Archive for the ‘Altes aus dem Computerfachhandel’ Category

Kundentypen erklaert: Der Erzieher-Typ

Sunday, June 24th, 2007

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Sie sind schrecklich, meistens reich, sprechen sehr gewaehlt und meistens gleichzeitig sehr unverschaemt. Sie kommen und gehen mit einem kantigen Gruss und lassen sich selten zu einem Spass oder einem Laecheln ueberreden. Ihre Augen sind wie Messer und durchsuchen routiniert das Gesichtsfeld nach Fehlern… und nach deren Verursachern…

So oder so aehnlich koennte eine lexikale Beschreibung der Kunden aussehen, die sich in letzter Zeit vermehrt in meinem Geschaeftsfeld sehen lassen. Diese veranlassen mich zu dieser weniger witzig denn aergerlichen Situationsumschreibung, welche eh kein Stueck weiter fuehrt. Trotz allem werde ich sie mal an euch los:

Es ist ca 12, Zeit fuer die Mittagspause (oder sollte ich sagen “kundenfreie Arbeitszeit”?) und ich schlendere Richtung Tuer um diese gegen versehentlich hineinschlendernde Stoerenfriede zu verriegeln. Den Schluessel in der Hand komme ich bei der Tuere an, friemel am Schloss herum, als ein Mann aus einem Wagen auf dem Parkplatz steigt. Den Wagen bemerke ich leider erst jetzt, sonst haette ich bestimmt schon vorher Schritte ergriffen um die Tuere zu verriegeln. “Halt! Lassen Sie die Tuer offen, es ist noch nicht 12, ich bin puenktlich!”, schneidet mir eine amtsmaennisch geschliffene Stimme ins Ohr. ‘Jetzt erst recht’ denke ich, schlage die Tuer zu und lasse den Schluessel 2x sicher im Schloss rotieren. Der Mann laesst sich nicht von seinem Weg abbringen und klopft an die schwere Glastuer, die undurchdringbar zwischen ihm und mir steht: “Was soll das? Es ist noch keine Mittagspause.”. Jetzt erkenne ich den Mann. Als er vor 2 Wochen ein Angebot fuer einen PC hat erstellen lassen hat er damit bei unserem Verkaeufer einen seelsorgerischen Notstand ausgeloest und somit die Einberufung unseres internen Krisenrats verursacht. Das Treffen des selben artete in eine zweistuendige Abfolge von Beschimpfungen und Beschwerden aus und ist zu dem Moment wo der Mann jetzt erneut bei uns vor der Tuer steht in der Erinnerung noch immer praesent. Ich grinse und wende mich ab, doch unterschaetze ich diesen Mann damit in einer unverzeihlichen Art und Weise. So haette ich doch wissen sollen, diese Art Kunde, wenn sie einmal den Entschluss gefasst hat ihr Opfer zu vernichten, diesem Vorhaben weder Tuer noch Tor in die Quere kommen lassen wird.

Noch im umdrehen sehe ich ihn abdrehen. “Endlich…”, denke ich, “er hat es doch verstanden.”. Doch ich irre gewaltig. Anstatt sich zu seinem Auto zu begeben begibt sich der Mann auf den Weg zu unserem Hintereingang. Dieser steht oft genug zum Zwecke der Frischluftversorgung – quasi als Grossfenster – offen und ich bin noch nicht ganz in meinem Buero angekommen, als der Mann sich vor mir aufbaut. “Ich habe noch gar nicht gewusst, dass das Hausrecht neuerdings von unseren Kunden ausgeuebt wird”, gebe ich ihm eine Ladung Pfeffer in sein vor stolz-geroetetes Gesicht. Ihm ist das Eindringen in die Geschaeftsraeume ausserhalb der Geschaeftszeit nicht im geringsten peinlich. “Insbesondere jetzt… um … aehm … 5 Minuten nach 12″, fahre ich nach einem Blick auf meine unbestechliche Funkuhr fort. “Na wenn Ihnen Kunden etwas so unangenehmes sind, kann ich auch wieder verschwinden…”. Was der Mann andeuten moechte ist, dass er bei derartiger Behandlung den Kauf gerne bei einem unserer – zu Neudeutsch – Mitbewerber fortsetzen moechte, die zu Gunsten der Kunden auf ihre Mittagspause verzichten. Er und ich wissen, dass das nach dem erhaltenen Angebot nicht moeglich ist.

“Naja, jetzt wo Sie sich schon Zutritt zu unseren Geschaeftsraeumen verschafft haben, kann ich wengstens anhoeren, was sie von uns wuenschen.”, gebe ich ein Stueck weit nach. Inzwischen hat auch Mike Interesse an dieser Unterredung bekommen und lugt aus seinem Buero. Auch er – als unser Chef und Verkaeufer und als genau derjenige, der das Pech hatte, diesem Kunden ein Angebot unterbreiten zu muessen – erkennt den Mann sofort wieder. “Wie sind sie denn hier hereingekommen?!”, fragt er mit einer kaum steigerungsfaehigen Runzel-Stirn. “Nachdem ihre Aushilfe hier versucht hat mich auszusperren, habe ich den Hintereingang genommen.”, sagt der Mann mit einem abfaelligen Blick auf meine Wenigkeit. Ich habe mich geirrt, Mikes Stirn ist noch zu deutlich mehr Runzeln in der Lage. Er schaut mich an, ich schaue zurueck und wir beide schauen den Mann an. Dieser faehrt fort: “Nun… ich moechte den Rechner abholen, den ich bestellt habe… vor inzwischen 2 Wochen.”. Das “2 Wochen” betont er, als handele es sich um einen Milliarden schweren Rechenfehler im Bundeshaushalt. Ich blicke wieder zu Mike, er zu mir. Schulterzucken.

