Archive for the ‘Persoenlich’ Category

Ich habs gewusst…

Thursday, April 24th, 2008

In wenigen Punkten scheidet sich die Menschheit so sehr in 2 Gruppen wie an dem, wo es um Tee oder Kaffee als bevorzugtes Heissgetraenk geht - mal abgesehen von dem haeufchen Aufrechter, dass immer wieder behauptet, emacs sei tatsaechlich ein Texteditor…

Wir Kaffeetrinker haben in der Regel ein relativ klares Suchtbild: Ohne den ersten Kaffee morgends geht mal gar nichts. Nicht umsonst machen eine Menge Menschen mit dem Verkauf dieses schwarzen Luxusgetraenkes eine Menge Geld. Wir werden jedoch von allen Seiten immer wieder scharf gewarnt: Saetze wie “Trink nicht so viel Kaffee, da geht Fluessigkeit von verloren…”, “Wenn du so weitermachst, hast du in 2 Jahren nen kuenstlichen Magen” oder “der ganze Kaffee macht einen doch nur zu einem nervoesen Hysteriker” hoeren wir taeglich und haben - aehnlich wie die Raucher, gelernt damit zu leben. Immerhin muessen wir noch nicht in einen abgetrennten Raum verschwinden um unserer Sucht nachzugeben.

Wie wenig allerdings gerade die letzte Warnung in der Realitaet begruendet steht, versuchte vor einigen Tagen eine Tasse Kaffee mir zu vermitteln. Sie versuchte mit ihrer zartschmelzenden Schaumkrone, das asiatische alte “Yin-Yang”-Symbol nachzubilden. Seine Bedeutung ist der Ausgleich zwischen Gut und Boese und die Weisheit, dass der Übergang zwischen Gut und Boese (Licht und Schatten) meist fliessend ist. (Vergessen hat der Kaffee die Punkte in diesem Symbol, dass wir woh alle kennen)

Vielleicht drehe ich nach diesem Zeichen allerdings doch mal den Staerkeregler an der Kaffeemaschine in den Bereich unterhalb des Totenkopfes….

Mit mitte 20 in die Truhe…

Tuesday, March 25th, 2008

Kennst du dieses Gefuehl, wenn du irgendwo sitzt und alles nervt dich an? Gesellschaft… du gehst irgendwo hin wo du alleine bist. Dann die Einsamkeit… du gehst unter Leute. Der Laerm.. du gehst an einen stillen Ort. Die pinible Art der Menschen, ruhig zu sein… alles scheisse.

Genau so gehts mir gerade und ich ueberlege, wie ich das los werde. Totale entsinnung… dann kann einen ja nichts mehr jucken. Wenn man nichts mehr hoert, nichts mehr sieht, sich nicht mehr bewegt und nichts mehr spuert, der totale Frieden. Geht das, waehrend wir leben?

Ich erinnere mich an eine Kuechenbank bei meiner Grossmutter im Haus. Die stand ueber Eck im Esszimmer und hatte eine aufklappbare Sitzflaeche. In der kurzen Bankseite waren allerlei Gesellschaftsspiele verstaut, bei denen sich mein Cousin und ich oft und reichlich bedienten um uns nicht Nachmittage zu verkuerzen. In der anderen Seite der Bank waren ein paar Decken verstaut. Lange Zeit war sie lang genug um sich darin zu verstecken und jedes mal, wenn wir verstecken spielten (es war ein grosses Haus) versteckte ich mich oft in dieser Bank. Keiner verstand so recht warum und ich war auch nicht in der Lage das zu erklaeren (meine Guete, ich war 6 oder so ;)). Heute erinnere ich mich daran und selbst, wenn ich die Kindheits-Nostalige weitestgehend abstelle erinnere ich mich, dass ich mich in dieser “Truhe” wohlgefuehlt habe. Es war dunkel, es war still und man hatte seine Ruhe - zumindest bis einen jemand gefunden hat.

Jetzt dachte ich darueber nach, wie das wohl geht - heutzutage - dass ein junger Mensch mitten in der besten Zeit seines Lebens ueber dunkle Kisten nachdenkt. Ich finde das allerdings voellig ok :). Auf der Suche nach einem Sarg fuer Zuhause stiess ich allerdings auf eigenartige Resonanzen. Leute die mich schon seit Jahren kennen und mich eigentlich besser kennen sollten aeusserten sich wie folgt:

Bist du morbid oder was?

Warum einen Sarg? Bist du auch einer von diesen dunklen Gesellen?

