Archive for the ‘Dinge die Geschehen’ Category

Es WAR einmal RAID5

Tuesday, July 22nd, 2008

Eine Gute-Nacht-Geschichte fuer Nerds
nach einer wahren Begebenheit im Sommer 2008

Es war einmal ein Rechner mit 3 Festplatten und einem Linux. Die Festplatten waren gluecklich und drehten sich voller Freude und tauschten mit dem Kernel Daten aus. Der Kernel sprach: “Ihr, meine Freunde, sollt ein Raid 5 sein.”, und die Festplatten folgten seinem Befehl und schaufelten Daten hin und her, hashten und lasen, bis der Kernel sie fuer synchronisiert hielt.

Und so arbeiteten die Platten im Verbund, lieferten Daten und strahlten Sicherheit und Geborgenheit aus. Eines Tages jedoch schmerzte es eine der Platten gar fuerchterlich. Sie nahm all ihren Mut zusammen und sprach zum Kernel: “hdg: task_out_intr: status=0×58 { DriveReady SeekComplete DataRequest }”. Nachdem der Kernel die Schmerzen der Festpllatte untersucht und sich ein Bild gemacht hatte, sprach er: “Mein Freund, ide3: reset: slave: ECC circuitry error!. Ich werde dich entlasten und deine Freunde mit deinen Aufgaben betrauen.”. Der RAID-Dienst fuegte hinzu: “raid5: Disk failure on hdg1, disabling device. Operation continuing on 2 devices”. So wurde das Raid 5 degraded und die verbleibenden 2 Festplatten schufteten allein.

Nicht viele Stunden vergingen, so sprach auch die zweite Festplatte: “hdh: task_out_intr: status=0×58 { DriveReady SeekComplete DataRequest }”.  Der Kernel - sichtlich beunruhigt - konnte nicht glauben was er da hoerte und bruellte: “Nein! Nein! Nichtdoch ide3: reset: master: ECC circuitry error!”. Das Leid war Gross, denn alle wussten… alleine konnte die letzte Festplatte das Datenvolumen niemals verkraften. Der Kernel klagte sein Leid dem RAID-Dienst, welcher erwiderte: “Weine nicht Kernel… raid5: Disk failure on hdh1, disabling device. Operation continuing on 1 device. Denk an was schoenes und warte ab.”. Der Kernel jedoch war verdriesst und mochte sich nicht so recht erholen. Er schwelgte in Erinnerungen an die Daten, die er einst von den 3 wackeren Platten hatte lesen koennen. Die Gedaechtnisluecken schmerzten so sehr, dass er sein Leid nicht mehr fuer sich behalten konnte. “Buffer I/O error on device dm-0, logical block 733475!”, bruellte er, “lost page write due to I/O error on dm-0…”.

Schlussendlich konnte er die Schmerzen nicht mehr ertragen und verlor die Kontrolle. “Aborting journal on device dm-0.”, schluchzte er… und als ihm klar wurde, was er gerade gesagt hatte, schob er nach: “EXT3-fs error (device dm-0): ext3_journal_start_sb: Detected aborted journal!”. Er hoerte auf nach den Daten zu rufen und verharrte panisch zitternd und unsynchronisiert, bis ein Anruf eines Technikers endlich das Geraet endlich stromlos schalten liess.

Und vielleicht - eines Tages - kommt ein Techniker, tauscht die beiden defekten Platten aus und haucht dem System so neues Leben ein.

Von Drogen…

Wednesday, July 9th, 2008

Guten Abend liebe Freunde,

habt ihr schonmal irgendwo in einem Club gesessen und einen dieser Rhythmen gehoert, wo man zwingend mitklopfen muss - so lange bis das Gegenueber einen entgeistert anschaut und einem die klopfende Hand am liebsten… naja. Ich habe mich immer gefragt “Wo bekommen die diese Musik her”? In dem konkreten Fall kam die Musik aus einem kommerziellen DVB-s Lounge Kanal der fuer mich somit unerreichbar ist. Da ich aber eine entspannte Atmosphaere mit Lounge Musik deutlich leichter erzeugen kann als ohne habe ich mich auf die Suche gemacht und bin - mal wieder nach laengerer Auszeit - auf Jamendo gestossen. Das ist ein Musikportal, dass sich vorwiegend auf die Verbreitung von Kunst spezialisiert hat, die unter einer “Creative Commons“-Lizenz steht - was zumindest in den meisten Faellen bedeutet, dass die Kuenstler nicht in erster Line Finanziell fuer ihre Werke entlohnt werden moechten sondern es eher auf Lob und echten Ruhm absehen :). Jamendo moechte ich euch ohne viele weitere Worte einfach ans Herz legen, da man dort von Punk ueber Metal bis hin zu Minimal und Electronica so ziemlich jede Musikrichtung finden kann, in der Kellerproduktionen exisiteren, ja, oft sogar sind die dort veroeffentlichten Werke recht gut ausproduziert und klingen wie vom Teuer-Label des groessten Misstrauens.

Zurueck zum Punkt: Ich sitze da und hoere diese Lounge Musik und denke mir “Wo bekommst du sowas fuer Zuhause?”, finde Jamendo … ich glaube so weit hatte ich erzaehlt. Auf der Suche nach dem Tag “Lounge” bin ich recht flott in die Tags “ambient” und “chillout” abgerutscht und fand einiges was so gar nicht meinem Geschmack war - zu Elektro und zu wenig Jazzig… also schrieb ich “Jazz” dazu, wenig Hoffnungsvoll, dass jemand sowas unter Creative Commons Lizenz veroeffentlicht. Die Releases unter dem Kuenstlernamen “Revolution Void” stiessen mit mit relativ treffenden Ergebnissen ins Auge - nicht zuletzt wegen des relativ skurrilen Covers des Albums “Increase the Dosage“. Revolution Void ist das Musik-Projekt des Jazz-Pianisten und Produzenten Jonah Dempcy, dessen Existenz bis in das Jahr 1995 zurueckreicht. Jamendo ordnet die in diesem Projekt erscheinende Musik als “electronic breakbeat jazz” ein, was auch immer sie damit meinen. Grosse Worte zumindest ranken sich um dieses Album: Nicht nur spricht selbst die Kurzbeschreibung Gastspiele einiger Prominenzen der Musikwelt (Seamus Blake - Mingus Big Band, Michael Shrieve - Santana, Matthew Garrison - Herbie Hancock) an, auch die Rezensionen der nicht-zahlenden Hoererschaft sprechen eine deutliche Sprache und sind durchweg mehr als positiv.