Nachdem wir etwa 10 Sekunden in dieser Pose verharren, stuermen durch den Hintereingang 2 weitere Personen in den Laden und enttarnen sich durch laute “Papa!”-Rufe direkt als die Kinder des Mannes. Mike faehrt erscheckt zusammen, weicht zurueck und geht in Defensivposition. Ich verkneife mir ein lautes Schreien und springe aus dem Weg. Die beiden Jungen sind etwa 14 und 16 und sehen aus, wie Mini-Ausgaben ihres maennlichen Erzeugers. “Wo bleibst du denn? Wir wollen unseren neuen Rechner ausprobieren!”. Wie Benzin auf einen Grossbrand wirkt diese Frage und veranlasst den Mann dazu, seinen Wunsch im Beisein seiner Kinder neu zu formulieren: “Ich will den bestellten und laengst ueberfaelligen Rechner fuer meine Kinder abholen, haben Sie mich verstanden?!”. Offensichtlich moechte er seinen Kindern vermitteln, dass ER die Lage im Griff hat. Ich schaue Mike an: “Weisst du etwas von einer Bestellung? Haben wir ueberhaupt einen Anzahlungsschein?”. Mike zuckt erneut mit den Schultern: “Ich weiss von keiner Bestellung. Ein Angebot, ja. Aber eine Bestellung? Und eine Anzahlung wurde auch nicht geleistet. Ausserdem ist das Angebot nur eine Woche gueltig gewesen.”. Der Mann wird rot… weniger aus Peinlichkeit, nein. Wer denkt, er habe seinen Fehler erkannt und waere kurz davor diesen einzugestehen irrt gewaltig. Viel mehr nimmt sein oberes Koerperende die Funktion eines Teekessels ein und steht kurz vor dem floeten. “Sie wollen mir damit also sagen, dass Sie mit der Fertigstellung meines Rechners in zwei Wochen noch nicht einmal begonnen haben, weil Sie nicht in der Lage sind ein Angebot und eine Bestellung zu unterscheiden?”.

Mike merkt, dass der Mann versucht, das Problem rethorisch auf der Beziehungsebene auszufechten und schreitet ein: “Nun ist es ja so…”, beginnt er mit einer seiner beruehmten diplomatischen Reden, “Wir haben Ihnen ein Angebot unterbreitet und ueber eine Anzahlung gesprochen. Diese haben Sie nicht geleistet, somit ist keine Bestellung zustande gekommen. Richtig?”. Der Mann stellt gereizt seinen Kopf schreag, nimmt eine Trotzhaltung ein und man hoert seinen Kopf quasi brodeln. Ich bin gespannt, wann er platzt. “Abgesehen davon ist der Rechner inzwischen verkauft und das Angebot am letzten Montag ungueltig geworden. Ich kann ihnen ein neues Angebot schreiben und DANN koennen wir ueber eine Bestellung sprechen.”.

Vielleicht kennt der ein oder andere von euch dieses leichte Zittern im Kopf eines Gegenuebers, dass einen baldigen Wutausbruch mit erschreckender Sicherheit vorhersagt. Dieses leichte Zittern beobachte ich im Moment bei diesem Herrn hinter der Theke. “Sie wollen mit also im Ernst sagen, dass sie, obwohl sie fuer meine Bestellung 2 Wochen Zeit hatten nicht einen einzigen Handschlag getan haben? Und SIE wollen mit einen Rechner verkaufen?”. Der Mann wiederholt sich, muss mir auffallen. “Nein, eignetlich wollen Sie gerade bei uns spontan einen Rechner kaufen. Ich wollte ihnen damals nicht einmal das Angebot schreiben.”, Mike laesst sich nicht auf eine Diskussion ein. Normalerweise sollte man anders mit seinen Kunden sprechen, aber dieser hier… nun gut.

