Archive for the ‘Technotrends’ Category

Kraeftig schiessen bitte

Saturday, December 20th, 2008

Hiho,

es ist Weihnachtszeit und die Geschaefte Raeumen die Regale – oder sollte ich sagen “… und die Menschen raeumen die Regale in den Geschaeften”? Beides ist der Fall. Im Weihnachtsgeschaeft kann man zumidnest den ein oder anderen Schnapper machen. So auch ich gestern. Ich suche seit laengerem einen mobilen Ersatz fuer die Canon EOS 350D. Ich mag die Kamera und benutze sie auch noch regelmaessig, allerdings haette ich gerne etwas kleines fuer die Jackentasche, was ich eben immer dabei haben kann.

Die Kamera sollte…

  1. … klein genug sein fuer die Jackentasche
  2. … mit 2 oder weniger Mignon-Zellen auskommen
  3. … mit CF oder SD-Karten arbeiten
  4. … manuelle Einstellung von
    1. ISO-Wert
    2. Blende
    3. Belichtungszeit
    4. Focus
  5. … einen optischen Bildstabilisator haben
  6. … RAW-Format-Aufnahmen machen koennen
  7. … neu nicht mehr als 130 Euro kosten

die Pixelzahl war mir relativ egal, ich haette alles genommen, was mehr als 2 Millionen davon gehabt haette. Wie der Zufall so will sind mir in den letzten 3 Tagen Dinge passiert, die mir diese Kamera genau in die Arme gespielt haben:

  1. Wartezeit in der Duisburger Innenstadt noetigt mich zum zeitvertreiblichen Geschaeftebummel
  2. Weihnachtszeit reduziert Preise fuer Digitalkameras die nicht mehr ganz so frisch sind
  3. Ich erinnere mich an CHDK, das Canon Hack Development Toolkit

Canon PowerShot Kameras habe ich immer favorisiert. Sie waren einfach zu bedienen und die meisten Modelle der A-Serie erfuellten schon fast von Anfang an die Punkte 3 und 4(1-4). Sie waren leider immer etwas klobig und schwer. Seit einiger Zeit verfolgt Canon allerdings mit diesen Kameras einen etwas anderen Kurs. Die Manuellen Funktionen verschwinden, die Modelle werden kleiner und kleiner, die Sensoren auch. Die BIldqualitaet leidet zum Glueck meist nur wenig – viel leidet jedoch der Amateurfotoschist, der gerne hier und da mal die Bilddaten an seine Vorstellugnen anpasst. Tiefenschaerfe, Bewegungsunschaerfen, selektierbare Messpunkte fuer Fokus und Ausleuchtungsmessungen sind essentielle Werkzeuge fuer kreative Fotos. Viel zu schade ist es, dass man dabei tief in die Tasche greifen muss: sowohl finanziell als auch beim hervorholen der schweren Kamera (und der passenden Objektive).

Um so mehr habe ich mich gefreut, als mir eines der letzten Modelle der alten Garde in die Arme lief und nicht viel mehr als 100 Euro kosten sollte: Die ‘Canon PowerShot A590IS‘. Von Hause aus erfuellt diese Kamera alle Punkte bis auf den 6. Punkt, der in keiner Kamera der PowerShot A-Serie zu finden ist.Ich ueberlegte und lief einige Minuten in dem Geschaeft umher und machte mir Gedanken, dann nahm ich die Kamera schlussendlich doch mit. Mittels CHDK, dessen Funktionsumfang ich euch echt zu lesen ans Herz lege, wenn ihr eine auf dem DIG!C II oder III Bildprozessor basierende Kamera der PowerShot Serie besitzt, erweiterte ich die Funktionalitaet aus Punkt 4 auf uebersinnliche Werte und um die RAW-Aufnahmen aus Punkt 6, auf die ich noch Wert legte. Ein Testbild mit der Kamera im Zug nach Hause (bei 140km/h und schaukelndem Obergeschoss) hat mich dann ueberzeugt:

Abgebildete BildbereicheBild einer Notebooktastatur – ISO80, F2.6, 1/8s freihand – Link zum Vollbild
dem Bildstabilisator sei gedankt

Hier nun die 3 selektierten Bildausschnitte in 1:1:

Schaerfepunkt und farbliche StaerkeSchaerfepunkt – CAs deutlich sichtbar, aber ertraeglich. Farbe sehr schoen. Details!

