Archive for February, 2008

Sansation! Explosion!

Wednesday, February 27th, 2008

Einen schoenen guten Abend.

Auf schmerzhafte Weise musste ich erfahren, wie die Technik in den Vergangenen Jahren in gewissen Bereichen an mir vorbei zog. Am vergangenen Wochenende verschied mein iPod mini und musste ersetzt werden. Was im folgenden geschah:

Ich setzte auf diesem seit Jahren die freie alternativ-Firmware “Rockbox” ein. Dies entledigte meinen iPod in der Vergangenheit der Notwendigkeit mit iTunes oder aehnlich-nerviger Verwaltungssoftware in Verbindung zu treten. Diese Eigenschaft wollte ich mir erhalten. Schwierig schwierig… die meisten Player auf denen die Firmware laeuft sind nicht mehr im Handel… und einen “normalen” MP3-Player? Nicht standesgemaess irgendwie :).
Nach Unterhaltung mit einigen (uebrigens sehr geselligen) Rockbox-Developern bestellte ich bei Amazon einen SanDisk sansa c250 FM mit 2 GB. Das Geraet nimmt microSD Karten auf, weshalb ich eine solche mit 4GB gleich mitbestellte. Zu der Gelegenheit fiel mir auf, wie guenstig Flash-Speicher inzwischen geworden ist… und wie klein vor allem. Ich hab mal ein Bild geschossen als kleinen groessenvergleich. Die microSD hat die gleiche Kapazitaet wie der darunterliegende Metallklotz.

4GB vs. 4GB
4GB vs. 4GB

Die genaueren Details eines geplatzen LiIon-Akkus im iPod und die Naeheren Umstaende dessen Feststellung in der Jackentasche (die es ueberlebt hat, genau so wie das Microdrive aus dem iPod) erspare ich euch. Die Platine hats bis auf den Audioausgang sogar auch ueberlebt) erspare ich euch lieber. Mit dem neuen: Reinstecken, Spass haben. Danke Rockbox :).

P.S.: Benutzer von Sansa-Playern sei gesagt: SDHC-Karten funktionieren nicht in der Originalfirmware. Rockbox funktioniert zur Zeit leider noch nicht auf Playern der Version 2 (Firmware nicht 1.xx.xx).

Limerick of the day…

Sunday, February 17th, 2008

Fuer meine Kollegen :)

If something fails once its just bad luck,
And if it fails twice it is sad but,
if third try’s a failure
for sure your behavour
Is playing a big role you mad mug!

Hallo, wer da?

Sunday, February 17th, 2008

Nach meinem Umzug stand natuerlich auch noch eine neue Telefonanlage an. Da ich in diesen Sachen gerne selbst plane und mein Vermieter sowie auch ich beide relativ gerne an den Telefonanlagen basteln, dachte ich, ich baue eine eigene Asterisk. Ich besitze eh nur noch SIP-Telefone, kann Faxe auf einem Fax-Server empfangen und bediene mich fuer alles weitere einer sehr grossen Menge an Sipura/Linksys ATAs. Das reicht fuers Experimentieren und ist auch fuer mein geplantes Setup die geeignetste Loesung.

Zum Problem: In meiner alten Heimat steht bereits ein Asterisk-Server, der ueber das VPN von allen meinen Systemen aus erreichbar ist. Meine beiden Telefone hier in Dortmund verbinden zum Zweck der Kommunikation aktuell auch direkt ueber das VPN mit diesem Host. Das fuehrt zu unvorhergesehenen Sprachproblemen (Phone -> VPN Router DO -> VPN -> VPN Router Xanten -> Asterisk -> PSTN) bei Auslastung einer der DSL-Leitungen, hinter denen sich die VPN-Router aufhalten. Das ist relativ unpraktisch, auch wenn es aktuell das tut, was es soll. Meine Eltern koennen mich anrufen, ich kann das gleiche umgekehrt tun und zusaetzlich auch ueber meinen alten Telefonanschluss telefonieren und Telefonate empfangen. Das soll auch so bleiben. Ich haette allerdings gerne auch einen Uebergang ins Telefonnetz von Dortmund aus. Dies wuerde zu einer besseren Sprachqualitaet und angenehmeren Telefonaten fuehren und auf Dauer die Asterisk in Xanten nach und nach ueberfluessig machen. Was also tun?!

