Archive for the ‘Was man wissen sollte’ Category

Vergessen…

Wednesday, November 26th, 2008

Der Moment in und das Gesicht mit dem sie vor ihn trat, sollte sich tief in sein Gedaechtnis einbrennen – und es fuehlte sich auch in etwa so an als wuerde er das gerade tun. Irgendwo zwischen Schmerz und Kummer war er gerade dabei den Verstand zu verlieren. Hatte sie das wirklich gerade gesagt? Na sicher hatte sie, nur warum? Wer haette noch gestern gedacht, dass soetwas ueberhaupt moeglich sei – sie kannten sich schliesslich nicht erst seit gestern und er kannte ihre Mimik vermutlich so gut wie sie seine – zumindest glaubte er das. Nicht zum ersten mal wuerde es Streit geben und nicht zum ersten mal haette er lieber in einem Loch im Boden gehockt als mit dieser Situation konfrontiert zu sein. “Wir muessen reden” hatte sie gesagt. Und nach allem was er wusste sollte nun, keine 2 Sekunden nachdem sie den Satz vollendet habe der beruehmte Folgesatz kommen: “Es ist aus.”. “Nein Nein Nein”, dachte er sich und fummelte in Gedanken an dem Pflock der in seinem Herzen steckte. Er konnte die Schmerzen nicht mehr ertragen. Wenn jetzt auch noch die schoenen Momente der letzten Jahre an ihm vorueberzoegen… da waren sie schon. “Oh mein Gott”, dachte er weiter, “Es ist vorbei”.

Aus ihren Augen sprach der Wahnsinn der Unmittelbarkeit und als er hineinsah hatte er Muehe, jenes Strahlen aus den Augenwinkeln zu erkennen, dass ihn damals dazu gebracht hatte, sich naeher mit ihr zu beschaeftigen. Hatte sie wirklich allen Eindruck, allen Ausdruck verloren oder war das nur wieder so ein Gefuehl? Es war nicht zu ertragen. In Zweifeln versunken schabte er all seinen Mut zusammen und fragte: “Worueber?”. In ihren Augen formte sich Wut, Verwunderung und purer Aerger. Ihr nachdenkliches Gesicht formte eine eindrucksvolle Emotionswand, die unerbittlich auf ihn zu schoss. Gleich wuerde sie ihm Vorhaltungen machen, warum er denn nicht wisse worum es geht, gleich wuerde sie ihm vorwerfen, ER sei unfaehig ein geregeltes Leben zu fuehren und nicht in der Lage Probleme zu erkennen. Ausserdem wuerde sie sagen er sei auf noch ungefaehr 200 weiteren Gebieten vollkommen unterbelichtet und ohnehin haette es ja anscheinend viel zu wenig Sinn ueberhaupt ein Gespraech mit ihm fuehren zu wollen – ueber etwas wichtiges. Genau so wuerde es kommen, jawohl!

“Du hast es vergessen?”, sprach ihr Mund, der rest von ihr bliebt vollkommen bewegungslos, nichtmal ein Blinzeln. Ihre Worte waren wie der Geruch aus dem Kuehlschrank, kalt und unangenehm. Sie drangen tief in seinen Kopf, an die Stellen an denen er Dinge vergrub, die er gerne vergessen wollte, aber es nicht schaffte. Er fuerchtete, es sei wieder so eine Frage, auf die er nur die falsche Antwort wuerde geben koennen. Ein “Ja” waere ein katastrophales Eingestaendnis seiner Schuld und seines Vergessens und wuerde nur bestaetigen, was er dachte was sie dachte. Ein “Nein” waere eine glatte Luege – auch wenn er ja nichteinmal wusste wovon die Rede war. Zumindest hatte sie nicht “Es ist aus” gesagt – schonmal ein grosser Stein, der von seinem Herz stuerzend ein lautes Poltern in seinem Inneren verursachte – so erstickend leise war es. Aber was nun? Sie starrte immernoch fragend, ja fast drohend auf seine Augen, abwechselnd auf das linke und das rechte – kontrollierend, so als wolle sie verhindern, dass eins von beiden vielleicht die Flucht aus dem Raum in Betracht zoege. “Ich habe nichtmal eine Vorstellung, worum es geht”, sagte er. Ohne dass sich ihre Mimik wirklich zu aendern schien, bildeten ihre Mundwinkel ein unterschwelliges, ja fast diabolisches Laecheln aus. Ihr ganzes Gesicht, ja ihr ganzer Koerper sprach “Klar!”, ja bruellte es geradewegs in sein Gesicht. Er gruebelte erneut, warf alle Gedanken durcheinander, brachte alle auf einen Haufen und begann sie nach und nach wieder zu sortieren. Er driftete ab und sie, sie hielt ihn im Auge – liess ihn zappeln. Ihr Geburtstag? Nein, der ist schon was her, noch kein ganzes Jahr, aber fast. Ein Termin mit irgendjemandem? Er konnte sich nicht an einen Termin erinnern – zumindest keinen, der so wichtig gewesen waere. Die Gedanken rasten durch seinen Kopf – und waehrend sein Gesicht nun eher verzweifelte und schwer gruebelnde Zuege annahm, zeigte ihres weiterhin keine Regung – bis auf das kontrollierende Patroullieren ihrer Augen auf seinem Gesicht.