Das hat mich eh gewundert, wo du dich so herumtreibst im Internet” oder

Das musste ja irgendwann rauskommen bei dir, du bist doch immer so depressiv

Ein “hoemma!”an diese meine Freunde: ihr habt nichts verstanden :). Ich habe weder vor zu sterben noch habe ich eine gestoerte Beziehung zum Tod. Ich moechte einfach nur ein Bett mit Deckel und erkenne, dass es praktischerweise Menschen gibt, die sowas beruflich bauen.

Fuer einen Moment glitt mein Gedanke zurueck zu jener Kuechenbank, aus der ich bald herauswuchs. Einmal, nachdem ich mich darin versteckt hatte, kam ich nicht wieder heraus. Es schien der Zeitpunkt gekommen zu sein, lebewohl zu sagen und fortan begnuegte ich mich damit, AUF der Bank zu sitzen. Jahre spaeter traf ich eine weitere Kuechenbank in Schweden. Diese war deutlich groesser und sollte mir passen. Allerdings war sie viel zu voll mit Kram. Ich muehte mich nicht, sie leer zu machen.

Manches mal musste ich mir in den letzten Tagen vorstellen, wie es wohl waere durch die Moebelhaeuser zu schweifen, Kuechenbaenke anprobierend. Um mich herum die ganzen Menschen, die vermutlich aehnliche Kommentare darueber abgeben wuerden wie meine Freunde - vermutlich verurteilender, verachtender.

Mama, was macht der Mann da?” - “Schau weg, Kind! - Der ist nicht gesund

Dieses Bild vor Augen erscheinen die Kommentare meiner Freunde vielleicht verstaendlicher als mir lieb ist.

Auf meinen Wegen durch diverse Online-Foren, die sich vorwiegend mit Okkultismus und Satanismus befassten oder einfach Kommentare von Gothic-Freaks sammelten stellte ich jedoch fest, dass das gar nicht so einfach ist mit dem Sarg fuer zu Hause. Viele Bestatter oder Sargbauer verkaufen Saerge nur an Tote… das ist kein Witz. Sie fuerchten den Missbrauch dieser wuerdevollen Ruhe-Moebel durch Leute, die diese entehren. Ein nobler Gedanke, aber ich moechte doch nur ein Bett mit Deckel :/. Was ist so verkehrt daran? Meinetwegen koennt ihr mich in 60 Jahren auch darin bestatten, wenn es denn sein soll.

Wenn jemand einen Rat weiss, wer mir bei der Beschaffung eines oben schliessbaren truhenaehnlichen Moebels behilflich sein kann (2m x 80cm x 80cm waere denkbar) dann waere ich diesem Jemand sehr dankbar fuer eine Meldung.

Einen schoenen lebhaften Ostermontag-Abend euch allen noch,

Der Sternensucher

“angestaubt”

Thursday, March 6th, 2008

“Es ist nicht immer alles einfach und leicht.” … liesse sich die EP “Poussičre” von Muhr in wenigen Worten zusammenfassen, muessten sie in etwa so lauten. Da das aber leider nicht geht, muessen ein paar mehr Worte herhalten.

Die Musik die ich in den Netlabeln finde klingt oft rau, experimentell und man mag fast manchmal vermuten, dass einige Kuenstler erstmal alles Veroeffentlichen, was sie so produzieren, ungeachtet der Tatsache, ob gerade die Katze ueber den Midi Controller laeuft oder man ernsthaft versucht eine Struktur aufzubauen. Herrlich lassen sich solche Stuecke in Genres wie IDM einordnen und ziehen das Gesamtbild enorm herunter… Kritiken wie “es klingt deutlich zu anstrengend” entziehen sich diese Leute dann mit Saetzen wie “Das ist nicht anstrengend, das ist nur zu anspruchsvoll fuer dich.” oder “Waere es nicht anstrengend, dann waere es nicht IDM” … Das klingt etwas nach Profilierungsdrang und passt gar nicht in den so verspielten und tiefgruendigen Kontext der Musik.

