Archive for August, 2006

D.N.b - Szene 1: S-Bahn

Saturday, August 19th, 2006

Legende:

  • J: Jürgen
  • D: Doris
  • C: Chris
  • SP: Sprecher
  • Kommentar oder Regieanweisung

Informationen ueber die Charaktere und eine Einleitung finden sich in der Entsprechenden Page zu “Der Naechste bitte” (auf der rechten Seite im Menu).

SP: Meine Damen und Herren, hier sehen wir Jürgen, wie er auf seine Doris wartet. Wie ueblich sitzt er an seinem Couchtisch im Sessel und bruetet noch ueber einigen Vorlagen fuer seine Firma…

J: Hmm… Wenn mir doch nur einfiele was da an die Nordwand fuer eine Farbe soll… Herr Finkemann ist so ein Anspruchsvoller Kunde (seuftzt). Sowas regt einen auf. Wie ueblich fallen mir nur laecherlich schrille Dinge ein. Verdammt nochmal, das muss doch zu schaffen sein.

Es klingelt ein Telefon

J: Ach Mann, ich hatte gerade eine Idee.

Er steht auf und geht zum Telefon, hebt ab. Man hoert leise eine Frauenstimme aus dem Hoerer.

D: Hallo Jürgen.

J: (erleichtert) Ach Doris, du bists.

D: Ich wollte dir nur kurz sagen… (zoegert) ich komme eine halbe Stunde spaeter, also so gegen 9. Ich habe die S-Bahn verpasst (Jürgen seufzt) und irgendwie geht heute alles schief.

J: (etwas genervt) Ist ok…

D: So wie ich dich kenne hast du noch nichtmal angefangen zu kochen. Stimmts?

J: Mhm…

D: Na dann schaetz dich gluecklich. Ich habe Hunger und gleich moechte ich zusammen mit dir was schoenes essen (macht eine kurze Pause). Bruetest wohl wieder ueber deinen Farben oder?

J: Jap…

D: Ich schau gleich mal danach. Bis gleich. Ich lieb dich.

J: Danke, Bis gleich. (haengt ein)

Man hoert Rumpeln. Es kommt aus dem oberen Stockwerk

J: (genervt) Na toll. Jetzt geht das wieder los und ich muss bei dem Laerm auch noch kochen.

Geschirr rappelt, draussen Hupen Autos. Jürgen bedient einen Herd und schneidet Gemuese. Waehrend dessen:

J: (regt sich auf) Sie verpasst die S-Bahn. Ich dachte wir kochen zusammen was schoenes aber Sie verpasst die S-Bahn. Hrm. Und jetzt? Ach verdammt, die Eier (Geschirr rappelt, ein Topf faellt zu Boden. Man hoert Wasser kochen).

5 Sekunden Stille

SP: Naja… Doris hat ein gutes Gespuer, was mit ihrem Freund so los ist. Schliesslich kennt sie ihren Jürgen nun schon viele Jahre. Und da Sie ahnt was gerade in seiner Kueche passiert, macht sie sich in der verbleibenden Viertelstunde, die sie sonst auf die S-Bahn gewartet haette noch ein bisschen im Bahnhof nuetzlich.

Kulisse eines Schnellrestaurantes. Grosskuechenaehnliche hektische Geraeusche, im Hintergrund unterhalten sich mehrere Leute. Einer lacht.

D: (wartet bis das Gelaechter vorbei ist) 2x von dem Huehnchen suess sauer und dazu eine grosse Portion Bami-Goreng. Zum mitnehmen bitte. (kramt im Portemonaie)

Verkaeufer: Bitteschoen. 5.50

D: Danke. (Tütenrascheln, danach Schritte zur Tuer. Die Restaurant-Geraeusche werden leiser. Man hoert mehrere Leute laufen. Eine Bahnhofsansage)

SP: (zweifelnd) ob das Jürgen schmecken wird? Wir werden sehen.
Wieder zurueck in Jürgens Kueche

J: (flucht) Ach verdammt. Warum brennt mir immer alles an? (Entlehrt den Topf in den Muelleimer) Und was sag ich Doris jetzt? Ausserdem hab ich Hunger ohne Ende. (uebertreibt ironisch) Ich hoffe nur sie erschlaegt mich nicht. Uhh. (wieder Poltern) Hrm. Erstmal lueften. Das stinkt ja abscheulich verbrannt. Ich wusste nicht, dass Moeren SO stinken koennen. (Ein Fenster wird Geoeffnet. Strassengeraeusche). Ah! (wieder ironisch) Frische leise Landluft. Und diese Stille.