Nach einem entspannten Durchhoeren stimme ich den Kommentaren ohne Abstriche zu. Das Album ist bewegt, experimentell, trotz allem nicht anstrengend und ausgewogen zwischen Lebhaft, duester-elektronisch und sympathisch-unsauber. Das ganze kommt auch noch professionell produziert und auf den ersten Blick nahezu perfekt gemastert daher. Der breitbandige Einsatz von gespielten und klassisch analog aufgenommenen Instrumenten und die Mischung mit eher hintergruendigen elektro-elementen kommt gut zur geltung und fuer einen Nachmittag bei Regen und Tee koennte dieses Album die fehlende Stimmungswuerze sein - zumindest fuer die gute Stunde, die das Album dauert.

Revolution Void - Increase the Dosage - Cover Art by Shawn Wolfe

Das Album kann beschafft werden ueber die entsprechende Jamendo-Seite oder die Seite des Revolution Void-Projektes. Zur Auswahl stehen als Format ueber Jamendo MP3(192kbit) und OGG sowie ueber die Projektseite MP3(VBR), MP3(64kbit) und FLAC. Reinhoeren lohnt.

Gruss vom Sternensucher.

Die Sonne geht auf.

Sunday, July 6th, 2008

ohne Text

Sterne suchen - Hands on.

Sunday, May 25th, 2008

Hallo Erdenbuerger!

[Because of popular demand, this article has been translated. Text in brackets is the translation of the above german text.]

Zu Beginn einen Dank an Richard, der diese Erfahrung moeglich gemacht hat, Danke!
[Before we start, I - again - want to thank Richard for making this possible! Thanks!]

Freitag Abend ergab es sich, dass ein Freund aus meiner Heimat-LUG Eimann (meinen Vermieter) und mich mit zum Segelflugplatz nehmen wollte, relativ spontan. Ich freute mich, sagte zu und fand mich eine Muetze Schlaf weiter mit den Beiden auf dem Segelflugplatz Wissel (Niederrhein) wieder. Irgendwie war mir bis zu dem Zeitpunkt wo Richard dann meinte “Die beiden wollen mal mitfliegen” nicht klar, dass auch ich dann mal auf besondere Weise in die Luft gehen sollte.
[Friday evening, spontaniously, a friend of mine (Richard) decided to take another friend and me to the gliderport. I was very excited, agreed and found myself in the airfield in Wissel (Netherrhine) - some bits of sleep further. Until Richard said something like "These two people also will take a flight", I was not fully aware of going up, high into the sky, several minutes later.]

Am Flugplatz waren nich sonderlich viele Leute Anwesend, so dass sich das Haeufchen Aufrechter die Arbeit in wechselnden Positionen aufteilen musste. Der Flugplatz besitzt eine Winde, ein Schleppfahrzeug um die Seile von der Winde bis hin zum Startplatz zu ziehen, einen kleinen Trecker, mit dem die Flugzeuge wieder zum Start gezogen werden und natuerlich eine Luftaufsichtstelle zur Kommunikation mit den Piloten und dem Fahrer der Winde per Windentelefon.
[There were not many people on the airfield, just enough to activate one glider with the help of us two unexperienced people - cycling tasks with every launch. The gliderport has a mobile winch, a car to pick up the ropes at the winch and get them to the start point, a small vehicle to pull the gliders back to the start after landing and a small control station to communicate with the winch driver using a telephone and the pilots using radio.]

VW-Käfer zum heranziehen der Seile von der Winde
[legacy VW-Beetle, modified to carry 2 ropes from the winch to the start]

Winden-Wagen
[Old truck with mounted winch]

Ich habe Eimann und Richard fuer den ersten Flug den Vortritt gelassen um mir das Ganze erst einmal von unten anzusehen. Zugegeben, so ganz habe ich dem Braten anfangs nicht getraut. Die wenigen anwesenden Leute erforderten zuvor eh unsere Mithilfe beim zusammenbauen des Fliegers, so dass ich mir die Details auch nocheinmal in Ruhe anschauen konnte.
[I let Eimann (the other friend) and Richard have the first ride to get comfortable with the thought of flying from down below. I have to admit, that I was a bit anxious about it and had to make up my mind, but the fact that only the few of us were there required us helping to activate the glider anyway. I thereby saw all the mandantory joints and got faith in this fragile seeming beauty...]

“Anders als andere Konventionelle Vereine fahren wir unsere Flieger NICHT aufgeruestet in den Hangar… das hat 2 einfache Gruende: Erstens ist die Halle zu klein, zweitens kommen wir mit den breiten Fluegeln hier nicht durch das Gatter vorne am Acker!”
["Different from most other clubs, we do not pull our gliders back into the hangar activated. Thats for 2 very simple reasons: First: the hangar is way to small... second: the gate at the acre is, too."]

So meint einer der Piloten beim Aufbauen noch und - mein Glueck - er hatte Recht, nacher war ich relativ ueberzeugt von der Stabilitaet des Fliegers. Richards Beteuerungen ueber die mehrhundertfache ausmultiplizierte Sicherheit in den Materialgenehmigungsverfahren gaben mir dann den Rest und ich gab der Neugier nach. Ist aber doch auch ein Schickes Flugzeug oder?
[Thats what one of the older pilots eyplained to me and - lucky me - he was right. After activating the glider by attaching the wings and the empennage I was very certain, that everything was safe. It coun't be any other way with this beautiful plane, could it?]

Segler (ASK 21) von vorn, von einem Piloten bewundert werdend…
[Glider (ASK 21) frontside, being admired by one of the pilots]

Erst flog Richard mit Eimann. Ich sass in der Zeit auf dem Boden, sonnte mich (schlechte Idee, Kellerkind + Sonne = Rothaut) und aergerte mich darueber, dass ich das Amateurfunkgeraet nicht dabei hatte. Derweil inspizierte ich das Funkgeraet bei der Luftaufsicht und unterhielt mich mit einem der jungen Nachwuchspiloten. Waehrend dessen machte es sich Team A im Segler bequem.
[As said, Eimann and Richard were to fly first. I sat at the control station, sunbathing (bad idea... nerds and sunshine just don't fit that well) and blamed myself for leaving the hamradio equip at home. I used the time to have a look at the radio, used to call the pilots and gossiped with one of the younger pilots whereas Eimann and Richard boarded the glider and took off.]

Die beiden blieben etwa eine halbe Stunde in der Luft, brausten einmal quer ueber den Platz und setzten dann zu einer ausserordendlich sanften Landung an.
[The were away for about half an hour, hardily crossed the airfield and landed.]