Vincent Fugere und sein Musikprojekt Muhr sind ein Urgestein der freien Elektronischen Musik und bekannt als ‘der Kopf hinter camomille und dem ronincollective‘ - zwei netlabel, die Platz fuer Kuenstler wie Mikael Fyrek, lackluster und viele weitere boten, die mit ihrer Experimentierfreudigkeit den schmalen Grat zwischen Ertraeglichkeit und einem neuen Weg trafen, als haette man sie auf schienen gesetzt - und das ohne dabei auch nur aehnlich zu klingen. Als 143 ( centquaratne3 ) beteiligt er sich gleichsam mit bildkuenstlerischen Beitraegen an Gesellschaftskritik und Artwork seinen eigenen Netlabeln. Auch fuer die EP “Poussičre” schuf er einige Bilder, die leider nicht mit dieser zusammen veroeffentlicht wurden.

unreleased artwork 1
unreleased artwork 2
Unveroeffentlichtes EP Artwork

Das Netlabel serein (UK) beschreibt die EP - deren Titel sich als “Staub” uebersetzen laesst - als die wohl selbstbewussteste musikalische Veroeffentlichung Muhrs in den vergangenen Jahren. Selbstbewusst wohl auch, weil sie sich ohne ein Winperzucken auf das Minenfeld der gewoehnungsbeduerftigen Musik wagt. Wer etwas zu sagen hat, soll kein Blatt vor den Mund nehmen - und Muhr spart sich alle Blaetter und kommt sogar ohne Mund aus. Die 5 Tracks tragen einen nur wenige Meter und setzen einen dann auf einem harten und kalten Steinboden ab. Waermende Klangphaeren erahnt man in der Ferne, doch nie in Reinheit. Muhr stellt klar das problematische in den Vordergrund und laesst einem keine Ruhe in der Musik aufzugehen.
Der Begriff des “zum Nachdenken anregens” ist viel zu ausgetreten um ihn hier nocheinmal anzubringen - vermutlich wuerde er noch nichteinmal passen. Die 5 Tracks halten einen jedoch in einem Zustand des Zuhoerens, der irgendwo zwischen Gruebeln und Traeumen liegt und gewaehren einem Einblick in die Scherben einer melancholischen Welt, in der nichts so ist, wie man es sich ertraeumt. Oft trifft die Musik dieses Bild und traut sich damit, der melancholischen Stimmung vergangener EPs wie der bei miasmah music erschienenen ‘La chute du romantisme en ballades‘ zu widersprechen.

Nicht immer eben ist alles einfach - auch nicht das Zuhoeren. Das Label selbst sagt zu dieser EP: “Diese EP ist ein widerwilliges Biest und braucht ein Paar durchlaeufe um gezaehmt zu werden. Du bist es dir schuldig, das auch zu tun.” - ich moechte das so unterschreiben. Diese EP ist weniger die Art Musik, die man abends an macht, wenn man von einem gestressten Tag nach hause kommt, sondern eher die, Art Musik, die man an einem sonnigen Tag bei einem Blick aus dem Fenster in die schoene bunte Welt mit einem “das ertrag ich jetzt nicht” aus macht. Die Stunde wird kommen… :).

Artwork
‘Muhr / Poussičre’ bei serein UK

Das Album gibt es wie immer mit Klick auf das Bild oder im folgenden Player direkt zum reinhoeren:





Einen guten Abend euch noch und ein erfahrungsreiches Zuhoeren wuenscht

Der Sternensucher

Dem Alten ein Ende. Ein Nachruf an 3 geschenkte Jahre

Wednesday, March 5th, 2008

Hallo und guten Abend!

Ich melde mich nur um zu Sagen, dass ich die Geschichten aus dem Computerfachhandel wieder online gestellt habe. Die Kategorie werde ich allerdings nicht weiter schreiben. Ich hoffe es hat euch Spass gemacht und verabschiede mich hiermit aus der Welt des Customer-Care.

Mit einem vor Freude lachenden Traenchen im Auge blicke ich auf diese Geschichten zurueck, die mich 3 Jahre lang Nerven gekostet haben. An dieser Stelle moechte ich all denen gegenueber mein aufrichtiges Mitleid ausdruecken, die sich Tag fuer Tag um die kleinen profanen Zimperlein der Computerbenutzer kuemmern. Diese Spezies, die aus jeder Muecke eine Horde Elefanten zaubert, die Fliegen mit dem Selbstbewusstsein von Hornissen zuechtet und Uhren zu besitzen scheint, die nach Feierabend wieder bei Arbeitsbeginn anfangen… diese Spezies schrieb diese Geschichten fuer euch… nicht nur bei mir, auch bei so vielen anderen in der Branche.

Ich moechte diese Gelegenheit auch nutzen um mich nocheinmal von meinen beiden Chefs verabschieden, die mich durch diese 3 Jahre gehen liessen. Ich danke euch fuer die Moeglichkeit, Erfahrungen zu machen, die mich davon abhielten im Computervertrieb fuer Endkunden zu bleiben und meine Leidenschaft zu vernachlaessigen. Danke auch, dass ihr in dieser Zeit meinen permanenten Leidensstrom ertragen habt und trotz allem standhaft geblieben seid. Ihr habt das klasse gemacht!
Dem Mann mit dem M auch Danke fuer die zahllosen Abende in der alten Werkstatt, die Gespraeche ueber Musik und das Leben und den ganzen Kram, der nicht zu den schoenen Tagen gehoerte an die ich mich erinnere :).
Dem Mann mit dem T einen Dank fuer diene ironische Piesackerei. Die hat mir gezeigt, dass wir auf der gleichen Seite des Tresens stehen, wenn ich schon fast anderer Meinung war. Danke, dass ihr meine Entscheidung respektiert.