“Das ist eine Frechheit! Sie halten einen Vertrag nicht ein und behaupten dann auch noch, Sie waeren im Recht! Wissen Sie was das fuer ihren Laden irgenwann mal bedeutet? Das ist… “. “Nunja”, unterbricht ihn Mike, “Es gibt keinen Nachweis ueber ihren so genannten Vertrag oder? Nach unseren Geschaeftsbeingungen kommt ein Kaufvertrag erst mit Entrichtung einer Anzahlung zustande… haben Sie das verstanden?” “Ja, aber…” “Guuut”. Inzwischen hat Mike diesen gefaehrlich-diabolischen Unterton in der Stimme. “Guuut”, wiederholt er etwas leiser. “dann werden Sie mir jetzt entweder den Nachweis ueber die Anzahlung zeigen koennen oder nach Ihrem Verhalten die Geschaeftsraeume verlassen, derer ich Sie hiermit unter Anwendung meines Hausrechtes verweise bis Sie sich beruhigt haben. Samt ihrer beiden Soehne!”. Mike ist sichtlich genervt. “Treten Sie immer so auf, wenn Sie vergessen haben sich rechtzeitig um etwas zu bemuehen?”, schiebt er mit Psychologenstimme nach. Ja, ich gebe euch vollkommen recht. Dieser Nachsatz war nicht noetig und nein, selbstverstaendlich gibt es keinen Nachweis ueber eine Anzahlung die nie geleistet wurde.

Bis zu diesem Moment war es fast noch ein alltaegliches Gespraech… doch die Tatsache, dass der Mann seine Kinder dabei hat, spielt eine gravierende Rolle im Folgenden. Denn erstens: Verletze nie die Ehre eines Kunden im Beisein seiner Kinder – und zweitens: Der Kunde hat zwar nicht recht, aber lass ihn ruhig in dem Glauben er habe recht. “Ich gehe ohne Meinen Rechner nirgendwo hin und Ihre Mittagspause geht mir am Arsch vorbei.”, beginnt der Teekessel langsam zu pfeifen und entlaesst dabei zischend giftige Worte in die Umwelt. “SIE sind unfaehig und nicht in der Lage zu arbeiten. SIE sind es, der hier vergessen hat, sich um etwas zu kuemmern und ich nehme mein Recht auf Auslieferung hier und jetzt wahr. Haben Sie mal ueber die rechtlichen Folgen nachgedacht, die DAS HIER fuer SIE haben koennte?”. Dem Mann zerreisst dieser Wutanfall fast die Stimmbaender. Ich schlendere – bemueht die Fassung zu bewahren – zum Telefon und waehle die 110. “Was machen sie da?”, schreit mich der Mann an. “Ich kuemmere mich darum, dass wir ueber die rechtlichen Folgen ihres Auftrittes hier informiert werden.”, erwidere ich mit einem stumpfen Zittern in der Stimme. “Haben Sie mal ueber Hausfriedensbruch nachgedacht?”, schiebe ich nach. Der Mann holt weiter aus: “Ach so ist das?”, feixt er Mike an, “Erst halten Sie Bestimmungen nicht ein, dannunterstellen Sie Hausfriedensbruch… und jetzt rufen Sie die Polizei?”. “So aehnlich.”, sagt Mike, “So aehnlich.”

Inzwischen hebt am anderen Ende des Telefons jemand ab: “Ja?”, ertoent eine tiefe maennliche Stimme. Ich schildere den Sachverhalt und hoere ein “mhm, ich schicke gleich jemanden vorbei.”. Der Kunde hoert mit einem halben Ohr mit, nimmt seine Kinder und verlaesst den Laden um viertel nach 12. Er kann nicht wissen, dass die 110 die interne Nebenstellen-Nummer unseres Lageristen ist.

Fuer euch habe ich den Text auch mal eingelesen :)
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Ehrlich wehrt sich am laengsten…

Wednesday, March 14th, 2007

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Liebe Kaufhausdetektive, Polizisten, Fernseh- und echte Anwaelte, Richter und Staatsanwaelte, liebe Notare – oder: Liebe Menschen, die ihr euer Geschaeft mit der Ehrlichkeit bestreitet: Ich fuehle mit euch… warum? Lest selbst:

Ein wunderbarer Tag geht zuende… nicht nur, dass ich die Hoffnung habe, dass mit dem Feierabend und dem darauf folgenden Entspannen auf der heimischen Couch meine Bauchschmerzen verschwinden, nein. Auch die Sonne neigt sich gen Westen und versprueht somit nicht mehr dieses graesslich-helle Licht in alle Welt. Ich mag die Abendsonne… aber dieses Zeug, das einem den ganzen Tag lang in den Kopf scheint… nein danke. Es ist kurz vor 18 Uhr und ich beginne langsam die Werkstatt aufzuraeumen. Das ist eine neue kleine lieb gewonnene Angewohnheit von mir: Erstens vergeht dadurch etwas Zeit mit sinnvoller Arbeit und zweitens schaut es, wenn man Feierabend macht und des naechsten Morgens zur Arbeit kommt nicht aus wie Kraut, Rueben und Kartoffeln. Das hebt die Arbeitsqualitaet in Himmelshoehen. “DingDong” schallt es in meine himmlischen Hoehen, in denen ich von aufgeraeumten Reparaturwerkbaenken und ESD-Armbaendern traeume. ‘DingDong’… nicht irgendein ‘DingDong’ … sondern DAS ‘DingDong’, dass nur die Kunden beim durchqueren der Lichtschranke erzeugen, die etwas zu verbergen haben. Es ist kein akustischer Unterschied… lediglich so ein Gefuehl der Hektik. Ich plupse aus meinen friedlichen Gedanken hart auf den Boden der Tatsachen zurueck. Ein Blick auf den kleinen Ueberwachungsmonitor bringt Gewissheit. Ein Mann, vielleicht mitte Vierzig steht vor dem Tresen, seinen Computer in der Hand… kaufen moechte er bestimmt nichts. Wie teilnahmslos sein Blick die Regale schteift, bestaerkt meinen Verdacht: “Unzufrieden, gehetzt und schrecklich in Eile” – oder Kurz: eine Ugse [Ug:xe]. Seinen Rechner umklammert wie einen Rettungsring steht er da und starrt eher an meinen vielen schoenen Artikeln vorbei. Wenn er so weitermacht haben wir mehr Loecher als Luft in der Luft. Wird es ein Kampf? Wir werden sehen.

