Archive for February, 2009

Laufen… [snippet]

Sunday, February 15th, 2009

Muede stolpert er ueber ein paar Äste, die von Schnee bedeckt in seinem Weg liegen. Seine Füße sinken tief in den Schnee und mit jedem Schritt verliert er den Glauben daran, seinem Ziel näher zu kommen. Schon seit Kilometern gehorcht ihm sein Körper nur noch sporadisch, seit Stunden irrt er verlassen durch den Wald – durchs Unterholz. Einen Weg hat er mindestens ebensolang nicht mehr erblicken können und auch keine Lichter. Nur der Mond scheint durch die blattlosen Baumkronen und taucht seine Umgebung in ein leicht bläuliches unsicheres Licht. Kraftlos kämpft er sich den Weg durch Gebüsche und Hecken. Sträucher erscheinen ihm wie die Gitter einer Gefängniszelle – grau und undurchdringlich. “Bloss nicht stehen bleiben…”, denkt er sich immer wieder. Wie ein Mantra murmelt er seinen Gedanken vor sich hin, welcher wie er mit jeden Schritt an Kraft verliert. “… wenn ich stehenbleibe, bin ich erledigt.”. Er stolpert aus einem Gebüsch in eine Gruppe Brombeersträucher, welche ihm durch seine durchnässten Kleider tiefe Risse in die Haut graben. “Ich kann nicht stehenbleiben”, murmelt er weiter, als er merkt, wie das warme Blut ihm den Arm herabrinnt – wärmer als der schmelzende Schnee, der ueberall in seiner Kleidung haftet. “Wären da doch nur ein paar Lichter, nur eine Hütte.”, denkt er, während er die Brombeerstraeucher hinter sich lässt, mehr auf allen Vieren als laufend. Jeder Schritt scheint ihm wie ein Berg, jede Bewegung schmerzt, seine Knochen wollen bersten, doch noch hält er sie zusammen. “Wo ein Wille da ein Weg.”, sagt er sich und schleppt sich weiter. Immer dichter wird das Unterholz und der Mond spendet kaum noch Licht. Sein Atem friert fast in dem Moment, in dem er seinen Mund verlässt und Eiszapfen hängen aus seinem Bart, brennen an seinem Kinn, so kalt sie auch sind. Er kann die Stellen in seinem Körper nicht mehr erkennen, an denen er keine Schmerzen hat, kann sie nicht mehr ertragen. So sehr sie ihn zwingen weiterzuwanken, so sehr rauben sie ihm die Kraft. Er fällt von einem Schritt in den nächsten, trudelt, wankt, aber bleibt nicht stehen. Er rudert mit den Armen durch den Schnee, fängt sich, wankt weiter. “Fussspuren!”, schreit er auf einmal. Tatsächlich liegen vor ihm Fussspuren im tiefen Schnee, mitten im Unterholz. Ungleichmäßig und immer wieder unterbrochen von Büschen. Er spürt Wärme in sich, neue Hoffnung. Er eilt, hastet fast,  mit seinen letzten Kräften. Der Schnee staubt unter seinen Füßen und hervor,  und er fliegt über die Äste und kleinen Straeucher hinweg, den Spuren nach, in der Hoffnung auf Wärme und einen Platz an dem er neue Kraft sammeln kann. “Spuren! Endlich! … ein Mensch… ein anderer Mensch!”, schreit er schliesslich laut hervor.

Die Spuren führen ihn zu einer Gruppe Brombeersträucher, wo sich eine kleine Blutlaache in den Schnee gegraben hat. Es ist noch nicht gefroren, fast noch warm… und es ist sein Blut. Wie erschlagen sackt er zusammen, als die Hoffnung von ihm weicht. Er hat keine Kraft mehr. “Nur eine Minute… nur eine Minute Pause…”, flüstert er, als sein Herz das letzte mal schlägt. Und nur der Mond wirft Licht auf seinen Körper, der leblos und kalt nach und nach vom leise fallenden Schnee bedeckt wird.