Steffen, danke fuer diene unermuedliche Art mich aufzuheitern, wenn gerade wieder ein Mensch wie Fincki (wissen schon) da war. Dein “Na… Joel?!” wenn du schmergelnd durch mein Buero stapftest hat mir so manches Grinsen spendiert, wenn ich eigentlich haette explodieren sollen. Die vielen Gespraeche im Lager, von denen die betroffenen Kunden mit Sicherheit die Haelfte mitbekommen haben, die vielen Kartons, die nie gefunden wurden und unter Gelaechter fuer verschwunden erklaert… Schade, dass ich nicht mehr da sein kann um die Last Minute Kohlen aus dem Feuer zu holen… ich denke aber Alex ist ein wuerdiger Nachfolger, dem ich hiermit alles Gute wuensche… und die gleiche Ausdauer fuer die bald beginnende Ausbildung.

Martin! Mein Held :). Mehr sag ich dazu nicht, es sagt schon genug. Das gleiche gilt fuer Marcel. Danke euch fuer die zahllosen Verleugnungen meiner Person am Telefon, wenn ich wutkrampfend in der Ecke sass und in mich hineindampfte. Danke fuer euer 2 gegen 20 im Laden, wenn ich in der Werkstatt die gluehenden Kohlen jonglierte, den Telefonhoerer in der Hand. Ihr wart toll.

All denen von euch, die mit dieser Firma - die ich zum Ende des Jahres 2007 verliess - weiterhin ihr Leben finanzieren wuensche ich, dass man das, was am Ende raus kommt noch Leben nennen kann und dass ihr alle frisch bleibt.

Ich komm euch mal besuchen und schaue, was passiert,

machts gut, der Sternensucher.

Innehalten

Wednesday, March 5th, 2008

Ein Blick in die gehetzten Gesichter der Menschen reicht um zu begreifen, dass da mehr sein muss. Die Zeit rast, wir rasen ihr hinterher. Minute fuer Stunde fuer Tag. Jahre unseres Lebens verbringen wir mit warten nur um uns den Rest der Zeit zu hetzen. Worauf warten wir eigentlich?
Mein Blick faellt auf die Bahnhofsuhr… eigentlich ein perfektes Beispiel fuer genau das. Der Sekundenzeiger eilt der Zeit voraus, hetzt, ist Sekunden zu frueh bei der 12 und wartet dann auf den Ablauf der Minute, nur um wieder los zu rasen… dennoch macht er alle 60 Sekunden die Runde. Was also hats gebracht? Der Tag hat 24h, das Jahr 365 Tage… meistens jedenfalls. Wir stehen jeden Morgen auf, kommen jedes Jahr wieder an den selben Feiertagen und Festivitaeten vorbei und sind doch ueberascht, wenn es wieder soweit ist. Und dabei ist unsere Zeit doch alle Zeit der Welt… und wenn es nur die 4 Sekunden sind, die der Sekundenzeiger am Bahnsteig zu schnell ist…

Einfach mal innehalten … zur Abwechslung mal fuer sich selbst.

der Sternensucher.

Ohrenfrasz…

Tuesday, March 4th, 2008

… und bitte nicht schlingen!

Es ist mal wieder soweit, sie sind in meinem Kopf. Ich habe keine Ahnung was sie da machen, aber wie sie da hin kommen weiss ich genau. Wieder einmal war es der DE:BUG-Podcast, der mir mal immer so wieder auf die Platte schwaemmt. Letzte Tage hab ich mich mal durchgerungen, das Zeug auf meinen MP3-Player zu kopieren und schon ist es wieder passiert. Diesmal ist es eine Live-EP aus dem Fresh-Poulp-Netlabel aus Frankreich, die meine Aufmerksamkeit erregt. Die EP FPR015 beschreibt sich selbst als Mixtur aus den Stilen 2er Kuenstler - “Rafiralfiro” aus Frankreich und “[wini] 2.0” aus Spanien.