Segler-Landung mit ausgefahrenen Landeklappen
[Glider with activated airbrakes]

Unser erster Versuch war etwas kurz, nach nur 8 Minuten landeten wir, da keine Thermik zu finden war. Die GPS-Daten verraten eine maximalhoehe von etwa 370 Metern… und das direkt nach dem Start an der Winde. Kein Glueck, aber das war nicht so schlimm. Alleine das Gefuehl beim Start, das Ausklinken und dann das freie Gleiten in der Luft… die 8 Minuten waren in meinem Kopf etwas laenger.
[Our first try was a bit shord. After only 8 minutes, we had to come down again because we could not find any suitable thermal lift. Die GPS data suggests a peak of about 370m... that was right after the winch detached. Bad luck, but it was not that bad. The feeling while being pulled up by the winch and then left without any atachment to the ground was amazing enough to go through all the trouble. The 8 minutes felt like a lot more in my head :).]

Das oben stehende Bild stellt eine perskektivische Projektion des ersten Flugversuches dar. Der Flug begann ungefaehr am suedlichen Ende der Nort-Sued-Achse und dreht sich dann - der steilen Aufstiegskurve nach - links herum. Die blaue Linie zeigt die in den Raum projezierte Flugbahn, die schwarze Linie die als Draufsicht projezierte Bahn des Flugzeuges auf die Bodenebene. Man sieht deutlich Richards ambitionierte Versuche, ein bisschen Aufwind aufzuspueren - leider ohne Erfolg.
[The picture above shows a perspective projection of the first flight. We startet right at the "S" of the north-south axis and torned left. The blue line is the actual flight path, drawn into space, the black a topciew projection]

Danach machten wir den Flieger fuer ein paar andere Piloten einige Male startklar, unter anderem stattete ich auch der Winde einen Besuch ab. Man kann auf dem Bild das Zugseil erahnen, dass die Segler - gezogen von ein paar hundert PS in einem V8-Motor - innerhalb weniger Sekunden auf luftige 300m zieht.
[After our landing, we prepared the glider for some of the other pilots to have a try. Richard and me also pulled some of them from the winch. If you take a close look, you might see a hint of the rope that goes up to the glider, which lifts - coiled up by a V8-engine with a lot of horse powers - the small plane up to a height of about 300m before detaching.]

Signalisiert der Helfer am Fluegel der Maschine nach vorsichtigem anrollen der Winde der Luftaufsicht Seilstraffung, gibt diese ueber das Windentelefon dem Windenfahrer das endgueltige Startsignal. Keine 5 Sekunden spaeter hat der Segler auch schon den Boden verlassen und befindet sich in einem Steilaufstieg. Etwa bei Erreichen eines Scheitelpunktes klingt der Segler aus und der Haken des Zugseiles segelt an einem Fallschirm - immernoch gezogen von der Winde - langsam zu Boden.
[After the winch driver slowly pulls the rope to a particular tension, a helping person at one of the outer edge of one wing gives an OK signal to the control station, who calls the winch driver. A few seconds after the driver accelerates the engine, the glider leaves the ground and travels up into the sky really really fast. At some point, the glider detaches the rope joint, which slowly returns to the ground, held by a parachute.]

Die folgenden Flieger hatten dann auch mehr Glueck, einer erlebte nach einer Pechstraene mit dem Wetter mal wieder etwas guten Wind, kehrte aber freiwillig nach etwa 50 Minuten wieder zurueck. Er erlaubte Richard und mir eine zweite Chance:
[The pilots who went up after our quick return were a lot more lucky. One of them had his first longer flight after having really bad luck with the thermal lift many times. Luckily he returned on his own after about 50min and gave his ok for us to have a second try.]

Der 2. Flug war deutlich laenger. Hier noch einmal die Projektion von eben mit den neuen Flugdaten. Diesmal andersherum. Die Daten starten bei der 355 links des “E”-Endes der Ost-West-Achse und dreht sich dann rechts herum. Ich lasse einfach mal die Bilder sprechen.
[Here you see the second try, which was a lot longer. The projection type and perspective is the same as earlier, but in this one, our flight starts on the small 355 (at the "E") and goes clockwise. Look at the pictures, words a very unnecessary.]

Rechtsneigung 1000m ueber den Niederrheinischen Wissel
[Rolling to the right, 1000m above Wissel]

Sicht 1300m Rhein-aufwaerts Richtung Xanten
[Beatiful view onto the river Rhine upstream at 1300m]

Gipfel des Fluges bei 1709m laut GPS
[peak of our flight at 1709m according to the GPS]

Blick in den freien Himmel ueber die linke Tragflaeche
[View into heaven's freedom over the left wing]

Ein wunderbarer Ausblick ueber ein charakteristisch-plattes Land und in windige Höhe, bei dem mir dann nach 30 Minuten doch etwas mulmig wurde. Eigentlich bin ich etwas unempfindlich gegenueber Rumpeleien und Kurven, vielleicht ist mir aber auch nur vor Freude etwas uebel geworden :). Naja, ist nix passiert. Richard hat netterweise ein paar Kurven weggelassen und uns dann 8 Minuten spaeter runtergebracht… nach einem zuegigen Sinkflug mit knapp 280km/h.
[An amazing view over the characteristical plains of the netherrhine area or up into the sky, depending on which side of the glider you choose to look out. After about 30min I got a bit uncomfortable around the stamach. I am commonly very unsensible when it comes to rough movements... perhaps it was the beauty of the view that made my get sick of happiness ;). Well, nothing happened, all went fine because Richard kindly chose to leave out some artistic impressions. 8 Minutes later we went down for landing in a 280kph nosedive.]

Landeanflug - Abbremsen auf etwa 150m Resthoehe
[approach for landing, airbrakes at about 150m of left altitude]

Nach dem Ausstieg und einem “Das war doch Harmlos!” von Richard gings mir dann auch gleich wieder besser.
[After getting out of the glider with one foot and a "That was nothing at all!"-yelling Richard, I was pretty fine again.]

Ein gut gelandeter Sternensucher… etwas bleich
[A pallid looking but fine starseeker]

Ich hoffe, sowas kann man bei Zeiten mal wiederholen :). Es war zumindest etwas neues und ziemlich abgefahren… geflogen… oder so aehnlich.

Fuer die Halbnormalen und Nerds gibts hier noch eine Karte der Hoehe ueber das Gebiet und ein Diagramm der Hoehe ueber die Distanz beider Fluege:
[I really hope to be doing this again some time :). It was something really new and just amazing. For the nerds, I also have a Map drawing and a graph (height over distance) of both flights.]

Bis die Tage,
[Godspeed! Your...]

