Zwei Tassen [snippet]

October 16th, 2008

Es gibt wohl keine einfache oder unbefangene Erklaerung fuer die Dinge, die passierten an dem Tag und an dem Ort, an dem ich einen Menschen kennenlernte der mein Leben innerhalb von Minuten auf den Kopf stellte - dazu gesagt: Fuer einen Menschen der sich ein Leben lang alles Umwuehlt um gluecklich zu sein, fuehlte es sich nacher richtiger - ja, mehr nach mir an.

Es war ein nicht ganz normaler Freitag. Das Buero war in heller Aufregung und ich war nicht der einzige, der noch vor Mitternacht aufgestanden und an seinen Schreibtisch zurueckgekehrt war. Viele hatten Anrufe bekommen - eine Krise. Jeder mit ungefaehr 10 Fingern wurde gebraucht um in die Tasten zu hauen - die eigene Existenz und die der Firma nachhaltig zu sichern. Es dauerte mehrere Stunden alleine die Probleme zu loesen, die das Loesen der Hauptprobleme erschwerten, es dauerte bis in den Morgen, die Hauptprobleme zu isolieren und einige Teams sollten bis in den Mittag daran arbeiten die isolierten Probleme zu beheben. Ich jedoch verlor noch vor Sonnenaufgang jegliche Zurechnungsfaehigkeit und stellte die Arbeit ein. Ich zog mich zurueck in den Club-Bereich der Cafeteria - die Sofas waren ausnahmsweise einmal leer - und setzte mich mit einem grossen Seufzen nieder. ‘Eine Tasse Kaffee waere jetzt was’, dachte ich, doch fuehlte mich zu muede um aufzustehen. Die Augen fielen mir zu und ich schlief ein, nur ein Stockwerk ueber einer der groessten Katastrophen der Firmengeschichte.

Neben mir knirschte das Leder des schweren Ledersofas und eine leichte Mulde bildete sich, die dafuer sorgte, dass ich - noch immer schlafend - zur Seite kippte. Als ich auftraf wurde ich wach, meinen Kopf auf einer fremden Schulter. Ich schreckte auf. “Oh… Tschuldigung.”, stammelte ich und setzte mich verlegen auf. Ich spuerte quasi wie mir das Blut in den Kopf schoss. “Macht nix.”, sagte eine Stimme die ich nicht kannte. Ich wagte einen Blick - und ebenso unverwandt wie die Worte grinste mich ein Maedchen an, etwa so alt wie ich. Ich zog eine Augenbraue hoch waehrend sie noch immer weitergrinste. “Hi.” sagte ich, noch immer etwas irritiert. “Du bist knallrot.”, fuegte sie hinzu und kicherte ein wenig. “Mhm”. Laute fielen mit bedeutend leichter als jetzt etwas zu sagen. “Hab ich dich geweckt?”, fragte sie. “Ich weiss es nicht. Vermutlich habe ich mich selbst geweckt als ich auf deine Schulter gefallen bin.”. Ich konnte sie nicht in dem Glauben lassen, sie habe mich geweckt. “Gut… moechtest du auch einen Kaffee?”. Der Gedanken an Kaffee, der mich schon… wie lang hatte ich eigentlich geschlafen? Egal… Sie hatte was von Kaffee gesagt. “Klar!”, sagte ich mit allem Enthusiasmus den ich in der Mischung aus Verwirrung und Muedigkeit herausbrachte. Sie grinste ein wenig breiter: “Schoen, ich auch.” … Stille… bis sich ein wenig meiner Verwirrung in ein unangenehmes Gefuehl der Peinlichkeit wandelte. Ich stand auf, so schnell es irgend ging, blieb einen Moment stehen und wandelte - nach einem verwirrten blick auf das Sofa - auf die Kaffeemaschinen zu um ihr und mir meinen Kaffee zu holen. “Wie…”, wollte ich gerade ansetzen, aber sie war schneller: “Kein Zucker… keine Milch… aber bitte genug.”. Das kam mir nur bekannt vor - vor allem mit dem “genug” wuerde auch ich mich anfreunden koennen. Ich griff 2 Jumbo-Tassen aus dem Schrank und stellte die erste unter die Maschine, drueckte den Knopf und drehte mich zu ihr um. Sie grinste noch immer und hatte jeden Handgriff den ich tat genau im Auge. “Stell ihn doch bitte noch etwas staerker ein”, sagte sie, als ich die 2. Portion in ihre Tasse bruehen lassen wollte.

Mehrere Minuten und einen schluffenden Weg mit 2 gefaehrlich vollen Tassen Richtung Couch spaeter sass ich wieder, ein Stueck weiter weg von ihr als vorher. Sie hatte, wie ich, die Tasse fest umklammert und hing nun eher, die Schuhe ausgezogen und die Beine angewinkelt und anstatt meinem Kopf nun ein Kissen an der Schulter. Sie trank einen Schluck, schaute mich mit hochgezogenen Augenbrauen von der Seite an. Ich sass da, die Ellebogen auf den Oberschenkeln, die Tasse vor dem Gesicht und den Ruecken so krumm wie einen Saebel und meine Augen auf die Wand gerichtet. “Was machst du eigentlich hier?”, fragte sie schliesslich. Ich deutete nach unten, um anzudeuten warum ich da war und startete einen Erklaerungsversuch: “Ich war muede, ich konnte nicht mehr. Eigentlich wollte ich… ” “Und dann bist du einfach eingeschlafen, lass mich raten..”, unterbrach sie mich. “Richtig.”, ich lachte ein wenig und sah zu ihr herueber.  Sie schaute skeptisch und betrachtete das Foto auf meinem Ausweis, der von meinem Guertel hing - kein Foto auf das ich besonders stolz waere. “Und du?”, fragte ich, als ihr Gesicht gerade wieder hinter ihrer Tasse verschwand. “Ich frage mich ob dich das was angeht”, sagte sie geheimnis- und etwas vorwurfsvoll. Ich schaute auch auf ihren Ausweis. “Frederike.”, sagte ich, “2nd Level oder?”. Sie nickte. “Ich hoffe du weisst das nicht, weil du mir nachspionierst.”.  Wie koennte ich nur. “Nein, ich les nur eine Menge Tickets.” “Achso.”, sagte sie, “Ich habe einfach nur Nachtschicht und mache meine Pause.”