SP: Na das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Und waehrend Jürgen so da steht und auf Doris wartet denkt er weiter ueber die Nordwand von Herrn Finkemann nach.

Der Naechste bitte - Einleitung und Vorwort

Saturday, August 19th, 2006

“Der Naechste bitte” ist eine Hoerspielvorlage, die ich immer mal umsetzen wollte aber mangels Freizeit nie dazu gekommen bin. Bisher war es nur eine wirre Ansammlung an Gedanken, aber eventuell entwickelt sich daraus ja etwas produzierbares.

DIE CHARAKTERE:

Jürgen (erste Hauptrolle) - Jürgen ist ein junger Mann mitte Vierzig, frustriert von seinem Leben, seinem Arbeitsrhythmus und eigentlich seinem gesamten Tagesablauf. Was er tut tut er widerwillig und nur, wenn es absulut unvermeidbar ist. Wenn ihn etwas stoert dreht er vollkommen durch, verliert die Kontrolle und tut Dinge, an die er sich spaeter nur ungerne erinnert.

Chris (zweite Hauptrolle) - Chris ist ein 16 Jahre alter Jugendlicher, ein richtiger Draufgaenger und eigentlich immer unterwegs mit genuegend Dummheiten im Kopf um im Knast zu landen. Auch er ist leicht reizbar, allerdings eher durch Leute die ihm bloed kommen. Die meiste Zeit zieht er mit seiner “Crowd” - wie er sie nennt - durch die Strassen. Wo immer sie langkommen hinterlassen sie eine Spur der Verwuestung.

Doris - Doris ist die Freundin von Jürgen. Ohne sie waere er wahrscheinlich total im Chaos untergegangen. Sie zwingt ihn dazu, sich immer mal wieder am Riemen zu reissen, auch wenn es ihr immer schwerer faellt, das von ihm zu verlangen. Immer wieder spielt sie mit dem Gedanken sich von ihm zu trennen, aber sie kann ihn nicht seinem Schicksal ueberlassen, auch wenn sie sich oft alleine gelassen fuehlt und seine Launen nur schwer ertragen kann. Wenn sie sich mal nicht sehen koennen ruft sie ihn immer zur selben Zeit auf seinem Handy an.

DER SCHAUPLATZ:

Das Hoerspiel findet statt in einer groesseren Stadt ohne einen speziellen Namen. Man kann sich, um es sich besser vorstellen zu koennen, vielleicht eine Stadt wie Essen vorstellen. Kaum Charakter, duestere Atmosphaere und kaum Menschen die Laecheln.

Jürgen lebt in einem groesseren Mietshaus in der Weidemannstrasse im 4. Stock. Das Haus liegt direkt an einer Bushaltestelle. Wenn er im Wohnzimmer sitzt kann er selbst bei geschlossenem Fenster die Strasse hoeren, auf der taeglich tausende Autos an seinem Haus vorbeifahren. Wenn er die Strasse nicht hoert, dann hoert er in der Nachbarwohnunh ein Baby schreien oder wie sich die Nachbarn ueber ihm wieder ueber kleinigkeiten streiten. Ihn regt das auf, aber er sagt selten etwas.

Doris lebt nicht bei Jürgen. Auch wenn sie schon viele Jahre zusammen sind - das wuerde sie nicht ertragen. Dafuer besucht sie ihn oft. Da Jürgen zuhause arbeitet kommt er eher selten bei ihr vorbei.

Chris lebt bei seinem Vater, auch wenn sie sich fast nie sehen. Wenn Chris um 9 Uhr das Haus verlaesst um, wie sein Vater denkt zur Schule zu gehen ist dieser schon 2 Stunden auf der Arbeit. Chris’ Vater ist Vermoegensberater und viel unterwegs. Sein Sohn besucht allerdings seit mehreren Monaten die Schule nicht mehr und sorgt dafuer, dass die Briefe der Schule und des Jugendamtes nicht in der Villa ankommen in der beide Wohnen. Chris’ Vater stoert das Verhalten seines Sohnes zwar, aber er ist machtlos dagegen.

