Archive for the ‘Mein Arbeitstag’ Category

Das Leben in vollen Zügen…

Monday, May 5th, 2008

Ein Experiment…

Wie tolerant ist unser Bahnvolk eigentlich heute? Diese frage stelle ich mir jeden Morgen. Seit einiger Zeit bin ich auf den öffentlichen Personen-Nahverkehr angewiesen und fahre im Ruhrgebiet von Ost nach West und wieder zurück. Diese Strecke ist vermutlich durch Berufspendler und den dicht besiedelten Raum eine der meistgenutzten Strecken Deutschlands. Die Deutsche Bahn transportiert täglich tausende Menschen zu ihrer Arbeit und wieder nach Hause… und wie benehmen sich diese Menschen in den Zügen eigentlich gegenüber einander?
Es leuchtet ein, dass viele verschiedene Menschen sich entscheiden Bahn zu fahren. Der Konzern “Deutsche Bahn AG” sieht in seinen Zügen eine 2-Klassen-Trennung vor, eine für Leute die mehr zahlen und eine für Leute die weniger zahlen. In einigen Zügen ist das tatsächlich die einzige Trennung, die Ausstattung ist öfter denn gewünscht die gleiche.
Abseits der Differenzierung zwischen viel Geld und weniger Geld kann ein Ticket fuer die erste Klasse einem morgends das Leben retten. Sardinen-Feeling ist bei der Bahn keine Seltenheit und oft hört man den lautstarken Wunsch nach mehr Wagons. Die Bereiche der ersten Klasse sind oftmals zumindest bestehbar und deutlich öfter als in den gefragten Reihen in der zweiten Klasse findet man hier noch einen Sitzplatz. Aus diesem Grund investiere ich jeden Monat etwa 35 Euro in einen Zuschlag fuer die Nutzung der ersten Klasse mit meiner Monatskarte.
“Eigentlich schade”, dachte ich oft genug, denn in der zweiten Klasse finden sich meite die sympatischeren Menschen. Ich fühle mich meist deutlich wohler - zumindest von meinem sozialen Empfinden - wenn ich nicht von Zeitung lesenden Schlipsen umgeben bin. Ich gebe zu, das wird auf Gegenseitigkeit beruhen, ich gliedere mich optisch denkbar schlecht in die erste Klasse ein: Eine ausgetragene schlabbrige graugruene Jacke, wüstes Haar, unrasiert, meist eine alte Jeans und die Brille schräg auf der Nase.
Dieser Umstand liess mich einige Beobachtungen machen, die ich euch hier ein bisschen näher bringen möchte. Aus persönlicher Sicht sind das mit Sicherheit keine besonders erfreulichen Geschichten, im Rückblich werfen sie allerdings ein düsteres und mahnendes Licht auf unsere Gesellschaft, insbesondere auf die, denen das Geld aus den Taschen hängt, oder diejenigen, die dies zumindest glauben.