“Du hast es echt vergessen, oder?”. Er stand da, einen Gedanken in beiden Haenden haltend, das Elend der Welt in den Augen und ein Gesicht, dass nichts deutlicher tat als schoneinmal im Vorhinein um Verzeihung zu bitten. Er hatte nichts gesagt, sich nicht getraut auch nur zu fragen worum es ging. Statt dessen stand er da, wuehlte in Gedanken und hoffte, sie wuerde zuerst aufgeben und den Raum verlassen. “Ich hab es mir gedacht”, schob sie nach und lockerte ihr strenges Gesicht ein wenig, “du hast es wirklich und ehrlich vergessen.”. “…. Anscheinend”, sagte er und seine Einsilbigkeit war ueberwaeltigend. Waehrend sein Mund diese Botschaft der Aufgabe von sich gab, war auf seinem Gesicht kein Zeichen der Resignation zu erkennen, nein eher ein verzweifeltes Fragen. Er sagte dennoch nichts und hoffte noch immer auf ein Zeichen von ihr. Ihr Ausdruck machte einen Wandel von Drohung zu Mitleid, sie seufzte und nahm ihn in den Arm. Er wusste nicht was er sagen sollte, entgleiste innerlich und obwohl sich seine Hoffnung auf selbststaendige Loesung des Problems fast noch besser erfuellt hatte als er zu hoffen jemals gewagt hatte, wagte er nicht, es als beendet hinzustellen. “Alles gute zum Geburtstag”, sagte sie und drueckte ihn nocheinmal an sich. Sie nahm ihn bei den Schultern, schaute ihm mit einem zufriedenen Gesicht in die noch immer vollkommen sprachlos verdutzt ins leere blickenden Augen: “Ich hab eine Kanne Tee dabei”, sprach sie.

Sie hatte offensichtlich mit Anna gesprochen…

Futterneid?

Monday, February 26th, 2007

Einen wunderbaren guten Abend…

Ich hockte gerade so im Wohnzimmer und sah einen Bericht im Fernsehn, in dem ein winzig kleines Kind einen Riesen Weckmann im Mund hatte. Da fiel es mir wieder ein, wie ein Vorschlaghammer in eine Baubude:

Kennt ihr das vielleicht sogar auch? Ihr lauft durch die Stadt und seht viele Leute mit Essen in der Hand. Der ein oder andere hat etwas zu Essen in der Hand und beisst schlemmerisch hinein. Urploetzlich und unvermittelt ueberkommt einen das Gefuehl des Mitleids, wenn man sieht, wie andere Essen oder sich Essen kaufen. Komisch oder? Ich erschrecke mich auch jedes mal. Vielleicht ist man es einfach nicht gewohnt, sich selbst beim essen zu sehen, so dass es einem bei anderen auffaellt? Ich weiss es nicht… helft mir ;)

Es gruesst der Sternensucher….

Wie aus der Not die Tugend wurde

Tuesday, December 5th, 2006

oder: das Maerchen von der Treiber-CD.

Als Angestellter/Auszubildender mit Kontakt zum Einzelhandel im Bereich EDV (auch bekannt als Elektronische Devisen-Verbrennung) kommt man, wie es die Sache will, viel zu oft in Kontakt mit neuen Errungenschaften auf dem Markt. Diese, meist in den Computer eingebaut oder ueber – gaebe es diese schoenen und vor allem teuren Spielsachen nicht – voellig unnoetige Hochgeschwindigkeitsanschluesse mit diesem Verbunden, sind oft nur dann zu betreiben, wenn ihnen ein entsprechender Treiber zum Frasz vorgeworfen wird. Schon fast ohne es zu merken laesst der Windows-Benutzer vor Anschluss des Geraetes (oder in den Faellen, wo wir uns nacher meist nach den Regeln des im vorherigen Beitrag genannten Irrtums 1, 2 oder 4 treffen NACH Anschluss des Geraetes) die CD ins Laufwerk gleiten, um sich von den Werbeanimationen und bunten Installationsanleitungen, die der Hersteller ihm kostenlos dazuspendiert, berieseln zu lassen. Aber haben wir eigentlich vergessen wie es in Zeiten aussah, in denen der Platz auf Treiberdisketten noch begrenzt war? Wie war es damals in Zeiten der ersten Modems, wo die AT-Befehlssaetze und Eigenschaften des Geraetes noch von Hand in die Programme eingegeben werden mussten? Als Treiber schlicht unnoetig waren? Die Hersteller haben damals trotzdem Hardware verkauft. Und heute? Nehmen wir als Beispiel einen USB-Stick der Firma TrekStor. Der Stick – Packungsrueckseitig als Kompatibel mit Windows ME/2k/XP und Linuxbetriebssystemen Ausgewiesen – traegt zu unserer Überraschung was? Richtig! Eine suendhaft teure Treiber-CD im kleinen 8cm Format. Warum? Ein Blick verraet es uns. Werbematerialien und sog. Bonusprogramme (Shareware) werden uns angeboten, sowie ein Installationshandbuch (fuer eine vom Betriebssystem unterstuetzte Plug&Play/Hotplug Hardware). Fuer mich ein Einzeiler “Dranstecken, tut”.