‘Rafiralfiro’ (o-r) (u-l) und ‘[wini] 2.0? (u-r) (o-l)
Die Kuenstler

Musikalisch liegen die beiden gemischt irgendwo im Bereich orientalischer Dub-Tech-Hop. Wie ich darauf komme wird beim ersten Reinhoeren eigentlich ziemlich schnell klar. Ohne Hemmungen vermixen die beiden in diesem aeusserst gut ausproduzierten Live-Set Beat-Loops aus Hip-Hop, Acid und ruhigen Elektro-Stilrichtungen, mischen Sie mit dem Fluss aus IDM und Dub und wuerzen mit allem was in ihrem Ton-Krug an orientalischen Musikkraeutern zu finden ist - eine Prise Vocals nicht zu vergessen.
Teils sind die Stuecke zwar etwas langatmig, dennoch setzt jedes Stueck mindestens 2 stilistische Breakpoints und nicht selten schaut man relativ dumm drein wenn man feststellt, dass man immernoch das gleiche Lied hoert - vielleicht einer der Nebeneffekte dieser explosiven Kooperation.
Keine Sekunde dieser EP empfand ich als nicht hoerenswert. Ueber die leider etwas mageren 128kbit, kann man angesichts der Musikalischen Qualitaeten hinweghoeren. Meiner Meinung nach eine der EPs, die auf Dauer in die Musiksammlung uebergehen koennen.

EP Cover
FPR015 mp3 - 128kbit

Downloaden kann man die EP auf der Seite, welche auf dem Cover verlinkt ist.

Viel Spass beim reinhoeren,

der Sternensucher

Richtungsweisend…

Sunday, March 2nd, 2008

Hallo und ein schoenes Wochenende euch allen.

Gestern war ich mit Eimann und Bernie unterwegs in Koeln, weil ein paar Dinge zu erledigen waren (und der Ausfall von gestern hatte damit zu tun. Ich bin sicher den hat keiner bemerkt ;)). Als wir uns in Koeln nach einer kleinen Unachtsamkeit um mehrere Kilometer verfahren hatten, bat uns das Navi - ein Medion Navigationssystem mit Navigon Software - “halb links” abzubiegen. Wir waren uns einig, nicht wissen zu wollen, wie dann “links” oder gar “scharf links” ausgeschaut haette. Seht selbst:

Medions Auffassung von ‘halb links’
Medions Auffassung von ‘halb links’

Sansation! Explosion!

Wednesday, February 27th, 2008

Einen schoenen guten Abend.

Auf schmerzhafte Weise musste ich erfahren, wie die Technik in den Vergangenen Jahren in gewissen Bereichen an mir vorbei zog. Am vergangenen Wochenende verschied mein iPod mini und musste ersetzt werden. Was im folgenden geschah:

Ich setzte auf diesem seit Jahren die freie alternativ-Firmware “Rockbox” ein. Dies entledigte meinen iPod in der Vergangenheit der Notwendigkeit mit iTunes oder aehnlich-nerviger Verwaltungssoftware in Verbindung zu treten. Diese Eigenschaft wollte ich mir erhalten. Schwierig schwierig… die meisten Player auf denen die Firmware laeuft sind nicht mehr im Handel… und einen “normalen” MP3-Player? Nicht standesgemaess irgendwie :).
Nach Unterhaltung mit einigen (uebrigens sehr geselligen) Rockbox-Developern bestellte ich bei Amazon einen SanDisk sansa c250 FM mit 2 GB. Das Geraet nimmt microSD Karten auf, weshalb ich eine solche mit 4GB gleich mitbestellte. Zu der Gelegenheit fiel mir auf, wie guenstig Flash-Speicher inzwischen geworden ist… und wie klein vor allem. Ich hab mal ein Bild geschossen als kleinen groessenvergleich. Die microSD hat die gleiche Kapazitaet wie der darunterliegende Metallklotz.

4GB vs. 4GB
4GB vs. 4GB

Die genaueren Details eines geplatzen LiIon-Akkus im iPod und die Naeheren Umstaende dessen Feststellung in der Jackentasche (die es ueberlebt hat, genau so wie das Microdrive aus dem iPod) erspare ich euch. Die Platine hats bis auf den Audioausgang sogar auch ueberlebt) erspare ich euch lieber. Mit dem neuen: Reinstecken, Spass haben. Danke Rockbox :).

P.S.: Benutzer von Sansa-Playern sei gesagt: SDHC-Karten funktionieren nicht in der Originalfirmware. Rockbox funktioniert zur Zeit leider noch nicht auf Playern der Version 2 (Firmware nicht 1.xx.xx).

Hallo, wer da?