Der Morgen verläuft meist so: Ich begebe mich mittels Stadtbahn zum Bahnhof, hetze mich etwas ab um einen Zug zu erwischen und bewege mich an den Wagons entlang, bis ich einen der Wagen mit gelbem Streifen finde. Diese Wagen beherbergen einige Sitze der ersten Klasse. Ich setze mich, wenn ich so weit komme, klappe mein Notebook auf und erledige ein bisschen Kleinkram (wie diesen Text) oder unterhalte mich mit Bekannten. Oft passiert einen bis 2 Bahnhoefe nichts, dann beginnen meist, ob des enger werdenen Platzes skeptische Blicke und Seufzer in meine Richtung - meist von Leuten die keinen Sitzplatz erhalten haben oder mir gegenüber sitzen (ich vermeide, wenn möglich, dass das überhaupt vorkommt, ich ertrage den Anblick einfach nicht). Nicht selten werde ich allerdings schon auf der Treppe angesprochen oder Menschen versuchen sich mit einem grimmigen “erste Klasse” auf der Treppe an mir vorbei zu drängen. Wenn möglich versperre ich mit einem “Ah, danke, da wollte ich auch hin.” den Weg und gehe meines selbigen.
Weniger Angenehm sind Menschen, die versuchen meinen Sitzplatz zu übernehmen. Meist stellen sie sich sehr aufdringlich neben einen - besonders Herren mit Kroko-Leder-(Imitat-)Aktentaschen - und beginnen sich den Mantel auszuziehen mit den Worten “stehen Sie bitte auf, das ist hier erste Klasse.”. Selten reagiere ich darauf. Ohne Kaffee kann ich mir manchmal ein Nachfragen nach einem Schwerbehindertenausweis nicht verkneifen, meist gefolgt von heftigen Ausbrüchen des Gegenüber, man habe schliesslich fuer den Platz bezahlt. “Ich auch.” sage ich meist, und widme mich wieder meinem Bildschirm. Andere sind etwas subtiler und versuchen es mit einem “Jaja, die koennten hier mal groessere Schilder in die erste Klasse haengen” zu sich selbst und gerade eben so laut dass ich es hoeren kann. Ein Mann in meiner Nähe antwortete mal auf so einen Kommentar mit den Worten “Eigentlich kann man die gut lesen, vielleicht brauchen Sie eine Brille?” - Humor ist so selten.
Man fragt sich was sich diese Leute denken. “Lass es einfach meine Sorge sein”, denke ich bei mir und fühle mich bevormundet und beleidigt. Nicht, dass ich mich eingliedern möchte, dass ich in der Menge dieser ganzen gestylten gehobenenn Angestellten untergehen möchte, ich lasse mich nur ungerne voreingenommen beurteilen. Ganz nebenbei, es geht um eine Fahrkarte und nicht um einen Wohltaetigkeitsball mit Kleiderordnung.
Handgreiflichkeiten gehören zum Glück zu den seltensten Gegebenheiten. Ein oder Zwei mal ist es mir jedoch passiert, dass man mich harsch am Arm von meinem Sitz ziehen wollte. Die Dame, die sich das ohne Vorwarnung und in voller Überzeugung der Menschheit einen grossen Gefallen zu tun traute, fand sich wenige Augenblicke später auf dem Bahnhof Wattenscheid wieder, wild protestierend, sie wolle doch nach Düsseldorf und sie wuerde nie mehr Bahn fahren wenn man sie jetzt vor die Tür setzte. Der gleiche Bahnangestellte, der sie an diesem Tag vor die Tür setzte - nicht ohne ein wohlwollendes Lächeln in meine Richtung - kontrollierte am naechsten Tag (noch immer oder) wieder wohlwollend lächelnd ihre Fahrkarte.
Häufiger als das passiert es, dass sich Leute um des Recht haben wollens vor dem gesamten Zug und auch dem eben schon löblich erwähnten Bahnpersonal auf unmenschliche Art blamieren. Oft genug machte der ein oder andere schon ein Gesicht als wolle er auf der Stelle im Boden versinken, auch auf die Gefahr hin, dann - bauartbedingt - in der zweiten Klasse zu landen. Ein Beispiel war eine Dame, die - nur etwa 10 Jahre älter als ich - meinte, von ihrem - wie sie es nannte - Altersvorrecht gebrauch machen zu wollen. Nach 5-minütiger Diskussion über die Beförderungsbedingungen der Bahn (in denen von “alten und gebrechlichen Menschen” oder “Menschen mit körperlicher Behinderung” die Rede ist, nicht aber von “Menschen die älter sind als diejenigen die da schon sitzen”) und darauf folgenden 15 Minuten purem Ignorieren ihrer Person meinerseits war sie fest entschlossen, ihr sicher vermutetes Recht mit Hilfe des Bahn-Personals durchzusetzen. Das Personal - sichtlich amüsiert - verwies sie dann darauf, sich in etwa 50 Jahren nochmal in diesem Anliegen zu melden, woraufhin die Dame schwer erbost den Wagen verlassen wollte, aber nicht konnte. Es war zu voll. Selten habe ich in so tiefer Genugtuung gelächelt wie in diesen Momenten.

Ich finde es beängstigend, wie stark Elite für diejenigen Menschen, die sich so benehmen mit Geld verbunden ist, ja wie die Oberflaechlichkeit wie jahrelang nicht gereinigte Fliesen einer öffentlichen Toilette aus ihrem Gehabe meilenweit gegen den Wind stinket. Fragt man sich, warum man dieses Ticket ueberhaupt gekauft hat. “Reisen sie bequemer und in Ruhe…”, wirbt die Deutsche Bahn, während ich mir Züge suche, die nicht in Düsseldorf enden um den Snobs zu entgehen. Danke, ruhiger und bequemer ist es mit Sicherheit in der zweiten Klasse. Mein Ticket erster Klasse? Ich sehe es als Investition in ein allmorgentliches Unterhaltungsprogramm. Vielleicht trifft man sich ja mal.

