Liebe Freunde,
ich bin voellig wahnsinnig geworden vorgestern Abend, als ich von EImann mit dem Fahrrad gegen Mitternacht wieder Richtung Heimat fuhr. Der Rand des Horizons war noch leicht orange, aber die Sterne waren schon zu sehen. Fuer die Strecke brauche ich in der Regel etwa ne halbe Stunde, etwas mehr in der Nacht weil ich es geniese (oder auch einfach total fertig bin). Dieses mal kam es mir vor wie mehrere Stunden – und ganz ehrlich, ich war so froh darum. “Was hilft uns die Zeit, wenn sie vor uns flieht?” – hat mal jemand gesagt, ich weiss nicht mehr wer, aber es faellt mir gerade wieder ein und es passt verdammt gut.
Ich war ziemlich muede an dem Abend und irgendwie hat das wohl zu dem beigetragen, was ich, naja, nicht erlebte aber was auf mich einflog. Die Strecke geht in weiten Teilen durch leicht besiedeltes Gebiet, viele Felder, eine einsame Strasse am Deich entlang. Mein Fahrrad, dass wie ich den Drang zur absoluten Stille bis zur Perfektion zu lernen im Stande war, sowie meine innere Muedigkeit trugen dazu bei, dass ich die Geraeusche der Nacht extrem verstaerkt wahrnam. Da waren dann so Dinge, wie das Rascheln der Buesche, das einem Schauer ueber den Ruecken jagt, wenn man durch eine einsame Gegend faehrt… da waren Waldgeraeusche, die einen zusammenzucken und schneller werden lassen. Geraeusche, die mein Rucksackreissverschluss gemacht hat, wenn er an die Thermosflasche gekommen ist, die an meinem Rucksack hing. Ich hab mich mehrere Kilometer gefragt, wo das Geraeusch herkam… hatte fast Angst. Das Bellen eines Hundes, danach erwas, was wie schnelles Tapsen von Pfoten auf dem Asphalt klingt… Voegel, die durch die Luft fliegen und viele andere Dinge…
Freunde, macht die Ohren auf!
Sternchen