Sunday, February 17th, 2008

Nach meinem Umzug stand natuerlich auch noch eine neue Telefonanlage an. Da ich in diesen Sachen gerne selbst plane und mein Vermieter sowie auch ich beide relativ gerne an den Telefonanlagen basteln, dachte ich, ich baue eine eigene Asterisk. Ich besitze eh nur noch SIP-Telefone, kann Faxe auf einem Fax-Server empfangen und bediene mich fuer alles weitere einer sehr grossen Menge an Sipura/Linksys ATAs. Das reicht fuers Experimentieren und ist auch fuer mein geplantes Setup die geeignetste Loesung.

Zum Problem: In meiner alten Heimat steht bereits ein Asterisk-Server, der ueber das VPN von allen meinen Systemen aus erreichbar ist. Meine beiden Telefone hier in Dortmund verbinden zum Zweck der Kommunikation aktuell auch direkt ueber das VPN mit diesem Host. Das fuehrt zu unvorhergesehenen Sprachproblemen (Phone -> VPN Router DO -> VPN -> VPN Router Xanten -> Asterisk -> PSTN) bei Auslastung einer der DSL-Leitungen, hinter denen sich die VPN-Router aufhalten. Das ist relativ unpraktisch, auch wenn es aktuell das tut, was es soll. Meine Eltern koennen mich anrufen, ich kann das gleiche umgekehrt tun und zusaetzlich auch ueber meinen alten Telefonanschluss telefonieren und Telefonate empfangen. Das soll auch so bleiben. Ich haette allerdings gerne auch einen Uebergang ins Telefonnetz von Dortmund aus. Dies wuerde zu einer besseren Sprachqualitaet und angenehmeren Telefonaten fuehren und auf Dauer die Asterisk in Xanten nach und nach ueberfluessig machen. Was also tun?!

Ich dachte an das Einfuehren eines Zwischenschrittes… eine zwischen-Asterisk in Dortmund, die die Telefone an diesem Standort konzentriert und ueber IAX2 mit einer Asterisk in Netztechnischer Naehe zum VPN-Server in Duesseldorf verbindet. Die Asterisk in Xanten tut gleiches. So erreiche ich, dass ich weiterhin Telefonate von Dortmund nach Xanten und andersherum Routen kann und erreichbar bleibe. Zusaetzlich fuehre ich die inzwischen wachsende Zahl an Telefonanlagen an einem zentralen Punkt zusammen und erleichtere so den Ausbau der Infrastruktur. Sollte ich mich also klonen lassen -> kein Ding.

um diesen Zweck zu erfuellen, erreichen mich einige Hardware- und Softwareanforderungen, deren Erfuellung mit dem Minimax-Prinzip vergleichbar ist. Moeglichst viel Leistung und Aufgabenvereinigung in einem kleinen, stromsparenden und leisen - moeglichst geraeuschlosen Geraet. Mein Park an Hardware war also dahingehend zu durchforsten und: Ich hab was gefunden :). Aus meiner Zeit in der alten Firma besitze ich einen beachtlichen Park an Maxdata Thinclients in diversen Geschmacksrichtungen. Eines der Geraete ist mit einem PCI und einem PCMCIA Slot ausgestattet und somit auch fuer den Einbau einer ISDN-Karte bestens geeignet.

von hinten
Thinclient mit ISDN-Karte und leerem PCMCIA-Slot

Im Inneren werkelt ein VIA Samuel 2 mit etwas ueber 500Mhz, ein 128MB grosses Kurzzeitgedaechtnis auf einem handelsueblichen 133Mhz SD-DIMM und ein 4GB Microdrive aus einem anderweitig defekten iPod mini.

von innen
eingebaute ISDN-Karte und IDE-CF-carrier

Das Material-Lineup besteht also aus einem besagten Maxdata Thinclient (IGEL relabel eines IGEL 2 (232-CE4) mit OEM-Anpassungen), einem 4GB Microdrive, einer HFC-PCI ISDN-Karte mit HFC-s Chip und einem Schraubendreher (klar oder?)

Materialien
^- Thats the crew! -^

Zu dem Microdrive muss ich ergaenzend etwas sagen: Es ist der einzige halbwegs grosse CF-Datentraeger gewesen, der da war. Bei ebay wechseln diese Drives fuer etwa 20-30 Euro den Besitzer - deutlich weniger als die normalen Microdrives mit 4GB, die nicht aus ausgeschlachteten MediaPlayern stammen. Dies hat den Grund, dass diese Drives keine “echten” microdrives sind und nicht im PCMCIA/CF Modus sondern lediglich im IDE Modus laufen. Dies ist eine Huerde fuer die meisten Cardreader und Digitalkameras, nicht aber fuer unseren Carrier. Die Karte wird ueber diesen als normales IDE-Geraet ohne DMA angesprochen und laeuft somit - langsam aber ohne Probleme.