Wir schwiegen beide einen Moment, tranken einen grossen Schluck aus unseren Tassen und so langsam wurde mir klar, dass wir vollkommen alleine in der Cafeteria sassen. “Wie spaet ist es eigentlich?” fragte ich und sie grinste noch ein bisschen mehr. “Du traegst keine Uhr was?”, fragte sie und sie hatte recht. Ich trug seit Jahren keine Uhr mehr. Der Cafeteria fehlte jegliche Art Fenster und somit war ich orientierungslos - nicht im Raum aber in der Zeit.  Alles was ich merkte war, dass bis auf die Kuehlschraenke nichts zu hoeren war. Sie sagte “Spaet genug fuer eine lange Pause”. Ihr grinsen machte mich nervoes, was sie merkte. “Mach dir keinen Stress, es gibt nichts mehr zu reparieren, schon ne ganze Weile nicht mehr.”. Tatsaechlich hatte ich fuer eine Sekunde darueber nachgedacht aufzustehen. Mir wurde dieses Beisammensein auf eine unerklaerliche Art und Weise unheimlich. “Hast du was bestimmtes vor heute Mittag?”, fragte sie und machte ein geheimnisvolles Gesicht. Mittag? “Nein, ich habe eigentlich selten was vor.” “Soso” sagte sie. Ich musterte sie ein wenig. “Du hast also wirklich nichts vor?”, fragte sie nocheinmal, und zwirbelte mit einer Hand am Ende eines ihrer Hosenbeine ein paar Fransen. Ich schuettelte den Kopf, waehrend sie feststellend nickte. “Ich wuerde am liebsten einfach hier sitzen bleiben und gar nichts vorhaben… einfach so”, sagte ich. “So so”, sagte sie wieder und fuegte nach einer kurzen Pause hinzu: “… wegen mir?”. Ich dachte einen kurzen Moment nach bevor ich antwortete. “Vielleicht auch das” sagte ich schliesslich. Ich war nicht gerne alleine, aber auch nicht gerne unter Menschen… ein einziger Mensch war also gerade recht fuer ein Bisschen Ruhe und Entspannung. “Naja, nicht nur vielleicht.”, fuegte ich etwas zoegernd hinzu, “Waerst du nicht da wuerd ich vermutlich nach Hause fahren und …”. “Kommt nicht in Frage,”, sagte sie und rueckte ein Stueck naeher an mich heran, “du bleibst hier und versorgst mich mit Kaffee!”. Sie grinste wieder und auch ich musste ein bisschen lachen. “Das ist mein Ernst!”, sagte sie, moeglichst ohne zu lachen aber es gelang ihr nicht. “Wenn das so ist, gerne.”

Waeren die Tassen in dieser Firma nicht so unglaublich gross und waer der Weg zur Kaffeemaschine nicht so kurz, waere ich in den folgenden Stunden vermutlich im Stehen eingeschlafen oder auf dem Weg zur Kaffeemaschine umgekippt. Der Kaffe hielt uns wach, aber jede Bewegung war zumindest fuer mich eine Ueberwindung. Sie hingegen sass die meiste Zeit einfach da und forderte mehr Kaffee. “Es ist schoen, mal jemanden hier zu treffen, wenn sonst keiner da ist”, sagte sie schliesslich, als ich mal wieder mit 2 Tassen beladen zurueck zum Sofa kam, “Ich sitz hier entweder alleine oder mache gar keine Pause.”. Ich nickte. “Ohnehin… alleine Kaffee trinken, wo ist da der Spass dabei?”, sagte ich - und sie nickte. Und so unterhielten wir uns noch eine Weile, ich holte unzaehlige Tassen Kaffee, sie sprach von sich, von ihrer Katze, ihrer Ratte und deren Verhaeltnis mit der Katze, davon, wie man es schaffen kann, kopfueber an der Wand lehnend Metal-Songs zu singen. Sie sprach darueber, wie sie mir Stundenlang beim schlafen zugesehen hatte, dass ich im Schlaf spraeche und dass es gut gewesen waere dass nur sie zugehoert haette. Ich sprach von meinen endlosen Fahrten mit der Bahn, meiner tiefen Zuneigung zu kleinen dunklen Ecken, davon, wie unglaublich Wolken aussehen, wenn man vor den Augen einen Roten und einen Blauen Farbfilter anbringt und wie gerne ich ihre Tickets las. Ich sprach auch davon, wie sehr der Anblick ihres Gesichts nach dem Aufwachen mich gleichzeitig schockiert und beruhigt hatte und dass es weniger die Peinlichkeit war, die mich rot hatte anlaufen lassen, sondern vielmehr die unerwartete Lage, jemals neben jemandem wie ihr aufzuwachen. “Der Kaffee macht uns komisch”, sagte sie schliesslich. “Nein”, sagte ich, “ich glaube das ist einfach so.”

Erst da stellte ich fest, dass mein Kopf sich nicht mehr hinter der Tasse versteckte, sondern wieder an ihrer Schulter lehnte wo er zuerst gelegen hatte und dass sie sich wiederum an meinem anlehnte. Es war Samstag Abend… “Ich habe mir uebrigens erlaubt dich auszustempeln waehrend du schliefst.”, sagte sie noch.

Es bleibt anzumerken, dass diese Geschichte keinen Bezug zur Realitaet hat. Es besteht keine Verbindung zu real existierenden Firmen, Cafeten oder Menschen mit dem Namen Frederike. .o( so schade das auch ist)

RILOE-ses Durcheinander

October 15th, 2008

Nachdem mir ein DL360 in Koeln abgestuerzt und eine Neuinstallation der Maschine notwendig war, stellte ich fest, dass es fuer die aktuellen Versionen von Debian letztmalig in etch Instalaltionsmedien fuer eine Floppyinstallation gibt (zu finden hier). Diese brauchte ich (so dachte ich zumindest) fuer die Installation von Debian via RILOE-Board (Remote Insight Lights Out Edition) erster Generation. Diese stellt eine “Virtual Floppy”-Methode zur Verfuegung, ueber die man ein virtuelles Floppy Image in ein ebenso virtuelles Floppy Laufwerk einlegen kann um zum Beispiel davon zu booten. Leider jedoch erwartet diese Karte die Floppy Images in einem proprietaeren Format (mit Image-Beschreibung). Zum erstellen dieser Images existiert ein Windows Tool, welches leider weder in Wine noch unter ReactOS im QEMU zur Arbeit zu ueberreden und somit unmoeglich mit freien Mitteln (oder auch aus freien Stuecken ;)) zur Arbeit zu ueberreden gewesen waere. Ich installierte also eine Windows XP VM mit VirtualBox und erstellte 5 Images.

