mein Fahrrad, dass wie ich den Drang zur absoluten Stille bis zur Perfektion zu lernen im Stande war, sowie meine innere Muedigkeit trugen dazu bei, dass ich die Geraeusche der Nacht extrem verstaerkt wahrnam. Da waren dann so Dinge, wie das Rascheln der Buesche, das einem Schauer ueber den Ruecken jagt, wenn man durch eine einsame Gegend faehrt… da waren Waldgeraeusche, die einen zusammenzucken und schneller werden lassen. Geraeusche, die mein Rucksackreissverschluss gemacht hat, wenn er an die Thermosflasche gekommen ist, die an meinem Rucksack hing. Ich hab mich mehrere Kilometer gefragt, wo das Geraeusch herkam… hatte fast Angst. Das Bellen eines Hundes, danach erwas, was wie schnelles Tapsen von Pfoten auf dem Asphalt klingt… Voegel, die durch die Luft fliegen und viele andere Dinge…

Freunde, macht die Ohren auf!

Sternchen