Valentinstag

Saturday, February 14th, 2009

Hallo liebe Leserin, hallo lieber Leser,

es ist mal wieder soweit, der 14. Februar steht ins Haus – Valentinstag. Nicht so ganz ohne ein bisschen Schwermut ueberkommt mich dieser Tag jedes Jahr, enn es darum geht, dem/derjenigen eine Freude zu machen, die einem am Herzen liegen eine Freude zu machen und ein Zeichen zu setzen. Doch jedes Jahr aufs neue ist es schwer, sich zwischen Buhlen der Blumen- und Suesswarenindustrie (nichts fuer Ungut, Danny) und dem Wunsch jemandem eine Freude zu machen zu entscheiden.

Aber wie so oft, beginne ich nachzudenken, wenn es auf den Fruehling zugeht und wie so oft erkenne ich dabei, dass die Richtung in die ich gehe nicht die richtige und die Melancholie nicht die richtige Stimmung ist fuer diese Zeit. Vielleicht erkenne ich zu selten, was ich eigentlich habe an dem was ich habe – und das kommt ganz ohne Blumen und Pralinen aus. Sich darin zu versenken fuehrt einen nicht daraus hinaus.

Und dann stelle ich mir eine ganz allgemeine Frage zum Valentinstag – dem vermeindlichen Tag der Liebenden: Wozu? Wozu brauchen wir einen Tag an dem wir uns erinnern, wie wichtig uns jemand ist, wenn wir uns dessen gar nicht mehr so richtig bewusst waren? Sind nicht Blumen und Pralinen viel zu sehr eine abgedroschene Entschuldigung fuer die vielen versaeumten Gelegenheiten ausserhalb dieses festen Rahmens? Fuer mich klingt das eher nach einem “Egal wie wenig nah ihr euch noch seid, heute liebt euch. .o(Damit die Kasse klingelt!)” … und danach, davor? Was ist den Rest der Zeit Wozu braucht es einen Tag fuer ein Gefuehl? Wir haben auch keinen Wut-Tag – und ich vermute die Porzellan-Industrie waere von der Idee hellauf begeistert. Wie viel ist eine Aufmerksamkeit wert, die aus einem Zwang und nicht von Herzen kommt? Und von mir aus nehmt das als Ausdruck meiner Frustration oder Wahnvorstelung – ich finde es noch immer komisch.

Trotzdem versuche ich hier ein kleines Praesent zu veraeussern – in Digitalform, es ist also genug fuer alle da: Ein kleines Wallpaper. Ich lass das aber einfach mal so stehen. Das bisschen Elektromantik muss man ja nicht durch lange Erklaerungen davonjagen.

Subtle Message [thumb]

Alles liebe euch, und einen Menschen der euch liebt und das auch zeigt wuenscht
Der Sternensucher

Schilderwald

Sunday, February 8th, 2009

Hallo hallo,

wie du weisst, verbringe ich sehr viel Zeit im Zug. Gelegentlich(tm) ist mal eine Aussentuer defekt oder die WCs sind aufgrund dummer Menschen gesperrt. Die Bahn haengt dann immer mal wieder schoene kleine gelbe Schilder auf und ich habe mich gefragt, ob man “im Internet”(tm) diese Schilder als SVG oder Pixelbild bekommen kann. Nach erfolgloser Suche in den einschlaegigen Bildportalen kam ich zu dem Schluss, dass wohl noch niemand bekloppt genug war sich daran zu setzen und diese Schilder nachzubilden.

Hier daher mein Versuch:

WC Unbenutzbar (PNG)

Tür unbenutzbar (PNG)

Angesichts des Zustandes der S-Bahnen im Ruhrgebiet (Besserung ist im Gange) kam mir der Gedanke, ob die “WC unbenutzbar”-Schilder nicht vielleicht dochbesser an den Aussentueren der Zuege angebracht werden sollten. Naja, vielleicht findet ja jemand Verwendung für diese Schilder im privaten Raum – ist dein Klo wirklich sauber? Funktioniert die Spuelung? Verschwinden Gäste bei einem unschuldigen Blick ins Rohr? Klemmt die Haustür? Dann: Aufhaengen – die Schilder – bevor es zu spät ist!

Meine waermsten Empfehlungen fuer Inkscape. Die Inkscape-Dateien als SVG gibt es hier:

WC unbenutzbar (SVG), Tür unbenutzbar (SVG)

Gruss vom Sternensucher