Ich musste im Nachhinein feststellen, dass die Installation via Floppy remote nicht geht, da nach dem Laden des Kernels das Debian die Root Filesystem Floppy auf dem physikalischen Laufwerk im Server sucht. Da ist natuerlich keine drin. Die Images hatte ich aber nun und dachte “warum nicht mit den originalen vergleichen?”. So koennte man herausfinden, wie das Compaq Tool die Images erstellt und ein entsprechendes eigenes Tool implementieren. Tatsaechlich fuegt Compaq nur einen (mindestens) 22byte langen Header vor dem Anfang des Images hinzu, welcher das Image als Gueltig kennzeichnet (Beginn mit dem String ‘CPQRFBLO’) und einen Kommentar einfuegt. Des Weiteren sind noch einige Bytes unbekannter Bedeutung im Header vorhanden.

Ich machte mich also daran ein python script zu schreiben, welches in der Lage ist, RAW images (wie mit ‘dd’ erstellt) und CPQ-Images (RILOE verwendbare Images mit Header) in ihr Gegenstueck zu verwandeln. Das Script erstellte auch schon einige Images die auf der RILOE funktionierten… und bislang keines welches nicht funktionierte.

Da die etch-Installation jedoch via Floppy nicht funkionierte und ich auch eigentlich kein etch installieren wollte, kam ich auf eine Idee. Der PXE-loader des etherboot-Projektes - gPXE - ist in der Lage von einer Floppy geladen zu werden und kernel und initrd ueber unterstuetzte Netzwerkkarten unter anderem ueber HTTP zu laden - anders als der name (gPXE) vermuten liesse.

Letztendlich hat es so geklappt, ein Debian komplett ohne Debian-Quellmedien Remote zu installieren, ohne den Rechner auch nur einmal anzufassen. Danke!

Fuer alle, die im Netz genau so verzweifelt nach einem RILOE Disketten Image Konverter gesucht haben wie ich: jetzt gibt es ganz sicher einen. Ich habe mein Script und die Dokumentation der etwas hakelingen aber einfach zu bewaeltigenden Installation fuer euch zum Download in mein Wiki gestellt und die entsprechend benoetigten Debian Boot Images so verlinkt, dass wenig Arbeit fuer euch bleibt.

ALles Gute und Gruss vom Sternensucher!

Performt wie ein Gedicht

October 10th, 2008

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I’m not only a Dreamer [Story Snippet]

October 5th, 2008

Warum ich die Stille mag, die Abgeschiedenheit und die Leere vollkommener Ruhe und wie sehr ich Einsamkeit verabscheue, wuerde ich gerne anhand des folgenden Schnipsels illustrieren:

“Du sitzt hier und starrst Loecher In die Luft”, sagte Anna zu mir. Wir sassen in einem kleinen und gut besuchten Cafe auf meiner Strasse und hatten jeder eine Tasse Kaffee vor uns stehen - ihre war deutlich leerer als meine. Sie hatte vollkommen recht. “Bitte?”, sagte ich, “Ach so, ja. Du hast vollkommen Recht, ich traeum hier so rum.”. “Das merk ich”, sagte Anna. Ich hoerte den leicht vorwurfsvollen Ton. Irgendeine Nuance in ihrer Stimme entfaltete diese 3 Worte zu einem deutlich aussagekraeftigeren “Das merk ich, was traeumst du hier rum wenn ich direkt vor dir sitze?!”. “Sorry”, sagte ich, wie so oft, “Ich bin nicht ganz da im Moment.”. “Auch das merk ich”, sagte Anna ebenso vielsagend. Nur das wissende Schmunzeln auf ihren Lippen hielt mich davon ab zu glauben sie sei stocksauer. “Trink wenigstens deinen Kaffee bevor er kalt wird…”, schob sie nach. “Was ist denn los bei dir? Wir sitzen hier jetzt nicht zum ersten Mal und du guckst Loecher in die Luft… jedes mal, die ganze Zeit”. Anna lachte ein bisschen waehrend sie sprach, vermutlich um den vorwurfsvollen Ton zu relativieren. “Ich bin halt so… ich fliehe gerne von Orten, wo viele Menschen sind… wenn nicht zu Fuss, dann wenigstens im Kopf.”, sagte ich. “Du bist komisch.”,  sagte Anna nach einer kurzen Pause und lachte wieder, “Du geht mit mir nen Kaffee trinken, trinkst deinen Kaffee nichtmal und fliehst in Gedanken vor mir?”. “Neineinein!… nicht vor dir. Du fliehst quasi mit.”, versuchte ich zu erklaeren. “Du bist ja nicht der Grund, warum ich fliehe, sonst haett ich dich kaum eingeladen nen Kaffee zu trinken. Ich bin eigentlich nicht der Typ fuer volle Plaetze, das weisst du doch.”. “Warum gehst du dann mit mir hier hin?”, sagte Anna. Das Gespraech wanderte eindruckvoll schnell von einem Zusammensitzen von zwei Freunden zu einer Grundsatzdiskussion. Zum Glueck laechelte sie noch und es klang eher nach einem neugierigen Fragen als nach einem Haufen Vorwuerfe. “Ich kann keinen Kaffee kochen, sonst saessen wir bei mir Zuhause. Ich will dich ja nicht umbringen.”, wir lachten beide - leise - und schwiegen einige Momente, bis Anna die Stille brach: “Sag mal, wenn du jetzt Geburtstag hast naechsten Monat…”, ich blickte auf, “.. und wir wuerden eine Party fuer dich machen, so richtig mit allem drum und dran, ein paar Leute einladen und uns den ganzen Abend totfreuen…”.  Sie sprach den Satz gar nicht erst zuende, als sie merkte, wie sich mein Mund in eine etwas unzufriedene Form zog, der zum Ausdruck kompletter Verzweiflung nur noch ein “Hach ja” gefehlt haette.