Exkurs: Warum Kunden einen missverstehen - das ‘Kurze Frage’-Syndrom

Friday, August 18th, 2006

Liebe Freundinnen und Freunde des oertlichen Einzelhandels,

in meiner letzten Geschichte erwaehnte ich einen Zug in der Psychologie des Kunden an sich, der sich einem schnellstmoeglich offenbaren sollte - sonst geht man frustriert im Alltag unter.

Das Problem: Ein Kunde oder eine Kundin erwischen einen in einer sehr unguenstigen Situation und begreifen nicht, dass diese Situation unguenstig ist, auch wenn man es ihnen mehrfach mitteilt.

Ursache: Kunden wenden sich an einen als eine art hoehere Instanz. Sie klassifizieren ein Problem in seiner Wichtigkeit nach ihrem eigenen - gelegentlich nicht ausreichenden - Fachwissen. Dass Probleme dadurch fuer Sie groesser erscheinen als sie in Wirklichkeit sind versteht sich von selbst. Da sich viele dieser Kunden ihres unzureichenden Wissens durchaus bewusst sind, klassifizieren sie das Problem der gefragten Person gegenueber neu - nach den Maßstaeben des bei der gefragten Person vermuteten Wissens.

Ein Loesungsansatz: Aufgrund der haeufig vorkommenden Ueberschaetzung treten somit 2 Klassifizierungen fuer das Problem auf. Fuer die Person selbst ist es ein schwerwiegendes Problem, dass schnell geloest werden soll. Fuer die gefragte Person hingegen ist das Problem aus Sicht des Kunden eine Kleinigkeit. Fragt ein Kunde also nach dieser “Kleinigkeit”, so ist er sich der Tatsache nicht bewusst, dass das Problem ansich zwar ein einfaches ist, allerdings die Interpretation der Beschreibung und die Erklaerung des Loesungsweges aufgrund des deutlichen Wissensunterschiedes erhebliche Zeitmengen in Anspruch nehmen. Wegen dieser Fehleinschaetzung seitens des Kunden ist ein “Ich habe nicht viel Zeit” fuer den Kunden gar kein Problem, denn er denkt ja immernoch, dass das Problem schnell zu loesen waere.

Wichtig fuer das Uebrigbleiben eines kleinen Fetzens Gelassenheit ist daher die Kenntnis ueber diesen Sachverhalt, der dem Kunden oder der Kundin vorsichtig erklaert werden will. Besondere Vorsicht ist bei nachhaltigen Draenglern geboten. Je vehementer eine Person auf Bearbeitung eines Problemes draengt, um so schwerer ist es fuer die gefragte Person, die Problemqualitaet einzuschaetzen ohne der fragenden Person vor den Kopf zu stossen.

Hoffe geholfen zu haben, der Sternensucher ;)

Kundentypen vorgestellt: Falsch beraten.

Friday, August 18th, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Ich glaube ich habe vor einiger Zeit schoneinmal erklaert, warum ich den Sinn unseres Buerotages nicht ganz nachvollziehen kann. Es hat zwar seine guten Seiten mal ungestoert von Kunden die Serviceauftraege bearbeiten zu koennen (versteht mich nicht falsch, ich MAG Kunden… WIRKLICH), aber dafuer muesste dieser Buerotag von unseren Kunden auch respektiert werden. Es ist naemlich gerade wieder dieser Tag und ich stehe schon eine Stunde an der Werkbank, dabei einem Rechner die Viren und Trojaner aus den Rippen zu puhlen. Mike sitzt an seinem Schreibtisch und schreibt Angebote. Ein energisches Klopfen reisst uns aus unseren tiefen Gedanken. Ich blicke zu Mike, er schaut mich schulterzuckend an und lugt vorsichtig durch den Lamellenvorhang vor unserem Buerofenster. Er deutet wortlos in Richtung Tuer, was soviel bedeutet wie “Schau mal nach…”. Als ich den Vorhang passiere und mein Blick auf die Tuer faellt sehe ich ein junges Paar. Er der braun gebrannte Machotyp, dem es sichtlich peinlich ist, fremde Hilfe anfordern zu muessen, sie ebenfalls braun gebrannt mit Mini-Rock und an seinen Arm geklammert. Beide studieren ausgesprochen selbstbewusst die Oeffnungszeiten. ‘Nicht schon wieder’, denke ich, ‘gleich machen sie wieder einen fuerchterlichen Fehler.’. Und tatsaechlich: kaum habe ich die schwere Stahlstange von der Tuer entfernt und diese aufgeschlossen stuermen die beiden auch schon wie selbstverstaendlich in den Laden. Ich bin etwas peinlich beruehrt in solchen Situationen… was sagt man solchen Kunden? Ich starte einfach einen Versuch: “Entschuldigen Sie, eigentlich haben wir heute geschlossen.”. Die Botschaft war anscheinend nicht ganz eindeutig: “Die Tuer ist aber jetzt offen und wo Sie schonmal da sind… wir haben nur eine klitzekleine Frage.”. Die Frau schaut lieb - zu lieb als dass ich keinen Verdacht schoepfen wuerde. “Aber wirklich nur eine kurze Frage bitte.”. Dieser Satz wird von Kunden immer missverstanden. Ich habe inzwischen mehrere psychologische Erklaerungen dafuer gefunden warum das so ist, aber damit will ich aktuell niemanden langweilen.

