Posts Tagged ‘Jamendo’

Meine Damen und Herren, wir haben Ton.

Friday, March 6th, 2009

Guten Morgen…

nachdem ich die lezten Wochen gefuehlt damit verbracht habe, den kompletten Jamendo Sound Server durchzuhoeren, habe ich mich entschlossen, euch doch ein kleines Resume zu praesentieren. Hier ein erster Teil, der laengst ueberfaellig ist.

Implizite Selbstkritik
Ein Musiker der sich selbst mit dem netten Namen “Brad Sucks” schmueckt, sagt auf dem Musikportal Jamendo selbst ueber sich: “One man band with no fans”. Das ist ziemlich lachhaft – aber Programm. ‘Brad Sucks’ erzeugt Musik, die ihre Spielzeit vorwiegend damit verbringt, Brads selbsteinschaetzung auf die Groesse eines Neutrinos herunterzuschrumpfen. Dies geschieht allerdings musikalisch auf eine sehr unterhaltsame und beschaeftigende Weise und ist keineswegs langweilig. Ausserdem trifft Brad mit seinen Texten den ein oder anderen Nerv von einigen introvertierten Nerds, die in zweifelhaften und Zweifelnden Lagen sind. Dies tut er, ohne zu bohren oder seine Musik als Werkzeug zum Wunden aufreissen zu verwenden. Der gleichgueltige Klang in seiner Stimme erinnert in gewisserweise an Beck, Ausdruck hat der Mann jedoch genug. Musikalisch liegt er eher zwischen Soundgarden und Alice in Chains. Ein Bekannter kommentierte das erste Album mit den Worten

Es stoert gar nicht, dass der Typ in jedem zweiten Lied androht, sich umzubringen. Nach spaetestens 2 Minuten spielt das gar keine Rolle mehr. Es macht einfach Spass ihm zuzuhoeren.

‘Brad Sucks’ hat auf Jamendo bislang die beiden Alben “I Don’t Know What I’m Doing” und “Out of It” veroeffentlicht. Ersteres ist ein bisschen experiemnteller als letzteres, beide sind meiner Ansicht nach echte Perlen und Dauergaeste auf meinem mobilen Unterhaltungsgeraet. Jamendo listet ihn diese Woche auf Platz 5 der internen Hoer-Statistik – die Dunkelziffer liegt bestimmt hoeher. Seine eigene Homepage findet ihr hier.

Stille Nacht….

Tuesday, December 16th, 2008

Guten Abend,

jaja, es ist wieder soweit, auch ich kann es nicht mehr leugnen: Die Weihnachtszeit ist da und zu aller lieben Menschen Freude moechte Jamendo beitragen. Mit einer Winter-Compilation aus alten Klassikern lassen sie vertraute Toene in den Haushalten erklingen, nicht ohne eine gewisse Kaufhausatmosphaere, die wir aber mal vergessen wollen.

Mit einem Schmunzeln und den besten Wuenschen fuer die kommenden Wochen gibt es diese Compilation auch bei mir zu hoeren:


Alles Gute wuenscht
der Sternensucher

Von Drogen…

Wednesday, July 9th, 2008

Guten Abend liebe Freunde,

habt ihr schonmal irgendwo in einem Club gesessen und einen dieser Rhythmen gehoert, wo man zwingend mitklopfen muss – so lange bis das Gegenueber einen entgeistert anschaut und einem die klopfende Hand am liebsten… naja. Ich habe mich immer gefragt “Wo bekommen die diese Musik her”? In dem konkreten Fall kam die Musik aus einem kommerziellen DVB-s Lounge Kanal der fuer mich somit unerreichbar ist. Da ich aber eine entspannte Atmosphaere mit Lounge Musik deutlich leichter erzeugen kann als ohne habe ich mich auf die Suche gemacht und bin – mal wieder nach laengerer Auszeit – auf Jamendo gestossen. Das ist ein Musikportal, dass sich vorwiegend auf die Verbreitung von Kunst spezialisiert hat, die unter einer “Creative Commons“-Lizenz steht – was zumindest in den meisten Faellen bedeutet, dass die Kuenstler nicht in erster Line Finanziell fuer ihre Werke entlohnt werden moechten sondern es eher auf Lob und echten Ruhm absehen :) . Jamendo moechte ich euch ohne viele weitere Worte einfach ans Herz legen, da man dort von Punk ueber Metal bis hin zu Minimal und Electronica so ziemlich jede Musikrichtung finden kann, in der Kellerproduktionen exisiteren, ja, oft sogar sind die dort veroeffentlichten Werke recht gut ausproduziert und klingen wie vom Teuer-Label des groessten Misstrauens.

Zurueck zum Punkt: Ich sitze da und hoere diese Lounge Musik und denke mir “Wo bekommst du sowas fuer Zuhause?”, finde Jamendo … ich glaube so weit hatte ich erzaehlt. Auf der Suche nach dem Tag “Lounge” bin ich recht flott in die Tags “ambient” und “chillout” abgerutscht und fand einiges was so gar nicht meinem Geschmack war – zu Elektro und zu wenig Jazzig… also schrieb ich “Jazz” dazu, wenig Hoffnungsvoll, dass jemand sowas unter Creative Commons Lizenz veroeffentlicht. Die Releases unter dem Kuenstlernamen “Revolution Void” stiessen mit mit relativ treffenden Ergebnissen ins Auge – nicht zuletzt wegen des relativ skurrilen Covers des Albums “Increase the Dosage“. Revolution Void ist das Musik-Projekt des Jazz-Pianisten und Produzenten Jonah Dempcy, dessen Existenz bis in das Jahr 1995 zurueckreicht. Jamendo ordnet die in diesem Projekt erscheinende Musik als “electronic breakbeat jazz” ein, was auch immer sie damit meinen. Grosse Worte zumindest ranken sich um dieses Album: Nicht nur spricht selbst die Kurzbeschreibung Gastspiele einiger Prominenzen der Musikwelt (Seamus Blake – Mingus Big Band, Michael Shrieve – Santana, Matthew Garrison – Herbie Hancock) an, auch die Rezensionen der nicht-zahlenden Hoererschaft sprechen eine deutliche Sprache und sind durchweg mehr als positiv.

Nach einem entspannten Durchhoeren stimme ich den Kommentaren ohne Abstriche zu. Das Album ist bewegt, experimentell, trotz allem nicht anstrengend und ausgewogen zwischen Lebhaft, duester-elektronisch und sympathisch-unsauber. Das ganze kommt auch noch professionell produziert und auf den ersten Blick nahezu perfekt gemastert daher. Der breitbandige Einsatz von gespielten und klassisch analog aufgenommenen Instrumenten und die Mischung mit eher hintergruendigen elektro-elementen kommt gut zur geltung und fuer einen Nachmittag bei Regen und Tee koennte dieses Album die fehlende Stimmungswuerze sein – zumindest fuer die gute Stunde, die das Album dauert.

Revolution Void - Increase the Dosage - Cover Art by Shawn Wolfe

Das Album kann beschafft werden ueber die entsprechende Jamendo-Seite oder die Seite des Revolution Void-Projektes. Zur Auswahl stehen als Format ueber Jamendo MP3(192kbit) und OGG sowie ueber die Projektseite MP3(VBR), MP3(64kbit) und FLAC. Reinhoeren lohnt.

Gruss vom Sternensucher.