Anna sah gar nicht mehr gluecklich aus: “Musst du immer alles kaputt machen?”, sagte sie. “Mensch, jetzt versteh mich doch nicht schon wieder so falsch..”, sagte ich. “Ich kann nicht so gut mit vielen Menschen, ich bin nicht der Typ dafuer.”. Anna machte ein vollkommen eindeutiges Gesicht. Es war klar dass es ihre Idee gewesen war, eine Überraschungsparty zu veranstalten und dass sie schon deutlich mehr als die Idee im Kopf hatte. “Was bist du denn fuer ein Typ? Ich versuch dir ne Freude zu machen - seit Jahren - und schaff es nicht. Du bist so verdammt verschlossen ueber dich!”. Anna war laut geworden und ein Mann am Nebentisch schaute vorwurfsvoll. Ich versteckte mein Gesicht hinter der Kaffeetasse, die Ellebogen auf den Tisch gestemmt und schaute verlegen in die Ecke des Raumes.  “Ich weiss es nicht, nicht der Typ fuer Parties eben. Ich bin eher so der Typ fuer nen ruhigen Abend am See mit ein paar Freunden und einer Kanne Tee”.  waehrend ich den Satz aussprach nahm Annas Gesicht neben dem vorwurfsvollem Blick auch Zuege eines Schmunzelns an. “An deinem Geburtstag im WINTER?”, fragte sie etwas unglaeubig. “Ja.”, sagte ich, etwas ueberrascht, “In Ruhe eben. Es ist schliesslich mein Geburtsag und den moechte ich so feiern.”.  “Das nennst du feiern?”, fragte Anna, “Ich meine, anstatt mit den Leuten Spass zu haben verbringst du nen Abend an nem eiskalten See?”. “Ja, das nenne ich feiern. Ich freu mich halt drueber dass alle da sind.”. “Du bist komisch.”, sagte Anna mit dieser Stimme, als kaeme ich aus einer anderen Dimension.  “Und was machst du dann an dem See mit uns?”, bohrte sie nach. Jegliche Zeichen von Vorwurf waren aus ihrem Gesicht versschwunden und sie sah jetzt eher neugierig aus, “Ich meine, was kann man an einem See im Winter gross machen?”.  “Man kann da liegen und traeumen bei Tee… zusammen mit den Leuten die einem wichtig sind. Weiss nicht.. in den Himmel starren und ueber dinge Reden ueber die man sonst nicht redet, sich verstehen und das bisschen Waerme geniessen was man geegenseitig noch fuereinander ueber hat - und den Tee.” Ich driftete in Gedanken an den See ab und muss undglaublich bescheuert geklungen haben. “Das ist nicht dein ernst.”, sagte Anna, “Das ist einfach nicht dein Ernst. Alles was du brauchst um dich SO klingen zu lassen ist eine Kanne Tee?” .  “Ja, und wenn du auch mitkommst vielleicht ein Haufen Decken.” schob ich nach.  Anna lachte wieder. Ich trank noch einen grossen Schluck Kaffee aus der Tasse.  Der Kaffee war kalt und bitter und ich verzog das Gesicht. Anna lachte nochmal und laechelte. “Du bist schon ein sonderbarer Mensch an deinem See…”, und ich war tatsaechlich in Gedanken schon da und erzaehlte mit meinen Freunden ueber das vergangene Jahr. “… und ein ganz schoener Traeumer.”.

Ich hoerte sie schon fast nicht mehr, waehrend sie die Kellnerin heranwinkte. “Zwei zwanzig für jeden”, sagte sie als sie an den Tisch trat. “Also dann keine Party…”, sagte Anna noch waehrend ich bezahlte… und sie war nicht mehr sauer.  “Nein, keine Party, aber … es waere nett wenn du den Tee kochst… du weisst schon. Das ist aehnlich wie mit dem Kaffee.”.

P.S.: Danke dir….

Wo ist Tux?!

September 10th, 2008

Zur Abschreckung Unbefugter ist nun neben starker Kryptographie in meinem Notebook beim Boot auch noch meine Fratze zu ertragen:

Wo ist Tux?!

Adress-Konflikte

September 9th, 2008

Hi,

als ich heute im Buero den Reservebestand an optischen Laufwerken aufraeumte, kam mir eine witzige Idee fuer T-Shirts…


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Kommentare erwuenscht :)

Gruss vom Sternensucher

Happy Sysadmin Day - Happy Jobcenter Day

July 25th, 2008

Hallo liebe Freundinnen und Freunde,

heute ist, wie von verschiedenen News-Netzen und der offiziellen Seite des Feiertages berichtet wird, der 9. “System Administrator Appreciation Day” - oder eben kurz: Sysadminday. An diesem Feiertag, welcher am letzten Freitag im Juli seit dem Jahr 2000 auf dem Programm steht, legt der Sysadmin seine Kabelpeitsche nieder und laesst sich - der Arbeit muede - von seinen Usern zur Abwechselung mal nicht nerven sondern - zumindest moechten die Initiatoren dieses Tages das so - mit einigen kleinen oder grossen Dankesgeschenken begluecken.

In der Firma in der ich arbeite spuert man davon nichts, im Gegenteil. Zwar legen wir die Kabelpeitsche erst gar nicht an und kommen mit unseren Usern ganz gut klar, dennoch schlaegt der Tag heute eine Bresche in die Firma. Unsere kleine IT-Abteilung (Ausbilder und Azubi) bemuehte sich im Vergangenen halben Jahr (so lange arbeiten wir jetzt zusammen) erfolgreich darum, gute Arbeit zu leisten und ein zuverlaessiger Ansprechpartner zu sein - sowohl fuer die Kunden, als auch fuer die Mitarbeiter, fuer deren Arbeitsfaehigkeit wir sorgten (auch ausserhalb unserer Arbeitszeiten). Überstunden ohne Ausgleich? Kein Problem…Doch die Dankbarkeit - unabhaengig davon, was fuer ein Tag heute ist - spuert man wenn dann nur hauchzart.