Tiefenschaerfe und UebergangSchaerfeuebergang sehr eng dank Offenblende 1:2.6

UnschaerfeSchoene unschaerfe, nicht verwischt, nicht korrigiert

Ich bin ueberzeugt von der Kamera, innerhalb von Sekunden. Das ist selten. Ich freue mich einen neuen treuen Reisebegleiter gefunden zu haben der mir hoffentlich hilft, auch hier mehr zu illustrieren :) .

Machts gut,
der Sternensucher

Nerds in Love

Wednesday, December 10th, 2008

Hiho…

Ich habe mich nun schlussendlich entschieden, mein altes Handy an in die Sammlung der sich selbst ueberlassenen Elektrogeraete weiterzureichen und ein neues mobiles Endgeraet erworben. Die Technik ist weitergerast… und ich habe einige Trends verpasst wie mir scheint. So auch den “Quick Response Code” … einen 2D-Code zur visuellen maschinenlesbaren Repraesentation von Daten. Sowas lieben wir oder? Die Schnittstelle zwischen der virtuellen und der Realen Welt – juchu! und das alles in einem kleinen Handy. Diese Codes naemlich findest man (im Ausland, vorwiegend im asiatischen Raum) ueberall. Auf Bussen, Saftpackungen, Internetseiten, Plakatwaenden. In aller Regel dienen sie der Verknuepfung einer Werbung mit einem interaktiven Inhalt der Werbenden Firma. Oft ist in dem Code ein Link zu der mobilen Internetseite der werbenden Firma kodiert oder aber ein Bonus-Inhalt, wie ein Link zu einem Klingelton-Download – ja vielleicht sogar zu einem Gutschein. Hier ein Beispiel:

Beispiel QR-Code (Quick Response Code)
QR-Code fuer “ABC so it goes…”

Gelesen werden die Codes ueber die eh ohnehin in den meisten Handys enthaltene Kamera und eine Software, die meistens vom Hersteller vorinstalliert ist. An dem oben gezeigten Beispiel ist gut zu erkennen, wie ein QR-Code strukturiert ist. Alle 4 Ecken – bis auf die untere rechte – sind mit einem grossen und gut sichtbaren Marker versehen, der die Ausrichtung des Codes kennzeichnet. Die untere rechte Ecke ist bei groesseren Codes mit einem weiteren kleineren Marker versehen. Umgeben ist der gesamte Code von einer Ruhezohe, die den Code aus Grafiken deutlich hervorheben soll: Einerseits fuer das Auge des Betrachters – schliesslich will man, dass der Code gesehen wird, andererseits auch fuer die Kamera, die die Grenzen des Codes so leichter erkennen kann.

Ganz ehrlich: die vorgesehene Nutzung dieser Codes ist stink-langweilig oder? Vermutlich sind wir uns einig, dass niemand auf noch mehr Werbung angewiesen ist, die man sich auch noch unter Verrenkungen mit dem Telefon vor der Nase selbst ins Haus holen muss. Das verschmelzen von Alltaeglichen Objekten und der digitalen Datenwelt durch das Heraufheben eines unverfaenglichen Gegenstandes in den Status eines Datentraegers: das lieben wir (so lange es sich nicht auf eindeutige Kennungen und Nachverfolgbarkeit bezieht). Viele Firmen benutzen 2D Codes inzwische auf Rechnungen und Briefen zum Routing oder zur Kenntlichmachung fuer Versandstrassen. Sie haben eine hoehere Informationsdichte und sind aufgrund ihrer digitalen Struktur anders als viele 1D-Strichcodes leichter fuer Maschinen zu erkennen und zu lesen.

Was waere also, wenn man es auf die Spitze treibt? Ich hatte einige Ideen, was man tun koennte:

  • QR-Codes mit GPG Keys auf Visitenkarten
  • QR-Codes zur Kodierung von gedruckten Dokumenten zur Kennzeichung von Datum und Herkunft
  • QR-Codes mit Inventardaten auf eigenen Gegenstaenden
  • QR-Codes fuer Keys und Credentials (fuer den WPA Key, den man seinem Besuch zugaenglich machen moechte zum Beispiel)
  • QR-Codes fuer den eigenen Geek-Code auf einem T-Shirt
  • ….