Ueberraschender Weise ist die Frage wirklich kurz: “Kommen Sie auch raus?”. Ich bin verbluefft. Eine Frage mit weniger als 20 Worten an unserem Buerotag. Das ist neuer Rekord! Ich moechte unseren neu gewonnenen Spitzensportlern den Wunsch natuerlich sofort erfuellen, oeffne die Tuer und bitte darum das Gespraech draussen weiter zu fuehren. Die beiden folgen mir etwas irritiert zoegernd. “Und?”, frage ich, “Was wollen Sie draussen?”. Der Mann fasst allen Mut und stellt das eigentliche Problem dar: “Wir brauchen einen Techniker vor Ort. Unser Internet funkitoniert nicht. Wir haben da so einen Fritz gekauft der Kabelloses Internet machen soll…”. ‘Ahh! Eine Fritz!BOX…. die Leib und Magenspeise unseres Aussendienstes.’, denke ich. Das Problem bei den Geraeten ist, dass sie zwar ein sehr einfach gestaltetes Interface besitzen, aber sich nie so verhalten wie man es von ihnen erwartet. Ich lasse den Mann weiterreden: “Wir haben jetzt auch schon alles versucht, aber wenn wir das Kabel abziehen ist das Internet auch wieder weg.”. Ich ahne noch nicht was dieses Pahr schon hinter sich hat. Er faehrt fort: “Wir brauchen das ganz dringend fuer unseren Laden. Die haben uns gesagt, das geht ganz einfach und ohne den Aussendienst, aber da wurden wir wohl falsch beraten.”. Mit ‘die’ meint er den Merkur-Markt in der nahen Grossstadt. Die beraten da eigentlich nur nach Preisen… je hoeher um so gut. Allerdings wuerde ein dortiger Mitarbeiter wahrscheinlich den Unterschied zwischen einer Waschmaschine und einem Monitorkabel nicht selbststaendig erkennen. Diese beiden wuerden das allerdings sehr wahrscheinlich auch nicht aber dafuer sind wir ja im Rahmen der Oeffnungszeiten immer da. Mit “ganz dringend fuer den Laden” moechte er anscheinend rechtfertigen, dass er an unseren Buerotag den Fehler begabgen hat an unsere Tuer zu klopfen. “Haben Sie denn eine WLan Karte in dem betreffenden Rechner?”. Ich versuche zur Sache zurueck zu kommen und etwas Licht ins Dunkel zu bringen… leider vergebens: “Ja. Wo soll ich denn sonst bitte das Kabel angeschlossen haben?!”. Ich habe gedanklich schon aufgegeben und verlasse mich nun auf meinen Aussendiensttechniker.