Um so ironischer ist es, dass mein Kollege und Ausbilder - gleichfalls guter Freund - heute in einem Gespraech mit dem Chef seine vorlaeufige Kuendigung erhielt. Sein Zeitvertrag wird - trotz hinreichend unbewaeltigbarem Arbeitsaufkommen - nicht verlaengert. Aussicht auf Abwendung der Kuendigung gibt es nur wenig. Klar, welcher Sysadmin wuerde sich nicht ueber ein wenig geschenkte Freizeit zu seinem persoenlichen Berufs-Feiertag wuenschen? Mir stellt sich allerdings die Frage, ob man direkt so grosszuegig damit umgehen sollte. In anderen Worten: Danke fuer garnichts.

Ein Gruss an alle Systemadministratorinnen und Administratoren, die 25 Stunden 8 Tage die Woche erreichbar sind, fuer die Versorgung der kleinen und grossen Anwender-Pannen sorgen, so ungelegen sie auch kommen, an alle die, deren Tag man mit einer Tasse Kaffe am Morgen retten kann und die wider besseres Wissen die privaten Computersorgen der Anwender anhoeren. Ihr seid toll.

Danke und alles gute bei der Jobsuche,

der Sternensucher

Es WAR einmal RAID5

July 22nd, 2008

Eine Gute-Nacht-Geschichte fuer Nerds
nach einer wahren Begebenheit im Sommer 2008

Es war einmal ein Rechner mit 3 Festplatten und einem Linux. Die Festplatten waren gluecklich und drehten sich voller Freude und tauschten mit dem Kernel Daten aus. Der Kernel sprach: “Ihr, meine Freunde, sollt ein Raid 5 sein.”, und die Festplatten folgten seinem Befehl und schaufelten Daten hin und her, hashten und lasen, bis der Kernel sie fuer synchronisiert hielt.

Und so arbeiteten die Platten im Verbund, lieferten Daten und strahlten Sicherheit und Geborgenheit aus. Eines Tages jedoch schmerzte es eine der Platten gar fuerchterlich. Sie nahm all ihren Mut zusammen und sprach zum Kernel: “hdg: task_out_intr: status=0×58 { DriveReady SeekComplete DataRequest }”. Nachdem der Kernel die Schmerzen der Festpllatte untersucht und sich ein Bild gemacht hatte, sprach er: “Mein Freund, ide3: reset: slave: ECC circuitry error!. Ich werde dich entlasten und deine Freunde mit deinen Aufgaben betrauen.”. Der RAID-Dienst fuegte hinzu: “raid5: Disk failure on hdg1, disabling device. Operation continuing on 2 devices”. So wurde das Raid 5 degraded und die verbleibenden 2 Festplatten schufteten allein.

Nicht viele Stunden vergingen, so sprach auch die zweite Festplatte: “hdh: task_out_intr: status=0×58 { DriveReady SeekComplete DataRequest }”.  Der Kernel - sichtlich beunruhigt - konnte nicht glauben was er da hoerte und bruellte: “Nein! Nein! Nichtdoch ide3: reset: master: ECC circuitry error!”. Das Leid war Gross, denn alle wussten… alleine konnte die letzte Festplatte das Datenvolumen niemals verkraften. Der Kernel klagte sein Leid dem RAID-Dienst, welcher erwiderte: “Weine nicht Kernel… raid5: Disk failure on hdh1, disabling device. Operation continuing on 1 device. Denk an was schoenes und warte ab.”. Der Kernel jedoch war verdriesst und mochte sich nicht so recht erholen. Er schwelgte in Erinnerungen an die Daten, die er einst von den 3 wackeren Platten hatte lesen koennen. Die Gedaechtnisluecken schmerzten so sehr, dass er sein Leid nicht mehr fuer sich behalten konnte. “Buffer I/O error on device dm-0, logical block 733475!”, bruellte er, “lost page write due to I/O error on dm-0…”.

Schlussendlich konnte er die Schmerzen nicht mehr ertragen und verlor die Kontrolle. “Aborting journal on device dm-0.”, schluchzte er… und als ihm klar wurde, was er gerade gesagt hatte, schob er nach: “EXT3-fs error (device dm-0): ext3_journal_start_sb: Detected aborted journal!”. Er hoerte auf nach den Daten zu rufen und verharrte panisch zitternd und unsynchronisiert, bis ein Anruf eines Technikers endlich das Geraet endlich stromlos schalten liess.

Und vielleicht - eines Tages - kommt ein Techniker, tauscht die beiden defekten Platten aus und haucht dem System so neues Leben ein.

Von Drogen…

July 9th, 2008

Guten Abend liebe Freunde,

habt ihr schonmal irgendwo in einem Club gesessen und einen dieser Rhythmen gehoert, wo man zwingend mitklopfen muss - so lange bis das Gegenueber einen entgeistert anschaut und einem die klopfende Hand am liebsten… naja. Ich habe mich immer gefragt “Wo bekommen die diese Musik her”? In dem konkreten Fall kam die Musik aus einem kommerziellen DVB-s Lounge Kanal der fuer mich somit unerreichbar ist. Da ich aber eine entspannte Atmosphaere mit Lounge Musik deutlich leichter erzeugen kann als ohne habe ich mich auf die Suche gemacht und bin - mal wieder nach laengerer Auszeit - auf Jamendo gestossen. Das ist ein Musikportal, dass sich vorwiegend auf die Verbreitung von Kunst spezialisiert hat, die unter einer “Creative Commons“-Lizenz steht - was zumindest in den meisten Faellen bedeutet, dass die Kuenstler nicht in erster Line Finanziell fuer ihre Werke entlohnt werden moechten sondern es eher auf Lob und echten Ruhm absehen :). Jamendo moechte ich euch ohne viele weitere Worte einfach ans Herz legen, da man dort von Punk ueber Metal bis hin zu Minimal und Electronica so ziemlich jede Musikrichtung finden kann, in der Kellerproduktionen exisiteren, ja, oft sogar sind die dort veroeffentlichten Werke recht gut ausproduziert und klingen wie vom Teuer-Label des groessten Misstrauens.