Ich weiss nicht mehr genau, warum ich ihn ueberhaupt bediene, raeume ich doch gerade meine Werkstatt auf, mein Heiligtum, meine Quelle des Friedens (bin ich bekloppt? naja, angesichts der Situation)! Wahrscheinlich teibt mich die Neugier – nein etwas anderes, vielleicht schon jetzt Schadenfreude ueber das Gesicht des Mannes wenn er sagt “Ich hab gar nichts gemacht”. Eine diablolische Stimme lacht in einer dunklen Ecke meines Bewusstseins, in der Stroeme aus Lava nur ein wenig fad’-rotes Glimmen an die Hirnwaende werfen. Manchmal mache ich mir selbst Angst. “Wie kann ich ihnen helfen zu spaeter Stund’?” klingt es mittelalterlich-dienerhaft aus meinem Munde. In dem Moment stellt sich Mike zu meiner rechten. Anscheinend hat auch der das “DingDong” richtig gedeutet – kein Wunder bei der Berufserfahrung. Er ugst einmal kurz in meine Richtung, und tut dann so, als wuerde er an der Wand im Kassenbereich Tintenpatronen sortieren. Selbst diese offensichtlich fadenscheinige Tarnung faellt dem Kunden nicht mehr auf, der mir uebrigens immernoch nicht geantwortet hat. Jedes Kind weiss, dass unsere Patronenwand nie sortiert ist. “Womit kann ich dienlich sein?” wiederhole ich noch etwas unterwuerfiger. Endlich erwacht es aus seinem intensiven Bohrvorhaben in unserer frischen kuehlen Sommerluft und wendet mir seinen Blick zu sowie die folgenden Worte an mich: “Ich habe gestern dieses Mainboard bei euch gekauft und das geht nicht.”. Der Mann deutet mit beiden Zeigefingern auf das Zentrum des Rechners, ohne diesen auf der freien und aufgeraeumten (!) Theke abzustellen. “Wenn ich Ihn anschalte, geht er gleich wieder aus.”. Mein inzwischen recht reicher Erfahrungsschatz mit dieser Problematik noetigt mich, meine Mundwinkel schelmisch gen Himmel zu schicken. “Dabei habe ich alles richtig verkabelt!”.

“Die haeufigste Ursache fuer dieser Art Probleme”, hebe ich an, “sind Verkabelungsfehler. Lassen Sie mich mal einen Blick in den Rechner werfen.”. Dem Mann fallen saemtliche Falten aus dem Gesicht und machen weitaus groesseren Furchen Platz. “Aber ich habe alles richtig verkabelt, so wie es im Handbuch steht!”. Aha… eine erste Einschraenkung also. Der Mann gibt also zu, dass er versucht hat, das Handbuch zu lesen. Ich ziehe eine Augenbrauhe hoch und blicke zu Mike. Dieser hat sein “Wenn wir ,jedes mal wenn wir diesen Satz hoeren, 5 Euro bekaemen…”- Gesicht aufgezogen und ist immernoch emsig mit den Patronen beschaeftigt. Auch ich weiss, wie es um die Like-a-Brick Mainboard-Handbuecher steht. Viel mehr Sorgen macht mir allerdings der Gedanke, wie es meist um die Kunden dieser Firma steht. “Na wenn Sie schon sagen, sie haetten nach Handbuch verkabelt… wir wissen doch beide, wie es dieser Tage um die Handbuecher dieser Mainboards steht…”. Ich schaue verstaendnisvoll. “Aber das Mainboard kann alles… “, meint der Kunde zu bedenken geben zu muessen. “Eierlegende Woll-Milch-Sau halt”, gibt Mike einsilbig zu bedenken. Waehrend ich einen Schraubendreher aus meiner himmlisch aufgeraeumten Werkstatt holen gehe, denke ich ueber die Krankheiten ‘Vogelgrippe’, ‘Maul und Klauenseuche’ sowie ‘Rinderwahn’ nach und komme zu dem Schluss, dass die Kombination aus allem ganz vortrefflich zu diesem Hersteller passt.

Wenige Sekunden spaeter luefte ich den Gehaeusedeckel vor den Augen des Kunden schwungvoll in die Hoehe. Waehrend der Kunde etwas schreckhaft zurueckweicht, schwenkt Mikes Interesse von der Patronenwand zum Inneren des Gehaeuses. Beim Anblick der Verkabelung fuehle ich mich an meine Umbauaktionen erinnert – damals, als ich noch dachte, der PCI-Bus verkehrte zwischen Portugal, China und Indien – und meine Erwartungen werden deutlich uebertroffen. “Schauen Sie doch bitte nochmal in das Handbuch…”, bitte ich den Kunden, der anscheinend schon ahnt, was gleich passieren wird, “…, ich gehe derweil meine Kamera holen.”. Seinen Blick entnehme ich, dass ich mich geirrt habe. Damit hat er nicht gerechnet.