Sternensucher

P.S: noch mehr Bilder! / even more pictures!

Das Leben in vollen Zügen…

Monday, May 5th, 2008

Ein Experiment…

Wie tolerant ist unser Bahnvolk eigentlich heute? Diese frage stelle ich mir jeden Morgen. Seit einiger Zeit bin ich auf den öffentlichen Personen-Nahverkehr angewiesen und fahre im Ruhrgebiet von Ost nach West und wieder zurück. Diese Strecke ist vermutlich durch Berufspendler und den dicht besiedelten Raum eine der meistgenutzten Strecken Deutschlands. Die Deutsche Bahn transportiert täglich tausende Menschen zu ihrer Arbeit und wieder nach Hause… und wie benehmen sich diese Menschen in den Zügen eigentlich gegenüber einander?
Es leuchtet ein, dass viele verschiedene Menschen sich entscheiden Bahn zu fahren. Der Konzern “Deutsche Bahn AG” sieht in seinen Zügen eine 2-Klassen-Trennung vor, eine für Leute die mehr zahlen und eine für Leute die weniger zahlen. In einigen Zügen ist das tatsächlich die einzige Trennung, die Ausstattung ist öfter denn gewünscht die gleiche.
Abseits der Differenzierung zwischen viel Geld und weniger Geld kann ein Ticket fuer die erste Klasse einem morgends das Leben retten. Sardinen-Feeling ist bei der Bahn keine Seltenheit und oft hört man den lautstarken Wunsch nach mehr Wagons. Die Bereiche der ersten Klasse sind oftmals zumindest bestehbar und deutlich öfter als in den gefragten Reihen in der zweiten Klasse findet man hier noch einen Sitzplatz. Aus diesem Grund investiere ich jeden Monat etwa 35 Euro in einen Zuschlag fuer die Nutzung der ersten Klasse mit meiner Monatskarte.
“Eigentlich schade”, dachte ich oft genug, denn in der zweiten Klasse finden sich meite die sympatischeren Menschen. Ich fühle mich meist deutlich wohler - zumindest von meinem sozialen Empfinden - wenn ich nicht von Zeitung lesenden Schlipsen umgeben bin. Ich gebe zu, das wird auf Gegenseitigkeit beruhen, ich gliedere mich optisch denkbar schlecht in die erste Klasse ein: Eine ausgetragene schlabbrige graugruene Jacke, wüstes Haar, unrasiert, meist eine alte Jeans und die Brille schräg auf der Nase.
Dieser Umstand liess mich einige Beobachtungen machen, die ich euch hier ein bisschen näher bringen möchte. Aus persönlicher Sicht sind das mit Sicherheit keine besonders erfreulichen Geschichten, im Rückblich werfen sie allerdings ein düsteres und mahnendes Licht auf unsere Gesellschaft, insbesondere auf die, denen das Geld aus den Taschen hängt, oder diejenigen, die dies zumindest glauben.

Der Morgen verläuft meist so: Ich begebe mich mittels Stadtbahn zum Bahnhof, hetze mich etwas ab um einen Zug zu erwischen und bewege mich an den Wagons entlang, bis ich einen der Wagen mit gelbem Streifen finde. Diese Wagen beherbergen einige Sitze der ersten Klasse. Ich setze mich, wenn ich so weit komme, klappe mein Notebook auf und erledige ein bisschen Kleinkram (wie diesen Text) oder unterhalte mich mit Bekannten. Oft passiert einen bis 2 Bahnhoefe nichts, dann beginnen meist, ob des enger werdenen Platzes skeptische Blicke und Seufzer in meine Richtung - meist von Leuten die keinen Sitzplatz erhalten haben oder mir gegenüber sitzen (ich vermeide, wenn möglich, dass das überhaupt vorkommt, ich ertrage den Anblick einfach nicht). Nicht selten werde ich allerdings schon auf der Treppe angesprochen oder Menschen versuchen sich mit einem grimmigen “erste Klasse” auf der Treppe an mir vorbei zu drängen. Wenn möglich versperre ich mit einem “Ah, danke, da wollte ich auch hin.” den Weg und gehe meines selbigen.
Weniger Angenehm sind Menschen, die versuchen meinen Sitzplatz zu übernehmen. Meist stellen sie sich sehr aufdringlich neben einen - besonders Herren mit Kroko-Leder-(Imitat-)Aktentaschen - und beginnen sich den Mantel auszuziehen mit den Worten “stehen Sie bitte auf, das ist hier erste Klasse.”. Selten reagiere ich darauf. Ohne Kaffee kann ich mir manchmal ein Nachfragen nach einem Schwerbehindertenausweis nicht verkneifen, meist gefolgt von heftigen Ausbrüchen des Gegenüber, man habe schliesslich fuer den Platz bezahlt. “Ich auch.” sage ich meist, und widme mich wieder meinem Bildschirm. Andere sind etwas subtiler und versuchen es mit einem “Jaja, die koennten hier mal groessere Schilder in die erste Klasse haengen” zu sich selbst und gerade eben so laut dass ich es hoeren kann. Ein Mann in meiner Nähe antwortete mal auf so einen Kommentar mit den Worten “Eigentlich kann man die gut lesen, vielleicht brauchen Sie eine Brille?” - Humor ist so selten.
Man fragt sich was sich diese Leute denken. “Lass es einfach meine Sorge sein”, denke ich bei mir und fühle mich bevormundet und beleidigt. Nicht, dass ich mich eingliedern möchte, dass ich in der Menge dieser ganzen gestylten gehobenenn Angestellten untergehen möchte, ich lasse mich nur ungerne voreingenommen beurteilen. Ganz nebenbei, es geht um eine Fahrkarte und nicht um einen Wohltaetigkeitsball mit Kleiderordnung.
Handgreiflichkeiten gehören zum Glück zu den seltensten Gegebenheiten. Ein oder Zwei mal ist es mir jedoch passiert, dass man mich harsch am Arm von meinem Sitz ziehen wollte. Die Dame, die sich das ohne Vorwarnung und in voller Überzeugung der Menschheit einen grossen Gefallen zu tun traute, fand sich wenige Augenblicke später auf dem Bahnhof Wattenscheid wieder, wild protestierend, sie wolle doch nach Düsseldorf und sie wuerde nie mehr Bahn fahren wenn man sie jetzt vor die Tür setzte. Der gleiche Bahnangestellte, der sie an diesem Tag vor die Tür setzte - nicht ohne ein wohlwollendes Lächeln in meine Richtung - kontrollierte am naechsten Tag (noch immer oder) wieder wohlwollend lächelnd ihre Fahrkarte.
Häufiger als das passiert es, dass sich Leute um des Recht haben wollens vor dem gesamten Zug und auch dem eben schon löblich erwähnten Bahnpersonal auf unmenschliche Art blamieren. Oft genug machte der ein oder andere schon ein Gesicht als wolle er auf der Stelle im Boden versinken, auch auf die Gefahr hin, dann - bauartbedingt - in der zweiten Klasse zu landen. Ein Beispiel war eine Dame, die - nur etwa 10 Jahre älter als ich - meinte, von ihrem - wie sie es nannte - Altersvorrecht gebrauch machen zu wollen. Nach 5-minütiger Diskussion über die Beförderungsbedingungen der Bahn (in denen von “alten und gebrechlichen Menschen” oder “Menschen mit körperlicher Behinderung” die Rede ist, nicht aber von “Menschen die älter sind als diejenigen die da schon sitzen”) und darauf folgenden 15 Minuten purem Ignorieren ihrer Person meinerseits war sie fest entschlossen, ihr sicher vermutetes Recht mit Hilfe des Bahn-Personals durchzusetzen. Das Personal - sichtlich amüsiert - verwies sie dann darauf, sich in etwa 50 Jahren nochmal in diesem Anliegen zu melden, woraufhin die Dame schwer erbost den Wagen verlassen wollte, aber nicht konnte. Es war zu voll. Selten habe ich in so tiefer Genugtuung gelächelt wie in diesen Momenten.