Zurueck zum Punkt: Ich sitze da und hoere diese Lounge Musik und denke mir “Wo bekommst du sowas fuer Zuhause?”, finde Jamendo … ich glaube so weit hatte ich erzaehlt. Auf der Suche nach dem Tag “Lounge” bin ich recht flott in die Tags “ambient” und “chillout” abgerutscht und fand einiges was so gar nicht meinem Geschmack war - zu Elektro und zu wenig Jazzig… also schrieb ich “Jazz” dazu, wenig Hoffnungsvoll, dass jemand sowas unter Creative Commons Lizenz veroeffentlicht. Die Releases unter dem Kuenstlernamen “Revolution Void” stiessen mit mit relativ treffenden Ergebnissen ins Auge - nicht zuletzt wegen des relativ skurrilen Covers des Albums “Increase the Dosage“. Revolution Void ist das Musik-Projekt des Jazz-Pianisten und Produzenten Jonah Dempcy, dessen Existenz bis in das Jahr 1995 zurueckreicht. Jamendo ordnet die in diesem Projekt erscheinende Musik als “electronic breakbeat jazz” ein, was auch immer sie damit meinen. Grosse Worte zumindest ranken sich um dieses Album: Nicht nur spricht selbst die Kurzbeschreibung Gastspiele einiger Prominenzen der Musikwelt (Seamus Blake - Mingus Big Band, Michael Shrieve - Santana, Matthew Garrison - Herbie Hancock) an, auch die Rezensionen der nicht-zahlenden Hoererschaft sprechen eine deutliche Sprache und sind durchweg mehr als positiv.

Nach einem entspannten Durchhoeren stimme ich den Kommentaren ohne Abstriche zu. Das Album ist bewegt, experimentell, trotz allem nicht anstrengend und ausgewogen zwischen Lebhaft, duester-elektronisch und sympathisch-unsauber. Das ganze kommt auch noch professionell produziert und auf den ersten Blick nahezu perfekt gemastert daher. Der breitbandige Einsatz von gespielten und klassisch analog aufgenommenen Instrumenten und die Mischung mit eher hintergruendigen elektro-elementen kommt gut zur geltung und fuer einen Nachmittag bei Regen und Tee koennte dieses Album die fehlende Stimmungswuerze sein - zumindest fuer die gute Stunde, die das Album dauert.

Revolution Void - Increase the Dosage - Cover Art by Shawn Wolfe

Das Album kann beschafft werden ueber die entsprechende Jamendo-Seite oder die Seite des Revolution Void-Projektes. Zur Auswahl stehen als Format ueber Jamendo MP3(192kbit) und OGG sowie ueber die Projektseite MP3(VBR), MP3(64kbit) und FLAC. Reinhoeren lohnt.

Gruss vom Sternensucher.

Die Sonne geht auf.

July 6th, 2008

ohne Text

What if…

June 18th, 2008

Was ist, wenn das Leben ein ueber den anderen Tag das gleiche gegen einen tut? Wenn Klagelieder zum Soundtrack werden, der den Herzschlag dominiert? Wenn jeder Ton moll klingt, so Dur er auch ist und strahlende Sonne wie eine verglimmende Kerze in den Tag scheint? Was ist, wenn morgends die Knochen schwer sind wie Blei, die Augenlieder schwerer - wenn das Aufstehen sich anfuehlt wie ein Sterben, die Dunkelheit der Nacht wie ein Auferstehen? Was sagen einem die Traeume, wenn man jede zweite Nacht sieht, fuehlt und glaubt dass man stirbt? Was, wenn man aufwacht und merkt, dass man aufwacht, wenn das Bewusstsein in der Nacht zurueckbleibt, in festem Glauben, man waere gestorben ohne einen Sinn? Einsam?

Verdammt nochmal.. vor 2 Wochen haett ich das nicht geglaubt. Ich haette jeden fuer bekloppt erklaert, der mir haette erzaehlen wollen, es waere wieder so

weit. Der Fruehling - oder Fruehsommer steht vor der Tuer, die Voegel wecken neinen morgens und der Sternensucher liegt da, unmotiviert und alles ist wie die Jahre davor. Es fuehlt sich an, wie mentales Clipping - es wird alles besser, man freut sich, die Welt ist in Ordnung und urploetzlich geht es den Bach herunter, so als wollte einem irgendetwas mitteilen “Freundchen, mehr Freudendynamik hat dein Leben nicht”. Ich habe den Eindruck, es waere immer so gewesen. Ich habe inzwischen sogar den Eindruck, der aktuelle Zustand ist normal - alles andere nur ein gluecklicher Zufall. Warum… keine Ahnung. Und wenn mich jemand drauf anspricht, sage ich wie selbstverstaendlich “Ne, alles klar,

mir gehts super” … es war immer so. In jeder Verbesserung liegen auch Nachteile - denke ich so. Beziehungen bringen streit, Freunde bringen Verpflichtungen, denen nicht nachzukommen ich fuerchte. Froehlichkeit bringt ein schlechtes Gewissen gegenueber denen, denen es nicht gut geht. Jede Besserung bringt die Belastung ihrer Erhaltung mit. Es ist wie das pendeln zwischen erfrieren und verbrennen. Der Mittelweg ist fuer mich anscheinend nicht zu finden. Keine noch so schlechte Soap bringt die Dinge so uebersteigert auf den Punkt wie das Leben manchmal.

Mein eigenes gerede von dieser Situation geht mir mittlerweile auf die Nerven und der Punkt an dem ich mich selbst jede Minute in der ich mir bewusst bin, dass ich existere moechte ich mich am liebsten selbst verpruegeln. Was soll dieses Pseudo-epische Geseier da oben wieder? Hat das irgendeinen Anspruch? Wer bitte liest das und denkt nicht “Aha, der wieder. Jetzt kommt bestimmt nochmal so ne allgemeingueltige Rede, als sei der Thementag der Selbsthilfegruppe Weltenschmerz” … Kackfass. Und nun?!

Dann sitzt man da, wuerzt das ganze mit Musik (haha! Musik… noch sowas…) und erhaelt ein metertiefes Loch. Schade ist, wenn man dann das Gefuehl hat, man ist allein… noch bloeder, wenn man feststellt, man ist alles andere als das, man traut sich nur nicht mal den Mund auf zu machen bei all dem Stress den die anderen haben und zieht sich zurueck in das Blog… eine feige und hinterlistige Weise, die lieben Menschen um einen herum auf die eigene Misere aufmerksam zu machen, die vielleicht gar keine ist, so klein und unbedeutend im Vergleich zu den echten Problemen - den existentiellen. Da macht man dann die Headline dunkel und vergraebt sich in der kleinen Hoehle, in der kurzen Erloesung nach dem Druck auf den “Publish” Knopf, dem Moment des virtuell-digitalen Aufschrei in die ebenso geartete Welt. Fuer was? Fuer nichts…. Kann mich mal jemand druecken, vielleicht bitte? Ich hab gerade ne bloede Krise. :/

Der Sternensucher.