Waehrend er hektisch versucht, die Reste des in Kaffee getraenkten Handbuches auf die Schnelle doch noch zu begreifen, schiesse ich seelenruhig ein paar Bilder aus verschiedenen Positionen und mache einige erstaunte Laute dabei. “Schliessen sie ihn doch mal an, dann werden Sie schon sehen, was ich meine!”, versucht er, die Situation fuer sich zu retten. “Es liegt mich Sicherheit nicht an der Verkabelung, die habe ich, glaube ich, wirklich nach Handbuch durchgefuehrt!”. Mir fallen auf den ersten Blick schon 3 Stellen ein, die mit Sicherheit nicht so im Handbuch stehen. Weniger Eindrucksvoll als die hastig abgezogene Wanne des CD_AUDIO-Sockets gibt sich der fehlende 12V Stecker auf dem Mainboard. Beides jedoch wird deutlich ueberfluegelt von dem doppelten Maleur am Floppykabel, bei dem nicht nur das falsche Ende im Motherboard steckt, sondern – und das waere nun wirklich nicht mehr noetig gewesen um uns zu beeindrucken – auch noch falsch herum. Begleitet wird dies von noch einigen weiteren Unzulaenglichkeiten im Bereich der Spannungsversorgung, bei der der erforderliche bereits erwaehnte Stecker gaenzlich durch Abwesenheit glaenzt. “Sehen Sie doch nun endlich mal ins Handbuch, das hat alles seine Richtigkeit. Ich habe wirklich fast alles nach Handbuch angeschlossen”. Erst ist er sich sicher alles sei richtig, dann sagt er es sei nach Handbuch richtig und nun gesteht er sogar durch das Woertchen ‘fast’ fast einen Fehler ein. Wir kommen der Sache also schon naeher… ob er es noch merkt? Entgegen seinem Rat, entscheide ich mich gegen das Handbuch und auch gegen seine Verkabelung und tausche Schlichtweg das Netzteil. “Aber das hat doch funktioniert! In meinem alten Rechner war das vollkommen ausreichend.”. Ohne Worte winke ich mit dem 4-poligen 12V Stecker und deute daraufhin mit selbigem auf die Stelle im Handbuch, die er gerade vorgibt, mit Hingabe zu stdieren. Mike, der dem Herrn inzwischen ueber die Schulter in das Handbuch blickt, liest die besagte Zeile laut vor, als habe er gerade durch Zufall bemerkt, dass er lesen koenne: “Ach-tung. Das Netz-teil muss ue-ber ei-ne se-pe-ra-te vier-po-li-ge Zwoelf-Volt-Lei-tung ver-fue-gen komma so komma wie sie un-ten ab-ge-bil-det ist.”, und grinst ganz abscheulich herablassend. Erneut weise ich mit dem Stecker auf die Abbildung des Steckers.

Als das Netzteil sitzt zupfe ich noch eine weitere Kabel aus dem Geraet und platziere sie an den vorgesehenen Stellen. Mike setzt kopfschuettelnd die Wanne des CD_AUDIO-Steckers wieder auf die 4 vollkommen entstellten Kontaktpfosten, die einsam und verlassen aus der Platine ragen wie abgeknickte Grashalme. Nach etwa 5 Minuten ist das System anstaendig verkabelt – ja sogar 5 Kabelbinder wurden appliziert. “Entzueckend…”, gebe ich dem sprachlosen Kunden das Ende unserer Arbeit zu erkennen und kann es mir nicht verkneifen: “.. und sehen Sie? Sogar den CD_AUDIO-Stecker hat der Chef wieder hinbekommen!”. Mike macht ein Gesicht, als habe er gerade sein Lieblings-Haustier beerdigt. “Aber den habe ich gar nicht angefasst!”, lamentiert der Kunde. Mikes Mimik festigt sich und ich ich schaue etwas frustriert, als das System das erste Mal sauber startet…

Sein Name war Ehrlich und dennoch hat er gelogen. Traurig.

Machts gut, und seid ehrlich :) . Auch wenn Ihr mit unseren Waren mal Mist gebaut habt, helfen wir euch weiter.

Der Sternensucher

Kundentypen erklaert: Der Technophob – oder: Der Azubi auf Reisen

Tuesday, October 10th, 2006

DIE FOLGENDE GESCHICHTE IST EINE UEBERSPITZTE DARSTELLUNG MEINER VORSTELLUNGSKRAFT. KEINE DER GENANNTEN PERSONEN IST REAL, KEINE DER GEZEIGTEN SZENEN IST REAL. AEHNLICHKEITEN MIT REAL EXISTIERENDEN PERSONEN, SITUATIONEN UND ALLTAGSPLAGEN SIND ZUFAELLIG UND KEINE BOESE ABSICHT!

