Archive for July, 2008

Happy Sysadmin Day – Happy Jobcenter Day

Friday, July 25th, 2008

Hallo liebe Freundinnen und Freunde,

heute ist, wie von verschiedenen News-Netzen und der offiziellen Seite des Feiertages berichtet wird, der 9. “System Administrator Appreciation Day” – oder eben kurz: Sysadminday. An diesem Feiertag, welcher am letzten Freitag im Juli seit dem Jahr 2000 auf dem Programm steht, legt der Sysadmin seine Kabelpeitsche nieder und laesst sich – der Arbeit muede – von seinen Usern zur Abwechselung mal nicht nerven sondern – zumindest moechten die Initiatoren dieses Tages das so – mit einigen kleinen oder grossen Dankesgeschenken begluecken.

In der Firma in der ich arbeite spuert man davon nichts, im Gegenteil. Zwar legen wir die Kabelpeitsche erst gar nicht an und kommen mit unseren Usern ganz gut klar, dennoch schlaegt der Tag heute eine Bresche in die Firma. Unsere kleine IT-Abteilung (Ausbilder und Azubi) bemuehte sich im Vergangenen halben Jahr (so lange arbeiten wir jetzt zusammen) erfolgreich darum, gute Arbeit zu leisten und ein zuverlaessiger Ansprechpartner zu sein – sowohl fuer die Kunden, als auch fuer die Mitarbeiter, fuer deren Arbeitsfaehigkeit wir sorgten (auch ausserhalb unserer Arbeitszeiten). Überstunden ohne Ausgleich? Kein Problem…Doch die Dankbarkeit – unabhaengig davon, was fuer ein Tag heute ist – spuert man wenn dann nur hauchzart.

Um so ironischer ist es, dass mein Kollege und Ausbilder – gleichfalls guter Freund – heute in einem Gespraech mit dem Chef seine vorlaeufige Kuendigung erhielt. Sein Zeitvertrag wird – trotz hinreichend unbewaeltigbarem Arbeitsaufkommen – nicht verlaengert. Aussicht auf Abwendung der Kuendigung gibt es nur wenig. Klar, welcher Sysadmin wuerde sich nicht ueber ein wenig geschenkte Freizeit zu seinem persoenlichen Berufs-Feiertag wuenschen? Mir stellt sich allerdings die Frage, ob man direkt so grosszuegig damit umgehen sollte. In anderen Worten: Danke fuer garnichts.

Ein Gruss an alle Systemadministratorinnen und Administratoren, die 25 Stunden 8 Tage die Woche erreichbar sind, fuer die Versorgung der kleinen und grossen Anwender-Pannen sorgen, so ungelegen sie auch kommen, an alle die, deren Tag man mit einer Tasse Kaffe am Morgen retten kann und die wider besseres Wissen die privaten Computersorgen der Anwender anhoeren. Ihr seid toll.

Danke und alles gute bei der Jobsuche,

der Sternensucher

Es WAR einmal RAID5

Tuesday, July 22nd, 2008

Eine Gute-Nacht-Geschichte fuer Nerds
nach einer wahren Begebenheit im Sommer 2008

Es war einmal ein Rechner mit 3 Festplatten und einem Linux. Die Festplatten waren gluecklich und drehten sich voller Freude und tauschten mit dem Kernel Daten aus. Der Kernel sprach: “Ihr, meine Freunde, sollt ein Raid 5 sein.”, und die Festplatten folgten seinem Befehl und schaufelten Daten hin und her, hashten und lasen, bis der Kernel sie fuer synchronisiert hielt.

Und so arbeiteten die Platten im Verbund, lieferten Daten und strahlten Sicherheit und Geborgenheit aus. Eines Tages jedoch schmerzte es eine der Platten gar fuerchterlich. Sie nahm all ihren Mut zusammen und sprach zum Kernel: “hdg: task_out_intr: status=0×58 { DriveReady SeekComplete DataRequest }”. Nachdem der Kernel die Schmerzen der Festpllatte untersucht und sich ein Bild gemacht hatte, sprach er: “Mein Freund, ide3: reset: slave: ECC circuitry error!. Ich werde dich entlasten und deine Freunde mit deinen Aufgaben betrauen.”. Der RAID-Dienst fuegte hinzu: “raid5: Disk failure on hdg1, disabling device. Operation continuing on 2 devices”. So wurde das Raid 5 degraded und die verbleibenden 2 Festplatten schufteten allein.

Nicht viele Stunden vergingen, so sprach auch die zweite Festplatte: “hdh: task_out_intr: status=0×58 { DriveReady SeekComplete DataRequest }”.  Der Kernel – sichtlich beunruhigt – konnte nicht glauben was er da hoerte und bruellte: “Nein! Nein! Nichtdoch ide3: reset: master: ECC circuitry error!”. Das Leid war Gross, denn alle wussten… alleine konnte die letzte Festplatte das Datenvolumen niemals verkraften. Der Kernel klagte sein Leid dem RAID-Dienst, welcher erwiderte: “Weine nicht Kernel… raid5: Disk failure on hdh1, disabling device. Operation continuing on 1 device. Denk an was schoenes und warte ab.”. Der Kernel jedoch war verdriesst und mochte sich nicht so recht erholen. Er schwelgte in Erinnerungen an die Daten, die er einst von den 3 wackeren Platten hatte lesen koennen. Die Gedaechtnisluecken schmerzten so sehr, dass er sein Leid nicht mehr fuer sich behalten konnte. “Buffer I/O error on device dm-0, logical block 733475!”, bruellte er, “lost page write due to I/O error on dm-0…”.