Ich dachte an das Einfuehren eines Zwischenschrittes… eine zwischen-Asterisk in Dortmund, die die Telefone an diesem Standort konzentriert und ueber IAX2 mit einer Asterisk in Netztechnischer Naehe zum VPN-Server in Duesseldorf verbindet. Die Asterisk in Xanten tut gleiches. So erreiche ich, dass ich weiterhin Telefonate von Dortmund nach Xanten und andersherum Routen kann und erreichbar bleibe. Zusaetzlich fuehre ich die inzwischen wachsende Zahl an Telefonanlagen an einem zentralen Punkt zusammen und erleichtere so den Ausbau der Infrastruktur. Sollte ich mich also klonen lassen -> kein Ding.

um diesen Zweck zu erfuellen, erreichen mich einige Hardware- und Softwareanforderungen, deren Erfuellung mit dem Minimax-Prinzip vergleichbar ist. Moeglichst viel Leistung und Aufgabenvereinigung in einem kleinen, stromsparenden und leisen - moeglichst geraeuschlosen Geraet. Mein Park an Hardware war also dahingehend zu durchforsten und: Ich hab was gefunden :). Aus meiner Zeit in der alten Firma besitze ich einen beachtlichen Park an Maxdata Thinclients in diversen Geschmacksrichtungen. Eines der Geraete ist mit einem PCI und einem PCMCIA Slot ausgestattet und somit auch fuer den Einbau einer ISDN-Karte bestens geeignet.

von hinten
Thinclient mit ISDN-Karte und leerem PCMCIA-Slot

Im Inneren werkelt ein VIA Samuel 2 mit etwas ueber 500Mhz, ein 128MB grosses Kurzzeitgedaechtnis auf einem handelsueblichen 133Mhz SD-DIMM und ein 4GB Microdrive aus einem anderweitig defekten iPod mini.

von innen
eingebaute ISDN-Karte und IDE-CF-carrier

Das Material-Lineup besteht also aus einem besagten Maxdata Thinclient (IGEL relabel eines IGEL 2 (232-CE4) mit OEM-Anpassungen), einem 4GB Microdrive, einer HFC-PCI ISDN-Karte mit HFC-s Chip und einem Schraubendreher (klar oder?)

Materialien
^- Thats the crew! -^

Zu dem Microdrive muss ich ergaenzend etwas sagen: Es ist der einzige halbwegs grosse CF-Datentraeger gewesen, der da war. Bei ebay wechseln diese Drives fuer etwa 20-30 Euro den Besitzer - deutlich weniger als die normalen Microdrives mit 4GB, die nicht aus ausgeschlachteten MediaPlayern stammen. Dies hat den Grund, dass diese Drives keine “echten” microdrives sind und nicht im PCMCIA/CF Modus sondern lediglich im IDE Modus laufen. Dies ist eine Huerde fuer die meisten Cardreader und Digitalkameras, nicht aber fuer unseren Carrier. Die Karte wird ueber diesen als normales IDE-Geraet ohne DMA angesprochen und laeuft somit - langsam aber ohne Probleme.

Das Softwarelineup gestaltet sich etwas komplizierter. Da ich mich fuer eine Asterisk Telefonanlage entschieden habe und debian meine Distribution der Wahl ist, entscheide ich mich dafuer, diese beiden Komponenten zu einem Bootbaren Festplattenimage zu kombinieren. Hierzu habe ich einen Ordner angelegt und darin eine aktuelle stable-Version von Debian mit dem debootstrap-script positioniert. Via chroot muessen nun hier Kernel und kernel-header nachinstalliert werden, alternativ kann auch ein eigener Kernel fuer den Thinclient gebaut werden. Eine kernel config fuer diejenigen, die diesen Thinclient zufaellig auch einsetzen habe ich hier bereitgestellt. Sie enthaelt ein paar Module mehr als noetig, unter anderem TUN devices, soundtreiber, bluetooth support. Diese Funktionen brauche ich fuer die anderen Anwendungsgebiete, die dieses Geraet nacher haben soll.