Es gibt Momente im Leben eines Technikers/Verkaeufers/Managers/Arsch fuer alles, die einem zeigen, wie gross das Unverstaendnis eines Kunden – und gleichzeitig – wie klein seine Vorstellungskraft ist, wenn es im die Ausmasse des Internet geht. Einer dieser Momente ereignete sich unlaengst, als ich den grossen Fehler beging, einen Rechner zu verkaufen. Computer eignen sich im Allgemeinen hervorragend als Internet-Endgeraet, nicht jedoch im Falle dieses besagten Systemes, das gerade einen unser pingeligsten Kunden als neuen Besitzer erwischte. Es gibt eben auch Momente im Leben eines Rechners, die schreien foermlich: “Verdammt, warum bin ich nicht schon an jemand anderen verkauft worden?!”.

An jenem schoenen Tag betrat Herr Ford unseren schoenen kleinen Laden. Herr Ford ist ein Mensch, der alles ganz genau nimmt, anders als sein Namensvetter, der den Fehler beging, Autos zu bauen. Herr Ford ist Lehrer – das ist zunaechst nichts schlimmes, allerdings muss man sich in einem Verkaufsgespraech darauf einstellen. Gerade Lehrer, warum auch immer, haben eine ehrgeitzige Art, fuer moeglichst wenig Geld moeglichst viel Leistung zu bekommen. Das beschraenkt sich nicht nur auf Computer, jedoch hat es hier fatale Folgen. Zum Beispiel lassen sich in 90% der Faelle, in denen uns ein Lehrer einen Rechner bringt der Macken hat, diese auf billige Hardware einschlaegig vorbestrafter Hersteller zurueckfuehren, die hier namendlich nicht weiter aufgefuehrt werden sollen. Manchmal ist billig eben doch sehr teuer ;) . Fahren wir aber nun mit Herrn Ford fort, der uebrigens einen VW faehrt.

Als Herr Ford den Laden betritt und sich wie ueblich selbst, vollkommen in Gedanken versunken, wegen der durch sein Eintreten ausgeloesten Tuerschelle erschreckt, mache ich den folgenschweren Fehler, hinter dem Tresen zu stehen. Warum ich diesen Fehler immer wieder mache ist mir in diesem Moment nicht klar, auch wenn ich angestrengt nachdenke. Das tue ich allerdings nur um an etwas anderes zu denken als an die Frage, die Herr Ford nun gleich stellen wird: “Herr Sternensucher”, beginnt er seine schon bereitgelegte Rede, fuer die er keinen Zettel braucht, “Herr Sternensucher, ich brauche einen neuen Rechner und… bevor Sie jetzt schon wieder an ihre Spiele denken”, phantasiert er vollkommen ohne Halt und Ansatz, “denken Sie lieber daran, dass ich mit dem System wirklich etwas bewegen muss. Ich brauche ein Leistungsstakes Arbeitssystem mit viel Speicher und – vor allem – aber das wissen Sie ja mit Sicherheit inzwischen selbst – mit viel Leistung.”. Ich atme tief durch. “Des weiteren habe ich nicht viel Geld dafuer eingeplant. Unsere Tochter studiert, wissen Sie? Das frisst an meinem Gehalt.”, setzt er nach. “Aber sicher”, denke ich bei mir. Im Kopf gehe ich die 20 Fehlgeleiteten BTO-Ruecklaeufer durch, die wir noch an den Kunden bringen muessen. “Also fuer IHRE speziellen und ausgesprochen aussergewoehnlichen Anforderungen haben wir Systeme ab etwa 450 Euro auf Lager”, setze ich an, ” aber – wie Sie sich sicher denken koennen – sind nach oben wie immer keine Grenzengesetzt.”. Ich sehe bei dem Wort “oben” seine Wimpern zucken.

An dieser Stelle moechte ich den Verlauf des Verkaufsgespraeches nicht weiter ausfuehren. Es verlief wie ein typisches Lehrerverkaufsgespraech, lediglich an einer Stelle, schon nachdem unser Herr Ford sich fuer den Rechner seiner Wahl – ein ganz normales P4 Arbeitsgeraet ohne schnoerkel – entschieden hatte, wendete sich das Gespraech, quasi noch im Bezahlvorgang, in eine voellig neue Richtung:

“Ach Herr Sternensucher, was ich vollkommen vergessen habe: wird mein Internet jetzt auch endlich schneller? Das hat frueher immer so EWIG gedauert mit den ganzen Seiten!”, faellt es ihm unglaublich frueh auf. “Was haben Sie denn fuer einen Internet-Anschluss?”, hake ich nach. “Ach wissen Sie, ich habe ISDN und bin damit immer zufrieden gewesen. Allerdings merke ich inzwischen, dass mein Rechner das alles nicht mehr verpackt. Ich bin eigentlich nicht so fuer diesen ganzen neuen Krams.”. Ich denke mit nostalgischem Blick an meine Modemtage zurueck. Herr Ford ruft mich jeoch schnell aus meinen Gedanken und noetigt mich zu einem Erklaerungsversuch: “Wissen Sie Herr Ford, ISDN…”, ich mache eine Pause und seufze, als haette ich es ihm schon 1000 mal erklaert, “ISDN ist eine Technik, mit einem _normalerweise_ feststehenden Limit von 7 bis 8kb/s. Heutige Webseiten sind haeufig mit Bildern und Animationen gespickt, die leicht mal 600kb gross sind. Der geneigte Mathematiker erkennt also schnell, dass eine derartige Seite dann schnell mal eine Minute bis 90 Sekunden laed. Und dabei gehen wir schon davon aus, dass alles optimal laeuft, was – wie Sie sicher wissen – selten genug passiert.”. Ich mache wieder eine taktische Pause. Herrn Fords Kopf nimmt eine fragende leicht geneigte Stellung ein, wobei seine Brille nervoes auf seiner Nase hin und her rutscht. “Sie wollen mir also sagen, dass der Rechner das Internet gar nicht schneller macht?!”. “Ich sage nur, dass die Moeglichkeit besteht.” … Soweit so gut. Nachdem ich Herrn Ford dann noch erklaert habe, dass er – je nach installiertem Browser – in diesen 1.5 Minuten mitunter gar nichts sieht, verlaesst dieser weniger zufrieden als gehofft den Laden.

Die naechsten 2 Wochen hoeren wir nichts von Herrn Ford, seinem Rechner und seinem ISDN Anschluss. Die Ruhe truegt. Das weiss zwar noch niemand, doch wir ahnen es. Die Gewissheit kommt wie immer prompt mit dem Betreten des Ladens durch den Kunden. Sein Gesicht macht ein Gespraech eigentlich unnoetig, aber trotz allem bricht es aus ihm heraus. Die Tatsache dass noch 3 Kunden vor ihm an der Reihe sind ist ihm herzlich egal: “Scheisse! Alles scheisse! Was soll das? Mein Internet ist langsamer als vorher, die Scheisskarre stinkt nach spaetestens 2 Stunden als wuerden da drinnen saemtliche Kabel schmoren und der Drucker von euch geht auch nicht! Scheisse Scheisse Scheisse!”. Erwaehnte ich eigentlich schon, dass Herr Ford Berufs-Choleriker ist? Man sieht den Chef und einen Azubi in heller Panik. Soetwas ist der GAU… man fuehrt ein Verkaufsgespraech und ein Kunde kommt mit genau dem Geraet unter dem Arm herein, das man gerade verkaufen moechte. Wenn er das Produkt der Wahl dann noch lauthals bewirbt, ist jeder Verkaeufer der Ohnmacht nahe. Um schlimmeres abzuwenden veranlasst mein lieber Chef (notiert: ohne dass ich mich wehren kann) einen sofortigen Aussendiensttermin mit mir in der Hauptrolle. “Das ist nicht mein Ding aber es gibt Momente… ” halt! Das hatten wir schonmal.

Ich reise also mit Herrn Ford in seinem VW zu ihm nach Hause. Dieser prinzipiell einfache Sachverhalt ist weiniger normal als man vermuten koennte, denn Herr Ford wohnt keine 100m von unserem Laden, sein Rechner ist sehr leicht und so einen Diesel faehrt man ja nur sehr ungerne mal eben so nur bis zum Baecker. Als er wie der Passatwind auf seine Einfahrt fegt, kippt im Kofferraum der Rechner um… wer ihn da hineingestellt hat?! Ich war es nicht. Dennoch wirft Herr Ford beaengstigende Blicke auf meine Nase, die inzwischen den Anschein erweckt, ich hiesse Rudolf und waere ein Paarhufer. Warum muss ich die Probleme meiner Kunden immer zu meinen machen?!. Ich weiss es nicht und wahrscheinlich werde ich es nie erfahren… wobei wahrscheinlicher ist, dass es die Ursache hat, dass ich davon lebe ihre Probleme zu meinen zu machen. Dennoch bin ich sehr Ahnungslos, als ich das Auto verlasse und den Rechner aus dem Kofferraum hole, der ein beaengstigendes Scheppern von sich gibt. Zu dem Zeitpunkt hoffe ich noch, dass das die nicht fixierten Kabel sind, die gegen die Gehaeuseseiten schlagen, doch diese Hoffnung soll sich bald… SEHR bald in Luft aufloesen – aehnlich schnell wie die Bettwaesche beim ALDI an Tagen verschwindet, an denen man sie dort wieder im Sonderangebot findet.