Ich finde es beängstigend, wie stark Elite für diejenigen Menschen, die sich so benehmen mit Geld verbunden ist, ja wie die Oberflaechlichkeit wie jahrelang nicht gereinigte Fliesen einer öffentlichen Toilette aus ihrem Gehabe meilenweit gegen den Wind stinket. Fragt man sich, warum man dieses Ticket ueberhaupt gekauft hat. “Reisen sie bequemer und in Ruhe…”, wirbt die Deutsche Bahn, während ich mir Züge suche, die nicht in Düsseldorf enden um den Snobs zu entgehen. Danke, ruhiger und bequemer ist es mit Sicherheit in der zweiten Klasse. Mein Ticket erster Klasse? Ich sehe es als Investition in ein allmorgentliches Unterhaltungsprogramm. Vielleicht trifft man sich ja mal.

Ich habs gewusst…

Thursday, April 24th, 2008

In wenigen Punkten scheidet sich die Menschheit so sehr in 2 Gruppen wie an dem, wo es um Tee oder Kaffee als bevorzugtes Heissgetraenk geht - mal abgesehen von dem haeufchen Aufrechter, dass immer wieder behauptet, emacs sei tatsaechlich ein Texteditor…

Wir Kaffeetrinker haben in der Regel ein relativ klares Suchtbild: Ohne den ersten Kaffee morgends geht mal gar nichts. Nicht umsonst machen eine Menge Menschen mit dem Verkauf dieses schwarzen Luxusgetraenkes eine Menge Geld. Wir werden jedoch von allen Seiten immer wieder scharf gewarnt: Saetze wie “Trink nicht so viel Kaffee, da geht Fluessigkeit von verloren…”, “Wenn du so weitermachst, hast du in 2 Jahren nen kuenstlichen Magen” oder “der ganze Kaffee macht einen doch nur zu einem nervoesen Hysteriker” hoeren wir taeglich und haben - aehnlich wie die Raucher, gelernt damit zu leben. Immerhin muessen wir noch nicht in einen abgetrennten Raum verschwinden um unserer Sucht nachzugeben.

Wie wenig allerdings gerade die letzte Warnung in der Realitaet begruendet steht, versuchte vor einigen Tagen eine Tasse Kaffee mir zu vermitteln. Sie versuchte mit ihrer zartschmelzenden Schaumkrone, das asiatische alte “Yin-Yang”-Symbol nachzubilden. Seine Bedeutung ist der Ausgleich zwischen Gut und Boese und die Weisheit, dass der Übergang zwischen Gut und Boese (Licht und Schatten) meist fliessend ist. (Vergessen hat der Kaffee die Punkte in diesem Symbol, dass wir woh alle kennen)

Vielleicht drehe ich nach diesem Zeichen allerdings doch mal den Staerkeregler an der Kaffeemaschine in den Bereich unterhalb des Totenkopfes….

Mit mitte 20 in die Truhe…

Tuesday, March 25th, 2008

Kennst du dieses Gefuehl, wenn du irgendwo sitzt und alles nervt dich an? Gesellschaft… du gehst irgendwo hin wo du alleine bist. Dann die Einsamkeit… du gehst unter Leute. Der Laerm.. du gehst an einen stillen Ort. Die pinible Art der Menschen, ruhig zu sein… alles scheisse.

Genau so gehts mir gerade und ich ueberlege, wie ich das los werde. Totale entsinnung… dann kann einen ja nichts mehr jucken. Wenn man nichts mehr hoert, nichts mehr sieht, sich nicht mehr bewegt und nichts mehr spuert, der totale Frieden. Geht das, waehrend wir leben?

Ich erinnere mich an eine Kuechenbank bei meiner Grossmutter im Haus. Die stand ueber Eck im Esszimmer und hatte eine aufklappbare Sitzflaeche. In der kurzen Bankseite waren allerlei Gesellschaftsspiele verstaut, bei denen sich mein Cousin und ich oft und reichlich bedienten um uns nicht Nachmittage zu verkuerzen. In der anderen Seite der Bank waren ein paar Decken verstaut. Lange Zeit war sie lang genug um sich darin zu verstecken und jedes mal, wenn wir verstecken spielten (es war ein grosses Haus) versteckte ich mich oft in dieser Bank. Keiner verstand so recht warum und ich war auch nicht in der Lage das zu erklaeren (meine Guete, ich war 6 oder so ;)). Heute erinnere ich mich daran und selbst, wenn ich die Kindheits-Nostalige weitestgehend abstelle erinnere ich mich, dass ich mich in dieser “Truhe” wohlgefuehlt habe. Es war dunkel, es war still und man hatte seine Ruhe - zumindest bis einen jemand gefunden hat.

Jetzt dachte ich darueber nach, wie das wohl geht - heutzutage - dass ein junger Mensch mitten in der besten Zeit seines Lebens ueber dunkle Kisten nachdenkt. Ich finde das allerdings voellig ok :). Auf der Suche nach einem Sarg fuer Zuhause stiess ich allerdings auf eigenartige Resonanzen. Leute die mich schon seit Jahren kennen und mich eigentlich besser kennen sollten aeusserten sich wie folgt:

Bist du morbid oder was?