Ich habs gewusst…

Thursday, April 24th, 2008

In wenigen Punkten scheidet sich die Menschheit so sehr in 2 Gruppen wie an dem, wo es um Tee oder Kaffee als bevorzugtes Heissgetraenk geht - mal abgesehen von dem haeufchen Aufrechter, dass immer wieder behauptet, emacs sei tatsaechlich ein Texteditor…

Wir Kaffeetrinker haben in der Regel ein relativ klares Suchtbild: Ohne den ersten Kaffee morgends geht mal gar nichts. Nicht umsonst machen eine Menge Menschen mit dem Verkauf dieses schwarzen Luxusgetraenkes eine Menge Geld. Wir werden jedoch von allen Seiten immer wieder scharf gewarnt: Saetze wie “Trink nicht so viel Kaffee, da geht Fluessigkeit von verloren…”, “Wenn du so weitermachst, hast du in 2 Jahren nen kuenstlichen Magen” oder “der ganze Kaffee macht einen doch nur zu einem nervoesen Hysteriker” hoeren wir taeglich und haben - aehnlich wie die Raucher, gelernt damit zu leben. Immerhin muessen wir noch nicht in einen abgetrennten Raum verschwinden um unserer Sucht nachzugeben.

Wie wenig allerdings gerade die letzte Warnung in der Realitaet begruendet steht, versuchte vor einigen Tagen eine Tasse Kaffee mir zu vermitteln. Sie versuchte mit ihrer zartschmelzenden Schaumkrone, das asiatische alte “Yin-Yang”-Symbol nachzubilden. Seine Bedeutung ist der Ausgleich zwischen Gut und Boese und die Weisheit, dass der Übergang zwischen Gut und Boese (Licht und Schatten) meist fliessend ist. (Vergessen hat der Kaffee die Punkte in diesem Symbol, dass wir woh alle kennen)

Vielleicht drehe ich nach diesem Zeichen allerdings doch mal den Staerkeregler an der Kaffeemaschine in den Bereich unterhalb des Totenkopfes….

Dem Alten ein Ende. Ein Nachruf an 3 geschenkte Jahre

Wednesday, March 5th, 2008

Hallo und guten Abend!

Ich melde mich nur um zu Sagen, dass ich die Geschichten aus dem Computerfachhandel wieder online gestellt habe. Die Kategorie werde ich allerdings nicht weiter schreiben. Ich hoffe es hat euch Spass gemacht und verabschiede mich hiermit aus der Welt des Customer-Care.

Mit einem vor Freude lachenden Traenchen im Auge blicke ich auf diese Geschichten zurueck, die mich 3 Jahre lang Nerven gekostet haben. An dieser Stelle moechte ich all denen gegenueber mein aufrichtiges Mitleid ausdruecken, die sich Tag fuer Tag um die kleinen profanen Zimperlein der Computerbenutzer kuemmern. Diese Spezies, die aus jeder Muecke eine Horde Elefanten zaubert, die Fliegen mit dem Selbstbewusstsein von Hornissen zuechtet und Uhren zu besitzen scheint, die nach Feierabend wieder bei Arbeitsbeginn anfangen… diese Spezies schrieb diese Geschichten fuer euch… nicht nur bei mir, auch bei so vielen anderen in der Branche.

Ich moechte diese Gelegenheit auch nutzen um mich nocheinmal von meinen beiden Chefs verabschieden, die mich durch diese 3 Jahre gehen liessen. Ich danke euch fuer die Moeglichkeit, Erfahrungen zu machen, die mich davon abhielten im Computervertrieb fuer Endkunden zu bleiben und meine Leidenschaft zu vernachlaessigen. Danke auch, dass ihr in dieser Zeit meinen permanenten Leidensstrom ertragen habt und trotz allem standhaft geblieben seid. Ihr habt das klasse gemacht!
Dem Mann mit dem M auch Danke fuer die zahllosen Abende in der alten Werkstatt, die Gespraeche ueber Musik und das Leben und den ganzen Kram, der nicht zu den schoenen Tagen gehoerte an die ich mich erinnere :).
Dem Mann mit dem T einen Dank fuer diene ironische Piesackerei. Die hat mir gezeigt, dass wir auf der gleichen Seite des Tresens stehen, wenn ich schon fast anderer Meinung war. Danke, dass ihr meine Entscheidung respektiert.

