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Wie Sternenstaub

Wednesday, February 13th, 2008

In den fruehen Januarwochen veroeffentlicht das Kahvicollective seine EP numero 234 [kahvi234] namens “Stardust EP” von bit24 und benutzt das Veroeffentlichungs-Announcement direkt mal fuer eine optimistische und zuversichtliche Ankuendigung, die sinngemaess wohl etwa lautet: “Im Jahr 2008 bringt dir Kahvi die gleiche Qualitaet wie gewohnt und was waere ein besserer Einstieg in dieses Jahr als diese 5-Track EP von bi24?”

Als Gastkuenstler im Kahvicollective darf sich bit24 wohl fuehlen. Neben Leuten wie Stuart Elliot geniesst man nicht nur die Fruechte seines eigenen Glanzes. Allerdings haengen wir - die kritischen hoerer - auch die Messlatte genuegend hoch. Alleine der Name der EP ist fuer mich eine Herausforderung, genauer hinzuhoeren :)

Nach einem etwas duesteren und steinigen Einstieg in die EP, in dem einen das Stueck “aurora” ueber hektische und scharfkantige Beats springen laesst, stellt sich jedoch schnell eine konsistente und treibende klanglandschaft auf. Die Kahvi-Reviewer beissen sich nicht auf die Zunge wenn sie der EP - diesem Stueck im speziellen - einen gewissen Grad an “c64ism” unterstellen, es passt allerdings ausnahmsweise wie die Faust aufs Auge. Was in einem Lo-Fi-inferno begann wird mit klangelementen aus dem Ambient-bereich gegen Ende gar noch melodisch - nicht aber verliert es seinen treibenden Beat.

Track nummer 2 haut noch einen drauf :). Naja… es laesst sich schwer anders sagen. Ein direkterer Einstieg in die Beats von quantum ist wohl kaum moeglich. Ein Stueck zwischen breakbeat und disco, untermalt von einer sauberern Baseline, dafuer um so schmutzigeren Vibes, die bisweilen ein wenig zu psychodelisch wirken. Melodisch mag man Anleihen aus badloop’s vergangenen Tagen erahnen, wenn man will.

Track nummer 3, der Namensgeber dieser EP, beginnt mit einer sprachlichen Einfuehrung in Raum und Zeit. Die dunkelheit des Kosmos schwingt quasi mit. Langsam tastet sich das Stueck in seine Struktur. Instrumente, die Unreal-Tournament-Spielern der alten Garde sicherlich vertraut sein werden, verleihen dem Stueck die rhythmische praesenz. Ansonsten lebt das Stueck vom zusammenspiel der Voice-Samples, der klaren, wenn auch kleinen Melodie-Elemente und der einfach gehaltenen Base-line.

Es folgt “The space in between”… mit ueber 5 Minuten allerdings mehr als nur ein Lueckenfueller. Dieses Stueck setzt die in “stardust” gesetzten Stimmungen quasi fort, geht dann aber in eine verspieltere Rhythmik ueber. Die Spheres lassen eine klangliche breite entstehen, die den Namen durchaus rechtfertigt.

Zum Abschluss bringt das ganze “parasympathetic”. Der name laesst sich genau so schwer erlaeutern, wie das Stueck selbst. Man moechte fast vermuten, es haette einige schwierigkeiten gegeben, sich fuer ein Tempo zu entscheiden. Ebenso laesst sich in dem Stueck zunaechst kein Schwerpunkt finden. Vielleicht ist es genau das, was dieses Stueck so von den 4 vorhergehenden abgrenzt. Trotz durchaus vorhandener gleichmaessiger Rhythmik, verhindert das Stueck wirkungsvoll, dass ich mich hineinfallen lasse - und das fuer ueber 6 Minuten….

Alles in allem eine gelungene, wenn auch ungewoehnliche EP, finde ich.

bit24 - stardust EP cover

Die stardust ep kommt von bit24, trotz allem leider nur in 16 bit als ogg oder mp3 von scene.org. Die einzelnen Tracks gibts auf der durch das Bild erreichbaren Seite. Soviel zu den Bezugswegen, Danke bit24, Danke kahvi!

der Sternensucher.