Warum einen Sarg? Bist du auch einer von diesen dunklen Gesellen?

Das hat mich eh gewundert, wo du dich so herumtreibst im Internet” oder

Das musste ja irgendwann rauskommen bei dir, du bist doch immer so depressiv

Ein “hoemma!”an diese meine Freunde: ihr habt nichts verstanden :). Ich habe weder vor zu sterben noch habe ich eine gestoerte Beziehung zum Tod. Ich moechte einfach nur ein Bett mit Deckel und erkenne, dass es praktischerweise Menschen gibt, die sowas beruflich bauen.

Fuer einen Moment glitt mein Gedanke zurueck zu jener Kuechenbank, aus der ich bald herauswuchs. Einmal, nachdem ich mich darin versteckt hatte, kam ich nicht wieder heraus. Es schien der Zeitpunkt gekommen zu sein, lebewohl zu sagen und fortan begnuegte ich mich damit, AUF der Bank zu sitzen. Jahre spaeter traf ich eine weitere Kuechenbank in Schweden. Diese war deutlich groesser und sollte mir passen. Allerdings war sie viel zu voll mit Kram. Ich muehte mich nicht, sie leer zu machen.

Manches mal musste ich mir in den letzten Tagen vorstellen, wie es wohl waere durch die Moebelhaeuser zu schweifen, Kuechenbaenke anprobierend. Um mich herum die ganzen Menschen, die vermutlich aehnliche Kommentare darueber abgeben wuerden wie meine Freunde - vermutlich verurteilender, verachtender.

Mama, was macht der Mann da?” - “Schau weg, Kind! - Der ist nicht gesund

Dieses Bild vor Augen erscheinen die Kommentare meiner Freunde vielleicht verstaendlicher als mir lieb ist.

Auf meinen Wegen durch diverse Online-Foren, die sich vorwiegend mit Okkultismus und Satanismus befassten oder einfach Kommentare von Gothic-Freaks sammelten stellte ich jedoch fest, dass das gar nicht so einfach ist mit dem Sarg fuer zu Hause. Viele Bestatter oder Sargbauer verkaufen Saerge nur an Tote… das ist kein Witz. Sie fuerchten den Missbrauch dieser wuerdevollen Ruhe-Moebel durch Leute, die diese entehren. Ein nobler Gedanke, aber ich moechte doch nur ein Bett mit Deckel :/. Was ist so verkehrt daran? Meinetwegen koennt ihr mich in 60 Jahren auch darin bestatten, wenn es denn sein soll.

Wenn jemand einen Rat weiss, wer mir bei der Beschaffung eines oben schliessbaren truhenaehnlichen Moebels behilflich sein kann (2m x 80cm x 80cm waere denkbar) dann waere ich diesem Jemand sehr dankbar fuer eine Meldung.

Einen schoenen lebhaften Ostermontag-Abend euch allen noch,

Der Sternensucher

Ohrenfrasz…

Tuesday, March 4th, 2008

… und bitte nicht schlingen!

Es ist mal wieder soweit, sie sind in meinem Kopf. Ich habe keine Ahnung was sie da machen, aber wie sie da hin kommen weiss ich genau. Wieder einmal war es der DE:BUG-Podcast, der mir mal immer so wieder auf die Platte schwaemmt. Letzte Tage hab ich mich mal durchgerungen, das Zeug auf meinen MP3-Player zu kopieren und schon ist es wieder passiert. Diesmal ist es eine Live-EP aus dem Fresh-Poulp-Netlabel aus Frankreich, die meine Aufmerksamkeit erregt. Die EP FPR015 beschreibt sich selbst als Mixtur aus den Stilen 2er Kuenstler - “Rafiralfiro” aus Frankreich und “[wini] 2.0” aus Spanien.

‘Rafiralfiro’ (o-r) (u-l) und ‘[wini] 2.0? (u-r) (o-l)
Die Kuenstler

Musikalisch liegen die beiden gemischt irgendwo im Bereich orientalischer Dub-Tech-Hop. Wie ich darauf komme wird beim ersten Reinhoeren eigentlich ziemlich schnell klar. Ohne Hemmungen vermixen die beiden in diesem aeusserst gut ausproduzierten Live-Set Beat-Loops aus Hip-Hop, Acid und ruhigen Elektro-Stilrichtungen, mischen Sie mit dem Fluss aus IDM und Dub und wuerzen mit allem was in ihrem Ton-Krug an orientalischen Musikkraeutern zu finden ist - eine Prise Vocals nicht zu vergessen.
Teils sind die Stuecke zwar etwas langatmig, dennoch setzt jedes Stueck mindestens 2 stilistische Breakpoints und nicht selten schaut man relativ dumm drein wenn man feststellt, dass man immernoch das gleiche Lied hoert - vielleicht einer der Nebeneffekte dieser explosiven Kooperation.
Keine Sekunde dieser EP empfand ich als nicht hoerenswert. Ueber die leider etwas mageren 128kbit, kann man angesichts der Musikalischen Qualitaeten hinweghoeren. Meiner Meinung nach eine der EPs, die auf Dauer in die Musiksammlung uebergehen koennen.

EP Cover
FPR015 mp3 - 128kbit

Downloaden kann man die EP auf der Seite, welche auf dem Cover verlinkt ist.

Viel Spass beim reinhoeren,

der Sternensucher

Richtungsweisend…

Sunday, March 2nd, 2008

Hallo und ein schoenes Wochenende euch allen.

Gestern war ich mit Eimann und Bernie unterwegs in Koeln, weil ein paar Dinge zu erledigen waren (und der Ausfall von gestern hatte damit zu tun. Ich bin sicher den hat keiner bemerkt ;)). Als wir uns in Koeln nach einer kleinen Unachtsamkeit um mehrere Kilometer verfahren hatten, bat uns das Navi - ein Medion Navigationssystem mit Navigon Software - “halb links” abzubiegen. Wir waren uns einig, nicht wissen zu wollen, wie dann “links” oder gar “scharf links” ausgeschaut haette. Seht selbst:

Medions Auffassung von ‘halb links’
Medions Auffassung von ‘halb links’

Sansation! Explosion!

Wednesday, February 27th, 2008

Einen schoenen guten Abend.

