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Nerds in Love

Wednesday, December 10th, 2008

Hiho…

Ich habe mich nun schlussendlich entschieden, mein altes Handy an in die Sammlung der sich selbst ueberlassenen Elektrogeraete weiterzureichen und ein neues mobiles Endgeraet erworben. Die Technik ist weitergerast… und ich habe einige Trends verpasst wie mir scheint. So auch den “Quick Response Code” … einen 2D-Code zur visuellen maschinenlesbaren Repraesentation von Daten. Sowas lieben wir oder? Die Schnittstelle zwischen der virtuellen und der Realen Welt – juchu! und das alles in einem kleinen Handy. Diese Codes naemlich findest man (im Ausland, vorwiegend im asiatischen Raum) ueberall. Auf Bussen, Saftpackungen, Internetseiten, Plakatwaenden. In aller Regel dienen sie der Verknuepfung einer Werbung mit einem interaktiven Inhalt der Werbenden Firma. Oft ist in dem Code ein Link zu der mobilen Internetseite der werbenden Firma kodiert oder aber ein Bonus-Inhalt, wie ein Link zu einem Klingelton-Download – ja vielleicht sogar zu einem Gutschein. Hier ein Beispiel:

Beispiel QR-Code (Quick Response Code)
QR-Code fuer “ABC so it goes…”

Gelesen werden die Codes ueber die eh ohnehin in den meisten Handys enthaltene Kamera und eine Software, die meistens vom Hersteller vorinstalliert ist. An dem oben gezeigten Beispiel ist gut zu erkennen, wie ein QR-Code strukturiert ist. Alle 4 Ecken – bis auf die untere rechte – sind mit einem grossen und gut sichtbaren Marker versehen, der die Ausrichtung des Codes kennzeichnet. Die untere rechte Ecke ist bei groesseren Codes mit einem weiteren kleineren Marker versehen. Umgeben ist der gesamte Code von einer Ruhezohe, die den Code aus Grafiken deutlich hervorheben soll: Einerseits fuer das Auge des Betrachters – schliesslich will man, dass der Code gesehen wird, andererseits auch fuer die Kamera, die die Grenzen des Codes so leichter erkennen kann.

Ganz ehrlich: die vorgesehene Nutzung dieser Codes ist stink-langweilig oder? Vermutlich sind wir uns einig, dass niemand auf noch mehr Werbung angewiesen ist, die man sich auch noch unter Verrenkungen mit dem Telefon vor der Nase selbst ins Haus holen muss. Das verschmelzen von Alltaeglichen Objekten und der digitalen Datenwelt durch das Heraufheben eines unverfaenglichen Gegenstandes in den Status eines Datentraegers: das lieben wir (so lange es sich nicht auf eindeutige Kennungen und Nachverfolgbarkeit bezieht). Viele Firmen benutzen 2D Codes inzwische auf Rechnungen und Briefen zum Routing oder zur Kenntlichmachung fuer Versandstrassen. Sie haben eine hoehere Informationsdichte und sind aufgrund ihrer digitalen Struktur anders als viele 1D-Strichcodes leichter fuer Maschinen zu erkennen und zu lesen.

Was waere also, wenn man es auf die Spitze treibt? Ich hatte einige Ideen, was man tun koennte:

  • QR-Codes mit GPG Keys auf Visitenkarten
  • QR-Codes zur Kodierung von gedruckten Dokumenten zur Kennzeichung von Datum und Herkunft
  • QR-Codes mit Inventardaten auf eigenen Gegenstaenden
  • QR-Codes fuer Keys und Credentials (fuer den WPA Key, den man seinem Besuch zugaenglich machen moechte zum Beispiel)
  • QR-Codes fuer den eigenen Geek-Code auf einem T-Shirt
  • ….

Und dann kam ich auf eine Idee, die mir ebenso bescheuert wie romantisch erschien (und das liegt ja eh nah beisammen, oder?): Liebesgedichte in QR-Codes!

haiku 1
haiku eins

haiku 2
haiku 2

haiku 3
haiku 3

Und nachdem ich hier jetzt 3 (ziemlich miese) Beispiele in Form von Haikus gebracht habe, sollte die Idee irgendwie angekommen sein. Sowas kann man dann verschenken… mit Liebe in ein Lederarmband geritzt oder voller Zuneigung auf den Po tätowiert (just kidding). Dann kann die Holde/der Holde sein Handy zuecken und erkennt sofort alle Anzeichen wahrer Liebe… naja. Auch romantisches Vorlesen der 0en und 1en Reihe fuer Reihe bei Kerzenlicht ist moeglich… So ganz perfekt ist das Bild anscheinend in der Realitaet dennoch nicht, aber man kann ja nochmal drueber nachdenken. Zumindest sieht man in den drei Beispielen direkt auch noch das oben angesprochene vierte Richtungsquadrat.

Ich wiess, ich bin ein hoffnungsloser Fall, bitte seht davon ab mich von solchen Ideen abzubringen, es hat keinen Sinn. Die wirklich schlimmen schreib ich ja schon gar nicht ;) .

Es gruesst ein drittes Mal heute:

Der niedergeschlagene Erfinder ‘Sternensucher’