Steffen, danke fuer diene unermuedliche Art mich aufzuheitern, wenn gerade wieder ein Mensch wie Fincki (wissen schon) da war. Dein “Na… Joel?!” wenn du schmergelnd durch mein Buero stapftest hat mir so manches Grinsen spendiert, wenn ich eigentlich haette explodieren sollen. Die vielen Gespraeche im Lager, von denen die betroffenen Kunden mit Sicherheit die Haelfte mitbekommen haben, die vielen Kartons, die nie gefunden wurden und unter Gelaechter fuer verschwunden erklaert… Schade, dass ich nicht mehr da sein kann um die Last Minute Kohlen aus dem Feuer zu holen… ich denke aber Alex ist ein wuerdiger Nachfolger, dem ich hiermit alles Gute wuensche… und die gleiche Ausdauer fuer die bald beginnende Ausbildung.

Martin! Mein Held :). Mehr sag ich dazu nicht, es sagt schon genug. Das gleiche gilt fuer Marcel. Danke euch fuer die zahllosen Verleugnungen meiner Person am Telefon, wenn ich wutkrampfend in der Ecke sass und in mich hineindampfte. Danke fuer euer 2 gegen 20 im Laden, wenn ich in der Werkstatt die gluehenden Kohlen jonglierte, den Telefonhoerer in der Hand. Ihr wart toll.

All denen von euch, die mit dieser Firma - die ich zum Ende des Jahres 2007 verliess - weiterhin ihr Leben finanzieren wuensche ich, dass man das, was am Ende raus kommt noch Leben nennen kann und dass ihr alle frisch bleibt.

Ich komm euch mal besuchen und schaue, was passiert,

machts gut, der Sternensucher.

Wie aus der Not die Tugend wurde

Tuesday, December 5th, 2006

oder: das Maerchen von der Treiber-CD.

Als Angestellter/Auszubildender mit Kontakt zum Einzelhandel im Bereich EDV (auch bekannt als Elektronische Devisen-Verbrennung) kommt man, wie es die Sache will, viel zu oft in Kontakt mit neuen Errungenschaften auf dem Markt. Diese, meist in den Computer eingebaut oder ueber - gaebe es diese schoenen und vor allem teuren Spielsachen nicht - voellig unnoetige Hochgeschwindigkeitsanschluesse mit diesem Verbunden, sind oft nur dann zu betreiben, wenn ihnen ein entsprechender Treiber zum Frasz vorgeworfen wird. Schon fast ohne es zu merken laesst der Windows-Benutzer vor Anschluss des Geraetes (oder in den Faellen, wo wir uns nacher meist nach den Regeln des im vorherigen Beitrag genannten Irrtums 1, 2 oder 4 treffen NACH Anschluss des Geraetes) die CD ins Laufwerk gleiten, um sich von den Werbeanimationen und bunten Installationsanleitungen, die der Hersteller ihm kostenlos dazuspendiert, berieseln zu lassen. Aber haben wir eigentlich vergessen wie es in Zeiten aussah, in denen der Platz auf Treiberdisketten noch begrenzt war? Wie war es damals in Zeiten der ersten Modems, wo die AT-Befehlssaetze und Eigenschaften des Geraetes noch von Hand in die Programme eingegeben werden mussten? Als Treiber schlicht unnoetig waren? Die Hersteller haben damals trotzdem Hardware verkauft. Und heute? Nehmen wir als Beispiel einen USB-Stick der Firma TrekStor. Der Stick - Packungsrueckseitig als Kompatibel mit Windows ME/2k/XP und Linuxbetriebssystemen Ausgewiesen - traegt zu unserer Überraschung was? Richtig! Eine suendhaft teure Treiber-CD im kleinen 8cm Format. Warum? Ein Blick verraet es uns. Werbematerialien und sog. Bonusprogramme (Shareware) werden uns angeboten, sowie ein Installationshandbuch (fuer eine vom Betriebssystem unterstuetzte Plug&Play/Hotplug Hardware). Fuer mich ein Einzeiler “Dranstecken, tut”.