Sterne suchen - Hands on.

May 25th, 2008

Hallo Erdenbuerger!

[Because of popular demand, this article has been translated. Text in brackets is the translation of the above german text.]

Zu Beginn einen Dank an Richard, der diese Erfahrung moeglich gemacht hat, Danke!
[Before we start, I - again - want to thank Richard for making this possible! Thanks!]

Freitag Abend ergab es sich, dass ein Freund aus meiner Heimat-LUG Eimann (meinen Vermieter) und mich mit zum Segelflugplatz nehmen wollte, relativ spontan. Ich freute mich, sagte zu und fand mich eine Muetze Schlaf weiter mit den Beiden auf dem Segelflugplatz Wissel (Niederrhein) wieder. Irgendwie war mir bis zu dem Zeitpunkt wo Richard dann meinte “Die beiden wollen mal mitfliegen” nicht klar, dass auch ich dann mal auf besondere Weise in die Luft gehen sollte.
[Friday evening, spontaniously, a friend of mine (Richard) decided to take another friend and me to the gliderport. I was very excited, agreed and found myself in the airfield in Wissel (Netherrhine) - some bits of sleep further. Until Richard said something like "These two people also will take a flight", I was not fully aware of going up, high into the sky, several minutes later.]

Am Flugplatz waren nich sonderlich viele Leute Anwesend, so dass sich das Haeufchen Aufrechter die Arbeit in wechselnden Positionen aufteilen musste. Der Flugplatz besitzt eine Winde, ein Schleppfahrzeug um die Seile von der Winde bis hin zum Startplatz zu ziehen, einen kleinen Trecker, mit dem die Flugzeuge wieder zum Start gezogen werden und natuerlich eine Luftaufsichtstelle zur Kommunikation mit den Piloten und dem Fahrer der Winde per Windentelefon.
[There were not many people on the airfield, just enough to activate one glider with the help of us two unexperienced people - cycling tasks with every launch. The gliderport has a mobile winch, a car to pick up the ropes at the winch and get them to the start point, a small vehicle to pull the gliders back to the start after landing and a small control station to communicate with the winch driver using a telephone and the pilots using radio.]

VW-Käfer zum heranziehen der Seile von der Winde
[legacy VW-Beetle, modified to carry 2 ropes from the winch to the start]

Winden-Wagen
[Old truck with mounted winch]

Ich habe Eimann und Richard fuer den ersten Flug den Vortritt gelassen um mir das Ganze erst einmal von unten anzusehen. Zugegeben, so ganz habe ich dem Braten anfangs nicht getraut. Die wenigen anwesenden Leute erforderten zuvor eh unsere Mithilfe beim zusammenbauen des Fliegers, so dass ich mir die Details auch nocheinmal in Ruhe anschauen konnte.
[I let Eimann (the other friend) and Richard have the first ride to get comfortable with the thought of flying from down below. I have to admit, that I was a bit anxious about it and had to make up my mind, but the fact that only the few of us were there required us helping to activate the glider anyway. I thereby saw all the mandantory joints and got faith in this fragile seeming beauty...]

“Anders als andere Konventionelle Vereine fahren wir unsere Flieger NICHT aufgeruestet in den Hangar… das hat 2 einfache Gruende: Erstens ist die Halle zu klein, zweitens kommen wir mit den breiten Fluegeln hier nicht durch das Gatter vorne am Acker!”
["Different from most other clubs, we do not pull our gliders back into the hangar activated. Thats for 2 very simple reasons: First: the hangar is way to small... second: the gate at the acre is, too."]

So meint einer der Piloten beim Aufbauen noch und - mein Glueck - er hatte Recht, nacher war ich relativ ueberzeugt von der Stabilitaet des Fliegers. Richards Beteuerungen ueber die mehrhundertfache ausmultiplizierte Sicherheit in den Materialgenehmigungsverfahren gaben mir dann den Rest und ich gab der Neugier nach. Ist aber doch auch ein Schickes Flugzeug oder?
[Thats what one of the older pilots eyplained to me and - lucky me - he was right. After activating the glider by attaching the wings and the empennage I was very certain, that everything was safe. It coun't be any other way with this beautiful plane, could it?]

Segler (ASK 21) von vorn, von einem Piloten bewundert werdend…
[Glider (ASK 21) frontside, being admired by one of the pilots]

Erst flog Richard mit Eimann. Ich sass in der Zeit auf dem Boden, sonnte mich (schlechte Idee, Kellerkind + Sonne = Rothaut) und aergerte mich darueber, dass ich das Amateurfunkgeraet nicht dabei hatte. Derweil inspizierte ich das Funkgeraet bei der Luftaufsicht und unterhielt mich mit einem der jungen Nachwuchspiloten. Waehrend dessen machte es sich Team A im Segler bequem.
[As said, Eimann and Richard were to fly first. I sat at the control station, sunbathing (bad idea... nerds and sunshine just don't fit that well) and blamed myself for leaving the hamradio equip at home. I used the time to have a look at the radio, used to call the pilots and gossiped with one of the younger pilots whereas Eimann and Richard boarded the glider and took off.]

Die beiden blieben etwa eine halbe Stunde in der Luft, brausten einmal quer ueber den Platz und setzten dann zu einer ausserordendlich sanften Landung an.
[The were away for about half an hour, hardily crossed the airfield and landed.]

Segler-Landung mit ausgefahrenen Landeklappen
[Glider with activated airbrakes]

Unser erster Versuch war etwas kurz, nach nur 8 Minuten landeten wir, da keine Thermik zu finden war. Die GPS-Daten verraten eine maximalhoehe von etwa 370 Metern… und das direkt nach dem Start an der Winde. Kein Glueck, aber das war nicht so schlimm. Alleine das Gefuehl beim Start, das Ausklinken und dann das freie Gleiten in der Luft… die 8 Minuten waren in meinem Kopf etwas laenger.
[Our first try was a bit shord. After only 8 minutes, we had to come down again because we could not find any suitable thermal lift. Die GPS data suggests a peak of about 370m... that was right after the winch detached. Bad luck, but it was not that bad. The feeling while being pulled up by the winch and then left without any atachment to the ground was amazing enough to go through all the trouble. The 8 minutes felt like a lot more in my head :).]