Man kann ein solches Gespraech allerdings nicht so abrupt beenden. Es bedarf eines feinen Gespueres fuer die Befindlichkeiten der Kunden um den richtigen Weg zu einem friedlichen Auseinandergehen zu finden. Ich lenke daher ein und tue so als wuesste ich genau, dass er eigentlich recht hat und es nicht sein Fehler war: “Na dann sollte das ja eigentlich funktioniert haben.”. Es wirkt… und er holt nocheinmal aus: “Ich war mit dem Rechner auch bei einem Bekannten in Leipzig. Da hatte ich das selbe Problem.”. “Hat der denn die gleiche Fritz!BOX?”, frage ich vorsichtig nach. “Nein… der hat gar kein Internet, aber der wuerde das ja gerne mitbenutzen.”. Merkur, Merkur was machst du nur? Vielleicht sollte ich erwaehnen, dass Leipzig etwa 550 Autokilometer von unserem kleinen Staedtchen entfernt liegt. “Moment”, versichere ich mich der Funktionsfaehigkeit meiner Ohren und meines Gehirns, “Sie moechten das Wlan von Ihnen Zuhause in Leipzig benutzen?!”. Beide blicken mich verstaendnislos an. “Ja klar… “, sagt er, sie nickt zustimmend. Ich befuerchte, DEN Zahn muss ich den beiden Ziehen BEVOR unser Aussendienst dieses Problem reparieren soll. “Nun… Wlan nach 802.11g - was die Norm ist, die die Fritz!BOX die Sie vermutlich besitzen unterstuetzt - hat einen Empfangsradius von ungefaehr 30 Metern in Gebaeuden und ca 100m ausserhalb.”, versuche ich den inzwischen sehr interessiert blickenden Menschen zu erklaeren: “Es ist also rein fuer den Hausgebrauch geeignet und auch nur in diesem Radius mit geeigeten Netzwerkkarten benutzbar.”. Aus Interesse wird schnell Enttaeuschung: “Aber man hat uns versichert, dass man es _ueberall_ benutzen kann.”, sagt sie fast persoenlich verletzt. “Damit muss der Merkur-Mitarbeiter ‘ueberall im Haus’ gemeint haben…”. “Das heisst, das geht auch nicht in HongKong?”, fragt die Frau nocheinmal nach. Ich kommentiere das aus lauter Verzweifelung nicht weiter, hole einen blauen Zettel, bitte die beiden Ihre Adresse und einen Terminwunsch zu notieren und versuche ein paar troestende Worte zu finden: “Nun… Wir koennen ja trotzdem versuchen, dass Sie ihren Internetanschluss zumindest im Laden nutzen koennen - Und wir haben da einen SEHR faehigen Mitarbeiter…”. Die beiden notieren geknickt ihre Adresse und sagen, der Techniker moege sehr bald erscheinen. Danach verlassen beide wortlos den Laden, sich gegenseitig troestend, waehrend ich die schwere Eisenstange wieder vor die Tuer haenge und diese fest verschliesse…

Was passiert wenn…

Friday, August 4th, 2006

… ein Veranstaltungstechniker, ein Systemhaus-Azubi und ein Auszubildender im Computereinzelhandel spaet Abends an eines Systemgastronomen Tische speisen?

Guten Abend erstmal und herzliche Gruesse an Steph und Bernie, auch an Dominik, der sich leider zum Zeitpunkt des Geschehens ein paar Meter entfernt aufhielt.

Alles - was insgesamt nicht sehr viel war - begann mit dem nervtoetenden piepen der Friteusen fuer Kartoffelstifte im hinteren Teil des Lokales. Die eine piepste im Sekundentakt, die andere verfiel in ein Staccato aus aehnlichen Toenen. Ueberlagert ergab sich alles, nur kein Rhythmus. Veranstaltungstechniker stellt fest, dass diese Friteusen in unterschiedlichem Takt und Ton pfeifen. Auszubindende blicken ihn verbluefft an. Man sinnt darueber und kommt schliesslich zu dem Schluss, die Kueche mit Grossmembran-Kondensatormicros in Overhead-Formation und deren Bodenbelag mit Tonabnehmern auszustatten, um dieses herrlich diffuse Klangbild in eine ewige Form zu pressen.

Kuenstler werden geboren um zu verhungern… wie wahr das doch angesichts der Tatsache scheint, dass diese 3 Ideentraeger mit ungeahntem Potential mitten in einem Systemgastronomiebetrieb sitzen und Friteusen mikrofonieren moechten (Stueckpreis: ca 2400 Euro). Wie gut, dass wir uns das verkniffen haben.

EIne gute Nacht wuenscht dir der Sterni :)