Hardware, die schlicht keiner Treiber bedarf verursacht uns so Muell, Verwirrung und Kopfzerbrechen. Dem Hersteller, somit vor allem aber auch dem Kunden, verursacht dieser unnoetige Aufwand Kosten. Wuerde ich zaehlen, wie oft mich schon Kunden nach dem Sinn einer Treiber-CD gefragt haben, so muesste ich langsam Zettel und Stift zu Hilfe nehmen. Den Mehraufwand in Form von Kosten und Arbeitszat jedoch nimmt der Hersteller billigend in Kauf, weiss er doch schon, dass der Kunde, der das neu erworbene Geraet zuhause aus der Verpackung schaelt, fuer die Inbetriebnahme des selben als notwendig waehnt. Warum also nicht die Monitorflaeche des Kunden als Werbeflaeche nutzen, und diesen - waehrend man als Alibi ein bisschen Shareware installiert - seinen neu geweckten Begehrlichkeiten ueberlassen? Nichts wirkt als Kaufanreiz besser als ein “Diese Funktion, die Ihr Geraet noch nicht hat, erwerben Sie mit der naechst groesseren Version des Produktes.” - am liebsten noch in der Software, mit der das Geraet am Ende betrieben werden soll. Das gilt fuer Flachbildschirme und DVD-Brenner ebenso wie fuer Digitalkameras und Videokarten.
Liebe Kunden, wo bleibt eure Muendigkeit?

Mit diesen Worten wuensche ich euch einen schoenen Abend

Euer Sternensucher

Wege in den Wahnsinn…

Monday, December 4th, 2006

Liebe Freundinnen und Freunde,

es gibt viele Wege, einem Angestellten im Einzelhandel das Wochenende zu versauen. Das vergangene Wochenende kann hierzu muehelos als Beispiel dienen. Leider darf ich keine Namen nennen oder Kunden persoenlich diffamieren - glaubt mir, ich taete es liebend gerne.

Samstags habe ich vollen Dienst. Das heisst, dass ich im Rahmen unserer Oeffnungszeiten meistens mit einer halben Stunde Überlappung am Anfang und am Ende in der Firma bin. 4 Stunden sind ein Segen, wenn man bedenkt, dass es Wochentags knapp 9-10 sind, die ich in der Firma verbringe. Die ganze Zeit hat man, egal vor was fuer einem Kunden man steht, ein Laecheln auf den Lippen zu haben und das macht man gerne. Schliesslich ist fast nichts schoener, als einen laechelnden und zufriedenen Kunden mit einem ebenso zufriedenen Laecheln ins Wochenende zu verabschieden. 4 Stunden echtes Laecheln sind nicht anstrengend, wenn alles gut laeuft und niemand ein Interesse hat, einem dieses echte Laecheln in ein offensichtlich gespieltes zu verwandeln. Diesen Samstag prasselten wie in einem Hagelsturm derartige Kunden auf uns ein. Ich moechte nun einmal einige Dinge klarstellen, die mich regelmaessig wieder aufregen. Ich werde keine Namen nennen, ich werde keine Daten nennen, keine Waren und keine Preise. Sollte sich jemand angesprochen fuehlen, sei er angehalten, sich Gedanken darueber zu machen, wie er das naechste Mal in den Laden stuermt.

Irrtum 1: Im Einzelhandel gibt es ein 14-tägiges Rueckgaberecht/Umtauschrecht bei Nichtgefallen ohne Angabe von Gründen. Ein Irrtum, den die meisten Kunden begehen, wenn sie unueberlegt an einen Kauf herangehen und mit der Situation bei der Inbetriebnahme vollkommen ueberfordert sind. 90% aller dieser Irrtümer liessen sich beseitigen, wenn der Kunde beim Kauf erlaeuterte, wofuer er das gekaufte Geraet ueberhaupt braucht. Die restlichen 10% sind entweder darauf zurueckzufuehren, dass die Kunden zu eitel sind, sich vom Fachpersonal die Einrichtung oder Inbetriebnahme erklaeren oder gar durchfuehren zu lassen (siehe den naechsten Punkt fuer einige derer, die sich helfen lassen wollen), oder gar auf falsch verstandene “Kulanz” in diversen Elektro-Gross-Discountern (keine Namensnennungen bitte). Diese missverstandene Kulanz ist nicht etwa ein Dienst am Kunden, sondern lediglich der Ausdruck der Himmelweiten Problemloesungsinkompetenz der dortigen Mitarbeiter. Anstatt das Problem mutig anzugehen und mit dem Kunden eine Loesung zu finden, wird der Kunde einfach des Geraetes und der Markt somit des Problemes entledigt. Meistens sind die Kunden hiervon jedoch nicht angetan.