Das oben stehende Bild stellt eine perskektivische Projektion des ersten Flugversuches dar. Der Flug begann ungefaehr am suedlichen Ende der Nort-Sued-Achse und dreht sich dann - der steilen Aufstiegskurve nach - links herum. Die blaue Linie zeigt die in den Raum projezierte Flugbahn, die schwarze Linie die als Draufsicht projezierte Bahn des Flugzeuges auf die Bodenebene. Man sieht deutlich Richards ambitionierte Versuche, ein bisschen Aufwind aufzuspueren - leider ohne Erfolg.
[The picture above shows a perspective projection of the first flight. We startet right at the "S" of the north-south axis and torned left. The blue line is the actual flight path, drawn into space, the black a topciew projection]

Danach machten wir den Flieger fuer ein paar andere Piloten einige Male startklar, unter anderem stattete ich auch der Winde einen Besuch ab. Man kann auf dem Bild das Zugseil erahnen, dass die Segler - gezogen von ein paar hundert PS in einem V8-Motor - innerhalb weniger Sekunden auf luftige 300m zieht.
[After our landing, we prepared the glider for some of the other pilots to have a try. Richard and me also pulled some of them from the winch. If you take a close look, you might see a hint of the rope that goes up to the glider, which lifts - coiled up by a V8-engine with a lot of horse powers - the small plane up to a height of about 300m before detaching.]

Signalisiert der Helfer am Fluegel der Maschine nach vorsichtigem anrollen der Winde der Luftaufsicht Seilstraffung, gibt diese ueber das Windentelefon dem Windenfahrer das endgueltige Startsignal. Keine 5 Sekunden spaeter hat der Segler auch schon den Boden verlassen und befindet sich in einem Steilaufstieg. Etwa bei Erreichen eines Scheitelpunktes klingt der Segler aus und der Haken des Zugseiles segelt an einem Fallschirm - immernoch gezogen von der Winde - langsam zu Boden.
[After the winch driver slowly pulls the rope to a particular tension, a helping person at one of the outer edge of one wing gives an OK signal to the control station, who calls the winch driver. A few seconds after the driver accelerates the engine, the glider leaves the ground and travels up into the sky really really fast. At some point, the glider detaches the rope joint, which slowly returns to the ground, held by a parachute.]

Die folgenden Flieger hatten dann auch mehr Glueck, einer erlebte nach einer Pechstraene mit dem Wetter mal wieder etwas guten Wind, kehrte aber freiwillig nach etwa 50 Minuten wieder zurueck. Er erlaubte Richard und mir eine zweite Chance:
[The pilots who went up after our quick return were a lot more lucky. One of them had his first longer flight after having really bad luck with the thermal lift many times. Luckily he returned on his own after about 50min and gave his ok for us to have a second try.]

Der 2. Flug war deutlich laenger. Hier noch einmal die Projektion von eben mit den neuen Flugdaten. Diesmal andersherum. Die Daten starten bei der 355 links des “E”-Endes der Ost-West-Achse und dreht sich dann rechts herum. Ich lasse einfach mal die Bilder sprechen.
[Here you see the second try, which was a lot longer. The projection type and perspective is the same as earlier, but in this one, our flight starts on the small 355 (at the "E") and goes clockwise. Look at the pictures, words a very unnecessary.]

Rechtsneigung 1000m ueber den Niederrheinischen Wissel
[Rolling to the right, 1000m above Wissel]

Sicht 1300m Rhein-aufwaerts Richtung Xanten
[Beatiful view onto the river Rhine upstream at 1300m]

Gipfel des Fluges bei 1709m laut GPS
[peak of our flight at 1709m according to the GPS]

Blick in den freien Himmel ueber die linke Tragflaeche
[View into heaven's freedom over the left wing]

Ein wunderbarer Ausblick ueber ein charakteristisch-plattes Land und in windige Höhe, bei dem mir dann nach 30 Minuten doch etwas mulmig wurde. Eigentlich bin ich etwas unempfindlich gegenueber Rumpeleien und Kurven, vielleicht ist mir aber auch nur vor Freude etwas uebel geworden :). Naja, ist nix passiert. Richard hat netterweise ein paar Kurven weggelassen und uns dann 8 Minuten spaeter runtergebracht… nach einem zuegigen Sinkflug mit knapp 280km/h.
[An amazing view over the characteristical plains of the netherrhine area or up into the sky, depending on which side of the glider you choose to look out. After about 30min I got a bit uncomfortable around the stamach. I am commonly very unsensible when it comes to rough movements... perhaps it was the beauty of the view that made my get sick of happiness ;). Well, nothing happened, all went fine because Richard kindly chose to leave out some artistic impressions. 8 Minutes later we went down for landing in a 280kph nosedive.]

Landeanflug - Abbremsen auf etwa 150m Resthoehe
[approach for landing, airbrakes at about 150m of left altitude]

Nach dem Ausstieg und einem “Das war doch Harmlos!” von Richard gings mir dann auch gleich wieder besser.
[After getting out of the glider with one foot and a "That was nothing at all!"-yelling Richard, I was pretty fine again.]

Ein gut gelandeter Sternensucher… etwas bleich
[A pallid looking but fine starseeker]

Ich hoffe, sowas kann man bei Zeiten mal wiederholen :). Es war zumindest etwas neues und ziemlich abgefahren… geflogen… oder so aehnlich.

Fuer die Halbnormalen und Nerds gibts hier noch eine Karte der Hoehe ueber das Gebiet und ein Diagramm der Hoehe ueber die Distanz beider Fluege:
[I really hope to be doing this again some time :). It was something really new and just amazing. For the nerds, I also have a Map drawing and a graph (height over distance) of both flights.]

Bis die Tage,
[Godspeed! Your...]

Sternensucher

P.S: noch mehr Bilder! / even more pictures!