Das selberbauen der Asterisk und der mISDN module wird in vielen vielen tutorials bereits beschrieben, ich spare mir das in diesem informationellen post einfach mal. Die build config der Asterisk beinhaltet zumindest so ziemlich alles, was die asterisk 1.4 kann. Als ISDN Channel driver soll wie bereits angedeutet mISDN zum Einsatz kommen.

Die Asterisk kompilierte ich in der chroot umgebung meines debootstrap folders mit einer installierten toolchain. Dies ging, da der ThinClient wie auch mein Host system i386-kompatibel waren. Ebenso verfuhr ich mit mISDN und mISDNuser. Hier muessen die Pfade zu den kernel headern pinibel angegeben werden, das mISDN in einem Verzeichnis nach diesen sucht, die es aus der aktuell laufenden Kernel-version generiert. Dies funktionierte bei einem eigenbau natuerlich nicht.

FreePBX folgt, da ich eine Trennung von Extensions und Endgeraeten vorsehe und keine Lust habe, mir alle Features der Anlage selber zu scripten.

Auf das Microdrive bringe ich die Daten und den kernel via “cp -rav”. Der Bootloader wird etwas knifflig. Hierzu muessen /proc und nach moeglichkeit /sys im chroot verfuegbar sein. Danach wird grub im chroot installiert. Wir benoetigen fuer die Installation von Grub eine device.map, die die Situation angibt, wie sie aktuell in unserem System vorliegt. Die Konfiguration spaeter schaut allerdings ganz anders aus. Mein Microdrive steckt aktuell in /dev/sdb, spaeter im Geraet allerdings in /dev/hda…

Wir brauchen also voruebergehend fuer die Installation etwas, was etwa so ausschaut in /boot/grub/device.map um Grub installieren zu koennen:


(hd0) /dev/sdb

Vermutlich existiert in /dev/ im chroot kein Devicenode fuer dieses Geraet. Wir koennen mittels “MAKEDEV generic” allerdings dort die generischen devicenodes anlegen. Weiterhin muessen wir in der /etc/fstab voruebergehend flunkern und dort als Mountpoints die entsprechenden Geraetenamen eintragen, die zum Zeitpunkt der Installation gueltig sind, insbesondere wenn /boot und / auf verschiedenen Partitionen liegen. Ist das der fall, so lohnt es sich, in /boot einen symlink von boot nach ./ anzulegen, da einige scripte sich darauf verlassen.
Damit nun grub-install die /boot Partition - so es denn eine gibt - auch findet, muessen wir noch die /etc/mtab entsprechend anpassen. Hierher bezienen mount und und umount die Informationen ueber gemountete Dateisysteme. Ich erzeuge dort 3 Eintraege, die ich aus /proc/mounts ableite:


/dev/sdb2 / ext2 rw 0 0
/dev/sdb1 /boot ext2 rw 0 0
proc /proc proc rw 0 0

Mit “mount” sieht man sehr schnell, ob man alles richtig gemacht hat. Anschliessend sollte “grub-install /dev/sdb” den Bootloader an die passende Stelle installieren. “update-grub” erzeugt uns nun eine aktuelle menu.lst und wir vergewissern uns, das alles richtig ist: In /boot/grub sollten nun die stages fuer unseren Grub bootloader liegen. Hier editieren wir auch noch schnell die device.map auf die spaetere Konfiguration im System. Wir passen die /etc/fstab wieder an, so dass spaeter die Devicenamen auch passen. Die /etc/mtab koennen wir mit aller zuversichtlichkeit loeschen, bitte aber direkt mittels touch wieder anlegen. Da die grub installation in aller Regel leider nicht erkennt, dass hda1 nicht das tatsaechliche root ist, erweitern wir in der menu.lst auch nich die zeile mit “kopt” um “root=/dev/hda2 hda=nodma panic=5″ und ersetzen das alte “root=”. Ein “update-grub” regelt die Einzelheiten. Nach getaner Arbeit verlassen wir das chroot und testen unseren Erfolg im qemu - nachdem wir alle Verweise und mounts auf /dev/sdb aufgeloest haben versteht sich.
Zeigt “qemu -hda /dev/sdb” ein grub-menue, hat unsere Arbeit Erfolg gehabt.