Als ich den Rechner in Herrn Ford’s Wohnung trage merke ich schon, warum er so ein Choleriker ist. Alles ist in grellen Rot-Toenen oder in Grau gehalten. Die Lichtsituation laesst einen zu emotionalem Eis erstarren und Fenster gibt es so gut wie keine. Ich bleibe vor Schreck stehen. Herr Ford reisst mir den Rechner aus der Hand und gibt mir mit einem “Geben Sie schon her!” zu verstehen, ich haette schon genug kaputt gemacht. Ich bin ueberrascht… ich haette nicht gedacht, dass er so zurueckhaltend und nett sein kann :) . Nachdem wir sein Arbeitszimmer betreten haben, schliesst Herr Ford seinen Rechner gleich an den Strom an.. und schaltet ein. Es piept, ein Bild erscheint auf seinem Monitor und der Rechner geht aus… was dann passiert enbehrt jeglicher Logik: Herr Ford verstummt, tritt 2 Schritte zurueck und setzt sich in seinen Sessel. Er schweigt. Kein vorwurfsvoller Blick, kein Gebruell, lediglich ein zittern in seinem Mundwinkel. Es ist als haette ihn die Atmosphaere seines eigenen Heimes besaenftigt. “Sollen wir uns den Rechner mal von innen ansehen?” frage ich vorsichtig und bereit, hinter einem umherstehenden Moebel in Deckung zu gehen… noch traue ich dem Frieden nicht. Er aber nickt nur abwesend und zuckt weiter mit dem Mundwinkel. Vorsichtig ziehe ich den Schraubendreher aus meinem Werkzeug-Etui, die Bewegungen meines Gegenuebers immer im Auge behaltend. Keine Reaktion… nur weiterhin das nervoese Zucken in seinem Mundwinkel. Er hat mich ueberzeugt, keine Gefahr. Flink oeffne ich das Geraet, auf das Schlimmste vorbereitet. Die Seitenwand und der Deckel sind schnell entfernt.

Das Bild was sich mir bietet laesst mich tief durchatmen. CPU-Kuehler und Grafikkarte haben ihre angestammten Plaetze verlassen und sind innerhalb des Gehaeuses abgaengig auf Erkundungstour. Schnell untersuche ich die entsprechenden Halterungen auf Beschaedigungen… und atme auf. Keine nachhaltigen Schaeden. Ich setze die Hardware wieder ein, schliesse das Geraet erneut an und schalte ein… Das Zucken in den Mundwinkeln meines gebeutelten Kunden hoert schlagartig auf, als das Startlogo seines Betriebssystemes auf dem Monitor erscheint, ebenso verfluechtigt sich die wohlige Ruhe in seinem Verhalten. “Jetzt kann ich ihnen ja zeigen, was fuer ein Dreckshaufen dieses Geraet ist.”, faehrt er fort. Uebrigens ist das einzige was bisher verbrannt riecht der Schnurrbart des Herrn Ford, denn er spuckt wieder Feuer. Zumindest uebergeht er so spielend einfach die Tatsache, dass er um ein Haar seinen eigenen Rechner durch eine zu schnittige Kurvenlage zerlegt haette.

Nachdem der Rechner anstandslos gebootet hat und auch die Internetverbindung stabil mit 7.2kb/s eingemessen wurde erklaere ich ihm mit ruhiger gelassener Stimme, dass das bisher gezeigte Verhalten des Geraetes vollkommen normal ist und weder er, noch der Rechner etwas fuer diese Langsame Verbindung kann. Da ich meine Ruhe und Gelassenheit seinem Aufbrausen anzupassen versuche brauche ich fuer diese Erklaerungen mehr als 10 Minuten und da der Ausgang meiner Erklaerungsversuche ihn hoechst unbefriedigt laesst, erklaert er kurzerhand mich fuer schuldig: “Was fingern Sie da eigentlich die ganze Zeit an meinem Rechner herum? Meine Einstellungen waren doch alle in Ordnung?”. Naja… gut. Ich finde eine CD von Commundo im CD-Laufwerk und frage ihn ob er sie installiert haette… und er hat. Auf meie Frage, ob er darueber informiert sei, dass der Internetanbieter Commundo seit mehreren Jahren Lycos Online heisse und der beworbene Einheitenpreis von 1.8 Pfennig pro Minute auch schon seit spaetestens 2002 nicht mehr aktuell sei, reagiert er auf die gleiche Weise wie schon zuvor. erst faellt er in seinen Sitz zurueck, danach wieder ein kurzes Zucken mit dem Mundwinkel, doch er springt schnell wieder auf: “Ich weiss nicht was das damit zu tun haben soll, dass mein Rechner verbrannt riecht”. Aha. er lernt anscheinend dazu und versucht es mit der Verwirrungstaktik. Nach kurzem Schnueffeln erkenne ich jedoch keinen Brandgeruch in der Luft (von seinem lodernden Bart einmal abgesehen). Als ich ihn darauf hinweise bittet er mich, das Haus zu verlassen und mich Zwecks Besprechung der Rueckgabebedingungen fuer den Rechner zurueck in die Firma zu begeben – allerdings formuliert ER das etwas anders. Den genauen Wortlaut erspare ich euch lieber. Ich verrate euch allerdings dass die Worte “Scheissteil” “Arschloch” und “Chef” in engem Kontext zueinander stehend auftauchten, gefolgt von einem freundlichen “Raus hier!” als Verabschiedung.

Zurueck in der Firma hat Mike schon ein Auftragsformular fuer einen DSL-Anschluss in der Hand. “Er braucht nur noch zu unterschreiben”, fluestert er grinsend zu mir herueber, “Ich habe ihn schon fertig ausgefuellt”. Nie haette ich gedacht wie recht er hat.

Seid lieb zum Aussendienst, Auch zu dem der Telekom :) .

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