Legende:
- J: Jürgen
- D: Doris
- C: Chris
- SP: Sprecher
- Kommentar oder Regieanweisung
Informationen ueber die Charaktere und eine Einleitung finden sich in der Entsprechenden Page zu “Der Naechste bitte” (auf der rechten Seite im Menu).
SP: Meine Damen und Herren, hier sehen wir Jürgen, wie er auf seine Doris wartet. Wie ueblich sitzt er an seinem Couchtisch im Sessel und bruetet noch ueber einigen Vorlagen fuer seine Firma…
J: Hmm… Wenn mir doch nur einfiele was da an die Nordwand fuer eine Farbe soll… Herr Finkemann ist so ein Anspruchsvoller Kunde (seuftzt). Sowas regt einen auf. Wie ueblich fallen mir nur laecherlich schrille Dinge ein. Verdammt nochmal, das muss doch zu schaffen sein.
Es klingelt ein Telefon
J: Ach Mann, ich hatte gerade eine Idee.
Er steht auf und geht zum Telefon, hebt ab. Man hoert leise eine Frauenstimme aus dem Hoerer.
D: Hallo Jürgen.
J: (erleichtert) Ach Doris, du bists.
D: Ich wollte dir nur kurz sagen… (zoegert) ich komme eine halbe Stunde spaeter, also so gegen 9. Ich habe die S-Bahn verpasst (Jürgen seufzt) und irgendwie geht heute alles schief.
J: (etwas genervt) Ist ok…
D: So wie ich dich kenne hast du noch nichtmal angefangen zu kochen. Stimmts?
J: Mhm…
D: Na dann schaetz dich gluecklich. Ich habe Hunger und gleich moechte ich zusammen mit dir was schoenes essen (macht eine kurze Pause). Bruetest wohl wieder ueber deinen Farben oder?
J: Jap…
D: Ich schau gleich mal danach. Bis gleich. Ich lieb dich.
J: Danke, Bis gleich. (haengt ein)
Man hoert Rumpeln. Es kommt aus dem oberen Stockwerk
J: (genervt) Na toll. Jetzt geht das wieder los und ich muss bei dem Laerm auch noch kochen.
Geschirr rappelt, draussen Hupen Autos. Jürgen bedient einen Herd und schneidet Gemuese. Waehrend dessen:
J: (regt sich auf) Sie verpasst die S-Bahn. Ich dachte wir kochen zusammen was schoenes aber Sie verpasst die S-Bahn. Hrm. Und jetzt? Ach verdammt, die Eier (Geschirr rappelt, ein Topf faellt zu Boden. Man hoert Wasser kochen).
5 Sekunden Stille
SP: Naja… Doris hat ein gutes Gespuer, was mit ihrem Freund so los ist. Schliesslich kennt sie ihren Jürgen nun schon viele Jahre. Und da Sie ahnt was gerade in seiner Kueche passiert, macht sie sich in der verbleibenden Viertelstunde, die sie sonst auf die S-Bahn gewartet haette noch ein bisschen im Bahnhof nuetzlich.
Kulisse eines Schnellrestaurantes. Grosskuechenaehnliche hektische Geraeusche, im Hintergrund unterhalten sich mehrere Leute. Einer lacht.
D: (wartet bis das Gelaechter vorbei ist) 2x von dem Huehnchen suess sauer und dazu eine grosse Portion Bami-Goreng. Zum mitnehmen bitte. (kramt im Portemonaie)
Verkaeufer: Bitteschoen. 5.50
D: Danke. (Tütenrascheln, danach Schritte zur Tuer. Die Restaurant-Geraeusche werden leiser. Man hoert mehrere Leute laufen. Eine Bahnhofsansage)
SP: (zweifelnd) ob das Jürgen schmecken wird? Wir werden sehen.
Wieder zurueck in Jürgens Kueche
J: (flucht) Ach verdammt. Warum brennt mir immer alles an? (Entlehrt den Topf in den Muelleimer) Und was sag ich Doris jetzt? Ausserdem hab ich Hunger ohne Ende. (uebertreibt ironisch) Ich hoffe nur sie erschlaegt mich nicht. Uhh. (wieder Poltern) Hrm. Erstmal lueften. Das stinkt ja abscheulich verbrannt. Ich wusste nicht, dass Moeren SO stinken koennen. (Ein Fenster wird Geoeffnet. Strassengeraeusche). Ah! (wieder ironisch) Frische leise Landluft. Und diese Stille.
SP: Na das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Und waehrend Jürgen so da steht und auf Doris wartet denkt er weiter ueber die Nordwand von Herrn Finkemann nach.