Und dann kam ich auf eine Idee, die mir ebenso bescheuert wie romantisch erschien (und das liegt ja eh nah beisammen, oder?): Liebesgedichte in QR-Codes!

haiku 1
haiku eins

haiku 2
haiku 2

haiku 3
haiku 3

Und nachdem ich hier jetzt 3 (ziemlich miese) Beispiele in Form von Haikus gebracht habe, sollte die Idee irgendwie angekommen sein. Sowas kann man dann verschenken… mit Liebe in ein Lederarmband geritzt oder voller Zuneigung auf den Po tätowiert (just kidding). Dann kann die Holde/der Holde sein Handy zuecken und erkennt sofort alle Anzeichen wahrer Liebe… naja. Auch romantisches Vorlesen der 0en und 1en Reihe fuer Reihe bei Kerzenlicht ist moeglich… So ganz perfekt ist das Bild anscheinend in der Realitaet dennoch nicht, aber man kann ja nochmal drueber nachdenken. Zumindest sieht man in den drei Beispielen direkt auch noch das oben angesprochene vierte Richtungsquadrat.

Ich wiess, ich bin ein hoffnungsloser Fall, bitte seht davon ab mich von solchen Ideen abzubringen, es hat keinen Sinn. Die wirklich schlimmen schreib ich ja schon gar nicht ;) .

Es gruesst ein drittes Mal heute:

Der niedergeschlagene Erfinder ‘Sternensucher’

RILOE-ses Durcheinander

Wednesday, October 15th, 2008

Nachdem mir ein DL360 in Koeln abgestuerzt und eine Neuinstallation der Maschine notwendig war, stellte ich fest, dass es fuer die aktuellen Versionen von Debian letztmalig in etch Instalaltionsmedien fuer eine Floppyinstallation gibt (zu finden hier). Diese brauchte ich (so dachte ich zumindest) fuer die Installation von Debian via RILOE-Board (Remote Insight Lights Out Edition) erster Generation. Diese stellt eine “Virtual Floppy”-Methode zur Verfuegung, ueber die man ein virtuelles Floppy Image in ein ebenso virtuelles Floppy Laufwerk einlegen kann um zum Beispiel davon zu booten. Leider jedoch erwartet diese Karte die Floppy Images in einem proprietaeren Format (mit Image-Beschreibung). Zum erstellen dieser Images existiert ein Windows Tool, welches leider weder in Wine noch unter ReactOS im QEMU zur Arbeit zu ueberreden und somit unmoeglich mit freien Mitteln (oder auch aus freien Stuecken ;) ) zur Arbeit zu ueberreden gewesen waere. Ich installierte also eine Windows XP VM mit VirtualBox und erstellte 5 Images.

Ich musste im Nachhinein feststellen, dass die Installation via Floppy remote nicht geht, da nach dem Laden des Kernels das Debian die Root Filesystem Floppy auf dem physikalischen Laufwerk im Server sucht. Da ist natuerlich keine drin. Die Images hatte ich aber nun und dachte “warum nicht mit den originalen vergleichen?”. So koennte man herausfinden, wie das Compaq Tool die Images erstellt und ein entsprechendes eigenes Tool implementieren. Tatsaechlich fuegt Compaq nur einen (mindestens) 22byte langen Header vor dem Anfang des Images hinzu, welcher das Image als Gueltig kennzeichnet (Beginn mit dem String ‘CPQRFBLO’) und einen Kommentar einfuegt. Des Weiteren sind noch einige Bytes unbekannter Bedeutung im Header vorhanden.

Ich machte mich also daran ein python script zu schreiben, welches in der Lage ist, RAW images (wie mit ‘dd’ erstellt) und CPQ-Images (RILOE verwendbare Images mit Header) in ihr Gegenstueck zu verwandeln. Das Script erstellte auch schon einige Images die auf der RILOE funktionierten… und bislang keines welches nicht funktionierte.

Da die etch-Installation jedoch via Floppy nicht funkionierte und ich auch eigentlich kein etch installieren wollte, kam ich auf eine Idee. Der PXE-loader des etherboot-Projektes – gPXE – ist in der Lage von einer Floppy geladen zu werden und kernel und initrd ueber unterstuetzte Netzwerkkarten unter anderem ueber HTTP zu laden – anders als der name (gPXE) vermuten liesse.

Letztendlich hat es so geklappt, ein Debian komplett ohne Debian-Quellmedien Remote zu installieren, ohne den Rechner auch nur einmal anzufassen. Danke!

Fuer alle, die im Netz genau so verzweifelt nach einem RILOE Disketten Image Konverter gesucht haben wie ich: jetzt gibt es ganz sicher einen. Ich habe mein Script und die Dokumentation der etwas hakelingen aber einfach zu bewaeltigenden Installation fuer euch zum Download in mein Wiki gestellt und die entsprechend benoetigten Debian Boot Images so verlinkt, dass wenig Arbeit fuer euch bleibt.

ALles Gute und Gruss vom Sternensucher!