Irrtum 2: Installation und Einrichtung der erworbenen Geraete ist (im Laden, sowie vor Ort) selbstverstaendlich kostenlos. Boeser Gedankenfehler. Warum sollte es? Der Kunde kauft ein Geraet. Dem Geraet liegt eine Bedienungsanleitung bei, die, nach Definition des Herstellers, die Inbetriebnahme des Geraetes angemessen und ausreichend erklaert. Hierfuer braucht der Kunde eventuell Fachwissen, dass er nicht besitzt. Das ist dann allerdings das Problem des Kunden. In seiner Verantwortung liegt es nun natuerlich auch, die notwendigen Schritte zu ergreifen, das Geraet nach seinen Vorstellungen in Betrieb gehen zu lassen. Vermutlich wird er dazu einen externen Kompetenztraeger hinzuziehen muessen. Ob dieser dafuer Geld nimmt oder nicht, ist diesem natuerlich ueberlassen. Kompetenz ist eben auch eine Dienstleistung, die es nicht immer umsonst gibt.

Irrtum 3: Die Mittagspause ist in Betrieben dazu da, um sich mit besonderer Sorgfalt besonders problematischen Faellen zu widmen. Vollkommen Falsch. Genau so falsch wie an einem Samstag kurz nach Ladenschluss noch an die Tuer zu klopfen. Wenn ich mich Waehrend der Mittagspause mit “Die Firma xxx in der Mittagspause, Guten Tag” melde, hat das einen Grund. Die MittagsPAUSE traegt ihren Namen naemlich nicht zu Unrecht. Lasst mir meine Pause und ich bleibe ruhig. Wenn ich dann wieder einen Kunden am Telefon habe, der sein Problem fuer besonders wichtig haelt, dann platzt mir innerlich die Hutschnur. Wir werden bezahlt um Probleme zu loesen, daher loesen wir Probleme in der Zeit, in der wir bezahlt werden. Unsere Freizeit nutzen wir zur Entspannung. Jetzt mag der ein oder andere zu Recht fragen, warum ich in der Mittagspause ueberhaupt ans Telefon gehe. Ich ertrage das Klingeln einfach nicht. Aber ich erwarte von unseren Kunden zumindest so viel Anstand, dass sie nach dem “in der Mittagspause” zumindest eine kleine Entschuldigung zu Stande bringen und spaeter nochmal anrufen.

Irrtum 4: Er ist kein Mensch, er ist kein Tier, er steht als Haendler hier bei mir. Falsch falsch falsch… FALSCH. Der Verkaeufer steht dort als Mensch. Menschen, die zu sprechen in der Lage sind, werden auch mit Sprache behandelt. Menschen allerdings, die in den Laden kommen und direkt losbruellen, ungeachtet der Tatsache, dass der Mensch, der dort steht, mit dem Problem ueberhaupt nichts zu tun hat und ein persoenlicher Angriff vollkommen fehl am Platze ist, werden freundlich gebeten den Laden zu verlassen, erneut zu betreten und wie Menschen ihr Anliegen erneut vorzutragen. Ein haeufiger Grund fuer das Gebruell ist die eigene Unfaehigkeit mit der Technik umzugehen in Kombination mit der Unfaehigkeit dieser Unfaehigkeit zu begegnen. Man kann sich allerdings die Unfaehigkeit nicht vom Leib schreien und sollte das auch nicht versuchen. Erst recht nicht, wenn man den Menschen, die einem zunaecht hilfsbereit gegenueberstehen eine Leistung abverlangt. Gebruell ist keine Motivationsspritze und abseits der Kettensaegen und Bruellafferei gibt es andere Wege sich zu verstaendigen. Ich bitte Menschen, denen diese bisher nicht vertraut waren, sich mit deren Benutzung auseinander zu setzen. Gerne gebe ich auch kostenpflichtige Schulungen unter dem Motto “Mein Freund der Verkaeufer”. Spricht jemand wie ein Mensch mit mir, dann wird er ueberrascht sein, wie gut ich im Loesen von Problemen bin.

Ich gehe davon aus, ihr kennt all diese Probleme nur zu gut und vielleicht ist euch der ein oder andere Irrtum ja selbst schon unterlaufen. Das wichtigste jedoch ist, das Gegenueber immer als Mensch im Auge zu behalten, egal wie zornig man ist, egal wie falsch die dinge gelaufen sind, es gibt immer einen gemeinsamen Weg da raus. Wer den schnell finden will, sollte sich auch bewusst machen, dass es fuer dieses Gegenueber gerade auch andere wichtige Sachen gibt, ausser dem eigenen Problem. Ich habe es auf jeden Fall satt, mich anschreien, beschimpfen und verbal ueberfahren zu lassen, von Leuten, die einfach nur nicht damit umgehen koennen, dass man sie nicht so wichtig nimmt, wie sie sich selbst. Ich hoffe, ich stosse auf ein Quaentchen Verstaendnis, wenn ihr mich mal in meiner persoenlichen Hoelle besucht und ich mein immerwaehrendes Grinsen nicht direkt finden kann. Es zermuerbt.