Auf schmerzhafte Weise musste ich erfahren, wie die Technik in den Vergangenen Jahren in gewissen Bereichen an mir vorbei zog. Am vergangenen Wochenende verschied mein iPod mini und musste ersetzt werden. Was im folgenden geschah:

Ich setzte auf diesem seit Jahren die freie alternativ-Firmware “Rockbox” ein. Dies entledigte meinen iPod in der Vergangenheit der Notwendigkeit mit iTunes oder aehnlich-nerviger Verwaltungssoftware in Verbindung zu treten. Diese Eigenschaft wollte ich mir erhalten. Schwierig schwierig… die meisten Player auf denen die Firmware laeuft sind nicht mehr im Handel… und einen “normalen” MP3-Player? Nicht standesgemaess irgendwie :).
Nach Unterhaltung mit einigen (uebrigens sehr geselligen) Rockbox-Developern bestellte ich bei Amazon einen SanDisk sansa c250 FM mit 2 GB. Das Geraet nimmt microSD Karten auf, weshalb ich eine solche mit 4GB gleich mitbestellte. Zu der Gelegenheit fiel mir auf, wie guenstig Flash-Speicher inzwischen geworden ist… und wie klein vor allem. Ich hab mal ein Bild geschossen als kleinen groessenvergleich. Die microSD hat die gleiche Kapazitaet wie der darunterliegende Metallklotz.

4GB vs. 4GB
4GB vs. 4GB

Die genaueren Details eines geplatzen LiIon-Akkus im iPod und die Naeheren Umstaende dessen Feststellung in der Jackentasche (die es ueberlebt hat, genau so wie das Microdrive aus dem iPod) erspare ich euch. Die Platine hats bis auf den Audioausgang sogar auch ueberlebt) erspare ich euch lieber. Mit dem neuen: Reinstecken, Spass haben. Danke Rockbox :).

P.S.: Benutzer von Sansa-Playern sei gesagt: SDHC-Karten funktionieren nicht in der Originalfirmware. Rockbox funktioniert zur Zeit leider noch nicht auf Playern der Version 2 (Firmware nicht 1.xx.xx).

Hallo, wer da?

Sunday, February 17th, 2008

Nach meinem Umzug stand natuerlich auch noch eine neue Telefonanlage an. Da ich in diesen Sachen gerne selbst plane und mein Vermieter sowie auch ich beide relativ gerne an den Telefonanlagen basteln, dachte ich, ich baue eine eigene Asterisk. Ich besitze eh nur noch SIP-Telefone, kann Faxe auf einem Fax-Server empfangen und bediene mich fuer alles weitere einer sehr grossen Menge an Sipura/Linksys ATAs. Das reicht fuers Experimentieren und ist auch fuer mein geplantes Setup die geeignetste Loesung.

Zum Problem: In meiner alten Heimat steht bereits ein Asterisk-Server, der ueber das VPN von allen meinen Systemen aus erreichbar ist. Meine beiden Telefone hier in Dortmund verbinden zum Zweck der Kommunikation aktuell auch direkt ueber das VPN mit diesem Host. Das fuehrt zu unvorhergesehenen Sprachproblemen (Phone -> VPN Router DO -> VPN -> VPN Router Xanten -> Asterisk -> PSTN) bei Auslastung einer der DSL-Leitungen, hinter denen sich die VPN-Router aufhalten. Das ist relativ unpraktisch, auch wenn es aktuell das tut, was es soll. Meine Eltern koennen mich anrufen, ich kann das gleiche umgekehrt tun und zusaetzlich auch ueber meinen alten Telefonanschluss telefonieren und Telefonate empfangen. Das soll auch so bleiben. Ich haette allerdings gerne auch einen Uebergang ins Telefonnetz von Dortmund aus. Dies wuerde zu einer besseren Sprachqualitaet und angenehmeren Telefonaten fuehren und auf Dauer die Asterisk in Xanten nach und nach ueberfluessig machen. Was also tun?!

Ich dachte an das Einfuehren eines Zwischenschrittes… eine zwischen-Asterisk in Dortmund, die die Telefone an diesem Standort konzentriert und ueber IAX2 mit einer Asterisk in Netztechnischer Naehe zum VPN-Server in Duesseldorf verbindet. Die Asterisk in Xanten tut gleiches. So erreiche ich, dass ich weiterhin Telefonate von Dortmund nach Xanten und andersherum Routen kann und erreichbar bleibe. Zusaetzlich fuehre ich die inzwischen wachsende Zahl an Telefonanlagen an einem zentralen Punkt zusammen und erleichtere so den Ausbau der Infrastruktur. Sollte ich mich also klonen lassen -> kein Ding.

um diesen Zweck zu erfuellen, erreichen mich einige Hardware- und Softwareanforderungen, deren Erfuellung mit dem Minimax-Prinzip vergleichbar ist. Moeglichst viel Leistung und Aufgabenvereinigung in einem kleinen, stromsparenden und leisen - moeglichst geraeuschlosen Geraet. Mein Park an Hardware war also dahingehend zu durchforsten und: Ich hab was gefunden :). Aus meiner Zeit in der alten Firma besitze ich einen beachtlichen Park an Maxdata Thinclients in diversen Geschmacksrichtungen. Eines der Geraete ist mit einem PCI und einem PCMCIA Slot ausgestattet und somit auch fuer den Einbau einer ISDN-Karte bestens geeignet.

von hinten
Thinclient mit ISDN-Karte und leerem PCMCIA-Slot

Im Inneren werkelt ein VIA Samuel 2 mit etwas ueber 500Mhz, ein 128MB grosses Kurzzeitgedaechtnis auf einem handelsueblichen 133Mhz SD-DIMM und ein 4GB Microdrive aus einem anderweitig defekten iPod mini.

von innen
eingebaute ISDN-Karte und IDE-CF-carrier

Das Material-Lineup besteht also aus einem besagten Maxdata Thinclient (IGEL relabel eines IGEL 2 (232-CE4) mit OEM-Anpassungen), einem 4GB Microdrive, einer HFC-PCI ISDN-Karte mit HFC-s Chip und einem Schraubendreher (klar oder?)

Materialien
^- Thats the crew! -^

Zu dem Microdrive muss ich ergaenzend etwas sagen: Es ist der einzige halbwegs grosse CF-Datentraeger gewesen, der da war. Bei ebay wechseln diese Drives fuer etwa 20-30 Euro den Besitzer - deutlich weniger als die normalen Microdrives mit 4GB, die nicht aus ausgeschlachteten MediaPlayern stammen. Dies hat den Grund, dass diese Drives keine “echten” microdrives sind und nicht im PCMCIA/CF Modus sondern lediglich im IDE Modus laufen. Dies ist eine Huerde fuer die meisten Cardreader und Digitalkameras, nicht aber fuer unseren Carrier. Die Karte wird ueber diesen als normales IDE-Geraet ohne DMA angesprochen und laeuft somit - langsam aber ohne Probleme.