Das Softwarelineup gestaltet sich etwas komplizierter. Da ich mich fuer eine Asterisk Telefonanlage entschieden habe und debian meine Distribution der Wahl ist, entscheide ich mich dafuer, diese beiden Komponenten zu einem Bootbaren Festplattenimage zu kombinieren. Hierzu habe ich einen Ordner angelegt und darin eine aktuelle stable-Version von Debian mit dem debootstrap-script positioniert. Via chroot muessen nun hier Kernel und kernel-header nachinstalliert werden, alternativ kann auch ein eigener Kernel fuer den Thinclient gebaut werden. Eine kernel config fuer diejenigen, die diesen Thinclient zufaellig auch einsetzen habe ich hier bereitgestellt. Sie enthaelt ein paar Module mehr als noetig, unter anderem TUN devices, soundtreiber, bluetooth support. Diese Funktionen brauche ich fuer die anderen Anwendungsgebiete, die dieses Geraet nacher haben soll.

Das selberbauen der Asterisk und der mISDN module wird in vielen vielen tutorials bereits beschrieben, ich spare mir das in diesem informationellen post einfach mal. Die build config der Asterisk beinhaltet zumindest so ziemlich alles, was die asterisk 1.4 kann. Als ISDN Channel driver soll wie bereits angedeutet mISDN zum Einsatz kommen.

Die Asterisk kompilierte ich in der chroot umgebung meines debootstrap folders mit einer installierten toolchain. Dies ging, da der ThinClient wie auch mein Host system i386-kompatibel waren. Ebenso verfuhr ich mit mISDN und mISDNuser. Hier muessen die Pfade zu den kernel headern pinibel angegeben werden, das mISDN in einem Verzeichnis nach diesen sucht, die es aus der aktuell laufenden Kernel-version generiert. Dies funktionierte bei einem eigenbau natuerlich nicht.

FreePBX folgt, da ich eine Trennung von Extensions und Endgeraeten vorsehe und keine Lust habe, mir alle Features der Anlage selber zu scripten.

Auf das Microdrive bringe ich die Daten und den kernel via “cp -rav”. Der Bootloader wird etwas knifflig. Hierzu muessen /proc und nach moeglichkeit /sys im chroot verfuegbar sein. Danach wird grub im chroot installiert. Wir benoetigen fuer die Installation von Grub eine device.map, die die Situation angibt, wie sie aktuell in unserem System vorliegt. Die Konfiguration spaeter schaut allerdings ganz anders aus. Mein Microdrive steckt aktuell in /dev/sdb, spaeter im Geraet allerdings in /dev/hda…

Wir brauchen also voruebergehend fuer die Installation etwas, was etwa so ausschaut in /boot/grub/device.map um Grub installieren zu koennen:


(hd0) /dev/sdb

Vermutlich existiert in /dev/ im chroot kein Devicenode fuer dieses Geraet. Wir koennen mittels “MAKEDEV generic” allerdings dort die generischen devicenodes anlegen. Weiterhin muessen wir in der /etc/fstab voruebergehend flunkern und dort als Mountpoints die entsprechenden Geraetenamen eintragen, die zum Zeitpunkt der Installation gueltig sind, insbesondere wenn /boot und / auf verschiedenen Partitionen liegen. Ist das der fall, so lohnt es sich, in /boot einen symlink von boot nach ./ anzulegen, da einige scripte sich darauf verlassen.
Damit nun grub-install die /boot Partition - so es denn eine gibt - auch findet, muessen wir noch die /etc/mtab entsprechend anpassen. Hierher bezienen mount und und umount die Informationen ueber gemountete Dateisysteme. Ich erzeuge dort 3 Eintraege, die ich aus /proc/mounts ableite:


/dev/sdb2 / ext2 rw 0 0
/dev/sdb1 /boot ext2 rw 0 0
proc /proc proc rw 0 0

Mit “mount” sieht man sehr schnell, ob man alles richtig gemacht hat. Anschliessend sollte “grub-install /dev/sdb” den Bootloader an die passende Stelle installieren. “update-grub” erzeugt uns nun eine aktuelle menu.lst und wir vergewissern uns, das alles richtig ist: In /boot/grub sollten nun die stages fuer unseren Grub bootloader liegen. Hier editieren wir auch noch schnell die device.map auf die spaetere Konfiguration im System. Wir passen die /etc/fstab wieder an, so dass spaeter die Devicenamen auch passen. Die /etc/mtab koennen wir mit aller zuversichtlichkeit loeschen, bitte aber direkt mittels touch wieder anlegen. Da die grub installation in aller Regel leider nicht erkennt, dass hda1 nicht das tatsaechliche root ist, erweitern wir in der menu.lst auch nich die zeile mit “kopt” um “root=/dev/hda2 hda=nodma panic=5″ und ersetzen das alte “root=”. Ein “update-grub” regelt die Einzelheiten. Nach getaner Arbeit verlassen wir das chroot und testen unseren Erfolg im qemu - nachdem wir alle Verweise und mounts auf /dev/sdb aufgeloest haben versteht sich.
Zeigt “qemu -hda /dev/sdb” ein grub-menue, hat unsere Arbeit Erfolg gehabt.

Das Geraet bootet und ich kann die Asterisk wie gewuenscht konfigurieren :)

Mal anders…

Wednesday, February 13th, 2008

“Ich laufe durch eine Stadt, es ist fast still, fast vollkommen ruhig. Die Strassen sind leer, keine Autos, keine Passanten. Der Wind kriecht um die Haeuserecken und weht alte Zeitungen ueber die Strasse. Nebelschwaden ziehen unter den den orangenen Gaslampen auf den Kreuzungen her und lassen die Spitzen der Hochhaeuser undeutlich verschwimmen. Der Mond ist auch nur noch ein heller Fleck in der Dunkelheit. Kaelte zieht mir durch die Jacke und laesst meine Haende erstarren. Warum bin ich eigentlich nach draussen gegangen? Vergessen oder sowas… ich weiss es nicht mehr. Vermutlich hat es funktioniert. Meine Schuhe fuehlen sich an, als waere ich hunderte Kilometer gelaufen, trotzdem schwebe ich, laufe ohne es zu merken. Die Kreuzungen kommen mir schon seit einiger Zeit nicht mehr bekannt vor. Egal… wer hin findet, findet auch zurueck, hauptsache es hoert nicht auf… ”

Diese leichte Unruhe, dieses leichte Geraeusch, was noch zur Stille fehlt. Das kleine bisschen melodie in diesem Bild ist “Black Mesa Winds” von “Introspective”. Kahvi Release 236 [kahvi236] ist zu komplett um es im einzelnen beschreiben zu koennen. In tiefer melancholie und ein wenig schwermuetig klingt diese EP wie der Soundtrack zu einer verlassenen Stadt. Nicht aufdringlich, dennoch auch nicht ein hintergrundsaeuseln - Da und gleichzeitig nicht da…

Ich war nicht besonders begeistert von der Musik ansich, zugegeben ist die EP stellenweise sehr anstrengend, aber andere Stellen verschliessen einem die Ohren fuer alles andere. Die Stimmung war so praesent, dass ich einfach nicht anders konnte, als den Weg zu Fuss nach Hause zu nehmen um die EP ganz zu hoeren. Ich hoffe ihr koennt auch was damit anfangen.

Black Mesa Winds - Introspecive (Release Cover Art)

Die EP koennt ihr wie immer kostenlos beim Kahvicollective ueber scene.org oder deren Mirror als OGG oder MP3 beziehen. Ein dicker Dank an alle Beteiligten!

der Sternensucher

Der engagierte Vermoegensberater…

Wednesday, February 13th, 2008

Vor einigen Wochen - ich packte gerade $Dinge in Umzugskartons - klingelte mein Telefon… Da ich gerade eine Vase in der einen und einen Thinclient in der anderen Hand jonglierte, beschloss ich, den Gespraechswunsch bis auf weiteres zu ignorieren und erstmal die Haende frei zu bekommen. Das klingeln gab nach wenigen Sekunden bereits auf. Trotzdem wurde ich nach freiwerden der Haende neugierig und begutachtete die “Missed Calls”-Liste meines Telefons… Der Anrufer hatte seine Rufnummer uebertragen, eine, die der eines engen Freundes sehr aehnelt. Ich dachte, er “pingt” mich und ich moege ihn zurueckrufen - ja, hielt diese Nummer da fuer die dieses besagten Freundes und rief zurueck. Das Gespraech was ich danach mit diesem Herrn Rose… fuehrte, habe ich hier mal fuer euch bereitgestellt.

 
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Da der Angerufene nichts von der Aufzeichnung wusste und ich, aufgrund seiner (sehr dummen) ehrlichkeit seine Karriere nicht gefaehrden moechte, habe ich das Gespraech ausgepiept und seine Stimmlage veraendert.