Das Geraet bootet und ich kann die Asterisk wie gewuenscht konfigurieren :)

Mal anders…

Wednesday, February 13th, 2008

“Ich laufe durch eine Stadt, es ist fast still, fast vollkommen ruhig. Die Strassen sind leer, keine Autos, keine Passanten. Der Wind kriecht um die Haeuserecken und weht alte Zeitungen ueber die Strasse. Nebelschwaden ziehen unter den den orangenen Gaslampen auf den Kreuzungen her und lassen die Spitzen der Hochhaeuser undeutlich verschwimmen. Der Mond ist auch nur noch ein heller Fleck in der Dunkelheit. Kaelte zieht mir durch die Jacke und laesst meine Haende erstarren. Warum bin ich eigentlich nach draussen gegangen? Vergessen oder sowas… ich weiss es nicht mehr. Vermutlich hat es funktioniert. Meine Schuhe fuehlen sich an, als waere ich hunderte Kilometer gelaufen, trotzdem schwebe ich, laufe ohne es zu merken. Die Kreuzungen kommen mir schon seit einiger Zeit nicht mehr bekannt vor. Egal… wer hin findet, findet auch zurueck, hauptsache es hoert nicht auf… ”

Diese leichte Unruhe, dieses leichte Geraeusch, was noch zur Stille fehlt. Das kleine bisschen melodie in diesem Bild ist “Black Mesa Winds” von “Introspective”. Kahvi Release 236 [kahvi236] ist zu komplett um es im einzelnen beschreiben zu koennen. In tiefer melancholie und ein wenig schwermuetig klingt diese EP wie der Soundtrack zu einer verlassenen Stadt. Nicht aufdringlich, dennoch auch nicht ein hintergrundsaeuseln - Da und gleichzeitig nicht da…

Ich war nicht besonders begeistert von der Musik ansich, zugegeben ist die EP stellenweise sehr anstrengend, aber andere Stellen verschliessen einem die Ohren fuer alles andere. Die Stimmung war so praesent, dass ich einfach nicht anders konnte, als den Weg zu Fuss nach Hause zu nehmen um die EP ganz zu hoeren. Ich hoffe ihr koennt auch was damit anfangen.

Black Mesa Winds - Introspecive (Release Cover Art)

Die EP koennt ihr wie immer kostenlos beim Kahvicollective ueber scene.org oder deren Mirror als OGG oder MP3 beziehen. Ein dicker Dank an alle Beteiligten!

der Sternensucher

Der engagierte Vermoegensberater…

Wednesday, February 13th, 2008

Vor einigen Wochen - ich packte gerade $Dinge in Umzugskartons - klingelte mein Telefon… Da ich gerade eine Vase in der einen und einen Thinclient in der anderen Hand jonglierte, beschloss ich, den Gespraechswunsch bis auf weiteres zu ignorieren und erstmal die Haende frei zu bekommen. Das klingeln gab nach wenigen Sekunden bereits auf. Trotzdem wurde ich nach freiwerden der Haende neugierig und begutachtete die “Missed Calls”-Liste meines Telefons… Der Anrufer hatte seine Rufnummer uebertragen, eine, die der eines engen Freundes sehr aehnelt. Ich dachte, er “pingt” mich und ich moege ihn zurueckrufen - ja, hielt diese Nummer da fuer die dieses besagten Freundes und rief zurueck. Das Gespraech was ich danach mit diesem Herrn Rose… fuehrte, habe ich hier mal fuer euch bereitgestellt.

 
icon for podpress  Der Vermoegensberater... ein Anruf ohne Folgen [1:20m]: Play Now | Play in Popup | Download

Da der Angerufene nichts von der Aufzeichnung wusste und ich, aufgrund seiner (sehr dummen) ehrlichkeit seine Karriere nicht gefaehrden moechte, habe ich das Gespraech ausgepiept und seine Stimmlage veraendert.