Schlussendlich konnte er die Schmerzen nicht mehr ertragen und verlor die Kontrolle. “Aborting journal on device dm-0.”, schluchzte er… und als ihm klar wurde, was er gerade gesagt hatte, schob er nach: “EXT3-fs error (device dm-0): ext3_journal_start_sb: Detected aborted journal!”. Er hoerte auf nach den Daten zu rufen und verharrte panisch zitternd und unsynchronisiert, bis ein Anruf eines Technikers endlich das Geraet endlich stromlos schalten liess.

Und vielleicht – eines Tages – kommt ein Techniker, tauscht die beiden defekten Platten aus und haucht dem System so neues Leben ein.

Von Drogen…

Wednesday, July 9th, 2008

Guten Abend liebe Freunde,

habt ihr schonmal irgendwo in einem Club gesessen und einen dieser Rhythmen gehoert, wo man zwingend mitklopfen muss – so lange bis das Gegenueber einen entgeistert anschaut und einem die klopfende Hand am liebsten… naja. Ich habe mich immer gefragt “Wo bekommen die diese Musik her”? In dem konkreten Fall kam die Musik aus einem kommerziellen DVB-s Lounge Kanal der fuer mich somit unerreichbar ist. Da ich aber eine entspannte Atmosphaere mit Lounge Musik deutlich leichter erzeugen kann als ohne habe ich mich auf die Suche gemacht und bin – mal wieder nach laengerer Auszeit – auf Jamendo gestossen. Das ist ein Musikportal, dass sich vorwiegend auf die Verbreitung von Kunst spezialisiert hat, die unter einer “Creative Commons“-Lizenz steht – was zumindest in den meisten Faellen bedeutet, dass die Kuenstler nicht in erster Line Finanziell fuer ihre Werke entlohnt werden moechten sondern es eher auf Lob und echten Ruhm absehen :) . Jamendo moechte ich euch ohne viele weitere Worte einfach ans Herz legen, da man dort von Punk ueber Metal bis hin zu Minimal und Electronica so ziemlich jede Musikrichtung finden kann, in der Kellerproduktionen exisiteren, ja, oft sogar sind die dort veroeffentlichten Werke recht gut ausproduziert und klingen wie vom Teuer-Label des groessten Misstrauens.

Zurueck zum Punkt: Ich sitze da und hoere diese Lounge Musik und denke mir “Wo bekommst du sowas fuer Zuhause?”, finde Jamendo … ich glaube so weit hatte ich erzaehlt. Auf der Suche nach dem Tag “Lounge” bin ich recht flott in die Tags “ambient” und “chillout” abgerutscht und fand einiges was so gar nicht meinem Geschmack war – zu Elektro und zu wenig Jazzig… also schrieb ich “Jazz” dazu, wenig Hoffnungsvoll, dass jemand sowas unter Creative Commons Lizenz veroeffentlicht. Die Releases unter dem Kuenstlernamen “Revolution Void” stiessen mit mit relativ treffenden Ergebnissen ins Auge – nicht zuletzt wegen des relativ skurrilen Covers des Albums “Increase the Dosage“. Revolution Void ist das Musik-Projekt des Jazz-Pianisten und Produzenten Jonah Dempcy, dessen Existenz bis in das Jahr 1995 zurueckreicht. Jamendo ordnet die in diesem Projekt erscheinende Musik als “electronic breakbeat jazz” ein, was auch immer sie damit meinen. Grosse Worte zumindest ranken sich um dieses Album: Nicht nur spricht selbst die Kurzbeschreibung Gastspiele einiger Prominenzen der Musikwelt (Seamus Blake – Mingus Big Band, Michael Shrieve – Santana, Matthew Garrison – Herbie Hancock) an, auch die Rezensionen der nicht-zahlenden Hoererschaft sprechen eine deutliche Sprache und sind durchweg mehr als positiv.

Nach einem entspannten Durchhoeren stimme ich den Kommentaren ohne Abstriche zu. Das Album ist bewegt, experimentell, trotz allem nicht anstrengend und ausgewogen zwischen Lebhaft, duester-elektronisch und sympathisch-unsauber. Das ganze kommt auch noch professionell produziert und auf den ersten Blick nahezu perfekt gemastert daher. Der breitbandige Einsatz von gespielten und klassisch analog aufgenommenen Instrumenten und die Mischung mit eher hintergruendigen elektro-elementen kommt gut zur geltung und fuer einen Nachmittag bei Regen und Tee koennte dieses Album die fehlende Stimmungswuerze sein – zumindest fuer die gute Stunde, die das Album dauert.

Revolution Void - Increase the Dosage - Cover Art by Shawn Wolfe

Das Album kann beschafft werden ueber die entsprechende Jamendo-Seite oder die Seite des Revolution Void-Projektes. Zur Auswahl stehen als Format ueber Jamendo MP3(192kbit) und OGG sowie ueber die Projektseite MP3(VBR), MP3(64kbit) und FLAC. Reinhoeren lohnt.

Gruss vom Sternensucher.

Die Sonne geht auf.

Sunday, July 6th, 2008

ohne Text