– Ein Limerick fuer diesen Tag:

Es war mal ein wütender Kunde,
Der trug seinem Haendler per Munde
Die Mittteilung zu
Seine Ware sei Schmu.
Und erhielt daraufhin eine Wunde.

fuehlt euch umarmt, ich tus auch.
Euer Sternensucher

Der Anfang vom Anfang oder vom Ende oder was auch immer! (??)

Monday, July 31st, 2006

Halloechen…

heute ist mein letzter Arbeitstag als Aushilfe in der Firma in der ich arbeite. Morgen beginnt meine Ausbildung als IT-Systemelektroniker… in der gleichen Firma. Quasi erklimme ich eine weitere Sprosse der Karriereleiter. DIe Frage die sich mir in dem Fall stellt ist, ob das die obere oder die untere Sprosse von der aus ist, auf der ich gerade noch stehe ;). Naja, das wird sich zeigen.
Ich blicke also vielen neuen Situationen und Erkenntnissen ins Auge, besonders was die Berufsschule angeht. Ich bin gespannt.

Gruesschen, euer Sterni ;)

Nichts ohne passendes Werkzeug….

Wednesday, April 26th, 2006

Mein lieber Schwan… das war ein Tag. Der gestrige war schon nicht ganz ohne, aber heute hat dem ganzen den Deckel aufgesetzt. Ich erzaehlte ja schon von gestern und vorgestern, wo wir ein Callcenter mit den passenden Kabeln ausgestattet hatten, von der Firma aus. Heute morgen kam ich, nichts ahnend in die Firma. Ich dachte eigentlich wir seien fertig… mein lieber Chef kommt mir mit strahlenden Augen entgegen. “Was glaubst du was heute kommt?”. Ich ahnte boeses. Heute mussten wir die ganzen Kabel dann letzten Endes doch auf die (inzwischen vorhandenen) Patchpanele auflegen. Natuerlich hielt man mich fuer faehig diese Aufgabe zu uebernehmen… ich hatte bis heute in meinem Leben vielleicht … 5 Dosen an irgendwelche Kabel angepatched. Jetzt sinds etwa 90. Ich hab erschreckend lange dafuer gebraucht und bin fix und fertig. Naja… wenigstens hatten wir schoenes Werkzeug.

Limerick of the day…

Wednesday, April 26th, 2006

Hi ihr lieben….

der frischen Tradition folgend habe ich noch ein Limerick fuer euch. Es fiel mir ein, als ich in den letzten 2 Tagen mit den Kollegen aus der Firma viele 100 Meter Kabel in den Waenden eines Kunden vergrub. Ich habe auf eins der Kabel in einem Traeger das folgende Limerick vermerkt:

We proudly present your new network
We’re hoping that all of our patchwork
Is doing its Job
And the Networking Op
Is not occupied with too much bad work

Wahrscheinlich merkt es keiner aber ich mag den Gedanken, dass das mal passieren koennte ;). Gleich ruft mich der Chef an und verraet mir wann er mich in der Firma abholt. Dann muessen die vielen Hundert Meter auf die uebrigen Patchpanels aufgelegt werden. Ich verabschiede mich fuer heute.

Der Sterni

Wochenende != Wochenende

Sunday, February 12th, 2006

Hallo nochmal. Nachdem ich jetzt erfrischender Weise mein Wochenende mit einer Mate beendet und mich etwas beruhigt habe habe ich noch etwas zu erzaehlen.

Wie definierst du das Wort “Wochenende”? Fuer mich ist es nicht nur das Kalendarische Ende einer Woche, sondern auch ein Zeitabschnitt auf den man die restlichen 5 Tage der Woche hinarbeitet. Ein Raum der Freiheit, Zeit fuer sich, vielleicht auch mal fuer Freunde, so wie dieses Wochenende. MaBU war hier und wir hatten eine Menge Spass und mal wieder mindestens 5 Komplette Kurzfilme ausgedacht. So kanns geh’n. Fuer andere Menschen ist das Wochenende nur ein laestiger Zeitzwischenraum der die Werktage trennt, an denen man Geschaefte abwickeln kann.
Mich rief gerade ein Kunde an, der Dialog verlief folgendermassen:

  • Er: Guten Tag, mein Name ist *floet*, ich habe ihre Telefonnummer aus dem Telefonbuch und ihren Namen von einer $Firma Rechnung. Ich haette da eine Frage…
  • Ich: Guten Tag.
  • Er: Ich habe ein Angebot aus einem Onlineforum fuer ein Mainboard mit CPU, da wuerde ich Sie gerne zu Ihrer Meinung und Preisvorstellung fragen…
  • Ich: Sie haben eine Neuwagen Handlung fuer die Marke *floet* oder?
  • Er: Ahh.. schoen, dass sie sich erinnern!
  • Ich: Was wuerden Sie sagen, wenn ich sie Sonntags abends auf ihrer Privatnummer anriefe, und sie nach ihrer Preisvorstellung fuer einen Markenfremden Gebrauchtwagen fragte?
  • Er: *aufleg*

Manche Leute lernen es nie… manche sind einfach nur nervig. Mein Wochenende war sonst allerdings wunderbar! Danke Marcel.

Der Sternensucher.

[tags]Kunden, Arbeit, Sonntag, Ruhe, Anruf, Wochenende[/tags]

The penguins curse…

Friday, September 23rd, 2005

Well, hi there. Its been a while, since I came across a linux user in this town, that I didn’t know, but yesterday, during a short visit in the shop, my coworker was like “Whoo… thank god you’re here, I was looking for you for hours!” and I already suspected, that he had a “special job” for me. He’s currently installing DSL for a very complicated customer in a very easy environment. This customer owns a SuSE Linux 9.3 box, wants to do PPPoE with his Fritz BOX Fon and use it as a gateway for the Linux Box. The Fritz Box does DHCP and the PPPoE Line is up… what did my coworker do? He tried to establish a PPPoE connection via Kinternet… *sigh* and was like “Whaa!! Linux is soo complicated!” (No guy, you are). His words in original (translated): “I assinged a static IP to the box, but it didn’t use DHCP! The PPPoE Gateway didn’t respond…”.. and I already knew, that all was totally messed up. Today, i’m going to visit that customer and enable DHCP on his ethernet interface… that should be enough.

If you use Linux for a while and are, now, an experienced user, take this advice: NEVER… NEVER tell anyone, that you know something about Linux, until its a person you would hug delightfuly at once (which should be enough to reduce the circle of persons matching these criteria to a few). It will get you into a lot of trouble. Linux is for people, who are able to analyze and solve THOSE easy “problems” like using a gateway to connect to the internet by themselves. Its NOT for the common customer… and.. if you don’t want to waste the larger ammount of your lifetime in solving other peoples dumb problems, just give up on being the “Linux Missionaire”…

The Starseeker

Future Plans

Friday, August 26th, 2005

Hi there. After that last week I hoped, I’d have a nice weekend… but all hopes vanished today, when my collegue came and asked “could you please install that box tomorrow?”.. Well that. Its saturday tomorrow and its been a while that I had a nice weekend… hmm. This will be messy again.

The day before yesterday, the university sent me a letter and… approved me for both studie courses… I hope they don’t turn out to be study curses. Thats good news after all…

But theres not much to report among that. Beside the fact, that the lonelynes inside me gets stronger and stronger. It makes me tired. I’m more tired than i’ve ever been before in my life. Even though I can hardly sleep. Its terrible (and just nobody seems to care).

The starseeker

Music can comfort scars…

Monday, August 22nd, 2005

… yes it can. Even if that sentence seems to lack sense, it doesn’t. My work ended later than I thought today (who is surprised by that? nobody? well… oh … i’m SO surprised) and I was back at 18:00 instead of 14:00. Now I am sitting here, relaxing to “Tokyodawn Records - Prymer - In our Pockets”. Its a mix I really like, cause it has some really nice parts for dreaming, just sitting there, thinking of nothing or just blog ;). Its surprising, how music can turn your day right. Even if something went wrong, music can just make you forget it all in a flash. I like that feeling a lot and I like my precious earplugs, that I always have with me, and therefore have that feeling with me all the time, always, if I need it.
Netmusic is another beautiful thing. There are people, who just make music, cause they like to. Some like to sing, some like to play with the synthies, some like mastering and some just like giving away hosting space ;). Those people all together make a beautiful community, which produces a lot of music precious to me. Thanks to all the kahvi artists (here), all the thinner sound junkies (here), all the tokyodawn friends (here) and, of cause, Tang Kai of the camomille netlabel (here), who created one of the most beatiful sounds (look for release #67) i’ve ever found on the net.

Have a lot of fun, while traveling my musical dream world. Some of my stars are there :)

The Starseeker