Wie Sternenstaub

Wednesday, February 13th, 2008

In den fruehen Januarwochen veroeffentlicht das Kahvicollective seine EP numero 234 [kahvi234] namens “Stardust EP” von bit24 und benutzt das Veroeffentlichungs-Announcement direkt mal fuer eine optimistische und zuversichtliche Ankuendigung, die sinngemaess wohl etwa lautet: “Im Jahr 2008 bringt dir Kahvi die gleiche Qualitaet wie gewohnt und was waere ein besserer Einstieg in dieses Jahr als diese 5-Track EP von bi24?”

Als Gastkuenstler im Kahvicollective darf sich bit24 wohl fuehlen. Neben Leuten wie Stuart Elliot geniesst man nicht nur die Fruechte seines eigenen Glanzes. Allerdings haengen wir - die kritischen hoerer - auch die Messlatte genuegend hoch. Alleine der Name der EP ist fuer mich eine Herausforderung, genauer hinzuhoeren :)

Nach einem etwas duesteren und steinigen Einstieg in die EP, in dem einen das Stueck “aurora” ueber hektische und scharfkantige Beats springen laesst, stellt sich jedoch schnell eine konsistente und treibende klanglandschaft auf. Die Kahvi-Reviewer beissen sich nicht auf die Zunge wenn sie der EP - diesem Stueck im speziellen - einen gewissen Grad an “c64ism” unterstellen, es passt allerdings ausnahmsweise wie die Faust aufs Auge. Was in einem Lo-Fi-inferno begann wird mit klangelementen aus dem Ambient-bereich gegen Ende gar noch melodisch - nicht aber verliert es seinen treibenden Beat.

Track nummer 2 haut noch einen drauf :). Naja… es laesst sich schwer anders sagen. Ein direkterer Einstieg in die Beats von quantum ist wohl kaum moeglich. Ein Stueck zwischen breakbeat und disco, untermalt von einer sauberern Baseline, dafuer um so schmutzigeren Vibes, die bisweilen ein wenig zu psychodelisch wirken. Melodisch mag man Anleihen aus badloop’s vergangenen Tagen erahnen, wenn man will.

Track nummer 3, der Namensgeber dieser EP, beginnt mit einer sprachlichen Einfuehrung in Raum und Zeit. Die dunkelheit des Kosmos schwingt quasi mit. Langsam tastet sich das Stueck in seine Struktur. Instrumente, die Unreal-Tournament-Spielern der alten Garde sicherlich vertraut sein werden, verleihen dem Stueck die rhythmische praesenz. Ansonsten lebt das Stueck vom zusammenspiel der Voice-Samples, der klaren, wenn auch kleinen Melodie-Elemente und der einfach gehaltenen Base-line.

Es folgt “The space in between”… mit ueber 5 Minuten allerdings mehr als nur ein Lueckenfueller. Dieses Stueck setzt die in “stardust” gesetzten Stimmungen quasi fort, geht dann aber in eine verspieltere Rhythmik ueber. Die Spheres lassen eine klangliche breite entstehen, die den Namen durchaus rechtfertigt.

Zum Abschluss bringt das ganze “parasympathetic”. Der name laesst sich genau so schwer erlaeutern, wie das Stueck selbst. Man moechte fast vermuten, es haette einige schwierigkeiten gegeben, sich fuer ein Tempo zu entscheiden. Ebenso laesst sich in dem Stueck zunaechst kein Schwerpunkt finden. Vielleicht ist es genau das, was dieses Stueck so von den 4 vorhergehenden abgrenzt. Trotz durchaus vorhandener gleichmaessiger Rhythmik, verhindert das Stueck wirkungsvoll, dass ich mich hineinfallen lasse - und das fuer ueber 6 Minuten….