Hardware, die schlicht keiner Treiber bedarf verursacht uns so Muell, Verwirrung und Kopfzerbrechen. Dem Hersteller, somit vor allem aber auch dem Kunden, verursacht dieser unnoetige Aufwand Kosten. Wuerde ich zaehlen, wie oft mich schon Kunden nach dem Sinn einer Treiber-CD gefragt haben, so muesste ich langsam Zettel und Stift zu Hilfe nehmen. Den Mehraufwand in Form von Kosten und Arbeitszat jedoch nimmt der Hersteller billigend in Kauf, weiss er doch schon, dass der Kunde, der das neu erworbene Geraet zuhause aus der Verpackung schaelt, fuer die Inbetriebnahme des selben als notwendig waehnt. Warum also nicht die Monitorflaeche des Kunden als Werbeflaeche nutzen, und diesen – waehrend man als Alibi ein bisschen Shareware installiert – seinen neu geweckten Begehrlichkeiten ueberlassen? Nichts wirkt als Kaufanreiz besser als ein “Diese Funktion, die Ihr Geraet noch nicht hat, erwerben Sie mit der naechst groesseren Version des Produktes.” – am liebsten noch in der Software, mit der das Geraet am Ende betrieben werden soll. Das gilt fuer Flachbildschirme und DVD-Brenner ebenso wie fuer Digitalkameras und Videokarten.
Liebe Kunden, wo bleibt eure Muendigkeit?

Mit diesen Worten wuensche ich euch einen schoenen Abend

Euer Sternensucher

“Der totale Wahnsinn” “Ja, denk ich auch”

Monday, July 31st, 2006

Hallo liebe Freundinnen und Freunde des Unglaublichen!

Was ich vor einiger Zeit im Fernsehen sah hat mich stark erschreckt und nachhaltig beschaeftigt. In einer Late night Pseudo-Doku auf einem Privatsender (ich glaube es war Sat.1) berichtete man (wenn auch nur etwa 5 Minuten) ueber ein paar Amerikaner, die unlaengst die in meinen Augen wohl bekloppteste Idee hatten, die mir seit Erfindung des Butterstiftes (vgl. Buch “100 nutzlose Erfindungen”, danke nochmal Andreas, dass du mir das damals in Klasse 8 gezeigt hast) untergekommen ist.
“Everything prepared Party” nennen sie es. Wer jetzt daran denkt, eine Party zu besuhchen, wo schon alles vorbereitet ist und man wild drauflos feiern kann, ist auf dem voellig falschen Dampfer. Hier meint “Everything” wirklich _ALLES_. Von der Ankunftszeit der Gaeste, ueber deren Kleidung bis hin zu Dialogen, markanden Bewegungen, Handlungen und Zwischenfaellen. Alle erhalten ein auf sie zugeschnittenes Script vor Beginn, proben quasi alleine den Abend und gehen dann zu der Feier.
Laut einem der Mitfeiernden fuehrt dies zu den witzigsten Parties ueberhaupt. Da selbst die Witze vorprogrammiert sind… glauben wir das mal etwas widerwillig. Nach Deutschland scheint es dieser absolut bekloppte Kracher noch nicht geschafft zu haben. So sind zumindest keine derartigen Treffen oder Berichte ueber das Internet und einschlaegige Suchmaschinen zu erlesen. Warten wir also ab, wann die erste Leihenspielgruppe eine derartige Feier inszeniert.

Nochmal der Sternensucher.

Ja wo fliegen sie denn?

Sunday, July 30th, 2006

Hallo again…

Ich sass gerade in der Pizzeria draussen und verspeiste genuesslich die Pizza Parma, die vor mir auf dem Tisch lag, als ich den bluetenuebersaehten Strauch direkt mir gegenueber sah. Darauf tummelten sich einige viele Hummeln und krabbelten in die Blueten. Ich war derartig amuesiert von diesem Anblick, dass der Verzehr meiner Pizza sich um mehrere Minuten verzoegerte. Hummeln sind einfach nur putzig und wenn ihr mich fragt definitiv im falschen Koerper gelandet. Eigentlich muesste man sie “fliegende Teddys” nennen. Unglaublich mit welcher tollpatschigkeit die in den Blueten herumgetrampelt sind… und dann dieses gebrumme… zum Schiessen!

Schoenen Tag euch noch.