… wider deinen Naechsten. So steht es schon im alten Testament und seither tun sich die Menschen schwer damit, nicht wahr?
Editiert am 8.7.2009 – 17:33:
Gerade eben hatte ich ein Gespraech mit der (immer sehr netten und korrekten) Sachbearbeiterin fuer meinen Ausbildungsgang. Diese entschuldigte sich sehr sehr eindringlich und deutlich fuer den Vorfall. Selbstverstaendlich werde das Zeugnis korrigiert. Ich entschuldige mich meinerseits fuer die – vielleicht etwas zu wenig ironisch augenzwinkernd gekennzeichnete – Darstellung und die ihr hierdurch entstandenen Unannehmlichkeiten, hierarchischer Art. Ich bitte hiermit die Geschaeftsfuehrung IHK Koeln den expliziten Vorfall einfach zu vergessen und statt dessen darauf hin zu arbeiten, dass soetwas in Zukunft nicht erst dem Auszubildenden auffaellt
. Die Damen und Herren der IHK Koeln bitte ich um ein bisschen mehr ironisches Verstaendnis der Netzwelt. Vielen Dank.
Originaltext:
Ein eklatantes Beispiel fuer einen Verstoss gegen das achte Gebot lieferte mir heute die oertliche Postzustellerin quasi direkt in den Briefkasten.
Bei dem grossen Umschlag, den ich aus der Post fischte, handelte es sich um das Abschlusszeugnis zu meiner Ausbildung, welches die IHK zu Koeln nun nach der Pruefung auszustellen erwogen hatte. Doch oh, was sahen meine Augen, als ich es aus der Huelle nahm? Diejenige Kammer, welche IT-Fachkraeften ihr Koennen und Kennen bestaetigt, verschliesst – stellvertreten durch die Geschaeftsfuehrung der IHK zu Koeln und den Pruefungsvorsitz – alle Augen beim signieren dieses Dokumentes vor der ganz eigenen IT-Katastrophe.
Ich zoegere noch mit meinem Urteil ueber den tatsaechlichen Wert einer Ausbildung, die von dieser Kammer bestaetigt wurde.
Gruss, der Sternensucher
[...] http://blog.jpoetry.com/2009/07/07/und-das-achte-gebot-lautet-du-sollst-kein-falsches-zeugnis-ableg... [...]
Damit verurteilst du engagierte Lehrer und engagierte Ausbilder zu deppenhaften Word-Honks. Das finde ich äußerst unfair. IHK != Schule, IHK != Ausbildungsbetrieb.
Hallo Datenkind,
du hast in erster Linie recht. Ich habe in meiner Ausbildung viele engagierte Lehrer getroffen und die Hoehen und Tiefen von Engagement in einigen Betrieben kennen gelernt, durch die mich Insolvenzen trieben. Ich moechte das Engagement dieser Leute in keiner Weise herabwuerdigen. Der persoenliche Wert dieser Ausbildung und die Erfahrungen kann so ein Zeugnis nicht bewerten.
Das Problem mit dem “tatsaechlichen Wert” der Ausbildung auf den ich mich bezog ist, dass dieser nicht durch Engagement an den Orten festgelegt wird, an denen Ausbildung konkret passiert, sondern vielmehr in Kaemmerlein bei der IHK, wo Pruefungsordnungen und Vorschriften geschmiedet werden, die die von dir genannten engagierten Leute, sowie auch viele Auszubildende zurecht scharf kritisieren. Auch diejenigen Personalabteilungen, die nummernfixierte Siebungen durch Zeugnisse betreiben tragen dazu bei.
Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich mich unklar ausgedrueckt habe. Was ich sagen wollte war: “Wer Kompetenz bescheinigt, sollte diese selbst an den Tag legen” … und das auch mehr ironisch. Ein – wenn auch aeusserst peinlicher – Formfehler passiert ueberall gelegentlich.
*kringel* Definitiv ein Kandidat fuer thedailywtf.com
[...] #fail #ihk http://blog.jpoetry.com/2009/07/07/und-das-achte-gebot-lautet-du-sollst-kein-falsches-zeugnis-ablege... [...]
Shit happens, kommt in den besten “Familien” vor. Bisschen peinlich ist das für die IHK natürlich schon. Ich find’s einfach nur witzig.
ISO9000-konform ist das jedenfalls nicht
Hihi, ich warte ja noch auf meins.
Aber den Wert des Zeugnisses habe ich auch nicht erst einmal in Frage gestellt.
Momentan muss ich mich ja leider mit diesem vorläufigen Wisch bewerben…
Lang lebe die absolut unreflektierte Automation.
Welchen Wert hat ein Zeugnis, dass kein Mensch mehr gegen gezeichnet hat?