Alles in allem eine gelungene, wenn auch ungewoehnliche EP, finde ich.

bit24 - stardust EP cover

Die stardust ep kommt von bit24, trotz allem leider nur in 16 bit als ogg oder mp3 von scene.org. Die einzelnen Tracks gibts auf der durch das Bild erreichbaren Seite. Soviel zu den Bezugswegen, Danke bit24, Danke kahvi!

der Sternensucher.

Verdammte tat… [Story snippet]

Tuesday, February 12th, 2008

Ein schnipsel, der so aehnlich passiert ist - nichts besonderes aber.

Ich ergattere - mit Glueck - noch einen Platz in dem vollkommen ueberfuellten Zug nach Hause. Mein Zustand der unergruendlichen Muedigkeit macht mich sehr sehr gluecklich ueber einen dieser Plaetze im Zug an der Treppe Richtung Tuer - Ein Platz den ich eh mag. Man muss sich nicht so an den Leuten vorbeiquetschen, wenn man am ZIel ist, ich mag die Leute im Zug nicht. Ich falle foermlich in den Sitz welcher zu meiner Freude auch noch einzeln steht. Mir schraeg gegenueber setzt sich zeitgleich ein aelterer Herr hin. Ich sehe an seinen Augen, dass er sich lieber einen anderen Platz gesucht haette, sehe, wie er mich mustert, missbilligend und von oben herab. Seine Augen sagen “Sowas faehrt Bahn?” … Ich blicke an ihm vorbei auf die Anzeigetafel auf der die Uhrzeit an mir vorbeiscrollt, verfolge die Zahlen und Buchstaben, waehrend ich aus meiner Jacke einen MP3-Player krame und meine Ohren schalldicht verschliesse. Musik…. ein Fluchtweg aus dieser Situation. Die Tafel verschwindet - ich schaue quasi durch sie hindurch, durch den Zug in den immer dunkler werdenen Abendhimmel.
Die Augen fallen mir zu - wozu brauche ich Sie auch, wenn ich der Gegenwart entfliehen moechte und vor meinen Augen tuermen sich Klangwelten zu Bildern auf. Ich lasse mich fallen und schwebe… sinke und falle jaeh zurueck in die Realitaet als der Zug den naechsten Bahnhof erreicht. Eine Ansage katapultiert mich in die Welt zurueck, in der klingende Schwaden aus buntem Rauch in der Vorstellung nur Brimborium eines Wirren Geistes sind. Meine Augen schweifen die Treppe und ein Wesen, dass darauf sitzt. Ihr Erscheinen ist so, dass ich nicht sagen kann ob sie schon die ganze Zeit dort sitzt, ja vielleicht schon dort sass als ich eben diese Treppe herabtaumelte auf der sie jetzt sitzt - oder ob sie erst gerade in den Zug stieg.
Keine bunten Schwaden und keine Klangwelten, nur ihr sitzen haelt mich davon ab wieder in die Phantasiewelt abzugleiten, vielleicht sogar einzuschlafen. Wie sie dort sitzt, fesselt meinen Blick.
Verlegen starre ich wieder einen Moment auf die Uhr, als ich merke, dass ich schon geraume Zeit auf ihre Brille starre, durch die Sie - ebenso gebannt wie ich auf ihre Brille - in einem Buch liest. Ich riskiere einen Blick zurueck und sehe, wie sie wiederholt ihre langen Haare von den Buchseiten streicht, ueber denen sie sich regelrecht zusammenkauert. Immer wieder neigt sie den Kopf auf die andere Seite des Buches… Erneut fuehle ich mich ertappt und starre auf die Uhr. Minuten vergehen, bis ich feststelle, wie schnell die Zeit ploetzlich vergeht.
Ich Blicke zurueck auf die Treppe und das Wesen darauf. Irgendetwas scheint mich anzuziehen, macht mich unfaehig, sie einfach dort sitzen zu lassen und wieder in meine Traumwelt zu verschwinden. Dabei ist an Ihr nichts auffaelliges… Ihre Augen springen ueber das Buch, rennen die Zeilen entlang, immer wieder neigt sie den Kopf und scheint so in der Handlung zu verschwinden, wie ich in meiner Musik… genau… die Musik. Ich kann doch nicht wildfremde Leute im Zug stundenlang anschauen… ich schaue wieder auf die Uhr und hoere auf die Musik… die Muedigkeit ueberwaeltigt mich und ich nicke ein.
Erneut weckt mich eine Ansage, ein Bahnhof. Der Zug haelt… ich schaue auf die Treppe und sie sitzt noch immer dort, studiert ihr Buch waehrend wild fluchend wie Hyaenen die zugestiegenen Fahrgaeste ueber sie hinwegsteigen. Innerlich springt etwas in mir vor Freude… diese Versunkenheit haelt mich fest. In dem Moment dreht sie ihren Kopf erneut… weg vom Buch, weiter nach links und blickt mir direkt in die Augen. Sie laechelt.
Die bunten Schwaden in meinem Kopf explodieren, verwirbeln meine Gedanken. Peinlich rote Zuege erhellen nun mein Gesicht und lassen mich erneut die Uhr studieren. Bis auf die immer wechselnde Uhrzeit weiss ich inzwischen genau wie sie aussieht - trotz allem wage ich es nicht den Kopf erneut zur Treppe zu wenden. Je laenger ich auf die Uhr starre um so langsamer vergeht die Zeit… sie kriecht… schleicht langsamer als der Zug zum naechsten Bahnhof.
Als ich nach der Ansage den Mut fasse, erneut zur Treppe zu blicken, ist das Wesen verschwunden… der einzig schoene Punkt in diesem Zug, der in seiner Uebersehbarkeit nicht zu uebersehen war… so schoen, und doch verschwunden.