Das Softwarelineup gestaltet sich etwas komplizierter. Da ich mich fuer eine Asterisk Telefonanlage entschieden habe und debian meine Distribution der Wahl ist, entscheide ich mich dafuer, diese beiden Komponenten zu einem Bootbaren Festplattenimage zu kombinieren. Hierzu habe ich einen Ordner angelegt und darin eine aktuelle stable-Version von Debian mit dem debootstrap-script positioniert. Via chroot muessen nun hier Kernel und kernel-header nachinstalliert werden, alternativ kann auch ein eigener Kernel fuer den Thinclient gebaut werden. Eine kernel config fuer diejenigen, die diesen Thinclient zufaellig auch einsetzen habe ich hier bereitgestellt. Sie enthaelt ein paar Module mehr als noetig, unter anderem TUN devices, soundtreiber, bluetooth support. Diese Funktionen brauche ich fuer die anderen Anwendungsgebiete, die dieses Geraet nacher haben soll.

Das selberbauen der Asterisk und der mISDN module wird in vielen vielen tutorials bereits beschrieben, ich spare mir das in diesem informationellen post einfach mal. Die build config der Asterisk beinhaltet zumindest so ziemlich alles, was die asterisk 1.4 kann. Als ISDN Channel driver soll wie bereits angedeutet mISDN zum Einsatz kommen.

Die Asterisk kompilierte ich in der chroot umgebung meines debootstrap folders mit einer installierten toolchain. Dies ging, da der ThinClient wie auch mein Host system i386-kompatibel waren. Ebenso verfuhr ich mit mISDN und mISDNuser. Hier muessen die Pfade zu den kernel headern pinibel angegeben werden, das mISDN in einem Verzeichnis nach diesen sucht, die es aus der aktuell laufenden Kernel-version generiert. Dies funktionierte bei einem eigenbau natuerlich nicht.

FreePBX folgt, da ich eine Trennung von Extensions und Endgeraeten vorsehe und keine Lust habe, mir alle Features der Anlage selber zu scripten.

Auf das Microdrive bringe ich die Daten und den kernel via “cp -rav”. Der Bootloader wird etwas knifflig. Hierzu muessen /proc und nach moeglichkeit /sys im chroot verfuegbar sein. Danach wird grub im chroot installiert. Wir benoetigen fuer die Installation von Grub eine device.map, die die Situation angibt, wie sie aktuell in unserem System vorliegt. Die Konfiguration spaeter schaut allerdings ganz anders aus. Mein Microdrive steckt aktuell in /dev/sdb, spaeter im Geraet allerdings in /dev/hda…

Wir brauchen also voruebergehend fuer die Installation etwas, was etwa so ausschaut in /boot/grub/device.map um Grub installieren zu koennen:


(hd0) /dev/sdb

Vermutlich existiert in /dev/ im chroot kein Devicenode fuer dieses Geraet. Wir koennen mittels “MAKEDEV generic” allerdings dort die generischen devicenodes anlegen. Weiterhin muessen wir in der /etc/fstab voruebergehend flunkern und dort als Mountpoints die entsprechenden Geraetenamen eintragen, die zum Zeitpunkt der Installation gueltig sind, insbesondere wenn /boot und / auf verschiedenen Partitionen liegen. Ist das der fall, so lohnt es sich, in /boot einen symlink von boot nach ./ anzulegen, da einige scripte sich darauf verlassen.
Damit nun grub-install die /boot Partition - so es denn eine gibt - auch findet, muessen wir noch die /etc/mtab entsprechend anpassen. Hierher bezienen mount und und umount die Informationen ueber gemountete Dateisysteme. Ich erzeuge dort 3 Eintraege, die ich aus /proc/mounts ableite:


/dev/sdb2 / ext2 rw 0 0
/dev/sdb1 /boot ext2 rw 0 0
proc /proc proc rw 0 0

Mit “mount” sieht man sehr schnell, ob man alles richtig gemacht hat. Anschliessend sollte “grub-install /dev/sdb” den Bootloader an die passende Stelle installieren. “update-grub” erzeugt uns nun eine aktuelle menu.lst und wir vergewissern uns, das alles richtig ist: In /boot/grub sollten nun die stages fuer unseren Grub bootloader liegen. Hier editieren wir auch noch schnell die device.map auf die spaetere Konfiguration im System. Wir passen die /etc/fstab wieder an, so dass spaeter die Devicenamen auch passen. Die /etc/mtab koennen wir mit aller zuversichtlichkeit loeschen, bitte aber direkt mittels touch wieder anlegen. Da die grub installation in aller Regel leider nicht erkennt, dass hda1 nicht das tatsaechliche root ist, erweitern wir in der menu.lst auch nich die zeile mit “kopt” um “root=/dev/hda2 hda=nodma panic=5″ und ersetzen das alte “root=”. Ein “update-grub” regelt die Einzelheiten. Nach getaner Arbeit verlassen wir das chroot und testen unseren Erfolg im qemu - nachdem wir alle Verweise und mounts auf /dev/sdb aufgeloest haben versteht sich.
Zeigt “qemu -hda /dev/sdb” ein grub-menue, hat unsere Arbeit Erfolg gehabt.

Das Geraet bootet und ich kann die Asterisk wie gewuenscht konfigurieren :)

Der engagierte Vermoegensberater…

Wednesday, February 13th, 2008

Vor einigen Wochen - ich packte gerade $Dinge in Umzugskartons - klingelte mein Telefon… Da ich gerade eine Vase in der einen und einen Thinclient in der anderen Hand jonglierte, beschloss ich, den Gespraechswunsch bis auf weiteres zu ignorieren und erstmal die Haende frei zu bekommen. Das klingeln gab nach wenigen Sekunden bereits auf. Trotzdem wurde ich nach freiwerden der Haende neugierig und begutachtete die “Missed Calls”-Liste meines Telefons… Der Anrufer hatte seine Rufnummer uebertragen, eine, die der eines engen Freundes sehr aehnelt. Ich dachte, er “pingt” mich und ich moege ihn zurueckrufen - ja, hielt diese Nummer da fuer die dieses besagten Freundes und rief zurueck. Das Gespraech was ich danach mit diesem Herrn Rose… fuehrte, habe ich hier mal fuer euch bereitgestellt.

 
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Da der Angerufene nichts von der Aufzeichnung wusste und ich, aufgrund seiner (sehr dummen) ehrlichkeit seine Karriere nicht gefaehrden moechte, habe ich das Gespraech ausgepiept und seine Stimmlage veraendert.