Sollte dennoch ein Mensch daran beteiligt gewesen sein könnte ihm gegenüber dieser Hinweis hilfreich sein: http://de.wikipedia.org/wiki/Unterschrift#Rechtliche_Aspekte
Mal schauen ob der Autor dieses Beitrages sich genau so etwas zu Herzen nimmt, wenn in seinem persönlichen/gewerblichen Umfeld solcherlei Vorgang automatisiert werden soll…
Rofl, das past wie die Faust aufs Auge.
Ich habe meinen Fachinformatiker vor einigen Jahren gemacht. Am Ende war ich geschockt als mir klar wurde was mir dieses Papier attestiert.
Nichts worauf ein potentieller Arbeitgeber eine Entscheidung bauen sollte.
Aus meiner Klasse haben 100% bestanden. 5-10% waren kompetent und ebenso viele waren unter aller Sau.
Was unterscheidet mich von denen? Nicht mein Ausbildungszeugnis.
Und jedes mal wenn ich mit dem Versagerhaufen was zu tuen hatte war es nur traurig. Der Leerplan [pun intended] ist ein Witz, die Pruefungen auch.
Es ist nicht nur von geringer Guete was dir durch das Zeugnis attestiert wird. Nein die IHK liefert auch nichts verneunftiges ab wenn es drauf ankommt.
Ich gebe da mal meine Zwischenpruefung an. Das war schlicht laecherlich. Wie sehr muss man denn verkacken wenn man in eine Pruefung die bundesweit gehalten wird faktische Fehler einbaut? Arbeiten da Schimpansen?
Ich muss sagen, dass das zumindest in meinem Pruefungsgang deutlich besser aussah. Die schriftliche Abschlusspruefung in diesem Jahr war technisch auf einem Niveau (ja, das meine ich so… es gab ein Niveau
). Auch der Pruefungsausschuss, vor dem ich meine muendliche Pruefung abgelegt habe, hatte sich mein Projekt angeschaut und in sehr sehr weiten Teilen verstanden. Sie sind darauf eingegangen und das ganze machte einen guten Eindruck.
Die Frau, mit der ich noch heute Telefoniert habe – und die auch meinen IHK- und Betriebswechsel mitbetreut hat, war waehrend der Pruefungsphase immer ansprechbar und immer bemueht – oftmals mit Erfolg – Fragen zu klaeren und hat sich fuer die Auszubildenden stark gemacht. Ich finde es schade, dass der ganze Aerger jetzt wieder nach unten durchregnet.
Man war sich allerdings zwischen Lehrern, Ex-Auszubildenden und Mitauszubildenden sowie Ausbildern einig, dass in den letzten Jahren die Kammern oft versaeumt haben, sich den Klagen der Auszubildenden zu widmen und mal hin zu hoeren. Ich kann natuerlich nur ueber die Menschen sprechen, mit denen ich selbst zu tun hatte. Abgesehen von dem Zeugnis schauen wir da zumindest in Koeln eventuell in eine hellere Zukunft.
In meinen Augen ist der Fi* eine bessere Tippse. Meiner Meinung nach habe ich in der Ausbildung wenig bis nichts gelernt. Die Pruefungen der IHK haben das Bild dabei abgerundet.
Zwei Jahre hab’ ich Fachinformatiker gelernt. Ein halbes Jahr war ich krank, ein halbes Jahr hab ich geschwänzt, ein halbes Jahr im Praktikum rumgegammelt, dann alle Prüfungen aus dem Ärmel geschüttelt, nicht, weil ich so cool wäre, sondern weil die Ausbildung unterunterirdisch war. Alle wußten das, und alle wußten, daß das an der IHK liegt. Das ist nun die deutsche Berufsausbildungsinstanz. Armes Deutschland.
Respekt vor den Lehrern, die uns trotz IHK-Lehrplan wenigstens ein bissel was beigebracht haben.
Ich bin so froh seit Februar aus dem Laden rauszusein und meine Ausbildung abgeschlossen zu haben. Lächerlich…
Gib’s zu, das liegt an Deinem Namen: http://xkcd.com/327/
Da wuerde ich zwar noch herzlicher drueber lachen aber mein Name enthaelt nichteinmal Sonderzeichen
[...] Wieder eine neue Glanzleistung. Diejenige Kammer, welche IT-Fachkraeften ihr Koennen und Kennen bestaetigt, verschliesst – stellvertreten durch die Geschaeftsfuehrung der IHK zu Koeln und den Pruefungsvorsitz – alle Augen beim signieren dieses Dokumentes vor der ganz eigenen IT-Katastrophe. (blog.jpoetry.com) [...]
Das ist lustig. Tolle Idee mit der IHK