Der Sternensucher

So so…

Tuesday, February 12th, 2008

Wie lange ists her, dass ich mich das letzte mal gemeldet habe? Ziemlich genau 2 Monate glaube ich und es gaebe genug, was ich zu erzaehlen haette. Das meiste ist allerdings eh redundant, da ihr es entweder schon wisst oder es euch egal sein wird (oder beides? ;)). Soviel, ich habe den Arbeitgeber gewechselt, ich bin umgezogen und das alles ist jetzt fast 2 Monate her. Meine neue Wahlheimat ist Dortmund und ich freue mich, hier damit weiter zu machen, womit ich in Xanten am Niederrhein angefangen habe.

Tatsache ist, dass ich hier an meinem neuen Schreibtisch sitze und alles schon wieder so ist wie vorher. Ich hocke zwar noch immer im Chaos meiner Umzugskartons, aber ich trotte morgends von meinem Bett zur Arbeit, abends andersherum, ein paar Umwege uebers Bad, das wars. Die Frage nach dem Sinn ist immer irgendwie scheisse, ich weiss, aber sie kommt halt hoch. Und jeden Tag luegt man in der Gegend herum… die Leute fragen einen “Morgen, na wie gehts?” … und es ist die Kollegin von der man genau weiss, sie fragts nur um irgendwie so zu tun als wollte sie eine Verbindung aufbauen… schliesslich ist man ein Team. Und man sagt “Danke gut, ich hoffe bei dir auch alles klar…” oder “Och joa…” … es geht sie einfach nichts an. Es ist nicht die Arbeit, es ist nicht die Wohnung und es ist auch nicht die neue Stadt… aber irgendetwas laeuft hier maechtig schief - nicht wegen dem Luegen oder den Kollegen, aber dem Grund dafuer. Ich habe da langsam keine Lust mehr drauf. Ich meine, wo fuehrt das hin? Es kann doch nicht alles sein, der Austausch zwischen arbeiten und Ueberleben… nicht leben. Wenn es einem Materiell gut geht, man Freunde hat, die fuer einen da sind und ein Dach ueber dem Kopf… man koennte denken “Was fehlt einem da noch?” und es ist klar, es gibt eine Antwort weil etwas fehlt, man merkt ja dass etwas fehlt - was ist dann falsch? Was fehlt? Verdammte scheisse… ich weiss es genau und kann es mir nur nicht schon wieder eingestehen :(. Nicht nachdem ich gerade angefangen habe zu vergessen…

Einen schoenen Abend trotz allem an euch,

euer Sternensucher